Leaks in der Spielebranche: Am Ende gibt es keine Gewinner
Gestohlene Informationen, Erpresserbriefe von Hackern und Beschimpfungen der Community: Leaks sind ein Teil der modernen Gaming-Industrie. Aber wie beeinflussen sie die Branche und die Menschen dahinter?
Den Begriff "Leak" liest man dieser Tage gefühlt in jeder zweiten News-Meldung. Erst im September 2022 machten Rockstar Games und Grand Theft Auto 6 Schlagzeilen, als nämlich Videomaterial des noch in Produktion befindlichen Spiels im Internet auftauchten. Aber was steckt eigentlich dahinter? Das Wort "Leak" stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie "Leck" oder "undichte Stelle". In unserem Zusammenhang handelt es sich dabei um das unautorisierte Veröffentlichen von Bild-, Video- oder Tonaufnahmen. Wie aber entstehen solche "undichten Stellen"? Die Möglichkeiten reichen hier von "purer Unachtsamkeit" und "menschlichem Versagen" bis hin zu jeder Menge verbrecherischer Energie und Cyberkriminalität. Ein Hacker-Angriff, bei dem die gesicherten Daten unter Einforderung eines Lösegelds gekapert und verschlüsselt werden, ist somit ganz anders einzuordnen als ein Medienmitarbeiter, der versehentlich einen Artikel mitsamt Bildmaterial und Informationen zum falschen Zeitpunkt "scharfschaltet".
Seien es nun inoffizielle Ankündigungen von Erscheinungsterminen, bislang unveröffentlichte Screenshots oder schlicht die nächsten Gratis-Spiele von Playstation Plus: Leaks sind inzwischen allgegenwärtig und Teil der täglichen Gaming-Berichterstattung. Doch es gibt auch immer wieder Leaks, die aufhorchen lassen und zeigen, dass selbst große Publisher und Entwickler bisweilen machtlos gegen Angriffe von außen sind.
Diese Leaks sorgten für Furore
Im Jahr 2020 verschafften sich Hacker Zugriff auf die internen Server des japanischen Publishers Capcom und stahlen dabei mithilfe der Ransomware Ragnar Locker laut eigener Aussage ein Terabyte an Daten. Darunter waren neben Spielinhalten auch Unternehmensinterna wie beispielsweise Steuer- oder Buchhaltungsunterlagen.
Quelle: Rockstar Games
Der größte Leak in der Gaming-Geschichte? Im September 2022 landete umfangreiches Videomaterial zu GTA 6 im Netz. Die Hacker konnten sogar Teile des Quellcodes ergattern. Die Aufnahmen zeigen das Spiel in einem sehr frühen Entwicklungsstadium.
Die Verursacher forderten elf Millionen Dollar für das Entschlüsseln der "in Geiselhaft" befindlichen Informationen. Schlussendlich gelangen diese aber dennoch ans Licht der Öffentlichkeit, und so wurde etwa das Remake von Resident Evil 4 vorschnell angekündigt.
Ein ähnliches Vorgehen zeichnete sich beim Hack von CD Projekt RED ab. Die Macher von Cyberpunk 2077 und The Witcher 3: Wild Hunt bestätigten im Februar 2021, dass sie gehackt und dass dabei die Source Codes genannter Titel sowie der RedEngine-Grafiktechnologie entwendet wurden.
Auch hier erpressten die Verursacher den Entwickler. Als CD Projekt nicht auf die Forderungen einging, landeten die Daten in einer Auktion im Darkweb. Startpreis: eine Million US-Dollar. Die Informationen wechselten wohl später außerhalb dieser Auktion den Besitzer und wurden ebenfalls im Internet veröffentlicht.
Der wahrscheinlich größte Leak der Gaming-Geschichte geschah indes im September 2022. Dort gelangte nämlich eine Reihe von Videos über das erst im Frühjahr offiziell angekündigte Grand Theft Auto 6 in den Umlauf. Dies war insofern bemerkenswert, als sie das Spiel in einem extrem frühen Entwicklungsstadium zeigten. Rockstar Games bestätigte, dass der Leak über einen externen Netzwerkangriff einer dritten Partei erfolgt worden sei und dass die Angreifer vertrauliche Daten heruntergeladen hätten - darunter auch Teile des Quellcodes.
Bildergalerie
Zudem kündigte Rockstar an, dass sich das Projekt dadurch nicht verschieben und auch Live-Services nicht davon beeinträchtigt würden. Weiterhin stellten die GTA-Mascher Ermittlungen an, um die Schuldigen ausfindig zu machen. Wenig später wurde ein 17-jähriger Hacker im britischen Oxfordshire festgenommen, er wird als Hauptverdächtiger angesehen.
Der junge Mann plädierte auf "nicht schuldig". Allerdings war er in der Vergangenheit Teil der Hacker-Gruppe Lapsu$, die unter anderem Microsoft und Nvidia angriffen. Zum aktuellen Zeitpunkt (Anfang Dezember 2022) gibt es noch keine weiteren Informationen zum Stand der Ermittlungen.
Gegenmaßnahmen oder purer Aktionismus?
Nun stellt sich die Frage: Lassen sich Leaks im Jahr 2022 überhaupt verhindern? Die klare Antwort lautet: Nein! Das unterstreichen auch Chief Marketing Officer Daniel Goldberg und Chief Business Development Officer Shams Jorjani von Paradox Interactive im hauseigenen Podcast. Davon ausgehend, dass keine Hacker am Werk sind, begründen sie dieses Statement damit, dass im Verlauf der Entwicklung eines Spiels zu viele Menschen involviert sind. Dadurch seien Fehler vorprogrammiert.

Man weiß nicht was Abby zu Joel gesagt hat, als zur spielbaren Sequenz von Ellie gewechselt wurde, durchaus möglich das sie ihm den Grund sagte. Abby wusste nicht wie ernst gemeint die Drohung war, es hätte genauso gut eine Überreaktion von Ellie sein können als sie droht, was angesichts der Szene durchaus nachvollziehbar ist. Jemandem zu drohen ist schließlich einfach, es auch umzusetzen ist etwas ganz anderes. Man wusste in dem Moment nicht was Ellie bereits alles durchgemacht hat und das sie schon oft getötet hat. Wahrscheinlich hätte man sonst anders gehandelt. Abby wägte sich vielleicht auch in falscher Sicherheit, weil Elli eine Einzelperson war, nichts über Abby und die anderen wusste und wo sie lebten. Außerdem wollte man nur die Schuldigen bestrafen und sich nicht auf diesselbe Stufe mit Joel stellen. Wie nahe Ellie dem Opfer stand, wusste Abby noch garnicht. Man wusste lediglich das man sich kannte und im selben Dorf lebte.
Die Unterstellung dass irgendetwas Off-Screen passiert sein könnte man genauso gut die Unterstellung entgegen bringen, dass etwas nicht passiert ist. Schrödingers Katze quasi. Damit kann man nicht argumentieren, sondern nur mit den Fakten.
Ich weiß ja nicht, wie du andere Menschen wahr nimmst, aber eine Frau die bewaffnet in einen Raum tritt und überwältigt werden muss, die anschließend geifernd droht alle umzubringen, was sie auch gemacht hätte, hätte man sie nicht festgehalten, wirkt auf mich im Normalfall nicht wie jemand, den man als harmlos abtun könnte. Ellie's Emotionalität macht hinreichend klar wie sie zu Joel steht. So naiv kann Abby nicht sein, wenn sie bei Joel gänzlich anders verfährt.
Bei deiner Argumentation gibt es ne Menge "vielleicht"'s und Versuche irgendwas zu relativieren, aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist, müsste man einsehen, dass man das nicht schön reden kann. Ich würd's auch gerne dabei belassen, da dies nicht unbedingt der Mittelpunkt dieses Threads ist.
