The Witcher 2 im Test: Die positiven Aspekte, Teil 2
The Witcher 2 im Test! Episch, erwachsen und nichtlinear - so hat CD Projekt sein Rollenspiel beworben. Im Test zeigt sich: Auch wenn nicht alles perfekt ist, lösen die Entwickler ihre Versprechen ein!
Kraftvolle Inszenierung
Eine tolle Grafikengine ist eine Sache, sie richtig einzusetzen hingegen eine ganz andere. CD Projekt macht es richtig: The Witcher 2 protzt mit stimmungsvollen Zwischensequenzen, schönen Landschaften und aufwendiger Beleuchtung, stets untermalt von gelungener Musikuntermalung. Auch die Nebenfiguren wirken nicht hingeschludert, sie kommen in Dialogen und Cutscenes gut zur Geltung. Eine solche Liebe zum Detail ist selten im Rollenspielsektor. Einzig das Spielende enttäuscht in dieser Hinsicht: Hier lässt The Witcher 2 die Wucht und Dramatik der ersten Spielstunden vermissen, CD Projekt hält das hohe Niveau also nicht durchgängig.
Fette Beute: Geralts neue Ausrüstung
Anders als im ersten Teil findet man in The Witcher 2 jede Menge Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Zudem darf Geralt alle Kleidungsstücke unabhängig voneinander anlegen: Handschuhe, Rüstungen, Hosen und Stiefel sind direkt an seinem Körper sichtbar. Einige der besten Rüstungen im Spiel erhält man von besiegten Bossgegnern oder man lässt sie für viel Geld und Rohstoffe beim Handwerker anfertigen. Wer die Spielwelt sorgfältig absucht, findet auch seltene Beutestücke wie magische Schwerter, hochwertige Materialien oder besonders dicke Rüstungen. Sammler kommen also auf ihre Kosten! Leider gibt es im gesamten Spiel keine Lagerkiste, daher ist man von Zeit zu Zeit gezwungen, sich von alten Schätzen zu trennen - schade! Ein Trost dafür sind die neuen Upgrades, die Geralt in gesockelte Waffen und Kleidung einbaut: Mit magischen Rune und Panzerplatten wird die Ausrüstung deutlich aufgewertet, sodass man sie noch besser an die eigenen Vorlieben anpassen kann.
Charakterentwicklung: Solide, ohne Überraschungen
Altbekannt: Für Quests und besiegte Gegner gibt's Erfahrungspunkte, sammelt man genug davon, steigt der Held im Level auf. Dann darf man einen Punkt auf einen von vier Talentbäumen verteilen. Die Bäume stehen für die Bereiche Schwertkampf, Magie, Alchemie und Training. Insgesamt hat man 50 Talente zur Auswahl, die man in jeweils zwei Stufen steigern darf. Ein ernüchternd simples System, das aber gut funktioniert: Wer mag, kann aus Geralt einen Kampf- oder Magie-Spezialisten machen, aber auch ein Allrounder ist problemlos möglich. Zusätzlich darf man in manche Skills noch Mutagene einbauen, die Geralt dauerhafte Boni verleihen. Obendrein gibt's sogenannte Merkmale, das sind passive Fähigkeiten, die man automatisch erlernt. Leidet Geralt etwa unter Vergiftungserscheinungen, nachdem er zu viele Tränke eingenommen hat, erhält er einen Bonus auf Giftresistenz. Zu den Merkmalen zählen auch spezielle Gesprächsoptionen, etwa Einschüchtern oder Bedrohen, die durch Anwendung in der Stufe aufsteigen und Geralt in manchen Quests einen Vorteil verschaffen können. Alles in allem: ein schlichtes Charaktersystem, das aber gut funktioniert.
Nützlich: Alchemie und Handwerk
Wie schon im Vorgängerspiel muss der Held manchmal Tränke schlürfen, um Statusboni zu erlangen - beispielsweise verbessern die Säfte Geralts Lebenspunkteregeneration oder erhöhen seine Giftresistenz. Alle Elixiere muss Geralt selbst herstellen, das geht nun an jedem Ort und ohne nervige Wartezeit. Zutaten sind überall in der Spielwelt verteilt: Kräuter und Gräser wachsen in Wäldern, Organe und Sekrete werden aus den Leibern besiegter Monster extrahiert. Wie im Vorgänger gilt: Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto wichtiger werden die Tränke!
