Kingdom Come Deliverance 2: Dieses Spiel hat so viel Gothic im Blut!

4
Kolumne Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Kingdom Come Deliverance 2: Dieses Spiel hat so viel Gothic im Blut!
Quelle: Plaion / PC Games

Kingdom Come: Deliverance 2 will nicht nur zum neuen Rollenspiel-König werden, sondern auch die Atmosphäre mit der groben Kelle austeilen. Gothic-Experte Carlo Siebenhüner schätzt ein, ob es da mit der deutschen RPG-Serie mithalten kann.

Werte Gothic-Lords, werte Gothic-Ladies. Schön, dass ihr wieder mal auf einen Text von mir geklickt habt, einfach weil Gothic draufsteht. Ich weiß nicht, ob ihr euch noch dran erinnern könnt, aber vor einer ganzen Weile habe ich hier schon mal einen Text geschrieben, in dem ich über die Atmosphäre in Gothic geschwärmt habe.

Da ging es um die Tagesabläufe und das Verhalten der NPCs, die Spielwelt und Ähnliches. Obendrauf habe ich laut kritisiert, dass ja bis auf Rockstar Games kein anderer Entwickler darauf in seinen Spielen große Acht gibt.

Was ist mit Kingdom Come?

Famous last words, wie man so schön sagt, denn kurz darauf wurde ich von ein paar enthusiastischen Fans dezent darauf hingewiesen, dass ich ja ein Spiel vergessen hätte. Nämlich Kingdom Come: Deliverance!

Okay. Okay! Ich schäme mich, aber: Ich hatte Kingdom Come: Deliverance bis zum damaligen Zeitpunkt nicht gespielt. Doch ich habe es mir daraufhin pflichtbewusst auf eure Anweisung gekauft und ungefähr ein oder zwei Stunden gespielt ... und dann beiseitegelegt. Ich weiß auch nicht, was mit mir los war. Mir war das auf den ersten Blick irgendwie zu sperrig, ich hatte gerade keine Lust auf noch ein ewig langes Rollenspiel, und ich musste auch noch meine Socken sortieren. Ihr wisst, wie es ist.

Heinrich sitzt mit Freunden in einer Schenke Quelle: Warhorse Und so ist Kingdom Come 1 langsam auf meiner Festplatte vergammelt. Spulen wir mal zwei Jahre vor in die Gegenwart. Jetzt steht Kingdom Come: Deliverance 2 vor der Tür. Das bedeutet für uns in der Redaktion: Irgendjemand muss sich finden, der sich in das 100-Stunden-Rollenspielmonster reinschmeißt und es auf Herz und Nieren überprüft.

Ich weiß nicht, ob es das Universum war oder der Geist von Gothic, der mich da geleitet hat, aber ich habe meine Hand gehoben und mich freiwillig gemeldet. Es ist ja ein atmosphärisches Rollenspiel, und es ist ja offensichtlich bei Gothic-Fans beliebt. Deswegen wollte ich mir das jetzt mal anschauen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich also schon eine Menge Zeit in Kingdom Come 2 gesteckt. Ich darf aber noch nicht alles darüber erzählen.

Das kann ich erst in meinem Test machen. Den könnt ihr am kommenden Montag. Also am 3. Februar 2025 hier auf pcgames.de erwarten.

Das Erbe von Gothic

Eine Sache kann ich euch aber jetzt doch schon über Kingdom Come 2 sagen. Ja, ihr hattet recht! Es ist wirklich ein Traum für Gothic-Fans. Ich mache es kurz: Nachdem mich der erste Teil, warum auch immer, nicht abgeholt hat, bin ich jetzt voll drin und kann nur sagen: Wenn ihr die Atmosphäre in Gothic geil fandet und mit einer Ego-Sicht in Rollenspielen zurechtkommt, dann schaut euch Kingdom Come 1 oder 2 an!

Denn ich glaube, die Ego-Sicht war wirklich einer der Hauptpunkte, die mich immer so ein wenig abgeschreckt haben bei Kingdom Come 1. Ich zocke solche Rollenspiele halt lieber in Third Person. Ich finde es geil, wenn ich meinen Charakter und das neue Schwert oder die neue Rüstung sehen kann. Ich mag die Übersicht, wenn du weißt, dass hinter dir auch noch Gegner sind. Ich mag die Kampfanimationen und die Zaubereffekte.