Joels Hinrichtung mit dem Golfschläger ist eine dieser Szenen. Hatte er Abbys Leben zuvor noch gerettet, wird er trotzdem übertrieben grausam hingerichtet und weiß nicht mal wofür, was in keiner Relation zum Tod von Abbys Vater steht. Er erfährt das auch nur nicht, damit der Spieler es noch herausfinden muss, was ein merkwürdiger Kniff in einer Erzählung ist. Sein ganzes Verhalten in der Szene mag diskutabel sein, aber spätestens, wenn Ellie die ganze Zeit herum schreit und ihr verspricht Abby umzubringen, gäbe es keine rationale Erklärung dieses lose Ende in Form von Ellie einfach am Leben zu lassen, wenn von ihr eine unmittelbare Bedrohung ausgeht. Wer so grausam ist, verschont keine Zeugen, die dem Opfer so nahe stehen. Das ist widersprüchlich.
Man weiß nicht was Abby zu Joel gesagt hat, als zur spielbaren Sequenz von Ellie gewechselt wurde, durchaus möglich das sie ihm den Grund sagte. Abby wusste nicht wie ernst gemeint die Drohung war, es hätte genauso gut eine Überreaktion von Ellie sein können als sie droht, was angesichts der Szene durchaus nachvollziehbar ist. Jemandem zu drohen ist schließlich einfach, es auch umzusetzen ist etwas ganz anderes. Man wusste in dem Moment nicht was Ellie bereits alles durchgemacht hat und das sie schon oft getötet hat. Wahrscheinlich hätte man sonst anders gehandelt. Abby wägte sich vielleicht auch in falscher Sicherheit, weil Elli eine Einzelperson war, nichts über Abby und die anderen wusste und wo sie lebten. Außerdem wollte man nur die Schuldigen bestrafen und sich nicht auf diesselbe Stufe mit Joel stellen. Wie nahe Ellie dem Opfer stand, wusste Abby noch garnicht. Man wusste lediglich das man sich kannte und im selben Dorf lebte.
Da sage ich: Nein, auf keinen Fall, wieso denn? Bisher gibt nicht ein einziges schlüssiges Argument dafür.
Dir gefällt es nicht, das ist ok. Verlangt auch keiner. Aber das is ganz allein deine subjektive Einstellung, die nichts von dem begründet, was du verlangst.
Joels Hinrichtung mit dem Golfschläger ist eine dieser Szenen. Hatte er Abbys Leben zuvor noch gerettet, wird er trotzdem übertrieben grausam hingerichtet und weiß nicht mal wofür, was in keiner Relation zum Tod von Abbys Vater steht. Er erfährt das auch nur nicht, damit der Spieler es noch herausfinden muss, was ein merkwürdiger Kniff in einer Erzählung ist. Sein ganzes Verhalten in der Szene mag diskutabel sein, aber spätestens, wenn Ellie die ganze Zeit herum schreit und ihr verspricht Abby umzubringen, gäbe es keine rationale Erklärung dieses lose Ende in Form von Ellie einfach am Leben zu lassen, wenn von ihr eine unmittelbare Bedrohung ausgeht. Wer so grausam ist, verschont keine Zeugen, die dem Opfer so nahe stehen. Das ist widersprüchlich. Als Autor würde ich mich für diese Szene schämen, weil sie nur deswegen so existiert, damit die Handlung, die man eigentlich im Sinn hat, passieren kann.
Sicherlich kann man festhalten das Story-Leaks in aller Regel eher keinen Vorteil bringen, aber in diesen konkreten Fall gab es dann schon ne Menge Spieler, die das Spiel zwar gekauft haben, dann aber vor Frust abgebrochen und weggeschmissen. Druckmann hat die Protagonisten aus dem ersten Teil verramscht und ich mag das nie ganz verstehen können, warum es dann Leute gibt, die das geil finden.
Angry Joe hat dem Titel eine 6 von 10 gegeben, ich hätte es vermutlich bei einer 8/10 belassen, vielleicht sogar 9/10 und letztendlich haben wir auch stichhaltige Gründe dafür.
Die Twist mit Abby wertet das Spiel ja auch meiner Ansicht nach deutlich auf und nicht ab, wie manche kleingeistige Spießer gerne mal behaupten.
Und das mit Abby war nun wirklich kein Geheimnis.
Das Problem ist doch, dass du sagst, das Spiel hätte am besten mit einem Warnhinweis versehen werden sollen, oder wie du sagtest, die Spieler hätten darauf hingewiesen werden müssen.
Da sage ich: Nein, auf keinen Fall, wieso denn? Bisher gibt nicht ein einziges schlüssiges Argument dafür.
Dir gefällt es nicht, das ist ok. Verlangt auch keiner. Aber das is ganz allein deine subjektive Einstellung, die nichts von dem begründet, was du verlangst.
Ich habe auch Spiele, die mir so gar nicht gefallen, obwohl sie hochgelobt sind.
Death Stranding zum Beispiel. Ich finde das Spiel absolut furchtbar und langweilig. Ich kann deshalb die Wertungen größtenteils nicht nachvollziehen, aber das ist meine Sache. Mir würde im Traum nicht einfallen, dass mich gefälligst im Vorfeld jemand hätte davor „warnen“ sollen. Oder vor Skyrim… ^^
Dieses Baby vorm Bauch hat mir bei dem Spiel den Rest gegeben. Hat mir auch keiner vorher gesagt, so what? War halt so. Wer soll das auch wissen?
Und genau wie deine Probleme mit Abby…wer soll das vorher wissen?
Wer soll vorher wissen, ob mir ein Film, ein Buch, ein Lied, ein Spiel gefällt? Das muss man halt ausprobieren.
Und wie ich schon mehrmals geschrieben habe, es gibt und gab auch genug Testberichte, die das thematisiert haben.
Das konnte man wissen, bevor man es kauft.
Wenn da ganze Spieldurchlaeufe als Videos mit Spoilern kurz vor Release geleakt werden oder so, dann finde ich das auch ziemlich beschissen und stimme zu, das schadet sowohl dem Entwickler als auch den Spielern.
Aber es gibt auch coole Leaks. Z.B. wenn es halt dann Geruechte gibt, dass vielleicht ein grosses Studio an einem neune Titel arbeitet und was dieser sein koennte usw usf. Da faellt mir z.B. das immer wiederkehrende Raetselraten zum naechsten Assassin's Creed Setting ein, da gibt's doch auch eigentlich jedes mal Leaks, manchmal stimmen sie, manchmal nicht, aber mir macht es immer wieder Spass dann zu spekulieren und versuchen auszutuefteln ob das nun Sinn machen koennte oder nicht.
Solche eher unpraezisen Leaks ohne direkte Spoiler finde ich shcon immer wieder spassig und interessant.
Und dann waeren da noch die ppost-release Leaks zur Spieleproduktion, die ich eigentlich immer eher gut finde, wenn da Dinge aufgrund von Leakern an's Licht kommen, die zeigen was bei den Firmen auch gerne mal im Argen liegt, so wie wenn Crunch Missstaende ans Licht kommen, oder der ganze Sumpf bei Blizzard mal geleakt wird. Das kann dann den Betroffenen Arbeitskraeften ja auch nur zu gute kommen.
Oder wie bescheuert eigentlich die Entwicklung der letzten BioWare Spiele, ME:Andromeda und Anthem gelaufen ist. Klar, da betreibt ein jason Schreier auch von seiner Seite aus eine Art des investigativen Spielejournalismus aber auch er stuetzt seine Artikel ja auf Leaker, die halt mit ihm sprechen. Solche Infos geben mir dann oft mal eine ganz andere Perspektive auf die Spiele.
Also, wenn man wirklich von allen Arten von leaks spricht, dann finde ich die nicht unbedingt alle schlecht.