Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen

15
Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Quelle: Moby Games

Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.

Anschließend setzten sich Blu-Ray-Discs durch, welche einen Speicherplatz von bis zu 50 GB aufwiesen. Bekannte Spiele wie The Last of Us (2013), Uncharted 1 bis 4 (2007-2016) oder Final Fantasy 13 (2009) machten von dieser Technologie Gebrauch.

Auch heute wird Blu-Ray noch von der PS4, der PS5 Disc Edition, der Xbox One und der Xbox Series X unterstützt. Der direkte Nachfolger der Blu-Ray mit noch mehr Speicherplatz, die Ultra HD Blu-Ray, wird ebenfalls von allen gerade genannten Konsolen - mit Ausnahme der PS4 - unterstützt. Nintendo benutzte für den GameCube, die Wii und die Wii U eigens hergestellte Discs.

Digitale Spiele als beliebte Alternative

Unter digitalen Spielen versteht man Titel, die man sich - wer hätte es gedacht - digital herunterlädt. Diese können von verschiedenen Plattformen stammen, wie etwa Steam, dem Epic Games Store, dem Nintendo eShop oder auch dem App Store.

Genauso gibt es Services mit Abonnement-Modellen wie den Xbox Game Pass oder PlayStation Plus, mit denen man durch eine monatliche Gebühr Zugriff auf eine breite Palette an digitalen Spielen hat.

Zu den ersten Plattformen für den digitalen Spielekauf gehörten RealArcade (2000), Stardock Central (2001) und natürlich Steam (2003). Letztere ist die einzige der gerade genannten Plattformen, die noch existiert und den digitalen Spielevertrieb revolutioniert hat. Anfangs war Steam nur dafür gedacht, Valves hauseigene Spiele wie Counter-Strike zu patchen und zu verwalten.

2004 erschien mit Half-Life 2 das erste Spiel, das für die Aktivierung den Steam-Client benötigte, was anfangs auf Kritik stoß. Bald schon bot Steam Drittanbietern die Möglichkeit, ihre Spiele auf der Plattform zu veröffentlichen - den Anfang machte 2005 Rag Doll Kung Fu.

In den Jahren danach folgten nicht nur erfolgreiche Valve-Games wie Portal (2007), Team Fortress 2 (2007), Left For Dead (2008) und die beiden Episoden von Half-Life 2 (2006, 2007), sondern auch zahlreiche weitere Titel von Drittanbietern.

Die stetige Erweiterung des Spieleangebots, zusätzliche Features wie regelmäßige Sales, die Steam Cloud oder der Steam Workshop und schließlich das Steam Deck - eine eigene Handheld-Konsole - führten dazu, dass die Spielerzahl immer weiter nach oben kletterte und die Plattform heutzutage über 130 Millionen monatlich aktive Nutzer verzeichnet.

Auch wenn Steam bis heute die beliebteste Plattform für den digitalen Spielevertrieb ist, schläft die Konkurrenz nicht: Weitere bekannte Plattformen dieser Art sind beispielsweise Origin, GOG.com und der Epic Games Store.

Vor allem letzterer hat sich in den vergangenen Jahren mit Exklusivtiteln wie Alan Wake 2 und zeitweise verschenkten Games wie GTA 5 oder Death Stranding einen Namen gemacht. Ehemals kostenpflichtige Steam-Spiele wie Rocket League oder Fall Guys sind hier sogar dauerhaft kostenlos und exklusiv erhältlich.

Was Konsolen angeht, war der Xbox Live Service - eingeführt 2002 - anfangs nur dafür gedacht, Add-ons herunterzuladen. Mit der Einführung des Xbox Live Marketplace konnte man ab 2005 komplette Xbox-Spiele online downloaden. Heutzutage finden sich Xbox-Spiele im Microsoft Store.

Der PlayStation Store wurde 2006 mit der PlayStation 3 eingeführt und beherbergt bis heute eine Vielzahl an PlayStation-Spielen. Insbesondere ab 2011 - mit der Einführung der "PS3 Full Games" - setzte sich der digitale Spieleverkauf immer mehr durch.

Nintendo hat bzw. hatte mit dem Wii Shop Channel (2006-2019) sowie dem eShop (seit 2011) ebenfalls eigene digitale Vertriebsplattformen. Auf dem Wii Shop Channel wurden mit dem Service Wii Ware erstmals kleinere Spiele angeboten. Das erste richtige Spiel, das sowohl auf dem eShop als auch physisch veröffentlicht wurde, war New Super Mario Bros. 2 (2012).

