Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen

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Special Manuel Zippl - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Spiele digital oder im Laden kaufen: Es hat sich geändert, was es bedeutet, Spiele zu besitzen
Quelle: Moby Games

Gaming befindet sich im Wandel, und ein wichtiger Faktor dabei ist die gar nicht mehr so einfach zu treffende Entscheidung, ob man Spiele lieber im Laden oder digital kaufen möchte.

Über die Jahre hat sich auch das Packaging der physischen Spiele verändert: Nicht selten kamen Verpackungen mit einigen Beilagen wie kleinen Booklets, die als Guides dienten, alternativen Covers oder sonstigen wichtigen Informationen zum Spiel.

Auf diese charmanten Zusätze wird heutzutage größtenteils verzichtet. Videospielverpackungen enthalten häufig nur noch das Medium selbst und gegebenenfalls einen digitalen Download-Code für zusätzliche Inhalte, Werbung und seltener minimal gehaltene Anleitungen. In manchen Fällen findet sich in Verpackungen ausschließlich eine Game-Key-Karte, auf der das Spiel selbst gar nicht mehr enthalten ist.

Während es früher also noch gang und gäbe war, zum örtlichen GameStop oder MediaMarkt zu gehen, die Regale zu durchstöbern und sich letztendlich für ein Spiel zu entscheiden, ist es heute eher die Ausnahme.

Apropos GameStop: Der Rückgang physischer Spieleverkäufe geht an der nostalgischen Einzelhandelskette nicht spurlos vorbei. 2024 wurden fast 600 Läden in den USA geschlossen, 2025 sank die Zahl der GameStops in Deutschland von einst 200 auf traurige null.

Warum der digitale Spielspaß dominiert

Dass der digitale Markt den physischen so deutlich überholt hat, hängt mit mehreren Faktoren zusammen. Die digitale Form bietet nämlich sowohl für Entwickler als auch für Konsumenten entscheidende Vorteile.

Zum einen schätzen Konsumenten die Bequemlichkeit, den neuesten Spiele-Hit von zu Hause aus kaufen zu können. Sie müssen dazu nicht ihr Haus verlassen, mit keinen MediaMarkt-Mitarbeitern reden und auch auf keine Lieferung warten. Man spart sich also Zeit und Energie.

Zum Vorteil der Bequemlichkeit gehört auch die einfachere und übersichtlichere Organisation der Spielebibliothek auf Plattformen wie Steam oder Epic Games, die es einem mit wenigen Klicks erlaubt, Spiele nach Belieben zu sortieren, zu filtern oder schnell zu finden. Außerdem kann man digitale Spiele - im Gegensatz zu Discs oder Cartridges - nicht verlegen.

Zudem sticht der technische Vorteil hervor: Digitale Spiele werden in der Regel automatisch aktualisiert, wobei kein Einlegen der Disc notwendig ist. Ähnlich funktioniert auch die Cloud-Speicherung von Spielständen. Auch stoßen Discs trotz der technischen Fortschritte manchmal wegen der Größe einiger Spiele an ihre Grenzen.

Bei Call of Duty: Modern Warfare beispielsweise ist nach dem Einlegen der Disc, die 45 GB an Daten beinhaltet, ein weiterer Download von 128 GB nötig, um alle Inhalte des Spiels genießen zu können. Ein eigentlicher Vorteil physischer Titel - nämlich den Download zu überspringen - leidet unter solchen Umständen.

Ein weiterer Grund für den Aufstieg digitaler Spiele sind die Mobile Games. Logisch: Sie werden in der Regel nur digital angeboten. Aus dem App Store oder Google Play Store heruntergeladen, landen sie sofort spielbereit auf dem eigenen Handy. Der Markt der Mobile Games sollte keineswegs unterschätzt werden: 2024 machte er rund 49 % des gesamten Spielemarkts aus, während Konsolen und PC nur auf jeweils 27 % und 24 % kamen.

Mobile Gaming Quelle: Pexels Auch die Corona-Pandemie zählt als wichtiger Faktor beim Erfolg digitaler Spiele: Lockdowns und andere Einschränkungen führten dazu, dass Gamer weltweit oft gar keine andere Wahl hatten, als sich ihre Spiele digital zu kaufen. Gaming war zu dieser Zeit mehr denn je eine Möglichkeit, sich mit Freunden zu treffen, weshalb viele neue Menschen dieses Hobby für sich entdeckten.

Die Umwelt profitiert ebenfalls davon, wenn sich der Verkauf physischer Spiele reduziert. Ihre Produktion erfordert nämlich Kunststoff, Metall und andere Materialien, die einen nachhaltig negativen Effekt auf den Planeten haben. Nicht nur werden bei digitalen Spielen keine solchen Materialien verwendet, sondern es entsteht auch weniger Verpackungsmüll.

Außerdem entfällt der Energieaufwand für die Produktion und den Transport, wenngleich digitale Spiele natürlich trotzdem Energie für den Datentransfer erfordern.

