The Witcher 2 im Test: Die negativen Aspekte, Fazit und Wertung
The Witcher 2 im Test! Episch, erwachsen und nichtlinear - so hat CD Projekt sein Rollenspiel beworben. Im Test zeigt sich: Auch wenn nicht alles perfekt ist, lösen die Entwickler ihre Versprechen ein!
CONTRA: Die negativen Aspekte
Das Kampfsystem: Viele Stärken, aber auch deutliche Mängel
Das klicklastige Kampfsystem des Vorgängers hat ausgedient, die Gefechte in The Witcher 2 sind actionreicher, aber auch taktischer. Diesmal steuert man den Helden nämlich wie in einem Action-Adventure aus der Schulterperspektive, die Tasten W, A, S und D geben die Laufrichtung vor. Auch die verschiedenen Kampfstile des Vorgängers gibt es nicht mehr. Ein linker Mausklick löst nun leichte Schwerthiebe aus, der rechte Mausklick ist für schwere Attacken vorgesehen. Mit der E-Taste blockt man Schläge ab, aus dieser Haltung lässt sich auch ein starker Gegenangriff starten, insofern man Geralt entsprechend geskillt hat.
Auch wenn die Kämpfe erst mal an ein Actionspiel erinnern, reagiert die Steuerung dafür etwas zu ungenau. Selbst geübten Spielern kann es anfangs schwer fallen, effektive Schlagserien aneinanderzureihen. Nach einer Weile geht das System zwar recht gut von der Hand, zumindest wenn man gegen einzelne Feinde antritt, doch in Gruppenkämpfen wird's schnell chaotisch. Das Spiel versieht den Gegner, der Geralt am nächsten steht, nämlich automatisch mit einer Markierung. Geralt richtet sich dann an diesem Feind aus, hechtet auch mal wild auf ihn zu - und da diese automatische Erfassung nicht immer perfekt arbeitet, greift Geralt hin und wieder das falsche Ziel an. Gerade in Massenkämpfen helfen da nur noch Seitwärtsrollen, mit denen sich der Held aus der Gefahrenzone bringt - für unseren Geschmack wird in The Witcher 2 einfach zu viel gerollt. Das Kampfsystem ist daher - trotz guter und wichtiger Neuerungen - einer der Gründe, weshalb die Wertung ein wenig unter den hohen Erwartungen bleibt.
Besser gefällt uns da schon das Magiesystem: Sobald man die Strg-Taste gedrückt hält, öffnet sich ein Kreismenü, während das Geschehen in Zeitlupe dargestellt wird. Hier kann Geralt eines seiner fünf Hexerzeichen auswählen, das im Kampf mit der Q-Taste aktiviert wird. Die magischen Druckwellen, Schutzschilde und Verwirrungszauber sind deutlich mächtiger und wichtiger als im Vorgängerspiel und fügen sich gut in die schick animierten Gefechte ein.
Mäßiger dritter Akt
Auch wenn die Story ein klares Highlight von The Witcher 2 ist: Die letzten Spielstunden hätten wesentlich packender und spannender ausfallen können. Denn hier durchstreift man nur ein vergleichsweise eingeschränktes Spielgebiet, in dem man all die hübsch verzweigten Quests der vorherigen Kapitel vermisst. NPCs folgen dort auch keinen glaubhaften Tagesabläufen mehr, sie stehen einfach nur am Straßenrand und warten darauf, angeklickt zu werden - im Grunde so, wie man es aus Dragon Age kennt. Zwar gibt's auch einen zünftigen Bosskampf und wichtige Dialogentscheidungen, doch das tröstet nicht ganz darüber hinweg, dass die Inszenierung nicht mehr an die des Prologs und des ersten Kapitels erreicht. Auch wenn der Spieler hier weitreichende Entscheidungen treffen kann kann, lässt das Spiel gegen Ende spannende Cutscenes und Dramatik vermissen.
Die Steuerung: Viele Schwächen im Detail
Schon lange hat CD Projekt durchblicken lassen, dass The Witcher 2 auch für Konsolen erscheinen wird. Das merkt man der PC-Version an. Vor allem in Menüs wie dem Inventar oder bei Händlern vermisst man erklärende Tooltips, auch wenn der Releasepatch hier schon spürbare Verbesserungen gebracht hat, so dass man nach einer Weile darüber hinwegsehen kann. Was uns immer noch nicht gefällt: Geralt kann nur an fest vorgegebenen Orten klettern oder springen, das fühlt sich etwas unnatürlich an. Ähnliches gilt für die spannend inszenierten Schleichsequenzen: Wann Geralt sich hier an eine Wand drückt und wann er seine Deckung verlässt, das ist oft nur schwer nachzuvollziehen. Auch zwei der drei Minispiele erfordern Eingewöhnungszeit, allen voran das Würfelpoker-Spiel mit seiner übersensiblen Steuerung. Natürlich: All diese Schwächen wiegen nicht so schwer, dass sie den Spielspaß drastisch schmälern, doch sie hinterlassen einen unnötigen und "konsoligen" Beigeschmack. Wer mag, kann The Witcher 2 übrigens auch mit einem Gamepad spielen - die Maus-und-Tastatur-Variante halten wir aber für wesentlich besser umgesetzt.
Quelle: PC Games
Die deutsche Fassung geht in Ordnung - auch wenn Geralt längst nicht so gut klingt wie in der englischen Version.
Bugs
Wir haben The Witcher 2 in der Goldmaster-Version ohne Releasepatch getestet. Der Patch, den jeder Spieler beim ersten Aktivieren automatisch herunterlädt, beseitigt nicht nur einige Bugs, sondern verbessert auch kleine Details in der Bedienung. .
Update: Der Releasepatch beseitigt zwar einige Absturzursachen und KI-Fehler, bügelt aber nicht alle Mängel aus - immer noch klagen einige Spieler über Fehler. Trotzdem ist The Witcher 2 kein Bug-Debakel und auch längst nicht so fehlerbehaftet wie etwa der erste Teil - wir konnten das Spiel im Test relativ sorgenfrei durchspielen. Es waren aber vor allem diese drei Punkte, die uns im Test gestört haben und die auch nach dem Releasepatch noch auftreten können..
- Abstürze: Unsere Testversion (entspricht der Verkaufsfassung ohne Patch) stürzte hin und wieder ab. Auch mit Patch können noch Abstürze auftreten, auch wenn sie schon seltener geworden sind.
- KI-Bugs: Selten blieb ein NPC einfach stehen, anstatt wie von der Quest gefordert zu einem Zielpunkt zu laufen. Hier mussten wir einen Checkpoint laden, da sich die Quests sonst nicht beenden ließ. Manche Feinde reagierten auch nur träge oder gleich gar nicht auf Angriffe - das ist zwar blöd, aber nicht kriegsentscheidend.
- Streaming-Fehler: In überraschend vielen Szenen luden Texturen nur verzögert nach, so dass eine Cutscene beispielsweise mit matschigen Gesichtern einsetzte und erst nach ein bis zwei Sekunden schärfere Texturen einblendete. Natürlich, das ist ein rein kosmetisches Problem, das aber der trotzdem Atmosphäre schadet. Beim ersten Anspielen mit dem Releasepatch zeigt sich, dass das Problem immer noch nicht aus der Welt geschafft ist.
Kaum Hilfestellungen für Einsteiger
Zwar würden wir deshalb niemals Wertungspunkte abziehen, doch erwähnen muss man es trotzdem: Wer das erste The Witcher nicht ausführlich gespielt hat, der wird im zweiten Teil erst mal nur Bahnhof verstehen. Zwar gibt's ein spieleigenes Glossar, in dem sich viele Details nachlesen lassen, doch das macht auf Dauer auch nicht glücklich - hier hätte man vielleicht ein Video mitliefern sollen, das die Geschichte des ersten Teils gut zusammenfasst. Oder einen interaktiven Atlas, der dem Spieler vor Augen führt, welche Länder von welchem König regiert werden und warum das für die Geschichte so ungemein wichtig ist. The Witcher 2 ist nunmal eine echte Fortsetzung - wir empfehlen daher, zumindest den ersten Teil zu spielen.
INFO: Ein Spiel für Erwachsene
Lassen Sie sich von der Altersfreigabe ab 16 Jahren nicht täuschen: The Witcher 2 ist ein hartes Spiel, das sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Update: In unseren ersten beiden Testversionen kam es während der Kämpfe noch nicht vor, dass Geralt seinen Gegnern Gliedmaßen abschlägt. Hier hat der Releasepatch offensichtlich einen Schalter umgelegt, denn mittlerweile kann es durchaus passieren, dass ein Gegner auch mal ein Ärmchen verliert! Auch Bluteffekte sind reichlich zu sehen, vor allem in den gut inszenierten Finishing Moves, aber auch in einigen Cutscenes. Die Sprache in manchen Dialogen ist zudem ziemlich derb. Und natürlich gibt's einige Sexszenen in The Witcher 2, die mehr nackte Haut zeigen, als man es etwa von Bioware-Spielen gewohnt ist. Diese Momente sind aber nie explizit oder gar pornografisch, Sittenwächter dürfen also ganz beruhigt sein. Trotzdem eine Warnung: Mehrmals behandelt die Story nicht nur ernste Themen wie Rassismus, sondern auch sexuellen Missbrauch. Natürlich ist der Spieler nie in solche Handlungen eingebunden und die Entwickler gehen auch angemessen ernst damit um, doch das heißt nicht, dass solche Inhalte für jeden Spieler leicht zu verkraften sind.

nur 200 euro da hol Ich es mir doch glatt fünft mal bei dem Spott Preis xD
Beim 3. Teil hat man das ja verbessert und deswegen ist er so grandios geworden ;-)
Beim 3. Teil hat man das ja verbessert und deswegen ist er so grandios geworden ;-)