New Super Mario Bros. 2 Quelle: Moby Games Mit dem Xbox Game Pass und PlayStation Plus haben sowohl Microsoft als auch Sony hauseigene Abonnement-Dienste, welche einem bei regelmäßiger Zahlung Zugriff auf eine breite Spielebibliothek geben. Einen ähnlichen Service bietet Nintendo mit Nintendo Switch Online an, welcher Spieleklassiker aus dem Hause Nintendo und DLCs anbietet.

Früher Regal, nun digital

Wie sieht es nun also für physische Spiele aus? Schaut man sich die Zahlen an, wird schnell ersichtlich, dass ein Großteil des Videospielmarkts mittlerweile digital ist. 2024 trug das physische Format lediglich 4,6 % zum gesamten Profit des Gaming-Markts bei. Das kommt nicht von ungefähr: Neben kompletten Spielen werden auch DLCs, Abonnements und Mikrotransaktionen digital angeboten - teilweise sogar exklusiv.

In Europa wurden 2024 insgesamt 188,1 Millionen PC - und Konsolenspiele verkauft, 131,6 Millionen davon digital - ein Anstieg um 15 % im Vergleich zu 2023. US-amerikanische Daten aus dem Jahre 2023 zeigen, dass dort ganze 89,5 % der Spieleverkäufe digital stattfanden - die Fortsetzung eines Trends, der sich bereits seit Jahren zeigt. 2013 überholten digitale Verkaufszahlen erstmals die physischen.

Schaut man sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Plattformen bei 2024 veröffentlichten AA und AAA - Spielen in Europa an, hat Nintendo im physischen Vertrieb deutlich die Nase vorn: 65 % der Spieleverkäufe waren bei der Switch physisch (2023: 67 %). Bei der PS5 waren es 32 % (2023: 41 %), bei der Xbox Series S und X 19 % (2023: 26 %).

15
    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Weedotastisch Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Andiskuld
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
        Man gewöhnt sich aber schon dran und wird faul. Bis man am Ende ohne seine Software dortsteht.

        Ich merk es gerade bei der Switch2. Da n paar alte Titel per digital installiert, die kannst ständig anmachen. Die Karten mußt aber immer nachlegen. Wieder hin ans Gerät, aufmachen, austauschen, bähhhhhh, was gehtn? :D

        Aber fühlt sich besser und richtiger an. Deshalb geiler.
      • Von Andiskuld NPC
        Zitat von Weedotastisch
        Das ist gut zusammengefaßt, das zwanglose verbale und geistige Reingrätschen besorgt dann der Pöbel mit Fackel und Mistgabel, ich fang gleich mal an! :-D :-D :-D

        Das mit dem Digitalen, da kommst ja nicht mehr drum rum, das ist aber so gewollt, kein Thema. Erinnert mich an einen Film mit "The Rock", da turnt er irgendwo im Urwald rum, wo lauter Leute in einer Mine ausgebeutet werden und sich ihre Sachen (Ausrüstung, Essen, Medis etc.) gleich noch beim Minenbesitzer holen müssen. Bleibt dann halt am Ende nichts oder wenig übrig. "Die sind ja blöd!" Sagt der schlaue westliche Pöbel, willkommen in der digitalen Welt, so sage ich!

        Digitale Spiele (und ich spiele eigentlich nur noch digital, derzeit) sind eine Ausgeburt des Parasitentums, welche uns (den Chef, den Zahler, den Anschaffer, den Gamingott etc.) in die Stellung eines Habenichtses bringt, der ein Ausleiher ("Besitzer") ist, aber kein Eigentümer. Das geht für Sklaven, aber mit Freien kannst das nicht machen. Haben wir gerade verstanden, was wir hier gelesen haben? Gut, Gratulation, Du bist einen Schritt weiter gekommen im Leben. Upgrade! Level Up!
        In dieser vollständig digitalen Welt entwickelt sich natürlich auch der Bereich der Casinos rasant – online, versteht sich. Wer hätte gedacht, dass man heute mit nur 1 Euro in einem Online-Casino spielen kann? Zahlreiche Plattformen wie [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] bieten umfassende Informationen dazu. Das ist genauso Teil des Spiels wie Lootboxen und In-Game-Käufe – nur mit echtem Risiko und echtem Gewinn. Wenn das zu riskant ist, sollte man natürlich lieber darauf verzichten, aber die Parallelen zur Spielewelt sind offensichtlich.
        Klar geht es auch anders. Klar hat vieles mit dem aktuellen Geldsystem zu tun, die aktuellen "Macher" pressen aus allen Teilen der "Wirtschaft" für ihr Schrottgeld (Dollar, Euro, Rubel usw) noch zusammen was geht. Aber bleiben wir beim Gaming. Hier kann man wunderbar auch Spiele auf USB Stick ziehen und gut ist. Das kannst ja mit Kopierschutz kombinieren (oder weglassen wie die Polen vormachen, kauft lieber da als bei Steam oder Epic, aus Prinzip) , mach 1 Jahr online anmelden, dann sind eh die meisten Spiele ver/gekauft oder raubkopiert, das weiß man auch. Ab dann ist meine Version frei und ich mach damit was ich will. Meine Hose oder mein Toaster gehört auch mir.