Wie bereits erwähnt, bekommen auch Entwickler ein Stück des digitalen Vorteilskuchens: Mit dem digitalen Verkauf umgehen sie nämlich den Einzelhandel und erhalten somit einen größeren Anteil am Verkaufspreis. Genauso entfallen für sie die Kosten für Herstellung, Lagerung und Versand von Verpackungen. Spiele können also ohne mögliche Verzögerungen direkt auf den Markt kommen.

Zusätzlich können Hersteller die Preise oder eventuelle Sales flexibel anpassen. Diese Vorteile sind besonders relevant, wenn man bedenkt, dass Sony und Microsoft ihre Konsolen oft mit Verlust verkaufen - die Gewinne kommen in der Regel von den Spielen selbst. Günstigere Digital-only-Varianten der aktuellen Konsolengeneration - die Xbox Series S und die PlayStation 5 Digital Edition - fördern den digitalen Vertrieb weiter. Nintendo macht übrigens sowohl mit Konsolen als auch mit Spielen Profit.

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    • Kommentare (15)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Ich kauf mir meist Ladenversionen wenn es eben so Special Editionen gibt (wenn sie nicht zu teuer sind). Zum Beispiel die von Baldurs Gate 3 hab ich.

        Und was digital betrifft. Auf dem PC ist der Markt von verpackten Versionen eigentlich schon seit 10 Jahren tot. Selbst wenn da jemand eine Ladenversion will, von dem Großteil gibt es gar keine mehr und wenn, dann ist nur ein Steamcode drin, was das Ganze sinnfrei macht.

        Ich bin da auch einfach froh, dass es gog gibt. Selbst wenn ich da ein Spiel schon auf Steam hab, wenn dann später eine gog Version kommt, dann kauf ich es mir nochmal, lade diese runter und sichere es auf einer externen Festplatte. Dann gehört es mir ;-)
      • Von Weedotastisch Hobby-Spieler/in
        Zitat von Andiskuld
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
        Man gewöhnt sich aber schon dran und wird faul. Bis man am Ende ohne seine Software dortsteht.

        Ich merk es gerade bei der Switch2. Da n paar alte Titel per digital installiert, die kannst ständig anmachen. Die Karten mußt aber immer nachlegen. Wieder hin ans Gerät, aufmachen, austauschen, bähhhhhh, was gehtn? :D

        Aber fühlt sich besser und richtiger an. Deshalb geiler.
      • Von Andiskuld NPC
        Zitat von Weedotastisch
        Das ist gut zusammengefaßt, das zwanglose verbale und geistige Reingrätschen besorgt dann der Pöbel mit Fackel und Mistgabel, ich fang gleich mal an! :-D :-D :-D

        Das mit dem Digitalen, da kommst ja nicht mehr drum rum, das ist aber so gewollt, kein Thema. Erinnert mich an einen Film mit "The Rock", da turnt er irgendwo im Urwald rum, wo lauter Leute in einer Mine ausgebeutet werden und sich ihre Sachen (Ausrüstung, Essen, Medis etc.) gleich noch beim Minenbesitzer holen müssen. Bleibt dann halt am Ende nichts oder wenig übrig. "Die sind ja blöd!" Sagt der schlaue westliche Pöbel, willkommen in der digitalen Welt, so sage ich!

        Digitale Spiele (und ich spiele eigentlich nur noch digital, derzeit) sind eine Ausgeburt des Parasitentums, welche uns (den Chef, den Zahler, den Anschaffer, den Gamingott etc.) in die Stellung eines Habenichtses bringt, der ein Ausleiher ("Besitzer") ist, aber kein Eigentümer. Das geht für Sklaven, aber mit Freien kannst das nicht machen. Haben wir gerade verstanden, was wir hier gelesen haben? Gut, Gratulation, Du bist einen Schritt weiter gekommen im Leben. Upgrade! Level Up!
        In dieser vollständig digitalen Welt entwickelt sich natürlich auch der Bereich der Casinos rasant – online, versteht sich. Wer hätte gedacht, dass man heute mit nur 1 Euro in einem Online-Casino spielen kann? Zahlreiche Plattformen wie [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] bieten umfassende Informationen dazu. Das ist genauso Teil des Spiels wie Lootboxen und In-Game-Käufe – nur mit echtem Risiko und echtem Gewinn. Wenn das zu riskant ist, sollte man natürlich lieber darauf verzichten, aber die Parallelen zur Spielewelt sind offensichtlich.
        Klar geht es auch anders. Klar hat vieles mit dem aktuellen Geldsystem zu tun, die aktuellen "Macher" pressen aus allen Teilen der "Wirtschaft" für ihr Schrottgeld (Dollar, Euro, Rubel usw) noch zusammen was geht. Aber bleiben wir beim Gaming. Hier kann man wunderbar auch Spiele auf USB Stick ziehen und gut ist. Das kannst ja mit Kopierschutz kombinieren (oder weglassen wie die Polen vormachen, kauft lieber da als bei Steam oder Epic, aus Prinzip) , mach 1 Jahr online anmelden, dann sind eh die meisten Spiele ver/gekauft oder raubkopiert, das weiß man auch. Ab dann ist meine Version frei und ich mach damit was ich will. Meine Hose oder mein Toaster gehört auch mir.

