Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen

15
Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Quelle: Moby Games

Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.

Einige Entwickler - vor allem die der Indie-Games - entscheiden sich deshalb dazu, Spiele zumindest anfangs nur digital anzubieten. Auf diese Weise haben sie mehr Zeit, sich Bugs und sonstigen Problemen zu widmen. So waren etwa bekannte Spiele wie Alan Wake 2, Baldur's Gate 3, Black Myth: Wukong, Minecraft, Stardew Valley oder Undertale anfangs nur digital verfügbar.

Trotzdem nicht vom Aussterben gefährdet

Nach all diesen Vorzügen des digitalen Vertriebs möchte man meinen, dass es das für physische Spiele gewesen sei. Tatsächlich gibt es aber einige Gründe dafür, dass es für sie weiterhin einen (Nischen-) Markt gibt und physische Versionen der meisten Spiele nach wie vor erhältlich sind.

Zum einen vermittelt ein physisches Spiel einem das Gefühl, es auch wirklich zu besitzen. Digitale Spiele sind im Grunde nur eine Lizenz, ein Spiel spielen zu können, und diese könnte theoretisch zu jedem Zeitpunkt zurückgezogen werden.

Häufig wird auch argumentiert, dass man digital an sehr viele - vor allem alte - Spiele nicht mehr rankommen würde. Sollte ein bestimmter Store offline gehen, hätte man außerdem keinen Zugriff mehr auf seine Spieleangebote. Deswegen könne es nur von Vorteil sein, diese Spiele physisch zu besitzen. Sie seien dann nämlich ein permanenter Teil der eigenen Sammlung.

Apropos Sammlung - das ist für einige Gamer auch ein Grund, Spiele physisch zu kaufen. Manche sehen ein Spiel lieber auch im eigenen Regal als nur als Icon in der Epic-Games-Bibliothek. Genauso gibt es häufig Collector's Editions und andere spezielle physische Versionen, die neben dem eigentlichen Spiel noch weitere Fan-Artikel beinhalten.

Die streng limitierte Collector's Edition von Skyrim beispielsweise enthält neben der Disc eine große Alduin-Statue, ein Artbook mit Illustrationen und Sketches aus dem Spiel sowie eine Making-of-DVD. Nicht selten beinhalten diese Sondereditionen auch Sticker und Soundtracks. Für Sammler werden physische Versionen also immer eine attraktive Wahl sein.

Artwork Skyrim Quelle: Moby Games Genauso kann man physische Medien unkompliziert verkaufen oder verleihen. So kann man sein Spiel problemlos an einen Freund weiterverschenken, wenn man damit durch ist. Man kann außerdem gebrauchte Spiele oft sehr günstig erhalten oder eine limitierte Collector's Edition für einen höheren Preis weiterverkaufen, um selbst noch Profit zu generieren.

Zusätzlich können viele physische Spiele ohne Internetverbindung gespielt werden. Für Spieler mit langsamer oder instabiler Internetverbindung sind physische Spiele - gerade solche, bei denen keine zusätzlichen Downloads erforderlich sind - zeitsparend und bieten ein müheloses Spielerlebnis.

Das Sparen von Speicherplatz ist ebenfalls ein häufiges Argument, Spiele lieber physisch zu kaufen. Vor allem bei Konsolen mit wenig internem Speicherplatz, wie der Nintendo Switch (32 GB), entscheiden sich viele lieber für Cartridges, anstatt den Speicherplatz mit microSD-Karten und damit zusätzlichen Kosten zu vergrößern.

Koexistenz beider Welten

Somit bleibt festzuhalten, dass sowohl physische als auch digitale Spielevarianten ihre Vor- und Nachteile haben. Auch wenn physische Spiele einen kontinuierlichen Rückgang in den Verkaufszahlen aufweisen, bleiben sie trotzdem für bestimmte Gruppen eine sinnvolle Alternative - vor allem Nintendo-Fans greifen noch häufig zu physischen Spielen.

