Fans, die Filme finanzieren. Regisseure, die für Projekte sammeln gehen. Das Thema Crowdfunding wird für Filmemacher immer wichtiger, offenbart aber auch negative Seiten.
Der Zuspruch der Fans war immens hoch – ist da nicht der Gedanke naheliegend, dass man in Richtung Stromberg noch weitermacht?
Begleitend zum Film haben wir jetzt noch ein Hörbuch gemacht. Arbeit macht Arbeit – Tipps für den Büroalltag heißt es. Dann haben wir ein paar tolle Merchandising-Artikel, beispielsweise einen Locher, den sogenannten Arschlocher. Wir haben viele Ideen, aber dann ist es auch wirklich gut irgendwann. Das Ganze sollte und soll sich auch nicht so verselbstständigen. Es hat nie irgendjemand geschrieben oder gesagt: "Nicht schon wieder, ich kann den nicht mehr sehen!" Sondern es war immer so, dass Feuilleton und Revolverblätter immer einer Meinung waren, wie geil es sei, dass Stromberg wieder da ist. Wir haben vieles richtig gemacht, und das würde ich gerne weiter so halten.
Die Figur Stromberg ist eng mit dem Menschen Christoph Maria Herbst verbunden, nervt der Stromberg irgendwann auch mal?
Er hat mir schon mehr Türen geöffnet als verschlossen und natürlich ist Fluch und Segen immer ein Thema – bei Serien überhaupt. Ich sage ganz unumwunden – und mir wächst dabei auch keine Nase –, dass der Segen überwiegt. Ich werde auf der Straße eigentlich nur von Betrunkenen als Stromberg angesprochen, die Normaldenkenden haben längst verstanden, dass dahinter jemand anderes steckt. In der Anfangsphase war das nicht so, da wurden mir mal Prügel angeboten, die ich natürlich dankend abgelehnt habe. Aber Stromberg hat sich nie angebiedert, ist nie populistisch geworden, hat dem Volk nie zu sehr aufs Maul geschaut, ist nie in die Breite gegangen, was man ja auch an den Quoten sieht. Wir haben mehr Fans als Zuschauer. Das ist schon sehr speziell. Viele können Stromberg nicht ertragen, weil sie sagen: "Ich find den Typen eklig, mach aus!" Andere sagen "Äh, das hab ich täglich im Büro, schalt um!" und drücken dann lieber eskapistisch auf irgendeinen anderen Knopf der Fernbedienung und gucken sich eine Schmonzette an. Das, sag ich ganz wertfrei, ist alles in Ordnung und ich freue mich natürlich über jeden, der unseren Humor versteht und diese Metaebene irgendwie begreift.
Wie würden Sie Stromberg eigentlich charakterisieren? Als Antiheld, Kotzbrocken oder ganz einfach als einer von uns?
Alles drei. Er ist für mich in der Serie immer der tragikomische Antiheld gewesen. Im Film erleben wir ihn auf einmal als Held der Arbeit, dabei hat man ihn nie arbeiten gesehen, das ist auch ein Spagat, den man beim Stromberg hinkriegt. Natürlich hat er ganz kotzbrockige Anteile. Ich habe mich aber bemüht, ihn nicht nur als Kotzbrocken zu spielen und ihm eher einen gewissen Charme zu geben, ihn mit einem Lächeln auszustatten. Dann wirken diese schlimmen Sätze, die er vom Stapel lässt, noch spitzer.