        Da muß man leider die digitalen Parasiten aus Silkonvalleyhausen mal ordentlich durch die Manege treten. Shize auf eure Abo/Monetarisierungsmodelle usw. (klar Ausnahmen gehen immer, siehe z.B. ein WoW oder ein Path of Exile etc.) Kein Bock mehr drauf irgendwelche Programme/Spiele nur noch zu leihen, ehrlich, das ist ungeil. Und was ungeil ist, das geht oder wird gegangen.

        Zu Nintendo, das ist traurig. Ich bin jetzt nach Jahrzehnten (NES/N64) wieder in den Konsolenbereich eingestiegen (bzw. in zwei Wochen). Gerade weil ich es dann geil finde, daß ich dann weniger Spiele kaufe, aber halt dann teurer und physisch. Und ja, ich hab auch schon geschaut, welche Klassiker von früher ich dann halt digital dazuhole bzw. nachhole. Und dann kommt die Info: "He ihr debilen Arschgeigen, ihr Konsumopfer, wir drücken euch jetzt auch fett das Downloadgedöns rein." Danke erstmal ... für nichts? :-D :-D :-D Aber he, ich hol mir eben soviel Spiele wie es geht da als Datenträger und weiß, daß es wieder besser wird. Da müß ma halt durch!

        Liebe geht raus für alle, die Spieleboxen lieben, mit physischen Datenträgern, Handbüchern, Karten und dem guten Gefühl, daß ich mir das ins Regal stellen kann. Weil es mir gehört.
        Ich habe schon vor langer Zeit festgestellt, dass man bei digitalen Spielen nicht der Besitzer ist, sondern nur ein vorübergehender Nutzer. Bei einem physischen Exemplar weiß ich, dass es wirklich mir gehört, ich kann Jahre später darauf zurückkommen und niemand wird es mir wegnehmen.
      • Von Schalkmund Nerd
        Naja, auf dem PC ist Retail eh fast tot und der Gebrauchtspielemarkt ist komplett tot seit über 20 Jahren, von daher geht's da nicht anders als digital. PC Spiele hole ich mir in Key-Shops, Bundles u. Steam-Sales.

        Auf der Konsole läufts genau umgekehrt da kaufe super selten mal ein Spiel im PS-Store wenn es einen Deal gibt, ansonsten halt die "gebrauchte" physische Variante bei ebay.

        Zum Release kaufe ich i.d.R. gar nicht mehr. Lieber ein halbes bis ein Jahr später für 20 - 30€ als am Tag 1. für 70 - 80€.
      • Von Gast1754039402 Mitglied
        Zitat von s3dr1ck
        Ich würde mir eigentlich auch "echte" Kopien von PS-Spielen bestellen, wenn man dann nicht jedes Mal die Disc wechseln müsste. Das ist einfach überhaupt nicht zeitgemäß und aus meiner Sicht auch technisch überhaupt nicht notwendig.
        Ich denke, da wird es auch keine praktikable Lösung geben. Entweder digital oder physisch.
        Wenn es eine Lösung gäbe, dann hätten wir sie mit Sicherheit schon. Dass aber der Erwerb einer physischen Version gleichzeitig die digitale Lizenz enthält, ist, wie du weiter unten schreibst…also wie will man da aus Sicht des Lizenzgebers noch etwas nachvollziehen? Das wird nicht gehen.
        Doch mal kurz aufzustehen, um eine Disk zu wechseln, ist zumindest für mich kein Problem. Ich muss glaube ich öfters aufstehen, um aufs Klo zu gehen. Da krieg ich das andere auch noch hin. ;)

        Aber es ist eben völlig richtig, dass der Besitz eines physischen Datenträgers mir die Nutzung der darauf befindlichen Software auch nicht ewig garantiert.
        Patches, eventuelle online Anbindung, Serverabschaltungen und so weiter.
        Und was ist, wenn der physische Datenträger beschädigt wird oder sonstig unbrauchbar ist? Da gibt mir auch niemand eine Garantie und Ersatz dafür wäre auch nur wieder gegen Neuerwerb zu machen.
        So oder so sind wir schon immer nur Lizenznehmer, das war noch nie anders. Und ich glaube, das wird sich auch niemals ändern.
        Jeder scrollt möglichst schnell durch AGB und EULA, aber niemand liest wirklich, was da steht und mit was er sich alles einverstanden erklärt.
      Direkt zum Diskussionsende
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