Fans, die Filme finanzieren. Regisseure, die für Projekte sammeln gehen. Das Thema Crowdfunding wird für Filmemacher immer wichtiger, offenbart aber auch negative Seiten.
Deutschland: Budgetziel errreicht
Das in Deutschland derzeit bekannteste durch Crowdfunding verwirklichte Projekt ist Stromberg – Der Film (Filmkritik und Interview siehe Seite 24). Da die gleichnamige TV-Serie von Anfang an auf die Unterstützung ihrer Zuschauer angewiesen war, konnte auch ein Kinofilm erst über eine breite Fanbeteiligung realisiert werden. Das Konzept sah dabei so aus, dass sich alle Stromberg-Liebhaber über die Plattform www.myspass.de an der Finanzierung des Films beteiligen konnten, indem sie Anteile an insgesamt einer Million Euro im Sinne eines Investments kaufen konnten. Die Fans erreichten das Budgetziel binnen nur einer Woche und ermöglichten so nicht nur die Produktion des Films, sondern konnten zudem auch eine Beteiligung an den Erlösen der Kinoauswertung erwerben.
Erfolgreiches US-Funding
Das in den USA derzeit bekannteste Crowdfuding-Projekt ist sicherlich der Film Veronica Mars. Im Frühjahr des letzten Jahres rief der Regisseur, Drehbuchautor und Schöpfer der gleichnamigen TV-Serie, Rob Thomas, gemeinsam mit der Hauptdarstellerin Kristen Bell über das Portal kickstarter.com alle Veronica Mars-Fans dazu auf, an der Finanzierung des geplanten Kinofilms mitzuwirken. Durch den großen Zuspruch konnte das Ziel-Budget von 2 Millionen US-Dollar nach nur wenigen Stunden (!) erreicht werden – insgesamt kamen sogar über 5,7 Millionen US-Dollar und damit mehr als das Doppelte der erhofften Summe zusammen. Noch kein Filmprojekt der Kickstarter-Historie konnte einen solchen Betrag erreichen. Diejenigen Fans, die sich am Crowdfunding beteiligten, konnten sich zudem – je nach Höhe des Spendenbetrags – verschiedene Belohnungen wie z. B. Kopien des Skripts, T-Shirts, Setbesuche oder sogar eine Sprechrolle sichern. Die Dreharbeiten begannen Mitte Juni 2013 und der Film wird bereits im März dieses Jahres in die US-Kinos kommen.
