Fans, die Filme finanzieren. Regisseure, die für Projekte sammeln gehen. Das Thema Crowdfunding wird für Filmemacher immer wichtiger, offenbart aber auch negative Seiten.
// INTERVIEW mit Christoph Maria Herbst
Nach zehn Jahren heißt es Abschied nehmen von Bernd Stromberg – zumindest wenn es nach Christoph Maria Herbst geht.
Wir trafen uns exklusiv mit dem facettenreichen Darsteller des berühmtesten Versicherungsfuzzis Deutschlands und sprachen über den Stromberg-Kinofilm, die Rolle des Stromberg und die Zukunft der Figur.
Herr Herbst, Sie haben einmal gesagt, dass Sie die Rolle des Stromberg nicht zu lang spielen wollen, um ihn nicht vollständig auszumelken. Ist es schwer, Bernd Stromberg loszulassen?
Ja total. Am letzten Drehtag haben wir alle geweint wie die Schlosshunde, weil ja letztendlich auch eine lange Beziehung zu Ende geht. Das sind zehn Jahre, in denen wir uns mit diesen Figuren beschäftigt haben, und das gibt man nicht so leichtfertig auf. Das war eine super Zeit. Wir haben – wie ich finde – fünf gleichbleibend gute Staffeln mit kleinen Ausschlägen nach oben und unten gedreht. An deren Ende steht jetzt ein Kinofilm, der vom Fan gewünscht wurde. Gleichzeitig ist es der best- und charmantest-denkbare Abschluss, den man haben kann: einen Film auf die Leinwand zu hieven, der auf dem von uns vorbereiteten Topf als genau der richtige Deckel passt. Ich glaube, danach kann nichts mehr kommen, also ich wüsste nicht, was.
Aber einen Stromberg in dem Umfeld, in das er am Ende wechselt, könnte man sich ja auch ganz gut vorstellen …
Ja, es liegt schon so sehr nahe, dass man so etwas denken könnte. Ich finde es jetzt erst einmal toll, wenn die Kopfkino-Monitore und -Projektoren in den Köpfen der Leute anfangen zu rattern. Sie sollen mit einem Lächeln aus den Kino gehen, "Lass das mal den Papa machen" singen und überlegen, wie so eine Karriere aussehen könnte oder ob man eigentlich tatsächlich nur als Stromberg eine solche Karriere machen kann. Die charakterliche Disposition und die passenden Eigenschaften bringt er ja mit. Er ist redegewandt – irgendwann hat mal jemand in der Serie zu ihm gesagt, er könne sogar dem Papst ein Doppelbett verkaufen –, er ist nicht komplett charismabefreit, er hat kein Fachwissen … das sind super Voraussetzungen.
