Kingdom Come 2: Dieses Spiel hat so viel Gothic im Blut!

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Kolumne Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Kingdom Come 2: Dieses Spiel hat so viel Gothic im Blut!
Quelle: Plaion / PC Games

Kingdom Come: Deliverance 2 will die Atmosphäre mit der groben Kelle austeilen. Gothic-Experte Carlo schätzt ein, ob es mit der RPG-Serie mithalten kann.

Der letzte Punkt, der mir im Vergleich mit Gothic aufgefallen ist, ist die Möglichkeit, dass ich selbst einfach nur im Spiel "lebe". Am besten geht das mit dem Crafting. Das ist in Kingdom Come vermutlich so ausgeklügelt wie in sonst kaum einem anderen Spiel. Im ersten Teil gab es nur Alchemie, im zweiten Teil kommt jetzt das Schmieden dazu. Und das hat es mir angetan!

Das Eisen schmieden

Ich habe das damals schon in Gothic gern gemacht. Da musstest du auch mehrere Schritte machen; den Rohling in der Esse heiß machen, dann am Amboss zurechtklöppeln, im Wasserbecken abkühlen und am Schleifstein schärfen - fertig ist das neue Schwert. In Kingdom Come 2 musst du die gleichen Schritte machen und noch mehr. Das Eisen muss auf der richtigen Temperatur sein, nicht zu heiß, sonst verbrennt der Stahl, aber auch nicht zu kalt, sonst kloppst du dir einen Wolf.

Eine mittelalterliche Hütte Quelle: Warhorse Den kloppst du dir aber eh schon, am Amboss wird es nämlich richtig spannend. Da musst du jeden einzelnen Hammerschlag selbst setzen. Man darf nicht immer auf die gleiche Stelle hauen, muss das Werkstück auch mal umdrehen, im besten Fall hämmerst du auch noch schön im Takt. Dabei kühlt das Werkstück auch wieder ab. Bei schwierigen Werkstücken läufst du also immer wieder von der Esse zum Amboss, zur Esse, zum Amboss und so weiter.

Das klingt auf den ersten Blick zwar unheimlich monoton, aber ich finde es großartig, dass da so viel verlangt wird, denn dann fühlt sich die eigene Arbeit auch richtig wertig an. In der Roadmap für Kingdom Come 2 ist schon ein DLC angeteasert, in dem man seine eigene Schmiede aufziehen kann. Da freue ich mich jetzt schon drauf!

Doch Schmieden alleine ist nicht alles. Es ist eben dieses Zusammenspiel aus einer wunderschönen und erinnerungswürdigen Spielwelt und lebendigen NPCs, die ihren eigenen Tätigkeiten nachgehen und die sich auch nachvollziehbar verhalten. Man selbst kann sich da als Spieler dann mit Systemen wie dem Crafting selbst einbringen.

Heinrich schmiedet Quelle: Warhorse

Bitte mehr davon

Ein paar mehr "sinnlose" Handlungen hätte ich aber schon noch cool gefunden. Ich drehe bei Gothic auch gern einfach mal den Grillspieß oder säge an einem Baumstamm. Das bringt nichts - außer der Befriedigung für mein "eigenes" Rollenspiel in meinem Kopf.

Warum kann ich in der Schenke in Kingdom Come beispielsweise nicht mit dem Krug in der Hand dasitzen? Wenn ich ein Getränk im Inventar oder aus der Schnellleiste auswähle, dann schütte ich mir das sofort in den Hals. Doch ist das natürlich auch Meckern auf hohem Niveau und zudem nichts, was Mods nicht eventuell noch ausbessern könnten.

Das, was Kingdom Come schon jetzt macht, ist aber echt beeindruckend, und ich kann nur jedem Atmosphäre-Fan von Gothic raten, sich Kingdom Come 2 anzuschauen. Allerdings bleibe ich auch bei meinem Wunsch aus dem Text von vor zwei Jahren: Ich würde mich wirklich freuen, wenn mehr Spiele diese Designphilosophien für ihre Spielwelten übernehmen, denn das macht sie einfach lebendiger.