Die Befürchtung der Nintendo-Kritiker, dass Mario Kart World sich trotz des 90€-Preises für die physische Version in Europa gut verkaufen wird, scheint also nicht unbegründet. Über ein baldiges Aussterben sollten sich Fans der physischen Spiele jedenfalls erst einmal keine Sorgen machen.

Während zwar ein großer Teil der Gamer mittlerweile die Bequemlichkeit des digitalen Zeitalters genießt und viele Entwickler vermehrt auf digitale Versionen setzen - allen voran, um Zeit und Geld zu sparen -, bleibt bei einigen dennoch das Verlangen, Spiele im Regal zu sammeln und auch wirklich besitzen zu können.

15
    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Andiskuld
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
        Man gewöhnt sich aber schon dran und wird faul. Bis man am Ende ohne seine Software dortsteht.

        Ich merk es gerade bei der Switch2. Da n paar alte Titel per digital installiert, die kannst ständig anmachen. Die Karten mußt aber immer nachlegen. Wieder hin ans Gerät, aufmachen, austauschen, bähhhhhh, was gehtn? :D

        Aber fühlt sich besser und richtiger an. Deshalb geiler.
      • Von Andiskuld NPC
        Zitat von Weedotastisch
        Das ist gut zusammengefaßt, das zwanglose verbale und geistige Reingrätschen besorgt dann der Pöbel mit Fackel und Mistgabel, ich fang gleich mal an! :-D :-D :-D

        Das mit dem Digitalen, da kommst ja nicht mehr drum rum, das ist aber so gewollt, kein Thema. Erinnert mich an einen Film mit "The Rock", da turnt er irgendwo im Urwald rum, wo lauter Leute in einer Mine ausgebeutet werden und sich ihre Sachen (Ausrüstung, Essen, Medis etc.) gleich noch beim Minenbesitzer holen müssen. Bleibt dann halt am Ende nichts oder wenig übrig. "Die sind ja blöd!" Sagt der schlaue westliche Pöbel, willkommen in der digitalen Welt, so sage ich!

        Digitale Spiele (und ich spiele eigentlich nur noch digital, derzeit) sind eine Ausgeburt des Parasitentums, welche uns (den Chef, den Zahler, den Anschaffer, den Gamingott etc.) in die Stellung eines Habenichtses bringt, der ein Ausleiher ("Besitzer") ist, aber kein Eigentümer. Das geht für Sklaven, aber mit Freien kannst das nicht machen. Haben wir gerade verstanden, was wir hier gelesen haben? Gut, Gratulation, Du bist einen Schritt weiter gekommen im Leben. Upgrade! Level Up!
        In dieser vollständig digitalen Welt entwickelt sich natürlich auch der Bereich der Casinos rasant – online, versteht sich. Wer hätte gedacht, dass man heute mit nur 1 Euro in einem Online-Casino spielen kann? Zahlreiche Plattformen wie [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] bieten umfassende Informationen dazu. Das ist genauso Teil des Spiels wie Lootboxen und In-Game-Käufe – nur mit echtem Risiko und echtem Gewinn. Wenn das zu riskant ist, sollte man natürlich lieber darauf verzichten, aber die Parallelen zur Spielewelt sind offensichtlich.
        Klar geht es auch anders. Klar hat vieles mit dem aktuellen Geldsystem zu tun, die aktuellen "Macher" pressen aus allen Teilen der "Wirtschaft" für ihr Schrottgeld (Dollar, Euro, Rubel usw) noch zusammen was geht. Aber bleiben wir beim Gaming. Hier kann man wunderbar auch Spiele auf USB Stick ziehen und gut ist. Das kannst ja mit Kopierschutz kombinieren (oder weglassen wie die Polen vormachen, kauft lieber da als bei Steam oder Epic, aus Prinzip) , mach 1 Jahr online anmelden, dann sind eh die meisten Spiele ver/gekauft oder raubkopiert, das weiß man auch. Ab dann ist meine Version frei und ich mach damit was ich will. Meine Hose oder mein Toaster gehört auch mir.

