Fans, die Filme finanzieren. Regisseure, die für Projekte sammeln gehen. Das Thema Crowdfunding wird für Filmemacher immer wichtiger, offenbart aber auch negative Seiten.
Lustig und authentisch
Ein weiteres bekanntes Kickstarter-Projekt ist Wish I Was Here von dem Regisseur Zach Braff (Scrubs). Braff hat bereits mit Garden State (2004) sein erstes Crowdfunding-Projekt verwirklicht, dabei verfilmte er sein eigenes Drehbuch mit sich selbst und Natalie Portman in den Hauptrollen. Zwar war Garden State kein Megahit, jedoch wurde der Film für 2,5 Millionen US-Dollar gedreht und spielte in den USA immerhin das Zehnfache seiner Produktionskosten ein, zudem gewann er jede Menge Preise. Braff wurde von vielen Kritikern als Hoffnungsträger unter den ganz jungen Regisseuren ausgerufen.
Sein neuestes Crowdfunding-Projekt Wish I Was Here finanzierte er mit 3,1 Mio. Dollar im Mai 2013 erfolgreich. Für seine Regiearbeit suchte er auf Kickstarter Unterstützer, dabei war sein Bewerbungsvideo für Wish I Was Here lustig wie auch authentisch und die Story des Films schien interessant. Als Belohnung versprach er T-Shirts, DVDs, Studiobesuche sowie exklusive Sneakpreviews – mit Erfolg, denn 40.000 Unterstützer spendeten mehr als 3 Millionen US-Dollar. Wish I Was Here zählt heute als der zweiterfolgreichste Kickstarter-Film. Braffs neue Dramödie mit Darstellern wie Anna Kendrick und Kate Hudson (neben ihm selbst) soll voraussichtlich im September 2014 in die US-Kinos kommen.
Besuche am Set
In Deutschland läutete die 2004 gestartete Finanzierung des Roadmovies Hatschi Madame – sorry Monsieur, für das man durch den Kauf einer Eintrittskarte einen Platz im Abspann erwerben konnte, die Zeit der Crowdfunding-Filme ein. Größere Aufmerksamkeit wurde Crowdfunding aber erst zuteil, als der Film Hotel Desire durch Spenden von 175.000 Euro finanziert wurde. Im Jahr 2010 wurde dann die Plattform startnext.de gegründet, die hierzulande derzeit Marktführer ist. Ein bekanntes über diese Plattform finanziertes Projekt ist die Sci-Fi-Satire Iron Sky.
Der Film unter der Regie des Finnen Timo Vuorensola und mit Darstellern wie Julia Dietze, Götz Otto und Udo Kier feierte seinen Kinostart am 5. April 2012. Das Gesamtbudget des Films lag bei rund 7,5 Millionen Euro, wobei ein Anteil von 900.000 Euro durch Crowdfunding im Internet erzielt werden sollte. Zu diesem Zweck haben die Filmemacher ein Experiment begonnen: das "Crowdfunding Race". In einer Art Wettrennen auf acht internationalen Crowdfunding-Plattformen wollten sie das Budget mit ungefähr 50.000 Euro pro Plattform einfahren. Fans, die sich an der Finanzierung beteiligten, erhielten Einblicke in die Produktion und konnten sogar Anteile an der Gewinnbeteiligung erkaufen.
In Deutschland wurde der Kinofilm über Startnext beworben. Er erreichte sein Ziel hierzulande zwar nicht, konnte aber dennoch verwirklicht werden. Ebenfalls auf startnext.de lief die Crowdfunding-Kampagne zu Jakob M. Erwas (Heile Welt) Filmprojekt Homesick. Es wurde von insgesamt 159 Investoren unterstützt, wobei das Ziel von 11.111 Euro noch überschritten wurde. Der Dreh war für den Zeitraum von 19. November bis 14. Dezember 2013 geplant, die Veröffentlichung des Films steht für Frühsommer 2014 an. Alle Unterstützer werden bis dato mit exklusiven Einblicken hinter die Kulissen des Films belohnt und vom Filmteam mit persönlichen Eindrücken während des Drehs und der Postproduktion auf dem Laufenden gehalten.
