Die Akte Half-Life 2 - März, Juli 2004

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Geheimbericht Half-Life 2.
Quelle: Valve

Während die Welt auf Half-Life 2 wartete, ahnten wenige, welche Dramen sich bei Valve abspielten. Ein Blick hinter die Kulissen. Der nachfolgende Bericht stammt aus der PC Games 02/05. Anlässlich des zehnjährigen Jubliläums von Half-Life 2 hat sich die Redaktion für eine Neuveröffentlichung des Artikels in der ursprünglichen Originalfassung entschieden.

März 2004: Alles wird gut

Die Sache mit dem Hacker wäre also erledigt. Doch es gibt noch eine andere Angelegenheit, die Newells Aufmerksamkeit bedarf: Half-Life 2. Würde das Spiel Spaß machen? Würde es gar ein Meisterwerk werden? Im März spielen die Entwickler eine Alpha-Testversion durch und bemerken Veränderungen: Das Spiel startet nicht mehr auf dem Borealis-Schiff, sondern in City 17. Die Jagd mit dem Jetski ist endlich vernünftig steuerbar. Aber die größte Änderungen betrifft die Gravity Gun, die schon sehr früh im Spiel zugänglich wird, statt, wie ursprünglich geplant, zum Ende hin.

Newell findet das Spiel gut, sehr gut sogar. Doch er ist sich unschlüssig, ob der Rest genauso denkt. Er kennt sich selber als negative Person, die Schwarzmalerei mit Perfektion betreibt. Er will Klarheit und ruft das Team herbei. Alle sollen der Reihe nach ihre Meinung kundtun und alle finden sie es der Reihe nach großartig. Am Ende ist Newell davon überzeugt, dass es keine weitere Verspätung geben muss. Licht am Ende des Tunnels! Half-Life 2 ist zwar noch nicht fertig, denn der Beta-Test steht noch aus, doch Newell weiß, dass die schwierigsten Entwicklungsphasen abgeschlossen sind.

Juli 2004: Nachwehen

Newell ist hin und her gerissen. Einerseits ist da Freude und Aufregung, weil nur noch 1.000 Bugs Half-Life 2 von der Fertigstellung trennen. Aber andererseits macht er sich auch Sorgen um sein Team. "Die Leute sind völlig ausgepowered", stellt er fest, als er durch die Lobby läuft. Er fügt hinzu: "Manche erholen sich nie." Er betritt sein Büro und schließt die Tür schnell hinter sich. Er möchte allein sein, Lösungen finden für die Probleme. Es gibt noch eine Sache, die ihn nachts nicht ruhig schlafen lässt: das Gerichtsverfahren mit Publisher Vivendi Universal. Ende 2002 verklagte Valve den Publisher mit der Begründung, Vivendi verkaufe weltweit illegal Counter-Strike-Lizenzen in Internet-Cafés.

