Die Akte Half-Life 2 - Februar 2004
Während die Welt auf Half-Life 2 wartete, ahnten wenige, welche Dramen sich bei Valve abspielten. Ein Blick hinter die Kulissen. Der nachfolgende Bericht stammt aus der PC Games 02/05. Anlässlich des zehnjährigen Jubliläums von Half-Life 2 hat sich die Redaktion für eine Neuveröffentlichung des Artikels in der ursprünglichen Originalfassung entschieden.
Februar 2004: Traumjob
Es ist der 15. Februar, genau 18 Minuten nach sechs Uhr, als Newells E-Mail-Postfach blinkt. Die Betreffzeile der eingetroffenen Nachricht ist leer, bei Absender steht dick und fett "Da Guy". Die E-Mail beginnt mit der Begrüßung "Hello, Gabe". Und dann gibt sich der Autor als eben jener Hacker zu erkennen, der ins Netzwerk von Valve eingebrochen ist. Um genau zu sein, schreibt Da Guy, sei er ungefähr sechs Monate im Netzwerk gewesen, um die Entwicklung des Spiels täglich zu verfolgen. Er behauptet auch, nie die Absicht gehabt zu haben, Valve mit seinen Aktionen zu schaden. Er wollte nur ein bisschen zusehen bei der Entwicklung, weil er so ein großer Fan des Originals sei. Am Ende spricht er seine Anerkennung aus, die er Gabe und dem Team für ihre tüchtige Arbeit entgegenbringe.
Zuerst weiß Newell nicht, ob er es mit einer ernst gemeinten Entschuldigung zu tun hat oder ob es sich nur um einen ganz und gar unwitzigen Witz handelt. Doch der Hacker hängt zwei Daten an die E-Mail an, die seine Identität bestätigen. Darunter ein Word-Dokument, das Valves Pläne zur E3 beschreibt und nie für die Öffentlichkeit zugänglich war. Mehr Beweise braucht Newell nicht und seine erste Reaktion ist, mit der Brechstange bewaffnet ins Flugzeug zu steigen, um Da Guy einen Besuch abzustatten. Zwei Tage später ist Newells Aggression abgeflacht, an ihrer Stelle: Cleverness. 20 Minuten vor sechs Uhr abends beantwortet er die
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E-Mail im sachlichen Ton: "Muss jetzt nach Hause, meine Kinder haben Hunger. Ich bring ihnen ein Hühnchen mit. Schön übrigens, dass du dich zu erkennen gibst, aber warum machst du das alles?"
Die E-Mail-Konversation läuft mehrere Tage lang. "Der Typ", erklärt Newell, "legt die typische Hacker-Mentalität an den Tag. Er sagt: ‚Wenn es möglich ist, dass ich bei euch einbreche, dann verdient ihr es nicht besser.'" Newell spielt sein Spiel. Er sagt, dass er es beeindruckend fände, dass jemand dazu fähig ist. Er fände es sogar dermaßen beeindruckend, dass er ihn gerne als Sicherheitsberater bei Valve anstellen wollte, um zukünftige Angriffe zu verhindern. Da Guy ist außer sich vor Freude: Newell bietet ihm doch tatsächlich einen Job im Valve-Hauptquartier an, in Bellevue, Washington! Der E-Mail-Austausch geht weiter. Newell erfährt, dass Da Guy mit richtigem Namen Axel G. heißt, 21 Jahre alt ist und in Baden-Württemberg lebt. Während sich Axel G. auf sein Vorstellungsgespräch vorbereitet, fragt er Newell, ob er auch seinen Papa und seinen Bruder mitbringen könne.
Newell sagt, das wäre kein Problem, er würde alle mit Vergnügen
Quelle: PCG
Balancehölle. In Ravenholm spielten die Entwickler mit der Physik-Engine herum.
durchs Firmengebäude führen. Doch Newell blufft. Es würde kein Vorstellungsgespräch geben, sondern eine Verhaftung, sobald Axel G. aus dem Flugzeug in Seattle aussteigt. Auf der Landebahn würde bereits das FBI warten. Doch der Plan ändert sich in letzter Minute, denn die Polizei in Deutschland bekommt Wind davon. Der deutschen Regierung gefällt die Idee nicht, einen Verbrecher nach Amerika zu locken, um ihn dort festnehmen zu lassen. Sie möchten sich eigenhändig um die Verhaftung kümmern und tun das schließlich auch. Axel G. muss nicht nur seinen Diebstahl bei Valve verantworten, sondern auch die Programmierung diverser Viren, darunter die des Phatbot-Wurms.
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Ob das allerdings ausreichend wäre daß das FBI einen deutschen Staatsbürger verhaftet ist eine zweite Frage. Aber ich fände das nur gerecht.
Den Leipziger Sprayern in Singapur drohen ja auch Stockschläge und Schadenersatz. Das wegen Sachbeschädigung. Täter werden in Deutschland noch zu oft nur mit Samthandschuhen angefaßt. Da wäre bei einigen ein rauheres Klima/Umgang gar nicht so schlecht.
das wär ein fall für die diplomaten geworden. ich bezweifele, dass das fbi sich das wegen einer solchen letztendlich lappalie angetan hätte.
Doch die Realität sieht natürlich anders aus.
Ich frag mich was er heute macht?
Was das "altern" betrifft so betrifft das eigentlich von der Grafik gesehen fast alle Games der damaligen Zeit. Man holte damals das raus, was machbar und auf vielen PC umsetzbar war. Da limitierten sowohl die Fähigkeiten der Grafikengines wie auch die Hardware die Möglichkeiten. Die heutigen grafischen Highend-Games sehen auch in 10 Jahren noch relativ gut aus, weil sie grafisch realitätsnäher sind. Aber auch diese werden trotzdem spielerisch wie auch grafisch Staub ansetzen. Die Entwicklung geht halt immer weiter.