Bildergalerie

Außerdem spiele ich gern auf der Couch und da ist die angenehmste Variante eben Konsole mit Controller. Ego-Sicht und Controller sind dann allerdings nicht meine erste Wahl. Deswegen musste ich mich auch erst mal in Kingdom Come 2 reinfuchsen. FOV ein bisschen weiter gestellt, Motion Blur aus, auf Leistungsmodus gewechselt. Das Kopfgewackel kann man leider nicht abstellen, das ist ein bisschen schade. Ich hatte mich aber irgendwann dran gewöhnt und dann ging es auch mit der Zeit.

4
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Svenc
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
        Da hast Du natürlich Recht. Für mich ist KCD aber immer noch eine Ausnahme in dem Genre durch das Worldbuilding und den Spielablauf, weswegen ich es einem Witcher oder einem Dragon Age in vielen Belangen vorziehen würde. Die verfügbaren Titel sind mir zudem auch zu durchstrukturiert und auch auf eine Map und POIs würde ich gern verzichten, wie Du selbst schon angesprochen hast. Aber ja, am Ende behältst Du natürlich Recht damit, dass das Genre der nicht-fantastischen, realistischen Rollenspiele definitiv nicht sonderlich gut vertreten ist im Fantasy-Einheitsbrei. Ich wünsche mir scheinbar nur ein weniger unrealistisches, neues Gothic oder etwas in der Art. Wünsche allen viel Spaß mit KDC2!
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Svenc
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
        Da hast Du natürlich Recht. Für mich ist KCD aber immer noch eine Ausnahme in dem Genre durch das Worldbuilding und den Spielablauf, weswegen ich es einem Witcher oder einem Dragon Age in vielen Belangen vorziehen würde. Die verfügbaren Titel sind mir zudem auch zu durchstrukturiert und auch auf eine Map und POIs würde ich gern verzichten, wie Du selbst schon angesprochen hast. Aber ja, am Ende behältst Du natürlich Recht damit, dass das Genre der nicht-fantastischen, realistischen Rollenspiele definitiv nicht sonderlich gut vertreten ist im Fantasy-Einheitsbrei. Ich wünsche mir scheinbar nur ein weniger unrealistisches, neues Gothic oder etwas in der Art. Wünsche allen viel Spaß mit KDC2!
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von s3dr1ck
        Ich habe den ersten Teil gespielt und war auch wirklich angetan. Der neue Teil schlägt in die gleiche Kerbe, und lässt damit aber leider bei mir etwas wichtiges aus: Ich kann Rollenspiel irgendwie nicht langfristig ohne Fantasy und Magie.
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Ich habe den ersten Teil gespielt und war auch wirklich angetan. Der neue Teil schlägt in die gleiche Kerbe, und lässt damit aber leider bei mir etwas wichtiges aus: Ich kann Rollenspiel irgendwie nicht langfristig ohne Fantasy und Magie. Ich wünschte, dass dieses Thema mehr eingeflochten würde, da ich glaube, dass es im Mittelalter einen hohen Stellenwert hatte. Auch wenn man vielleicht nie einen Drachen oder eine Hexe zu Gesicht bekam, so haben doch viele Menschen daran geglaubt. Es wäre schön, wenn man auch den Spieler mitnehmen würde und das fantastische mit in die Story einbauen würde, denn damals war das sicherlich ein Thema. Man könnte ja trotzdem ein Monster jagen, bei dem sich hinterher herausstellt, dass es sich dabei nur um einen ausgestoßenen, deformierten Menschen handelt. Heute ein Spiel zu spielen, bei dem ich von Anfang an weiß, dass Fantasy keine Rolle spielt, finde ich daher irgendwie, wie einen Spoiler und das Spiel empfinde ich dann eher wie eine Simulation des damaligen Lebens aus heutiger Sicht. Das Ungewisse und das "Was wäre wenn?" kommt mir dabei irgendwie zu kurz. Zumindest war das beim ersten Teil so.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Drovadrovadrova!

        Habe hier aber auch vorbestellt. Der erste Teil hatte mich und meinen Entdeckerdrang ähnlich respektiert, statt mich an Hexersinnen und Dummymarkern komplett durch die Manege zu zerren. Dazu kommen deutlich tiefere RPG-Systeme, als man es auf diesem Budget gewohnt ist -- ach was, generell. Don't make me so wuschig! :-D
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk