Vom Spiel in die Realität: Warhorse rettet Burg aus Kingdom Come: Deliverance
Warhorse Studios unterstützt den Erhalt einer echten Burg, die Fans aus Kingdom Come: Deliverance kennen dürften. Dank einer Steam-Aktion kamen mehr als 65.000 US-Dollar für die Restaurierung von Pirkštejn zusammen.
Schöne Aktion von Warhorse Studios: Das Team hinter Kingdom Come: Deliverance und Kingdom Come: Deliverance 2 hat mehr als 65.000 US-Dollar für den Erhalt der echten Burg Pirkštejn gesammelt. Fans des ersten Spiels kennen die Festung ziemlich gut, denn sie diente dort als wichtiger Ort rund um Rattay und Henrys Abenteuer.
Die Burg ist aber nicht nur Kulisse für ein beliebtes Rollenspiel, sondern ein echtes Stück böhmischer Geschichte.
Pirkštejn stammt aus dem 14. Jahrhundert und steht in der Region Posázaví in Mittelböhmen. Über die Jahrhunderte hat die Anlage einiges mitgemacht, darunter Brände, Aufstände und natürlich den ganz normalen Zahn der Zeit, der ordentlich an den alten Mauern genagt hat. Trotzdem steht sie noch immer und genau dabei soll es auch bleiben.
Ein Dollar pro verkauftem Spiel
Das Geld stammt aus einer Aktion während des Steam Medieval Fest. Warhorse hatte damals versprochen, für jede verkaufte Kopie von Kingdom Come: Deliverance einen Dollar zu spenden. Am Ende kamen dadurch mehr als 65.000 Dollar zusammen.
Mit der Spende sollen die laufenden Restaurierungsarbeiten an der Burg unterstützt werden. Besonders im Fokus steht dabei der markante Glockenturm, der sich offenbar in einem besonders kritischen Zustand befindet.
Warhorse gibt der Geschichte etwas zurück
Die Aktion passt ziemlich gut zu Kingdom Come: Deliverance (jetzt kaufen ). Schließlich war die Reihe schon immer stark mit echter Geschichte, realen Orten und böhmischem Mittelalter-Flair verbunden. Viele Schauplätze im Spiel basieren auf echten Orten, und gerade diese Mischung aus Rollenspiel und historischer Bodenständigkeit macht für viele Fans den Reiz aus.
Dass Warhorse nun Geld in den Erhalt einer solchen historischen Stätte steckt, wirkt deshalb nicht wie ein reiner PR-Move, sondern eher wie ein schönes Dankeschön an die Region, die das Spiel so stark geprägt hat.
Auch der Tourismus profitiert
Spannend ist außerdem: Rund um die echte Burg Pirkštejn gibt es inzwischen sogar Wanderwege, die von Kingdom Come: Deliverance inspiriert wurden. Die Verbindung zwischen Spiel, Geschichte und Tourismus funktioniert hier also in beide Richtungen.
Für Fans ist das natürlich ein echtes Highlight. Wer Henrys Reise im Spiel verfolgt hat, kann sich nun auch in der echten Welt auf seine Spuren begeben und dabei gleichzeitig ein Stück mittelalterlicher Geschichte erleben.
Was haltet ihr von solchen Aktionen, bei denen Spiele indirekt beim Erhalt echter Geschichte helfen? Nutzt gerne die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Hier ist die exakte Kostenaufschlüsselung für die aktuelle Reparatur des Burgturms (Zvonice):
Gesamtkosten: ca. 7,5 Mio. CZK (~300.000 $)
EU-Zuschuss & öffentliche Mittel: ca. 5,0 Mio. CZK (~200.000 $)
Verbleibende Finanzierungslücke: 2,5 Mio. CZK (~100.000 $)
So wurde die Lücke geschlossen:
Warhorse Studios: ca. 1,5 Mio. CZK (exakt 65.324 $)
Restbetrag: ca. 1,0 Mio. CZK (~35.000 $) durch die lokale Kirchengemeinde und weitere private Spenden.
Die EU trug also etwa zwei Drittel der Basis-Kosten, Warhorse hat 20% der Gesamtkosten getragen.
Die Verbindung zum Spiel
Die Zusammenarbeit war für die Entwickler tatsächlich ein Moment, in dem sich der Kreis schloss.
Die Restaurierung der Burg Pirkštejn wird von Pater Radim Cigánek, einem örtlichen Priester und Historiker, geleitet. Vor über einem Jahrzehnt, als Warhorse Kingdom Come: Deliverance entwickelte, fungierte Pater Cigánek als ihr historischer Berater. Er verschaffte den Entwicklern Zugang zu nicht öffentlich zugänglichen Bereichen in der gesamten Sázava-Region, damit diese mithilfe von 3D-Scans und Photogrammetrie die Landschaft, Klöster und Burgen im Spiel originalgetreu nachbilden konnten.
Jahre später wurden nun exakt jene digitalen 3D-Scans, die damals von Warhorse erstellt wurden, von heutigen Steinmetzen und Architekten als Referenzmaterial verwendet, um bei der Restaurierung der Burg in ihren korrekten historischen Zustand zu helfen.