Ich kann auf jeden Fall nur "Danke" sagen, dass ihr mir Kingdom Come damals auf meine Landkarte gebracht hat. Es hat zwar jetzt trotzdem noch ein wenig gedauert, aber ihr habt es geschafft: Neben Gothic bin ich jetzt auch noch ein Vollblut-Kingdom-Come-Ultra. Transparenzhinweis: Plaion stellte uns eine Vorschau-Version von Kingdom Come: Deliverance 2 zur Verfügung.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Svenc
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
        Da hast Du natürlich Recht. Für mich ist KCD aber immer noch eine Ausnahme in dem Genre durch das Worldbuilding und den Spielablauf, weswegen ich es einem Witcher oder einem Dragon Age in vielen Belangen vorziehen würde. Die verfügbaren Titel sind mir zudem auch zu durchstrukturiert und auch auf eine Map und POIs würde ich gern verzichten, wie Du selbst schon angesprochen hast. Aber ja, am Ende behältst Du natürlich Recht damit, dass das Genre der nicht-fantastischen, realistischen Rollenspiele definitiv nicht sonderlich gut vertreten ist im Fantasy-Einheitsbrei. Ich wünsche mir scheinbar nur ein weniger unrealistisches, neues Gothic oder etwas in der Art. Wünsche allen viel Spaß mit KDC2!
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Svenc
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
        Da hast Du natürlich Recht. Für mich ist KCD aber immer noch eine Ausnahme in dem Genre durch das Worldbuilding und den Spielablauf, weswegen ich es einem Witcher oder einem Dragon Age in vielen Belangen vorziehen würde. Die verfügbaren Titel sind mir zudem auch zu durchstrukturiert und auch auf eine Map und POIs würde ich gern verzichten, wie Du selbst schon angesprochen hast. Aber ja, am Ende behältst Du natürlich Recht damit, dass das Genre der nicht-fantastischen, realistischen Rollenspiele definitiv nicht sonderlich gut vertreten ist im Fantasy-Einheitsbrei. Ich wünsche mir scheinbar nur ein weniger unrealistisches, neues Gothic oder etwas in der Art. Wünsche allen viel Spaß mit KDC2!
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von s3dr1ck
        Ich habe den ersten Teil gespielt und war auch wirklich angetan. Der neue Teil schlägt in die gleiche Kerbe, und lässt damit aber leider bei mir etwas wichtiges aus: Ich kann Rollenspiel irgendwie nicht langfristig ohne Fantasy und Magie.
        Eigentlich müsstest du da ja sehr gut bedient sein.

        Schließlich gibt es nirgends mehr Szenariotapeten-Monokultur als in RPGs: Wenns zur gelegentlichen Abwechslung keine Pip-Boys oder Cyberpunks sind: irgendwas mit Drachenelfenzwergen geht immer. :-D Und selbst das letzte größere Horror-RPG ist mit Bloodlines mittlerweile zwanzig PC-Games-Jahrgänge her!

        RPGs sind mein Lieblingsgenre. Aber: Sie sind auch das letzte Spielgenre, in dem selbst ein Spiel in der Zombieapokalypse oder im Zweiten Weltkrieg noch eine radikale Idee wäre. :-D
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Ich habe den ersten Teil gespielt und war auch wirklich angetan. Der neue Teil schlägt in die gleiche Kerbe, und lässt damit aber leider bei mir etwas wichtiges aus: Ich kann Rollenspiel irgendwie nicht langfristig ohne Fantasy und Magie. Ich wünschte, dass dieses Thema mehr eingeflochten würde, da ich glaube, dass es im Mittelalter einen hohen Stellenwert hatte. Auch wenn man vielleicht nie einen Drachen oder eine Hexe zu Gesicht bekam, so haben doch viele Menschen daran geglaubt. Es wäre schön, wenn man auch den Spieler mitnehmen würde und das fantastische mit in die Story einbauen würde, denn damals war das sicherlich ein Thema. Man könnte ja trotzdem ein Monster jagen, bei dem sich hinterher herausstellt, dass es sich dabei nur um einen ausgestoßenen, deformierten Menschen handelt. Heute ein Spiel zu spielen, bei dem ich von Anfang an weiß, dass Fantasy keine Rolle spielt, finde ich daher irgendwie, wie einen Spoiler und das Spiel empfinde ich dann eher wie eine Simulation des damaligen Lebens aus heutiger Sicht. Das Ungewisse und das "Was wäre wenn?" kommt mir dabei irgendwie zu kurz. Zumindest war das beim ersten Teil so.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Drovadrovadrova!

        Habe hier aber auch vorbestellt. Der erste Teil hatte mich und meinen Entdeckerdrang ähnlich respektiert, statt mich an Hexersinnen und Dummymarkern komplett durch die Manege zu zerren. Dazu kommen deutlich tiefere RPG-Systeme, als man es auf diesem Budget gewohnt ist -- ach was, generell. Don't make me so wuschig! :-D
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