Später verklagte Vivendi Gabe Newell und den leitenden Geschäftsführer bei Valve, Scott Lynch, mit der Begründung, die beiden hätten gedroht, die Entwicklung von Half-Life 2 absichtlich zu verzögern, sollte Vivendi nicht ein paar Millionen US-Dollar zahlen. Es gibt noch eine Klage und die betrifft Steam. Vivendi ist der Meinung, dass Steam den Publisher in seinen Rechten einschränke, das Spiel zu vertreiben. Zu diesen Fällen existieren tausende von Seiten, die prall gefüllt sind mit Anschuldigungen, Gegendarstellungen, Vernehmungen. Sieben Anwälte, von Valve beauftragt, sind jeden Tag mit dem Verfahren beschäftigt. Newell zahlt Millionen an Anwaltsgebühren. Doch es ist nicht das Geld, das ihm am meisten Sorgen macht, sondern die Frage, ob Vivendi die Veröffentlichung von Half-Life 2 hinauszögert, wenn es fertig ist. "Die haben uns gedroht, Half-Life 2 für sechs Monate zurückzuhalten", sagt Newell.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Die Akte Half-Life 2 - Ein Blick hinter die Kulissen
  2. Seite 2 Die Akte Half-Life 2 - Juni, August 1999
  3. Seite 3 Die Akte Half-Life 2 - Mai, August 2001
  4. Seite 4 Die Akte Half-Life 2 - März, Juli, September 2002
  5. Seite 5 Die Akte Half-Life 2 - Februar, April, Mai 2003
  6. Seite 6 Die Akte Half-Life 2 - Juli, September 2003
  7. Seite 7 Die Akte Half-Life 2 - Oktober 2003
  8. Seite 8 Die Akte Half-Life 2 - Februar 2004
  9. Seite 9 Die Akte Half-Life 2 - März, Juli 2004
  10. Seite 10 Die Akte Half-Life 2 - September, Oktober 2004
  11. Seite 11 Die Akte Half-Life 2 - Leserkommentare
    • Kommentare (11)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MichaelG Mitglied
        Was bitte schön hat das mit Bild-Niveau zu tun. Schon mal das TV verfolgt zu dem Thema ? Und wie bei uns mit solchen Typen umgegangen wird ist doch auch nichts neues. Das ist viel zu lax.
      • Von MichaelG Mitglied
        Was bitte schön hat das mit Bild-Niveau zu tun. Schon mal das TV verfolgt zu dem Thema ? Und wie bei uns mit solchen Typen umgegangen wird ist doch auch nichts neues. Das ist viel zu lax.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Den Leipziger Sprayern in Singapur drohen ja auch Stockschläge und Schadenersatz. Das wegen Sachbeschädigung. Täter werden in Deutschland noch zu oft nur mit Samthandschuhen angefaßt. Da wäre bei einigen ein rauheres Klima/Umgang gar nicht so schlecht.
        noch so früh am morgen und schon bild-niveau... :-S
      • Von MichaelG Mitglied
        Naja Viren würde ich jetzt nicht gerade als Lappalie ansehen. Ebenso wenig wie hacken von Firmennetzwerken und Veröffentlichungen von streng vertraulichen Firmeninternas.

        Ob das allerdings ausreichend wäre daß das FBI einen deutschen Staatsbürger verhaftet ist eine zweite Frage. Aber ich fände das nur gerecht.

        Den Leipziger Sprayern in Singapur drohen ja auch Stockschläge und Schadenersatz. Das wegen Sachbeschädigung. Täter werden in Deutschland noch zu oft nur mit Samthandschuhen angefaßt. Da wäre bei einigen ein rauheres Klima/Umgang gar nicht so schlecht.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Ich fand Nevells Idee richtig gut. Einer der Viren programmiert, Firmen hackt und interne Dokumente und Software veröffentlicht hätte noch viel härter getroffen werden müssen. Ich hätte dem Typen gewünscht, daß er nach der Landung gleich vom FBI einkassiert wird.
        ein deutscher, der unter falschem vorwand in die usa gelockt wird und dort im knast landet.
        das wär ein fall für die diplomaten geworden. ich bezweifele, dass das fbi sich das wegen einer solchen letztendlich lappalie angetan hätte.
      • Von MichaelG Mitglied
        Zitat von P3r0
        Das er Axel G. reinlegen wollte mit dem Jobangebot finde ich sehr schade. Ich meine, ich weiß was er ihm angetan hatte, aber an dieser Stelle hätte ich mir ein "happy end" gewünscht. :3
        Doch die Realität sieht natürlich anders aus.

        Ich frag mich was er heute macht?
        Ich fand Nevells Idee richtig gut. Einer der Viren programmiert, Firmen hackt und interne Dokumente und Software veröffentlicht hätte noch viel härter getroffen werden müssen. Ich hätte dem Typen gewünscht, daß er nach der Landung gleich vom FBI einkassiert wird.

        Was das "altern" betrifft so betrifft das eigentlich von der Grafik gesehen fast alle Games der damaligen Zeit. Man holte damals das raus, was machbar und auf vielen PC umsetzbar war. Da limitierten sowohl die Fähigkeiten der Grafikengines wie auch die Hardware die Möglichkeiten. Die heutigen grafischen Highend-Games sehen auch in 10 Jahren noch relativ gut aus, weil sie grafisch realitätsnäher sind. Aber auch diese werden trotzdem spielerisch wie auch grafisch Staub ansetzen. Die Entwicklung geht halt immer weiter.
      Direkt zum Diskussionsende
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