        Da muß man leider die digitalen Parasiten aus Silkonvalleyhausen mal ordentlich durch die Manege treten. Shize auf eure Abo/Monetarisierungsmodelle usw. (klar Ausnahmen gehen immer, siehe z.B. ein WoW oder ein Path of Exile etc.) Kein Bock mehr drauf irgendwelche Programme/Spiele nur noch zu leihen, ehrlich, das ist ungeil. Und was ungeil ist, das geht oder wird gegangen.

        Zu Nintendo, das ist traurig. Ich bin jetzt nach Jahrzehnten (NES/N64) wieder in den Konsolenbereich eingestiegen (bzw. in zwei Wochen). Gerade weil ich es dann geil finde, daß ich dann weniger Spiele kaufe, aber halt dann teurer und physisch. Und ja, ich hab auch schon geschaut, welche Klassiker von früher ich dann halt digital dazuhole bzw. nachhole. Und dann kommt die Info: "He ihr debilen Arschgeigen, ihr Konsumopfer, wir drücken euch jetzt auch fett das Downloadgedöns rein." Danke erstmal ... für nichts? :-D :-D :-D Aber he, ich hol mir eben soviel Spiele wie es geht da als Datenträger und weiß, daß es wieder besser wird. Da müß ma halt durch!

        Liebe geht raus für alle, die Spieleboxen lieben, mit physischen Datenträgern, Handbüchern, Karten und dem guten Gefühl, daß ich mir das ins Regal stellen kann. Weil es mir gehört.
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
      • Von Schalkmund Nerd
        Naja, auf dem PC ist Retail eh fast tot und der Gebrauchtspielemarkt ist komplett tot seit über 20 Jahren, von daher geht's da nicht anders als digital. PC Spiele hole ich mir in Key-Shops, Bundles u. Steam-Sales.

        Auf der Konsole läufts genau umgekehrt da kaufe super selten mal ein Spiel im PS-Store wenn es einen Deal gibt, ansonsten halt die "gebrauchte" physische Variante bei ebay.

        Zum Release kaufe ich i.d.R. gar nicht mehr. Lieber ein halbes bis ein Jahr später für 20 - 30€ als am Tag 1. für 70 - 80€.
      • Von Gast1754039402 Mitglied
        Zitat von s3dr1ck
        Ich würde mir eigentlich auch "echte" Kopien von PS-Spielen bestellen, wenn man dann nicht jedes Mal die Disc wechseln müsste. Das ist einfach überhaupt nicht zeitgemäß und aus meiner Sicht auch technisch überhaupt nicht notwendig.
        Ich denke, da wird es auch keine praktikable Lösung geben. Entweder digital oder physisch.
        Wenn es eine Lösung gäbe, dann hätten wir sie mit Sicherheit schon. Dass aber der Erwerb einer physischen Version gleichzeitig die digitale Lizenz enthält, ist, wie du weiter unten schreibst…also wie will man da aus Sicht des Lizenzgebers noch etwas nachvollziehen? Das wird nicht gehen.
        Doch mal kurz aufzustehen, um eine Disk zu wechseln, ist zumindest für mich kein Problem. Ich muss glaube ich öfters aufstehen, um aufs Klo zu gehen. Da krieg ich das andere auch noch hin. ;)

        Aber es ist eben völlig richtig, dass der Besitz eines physischen Datenträgers mir die Nutzung der darauf befindlichen Software auch nicht ewig garantiert.
        Patches, eventuelle online Anbindung, Serverabschaltungen und so weiter.
        Und was ist, wenn der physische Datenträger beschädigt wird oder sonstig unbrauchbar ist? Da gibt mir auch niemand eine Garantie und Ersatz dafür wäre auch nur wieder gegen Neuerwerb zu machen.
        So oder so sind wir schon immer nur Lizenznehmer, das war noch nie anders. Und ich glaube, das wird sich auch niemals ändern.
        Jeder scrollt möglichst schnell durch AGB und EULA, aber niemand liest wirklich, was da steht und mit was er sich alles einverstanden erklärt.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk