Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.
Erst vor einigen Wochen wurde Nintendo mit der Nintendo Direct zu ihrer heiß erwarteten neuen Konsole, der Nintendo Switch 2, zum Gesprächsthema Nummer eins in der Gamingwelt. Dies geschah allerdings nicht aus den Gründen, die sich das Unternehmen gewünscht hätte.
Während die neue Konsole mit einem überarbeiteten Design, 4k-Auflösung und bis zu 120 Bildern pro Sekunde bei 1080p überzeugen konnte, stieß vor allem eins auf Kritik: die Preispolitik. Der Konsolenpreis von 469,99 € wird von einigen Fans noch verziehen.
Besonders schwer auf dem Magen lag vielen allerdings der Preis von 79,99 € für einige Spiele - wie etwa Super Mario Party Jamboree, The Legend of Zelda: Breath of the Wild / Tears of the Kingdom und nicht zuletzt das neue Mario Kart World. Letzteres soll in der physischen Variante in Europa sogar 89,99 € kosten. Ein großer Teil der Community hielt diese Preise für astronomisch.
So verwandelte sich der anfängliche Hype im Laufe der Zeit nach der Direct - bei welcher die Preise nicht thematisiert wurden - in einen regelrechten Shitstorm. In einem Livestream des Nintendo Treehouse quoll der Chat nur so über von "DROP THE PRICE" - Kommentaren, und das den ganzen Stream über.
Auch die Befürchtung, dass andere Spielehersteller dieser Preispolitik folgen könnten, ist groß - und teilweise sogar schon eingetreten: Anfang Mai kündigte Microsoft an, die Preise für neue First-Party-Games in den USA auf 79,99 $ zu erhöhen.
Es steht ebenfalls die Sorge im Raum, dass Nintendo mit dieser neuen Preisgestaltung den physischen Spielemarkt schwächen könnte. Der Gedankengang scheint logisch: Warum sollte man sich die 10 € teurere physische Version holen, obwohl es sich im Grunde um dasselbe Spiel handelt?
Böse Zungen vermuten Nintendos Hintergedanken, mit dem physischen Preis Mehrkosten decken und gleichzeitig Käufer zur digitalen Version lenken zu wollen. Diese Behauptungen sind natürlich reine Spekulation - Nintendo selbst rechtfertigte den Preis mit einem großen Spielumfang, neuen Features und einem hohen Unterhaltungswert.
Bei europäischen Freunden von physischen Spielen bleibt wahrscheinlich trotzdem ein fader Beigeschmack: Immerhin zahlen sie ohne Mehrwert 10 € drauf.
Allgemein haben physische Spiele im heutigen digitalen Zeitalter nicht leicht. Während die Meinungen bei der Frage, ob physische Spiele aussterben, auseinandergehen, kann man nicht leugnen, dass diese Form des Gamings mit einigen nicht unbedeutenden Herausforderungen zu kämpfen hat.
Der Aufstieg der physischen Spiele
Um physische und digitale Spiele effektiv vergleichen zu können, sollte man zunächst einmal über deren Geschichte und Eigenschaften Bescheid wissen: Ganz grundlegend versteht man unter einem physischen Spiel einen Titel, welchen man in einem Laden wie etwa GameStop oder MediaMarkt kauft, und der sich auf einer Cartridge, einer CD-ROM oder einem ähnlichen Medium befindet.
Dieses legt man in seine Konsole oder seinen PC ein und kann anschließend - nach eventuellen Downloads zusätzlicher Daten - mit dem Spielen beginnen.
Lange Zeit dominierten physische Spiele den Markt. Es fing alles in den 70ern an, als man sich nicht mehr für jedes Spiel eine eigene Konsole kaufen musste, sondern mittels Cartridges gleich mehrere Spiele auf derselben Konsole zocken konnte. Bis in die 90er-Jahre hinein waren Cartridges der Standard, wenn es ums Aufbewahren von Videospieldaten ging.
Ein weiteres Medium, auf dem bekannte Spiele wie Doom (1993) oder Prince of Persia (1989) enthalten waren, war die Floppy Disk, die von Sony 1980 eingeführt wurde.
Quelle: Moby Games
Sowohl die Floppy Disk als auch Cartridges wurden zunehmend von CD-ROMs ersetzt, durch die Spiele nun viel größer und umfangreicher sein konnten. Erfolgreiche Spiele wie Myst (1993), Resident Evil (1996) oder Final Fantasy 7 (1997) wurden auf CD-ROM veröffentlicht, um das volle Potenzial der damaligen Technologie auszuschöpfen und den Spielern ein bestmögliches Spielerlebnis zu bieten.
Während Cartridges nämlich lediglich Platz für 64 MB an Daten boten, konnten auf CD-ROMs ganze 700 MB untergebracht werden - eine Revolution für damalige Verhältnisse.
CD-ROMs waren außerdem billiger zu produzieren und reduzierten die Produktionszeiten von Spielen, was zu niedrigeren Preisen führte. Durch CD-ROMs gelang es Sony mit der ersten Playstation, den damaligen Konsolenkrieg gegen Nintendo und deren N64 zu gewinnen.
Als Nachfolger der CD-ROM bot die DVD-ROM, die sich in den 2000ern etablierte, bis zu 4,7 GB (Single Layer, also eine Datenschicht) und 8,5 GB (Dual Layer, also zwei Datenschichten) Speicherplatz. Auf DVD-ROMs fanden beliebte Spiele wie Halo: Combat Evolved (2001) oder Final Fantasy 10 (2001) Platz. Sowohl CD-ROMs als auch DVD-ROMs wurden von der PlayStation 2 und der ersten Xbox unterstützt.
Bildergalerie
Auf der PlayStation 2 konnte man zusätzlich noch DVD-Filme abspielen, was sie zu einem absoluten Verkaufsschlager und zur bis heute am häufigsten verkauften Konsole mit 160 Millionen verkauften Einheiten machte - nicht zuletzt, weil echte DVD-Player damals um einiges teuer waren als die PS2. Auf der Xbox war das Abspielen von DVD-Filmen mit dem separat erhältlichen "DVD Movie Playback Kit" ebenfalls möglich.

Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.
Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
Ich merk es gerade bei der Switch2. Da n paar alte Titel per digital installiert, die kannst ständig anmachen. Die Karten mußt aber immer nachlegen. Wieder hin ans Gerät, aufmachen, austauschen, bähhhhhh, was gehtn? :D
Aber fühlt sich besser und richtiger an. Deshalb geiler.
Das mit dem Digitalen, da kommst ja nicht mehr drum rum, das ist aber so gewollt, kein Thema. Erinnert mich an einen Film mit "The Rock", da turnt er irgendwo im Urwald rum, wo lauter Leute in einer Mine ausgebeutet werden und sich ihre Sachen (Ausrüstung, Essen, Medis etc.) gleich noch beim Minenbesitzer holen müssen. Bleibt dann halt am Ende nichts oder wenig übrig. "Die sind ja blöd!" Sagt der schlaue westliche Pöbel, willkommen in der digitalen Welt, so sage ich!
Digitale Spiele (und ich spiele eigentlich nur noch digital, derzeit) sind eine Ausgeburt des Parasitentums, welche uns (den Chef, den Zahler, den Anschaffer, den Gamingott etc.) in die Stellung eines Habenichtses bringt, der ein Ausleiher ("Besitzer") ist, aber kein Eigentümer. Das geht für Sklaven, aber mit Freien kannst das nicht machen. Haben wir gerade verstanden, was wir hier gelesen haben? Gut, Gratulation, Du bist einen Schritt weiter gekommen im Leben. Upgrade! Level Up!
In dieser vollständig digitalen Welt entwickelt sich natürlich auch der Bereich der Casinos rasant – online, versteht sich. Wer hätte gedacht, dass man heute mit nur 1 Euro in einem Online-Casino spielen kann? Zahlreiche Plattformen wie [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] bieten umfassende Informationen dazu. Das ist genauso Teil des Spiels wie Lootboxen und In-Game-Käufe – nur mit echtem Risiko und echtem Gewinn. Wenn das zu riskant ist, sollte man natürlich lieber darauf verzichten, aber die Parallelen zur Spielewelt sind offensichtlich.
Klar geht es auch anders. Klar hat vieles mit dem aktuellen Geldsystem zu tun, die aktuellen "Macher" pressen aus allen Teilen der "Wirtschaft" für ihr Schrottgeld (Dollar, Euro, Rubel usw) noch zusammen was geht. Aber bleiben wir beim Gaming. Hier kann man wunderbar auch Spiele auf USB Stick ziehen und gut ist. Das kannst ja mit Kopierschutz kombinieren (oder weglassen wie die Polen vormachen, kauft lieber da als bei Steam oder Epic, aus Prinzip) , mach 1 Jahr online anmelden, dann sind eh die meisten Spiele ver/gekauft oder raubkopiert, das weiß man auch. Ab dann ist meine Version frei und ich mach damit was ich will. Meine Hose oder mein Toaster gehört auch mir.
Da muß man leider die digitalen Parasiten aus Silkonvalleyhausen mal ordentlich durch die Manege treten. Shize auf eure Abo/Monetarisierungsmodelle usw. (klar Ausnahmen gehen immer, siehe z.B. ein WoW oder ein Path of Exile etc.) Kein Bock mehr drauf irgendwelche Programme/Spiele nur noch zu leihen, ehrlich, das ist ungeil. Und was ungeil ist, das geht oder wird gegangen.
Zu Nintendo, das ist traurig. Ich bin jetzt nach Jahrzehnten (NES/N64) wieder in den Konsolenbereich eingestiegen (bzw. in zwei Wochen). Gerade weil ich es dann geil finde, daß ich dann weniger Spiele kaufe, aber halt dann teurer und physisch. Und ja, ich hab auch schon geschaut, welche Klassiker von früher ich dann halt digital dazuhole bzw. nachhole. Und dann kommt die Info: "He ihr debilen Arschgeigen, ihr Konsumopfer, wir drücken euch jetzt auch fett das Downloadgedöns rein." Danke erstmal ... für nichts? :-D :-D :-D Aber he, ich hol mir eben soviel Spiele wie es geht da als Datenträger und weiß, daß es wieder besser wird. Da müß ma halt durch!
Liebe geht raus für alle, die Spieleboxen lieben, mit physischen Datenträgern, Handbüchern, Karten und dem guten Gefühl, daß ich mir das ins Regal stellen kann. Weil es mir gehört.
Auf der Konsole läufts genau umgekehrt da kaufe super selten mal ein Spiel im PS-Store wenn es einen Deal gibt, ansonsten halt die "gebrauchte" physische Variante bei ebay.
Zum Release kaufe ich i.d.R. gar nicht mehr. Lieber ein halbes bis ein Jahr später für 20 - 30€ als am Tag 1. für 70 - 80€.
Wenn es eine Lösung gäbe, dann hätten wir sie mit Sicherheit schon. Dass aber der Erwerb einer physischen Version gleichzeitig die digitale Lizenz enthält, ist, wie du weiter unten schreibst…also wie will man da aus Sicht des Lizenzgebers noch etwas nachvollziehen? Das wird nicht gehen.
Doch mal kurz aufzustehen, um eine Disk zu wechseln, ist zumindest für mich kein Problem. Ich muss glaube ich öfters aufstehen, um aufs Klo zu gehen. Da krieg ich das andere auch noch hin. ;)
Aber es ist eben völlig richtig, dass der Besitz eines physischen Datenträgers mir die Nutzung der darauf befindlichen Software auch nicht ewig garantiert.
Patches, eventuelle online Anbindung, Serverabschaltungen und so weiter.
Und was ist, wenn der physische Datenträger beschädigt wird oder sonstig unbrauchbar ist? Da gibt mir auch niemand eine Garantie und Ersatz dafür wäre auch nur wieder gegen Neuerwerb zu machen.
So oder so sind wir schon immer nur Lizenznehmer, das war noch nie anders. Und ich glaube, das wird sich auch niemals ändern.
Jeder scrollt möglichst schnell durch AGB und EULA, aber niemand liest wirklich, was da steht und mit was er sich alles einverstanden erklärt.