Handwerk funktioniert ein wenig anders: Geralt kann Waffen, Rüstungen und Upgrades nicht selbst herstellen, dazu muss er spezielle NPCs aufsuchen, etwa einen Schmied. Neue Baupläne wie auch Trankrezepte findet Geralt beispielsweise in Schatztruhen oder bei besiegten Feinden, außerdem kann er die Dokumente beim Händler kaufen oder als Questbelohnung verdienen. Die nötigen Materialien erbeutet der Held meist in den Hütten von NPCs: Wer Schränke, Regale, Kisten und Schubladen durchsucht, hat seine Taschen schnell mit Stoffen, Erzen und dergleichen gefüllt. Auch wenn das Rohstoff-Sammeln kein allzu wichtiger Spielaspekt ist, macht es Spaß, von Zeit zu Zeit ein neues Item zu basteln - immerhin erhält man einige der besten Gegenstände im Spiel nur über Handwerk.
Quelle: PC Games
Tolle Texturen, große Weitsicht, liebevolle Details - kein anderes PC-Rollenspiel sieht derzeit so gut aus wie The Witcher 2.
Die Spielwelt: Eingeschränkt, aber stimmungsvoll
Seine enorm hohe Weitsicht erkauft sich das Spiel mit gelungenen Grafiktricks, denn die Spielwelt ist alles andere als offen und längst nicht so frei erkundbar wie etwa in Two Worlds 2. Stattdessen bewegt man sich in klar abgesteckten Levels, die aber recht weitläufig ausfallen, sodass man die fehlende Freiheit kaum vermisst. Wunderbar gelungen sind auch die atmosphärischen Tag-und-Nacht-Wechsel. Wenn das Sonnenlicht am Horizont schwindet, sieht das nicht nur malerisch aus, auch die NPCs richten sich danach: Tagsüber wird gearbeitet, am Abend geht's dann noch auf einen Humpen Bier in die Schänke und danach ab ins warme Bett. Solche Tagesabläufe sind zwar nicht allzu realistisch, genügen aber, um die dichte Stimmung zu unterstreichen. Von der KI sollte man indessen keine Wunder erwarten: Zwar reagieren Stadtwachen darauf, wenn Geralt sein Schwert zückt, doch dafür kann der Held problemlos Häuser ausrauben, ohne dafür belangt zu werden. Das mag zwar unrealistisch wirken, doch ein Diebstahlsystem hätte weder zum Spielkonzept noch zum Helden gepasst.
Ungeschnitten und multilingual
Super: The Witcher 2 ist trotz der Freigabe ab 16 Jahren komplett ungekürzt. Noch besser: Vor dem Spielstart darf man aus mehreren Sprachen auswählen. So kann man zum Beispiel auch mit englischer Sprachausgabe und deutschen Bildschirmtexten/Untertiteln spielen. Vorbildlich! Update: Dank dem Releasepatch lassen sich Untertitel nun auch dauerhaft ausblenden - das war in unseren Testversionen noch nicht möglich.
INFO: Großartige Ausstattung
Natürlich bewerten wir das Spiel und nicht den Inhalt der Schachtel. Doch es wäre ungerecht, die erstklassige Ausstattung von The Witcher 2 unerwähnt zu lassen: Eine Standard-Edition in einfacher DVD-Hülle gibt es nicht! Stattdessen bieten Namco Bandai und CD Projekt direkt eine Premium-Edition zum enorm niedrigen Preis (40 Euro) an. Die Schachtel enthält einige hübsche Extras, etwa ein Lösungsbuch oder den Soundtrack. Das ist ein richtig faires Angebot, von dem sich viele andere Hersteller gerne ein Scheibchen abschneiden dürfen. Dass die Collector's Edition von The Witcher 2 mit satten 100 Euro zu Buche schlägt, geht in Ordnung - immerhin stecken da auch ein paar hochwertige Extras drin, etwa ein hochwertiges Artbook oder eine hübsch gegossene Geralt-Büste.

nur 200 euro da hol Ich es mir doch glatt fünft mal bei dem Spott Preis xD
Beim 3. Teil hat man das ja verbessert und deswegen ist er so grandios geworden ;-)
Beim 3. Teil hat man das ja verbessert und deswegen ist er so grandios geworden ;-)