        Da muß man leider die digitalen Parasiten aus Silkonvalleyhausen mal ordentlich durch die Manege treten. Shize auf eure Abo/Monetarisierungsmodelle usw. (klar Ausnahmen gehen immer, siehe z.B. ein WoW oder ein Path of Exile etc.) Kein Bock mehr drauf irgendwelche Programme/Spiele nur noch zu leihen, ehrlich, das ist ungeil. Und was ungeil ist, das geht oder wird gegangen.

        Zu Nintendo, das ist traurig. Ich bin jetzt nach Jahrzehnten (NES/N64) wieder in den Konsolenbereich eingestiegen (bzw. in zwei Wochen). Gerade weil ich es dann geil finde, daß ich dann weniger Spiele kaufe, aber halt dann teurer und physisch. Und ja, ich hab auch schon geschaut, welche Klassiker von früher ich dann halt digital dazuhole bzw. nachhole. Und dann kommt die Info: "He ihr debilen Arschgeigen, ihr Konsumopfer, wir drücken euch jetzt auch fett das Downloadgedöns rein." Danke erstmal ... für nichts? :-D :-D :-D Aber he, ich hol mir eben soviel Spiele wie es geht da als Datenträger und weiß, daß es wieder besser wird. Da müß ma halt durch!

        Liebe geht raus für alle, die Spieleboxen lieben, mit physischen Datenträgern, Handbüchern, Karten und dem guten Gefühl, daß ich mir das ins Regal stellen kann. Weil es mir gehört.
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
      • Von Schalkmund Nerd
        Naja, auf dem PC ist Retail eh fast tot und der Gebrauchtspielemarkt ist komplett tot seit über 20 Jahren, von daher geht's da nicht anders als digital. PC Spiele hole ich mir in Key-Shops, Bundles u. Steam-Sales.

        Auf der Konsole läufts genau umgekehrt da kaufe super selten mal ein Spiel im PS-Store wenn es einen Deal gibt, ansonsten halt die "gebrauchte" physische Variante bei ebay.

        Zum Release kaufe ich i.d.R. gar nicht mehr. Lieber ein halbes bis ein Jahr später für 20 - 30€ als am Tag 1. für 70 - 80€.
      • Von Gast1754039402 Mitglied
        Zitat von s3dr1ck
        Ich würde mir eigentlich auch "echte" Kopien von PS-Spielen bestellen, wenn man dann nicht jedes Mal die Disc wechseln müsste. Das ist einfach überhaupt nicht zeitgemäß und aus meiner Sicht auch technisch überhaupt nicht notwendig.
        Ich denke, da wird es auch keine praktikable Lösung geben. Entweder digital oder physisch.
        Wenn es eine Lösung gäbe, dann hätten wir sie mit Sicherheit schon. Dass aber der Erwerb einer physischen Version gleichzeitig die digitale Lizenz enthält, ist, wie du weiter unten schreibst…also wie will man da aus Sicht des Lizenzgebers noch etwas nachvollziehen? Das wird nicht gehen.
        Doch mal kurz aufzustehen, um eine Disk zu wechseln, ist zumindest für mich kein Problem. Ich muss glaube ich öfters aufstehen, um aufs Klo zu gehen. Da krieg ich das andere auch noch hin. ;)

        Aber es ist eben völlig richtig, dass der Besitz eines physischen Datenträgers mir die Nutzung der darauf befindlichen Software auch nicht ewig garantiert.
        Patches, eventuelle online Anbindung, Serverabschaltungen und so weiter.
        Und was ist, wenn der physische Datenträger beschädigt wird oder sonstig unbrauchbar ist? Da gibt mir auch niemand eine Garantie und Ersatz dafür wäre auch nur wieder gegen Neuerwerb zu machen.
        So oder so sind wir schon immer nur Lizenznehmer, das war noch nie anders. Und ich glaube, das wird sich auch niemals ändern.
        Jeder scrollt möglichst schnell durch AGB und EULA, aber niemand liest wirklich, was da steht und mit was er sich alles einverstanden erklärt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk