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Fans, die Filme finanzieren. Regisseure, die für Projekte sammeln gehen. Das Thema Crowdfunding wird für Filmemacher immer wichtiger, offenbart aber auch negative Seiten.

Schmu mit den Fans
Kohle her! - Teil 2
Doch es gibt auch eine dunkle Seite beim Thema Crowdfunding: Schon Iron Sky-Regisseur Timo Vuorensola äußerte frühzeitig die Befürchtung, große Studios könnten diese Finanzierungsmethode zukünftig ausnutzen – und so den "kleinen" Filmemachern schaden. Denn wenn der Fan zukünftig Filme (oder Teile davon) zu finanzieren bereit wäre, warum dann noch selbst die großen Summen locker machen? Schon hört man, bei Zach Braffs Projekt sei nicht immer alles mit rechten Dingen zugegangen: Es wurde bekannt, dass Braff für sein kommendes Projekt zusätzlich einige Millionen US-Dollar von einem Filmunternehmen bekam. Ihm zufolge handelte es sich dabei angeblich nur um einen Kredit zur Sicherung der Finanzierung, bis die Einnahmen aus dem Auslandsvertrieb eintrudeln.

Auch im Fall von Veronica Mars hatten offenbar Dritte ein Wörtchen mitzureden, denn Warner Bros. hält die Rechte an der Serie. Serienautor Rob Thomas versuchte in den vergangenen Jahren vergeblich, die Verantwortlichen des Studios für eine Filmfortsetzung zu gewinnen. Erst nachdem die Fans großzügig spendeten, zeigte Warner Bros. Interesse und übernahm den Vertrieb. Ein weiteres Beispiel für ein falsches Spiel mit den Fans scheint der neue Film von Spike Lee zu liefern, der momentan unter dem Arbeitstitel Da Sweet Blood of Jesus läuft. Zur Finanzierung initiierte Lee eine Spendenaktion im Internet, zu der sein Freund und Kollege Steve Soderbergh prompt eine Finanzspritze von 10.000 US-Dollar dazugab. Zuvor hatte Lee dem Geldgeber mit dem höchsten Betrag ein gemeinsames Dinner versprochen. In den Genuss des Abendessens kam nun Kollege Soderbergh. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Als Ergebnis solcher Beispiele gibt es mittlerweile viele Leute, die der Meinung sind, Hollywood beute die Fans über Plattformen wie Kickstarter und Co. nur aus. Sehr kritisch wird dabei der Frage nachgegangen, ob bekannte Schauspieler überhaupt Crowdfunding betreiben sollten und ob die Spenden der Fans bei solchen Projekten nicht vielleicht sogar in den Taschen der großen Studios landen. Clerks-Regisseur Kevin Smith positionierte sich deutlich, als er davon sprach, dass er dank seines Namens genug andere Möglichkeiten der Finanzierung habe und Crowdfunding denen, die es wirklich benötigten, vorbehalten sein sollte.

Zukunftsaussicht: Spannend

Ein weiterer Aspekt: Meist liest man nur vom Erfolg der Crowdfunding-Dienste. Doch die Wahrheit sieht anders aus. So fanden gewiefte Fans heraus, dass auf einem Crowdfunding-Portal im HTML-Code unzureichend finanzierter Projekte ein kleiner Code-Schnipsel zu finden ist, der erfolgreichen Projekten fehlt. Dadurch werden Erstere nicht in den Index der gängigen Suchmaschinen aufgenommen und unter den Tisch gekehrt – also gezielt versteckt. Tatsächlich erreichen mit 40 Prozent der Projekte weniger als die Hälfte aller Kampagnen auf Kickstarter ihr Ziel.

Dennoch bleibt Crowdfunding vor allem ein geeignetes Modell für die vermeintlich kleinen Filmemacher, Künstler oder Musiker von nebenan, für Schulklassen, Blogger und Videospielentwickler, die gute Ideen­ haben, aber kein Geld, sie zu finanzieren. Und so sollte es auch bleiben! Fans, die sich an solchen Finanzierungen beteiligen, sollten aber nicht vergessen, dass im schlimmsten Fall ein Totalverlust ihres Beitrags droht. Man sollte sich also genau überlegen, in welche Projekte man sein Kapital investiert. Der Blick auf die Entwicklung des Crowdfundings bleibt jedoch auf jeden Fall spannend.

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