Starke Rollenspiele für Gothic-Fans: Bei denen hätte selbst Xardas seinen Spaß

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Special Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Starke Rollenspiele für Gothic-Fans: Bei denen hätte selbst Xardas seinen Spaß
Quelle: Piranha Bytes, THQ Nordic, Collage: PC Games

Lebendige Welten, clevere Quests, markante Figuren und eine Atmosphäre zum Versinken: Gothic hat bei vielen Rollenspielern einen Ehrenplatz. Aber was zockt man, wenn gerade kein Gothic zur Hand ist? Na, diese Spiele hier!

Was tun Gothic-Fans eigentlich, wenn sie nicht gerade die ersten beiden Teile mit Mods zuballern oder auf das heiß ersehnte Remake warten? Klar, sie schauen sich nach Alternativen um! Und das kann mitunter knifflig werden - so wahnsinnig viele sind's nämlich nicht.

Aber da kommt unser Special ins Spiel. Wir haben für euch eine nette, kleine Auswahl an Rollenspielen zusammengesucht, die vor allem für Gothic-Fans spannend sein dürften. Sei es nun, weil sie dem alten Spielgefühl besonders nahekommen. Oder weil sie ganz bestimmte Stärken mitbringen, an denen auch Xardas und Lester garantiert ihre Freude hätten.

Update: Unser Special gibt's jetzt auch als Video, viel Spaß beim Anschauen!

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Risen

Fangen wir mit dem naheliegendsten Spiel an! Denn Risen und Gothic ähneln sich nicht einfach nur, sie sind praktisch blutsverwandt - schließlich stammt es vom gleichen Entwicklerteam Piranha Bytes, das mit Risen einfach das fortgesetzt hat, was es am besten konnte. Vor allem der erste Teil reiht sich deshalb hübsch zwischen Gothic 1 und 2 ein und bringt im Grunde alles mit, was die Reihe überhaupt erst groß gemacht hat.

Risen Quelle: THQ Nordic Das erste Risen fühlt sich an wie eine modernere Mischung aus den ersten beiden Gothic-Spielen. Ihr startet wieder als namenloser Held, mit wenig mehr als ein paar Fetzen am Leib. Nun gilt es, eine liebevoll designte Insel zu erkunden, die von jeder Menge geschwätziger, oft zwielichtiger NPCs bevölkert wird. Während die uns mit motivierenden Quests zuschmeißen, müssen wir uns früher oder später auch für eine von drei Fraktionen entscheiden, um in der Geschichte voranzukommen, unseren Ruf zu verbessern, Skills zu lernen und stärkere Ausrüstung zu verdienen.

Denn auch das Fortschrittssystem ist fast 1:1 aus Gothic entnommen, das heißt: Erst mit besseren Rüstungen kommt man wirklich vorwärts, kann nach und nach stärkere Feinde besiegen und so die nahtlos designte Insel mit ihren lebendigen Siedlungen, unzähligen Höhlen, Schätzen und Geheimnissen richtig erkunden - das ist öfter mal fordernd und alles andere als schnell, aber eben auch richtig motivierend, wenn man sich drauf einlässt.

Risen Quelle: THQ Nordic Risen ist auch auf modernen Konsolen wieder ganz ordentlich spielbar. Dazu tragen auch all die Details bei, die schon Gothic ausgezeichnet haben: Tag- und Nachtwechsel, ein Diebstahlsystem, Trainer für neue Fähigkeiten, mächtige Items, hübsch verzahnte Questreihen mit spürbaren Folgen, eben das volle Programm.

Die Story reißt allerdings keine Bäume aus und auch das Finale fällt im Vergleich zum Rest des Spiels deutlich ab. Das gleichen der Spaß am Erkunden und das Gefühl, vom Waschlappen zum Helden zu reifen, aber locker wieder aus. Grafisch ist das Spiel ganz gut gealtert und weil die Steuerung im Vergleich zu Gothic viel moderner designt wurde, spielt sich Risen auch heute noch ziemlich angenehm. Erwartet aber auf keinen Fall dynamische Schwertakrobatik wie in The Witcher 3, das Kampfsystem wirkt eher gemächlich und vergleichsweise steif. Aber für Gothic-Kenner ist das natürlich nix Neues.

Risen Quelle: PC Games Kernige Dialoge und eine stimmungsvolle Welt machen Risen auch heute noch spielenswert. Wer also ein Spiel sucht, das so stark wie möglich in Richtung Gothic 1 und 2 geht, kann bedenkenlos zuschlagen. Risen ist für PC, Switch sowie PS5 und Xbox Series erhältlich.

Und was ist mit Risen 2 und 3? Auch die haben ihre Qualitäten! Der zweite Teil punktet zum Beispiel mit einem launigen Piraten-Thema und spaßigem Erkunden. Und Teil 3 ist zwar vor allem mehr vom Gleichen, bringt aber dafür viel Umfang auf die Waage. Unterm Strich halten wir das erste Risen von 2009 aber nach wie vor für den rundesten Teil der Reihe, vor allem wenn ihr eine klassische Gothic-Erfahrung sucht.

Drova

Lasst euch vom Retro-Grafikstil auf keinen Fall abschrecken: Es gab in den letzten Jahren wohl kein anderes Rollenspiel, das einem klassischen Gothic so nahe kommt wie Drova! Und was noch wichtiger ist: Es ist richtig, richtig gut!

Stellt euch einfach vor, jemand hätte mal versucht, Gothic auf einer Retro-Konsole umzusetzen. Mit hübscher Pixelgrafik und klassischer Draufsicht wie in einem 16-Bit-Zelda, aber trotzdem mit jeder Menge Spieltiefe, dichter Atmosphäre, kniffligen Kämpfen und so ziemlich allem, was Gothic auszeichnet. Fertig ist der Bauplan für Drova!

Schon der Aufbau ist angenehm vertraut: Ihr landet in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt, die von einer Art magischer Barriere umschlossen ist. Zwei Fraktionen suchen nach einem Ausweg und ihr müsst euch im Spielverlauf natürlich einer von beiden Seiten anschließen. Je nachdem, welches Lager ihr wählt, stehen euch andere Quests und Ausrüstungsgegenstände offen.

Drova Quelle: Just 2D Interactive Als hätte man ein altes Zelda mit Gothic vermixt: Drova kombiniert einen hübschen Retro-Stil mit jeder Menge Spieltiefe. Und da hören die Gemeinsamkeiten mit Gothic noch lange nicht auf: Die handgemachte Spielwelt ist vollgestopft mit ordentlich geschriebenen Figuren, Geheimnissen, Schätzen, Räubern und bissigen Kreaturen - da wirklich alles zu entdecken, jedes Rätsel zu lösen, jeden Feind zu knacken und jeden Stein umzudrehen, macht verdammt viel Spaß. Wenn man sich erst mal ein wenig reingefuchst hat.

Eure Spielfigur ist anfangs nicht viel mehr als ein Grünschnabel mit Stock in der Hand, doch mit der Zeit entwickelt ihr euch zu einer echten Kampfmaschine: Mächtige Waffen, schwere Rüstungen und Schilde, Bögen, Zauber, Spezialangriffe und vieles mehr sorgen für Motivation und geben uns das Gefühl, langsam, aber sicher immer stärker zu werden. Viele Gegner killen euch anfangs ganz lässig mit einem Schlag, doch sobald ihr bessere Ausrüstung am Leib und den Rhythmus der Kämpfe kapiert habt, kommen die Fortschritte am laufenden Band. Und je stärker ihr werdet, desto mehr Orte, Schätze und Secrets gibt es zu entdecken, und irgendwann kennt ihr diese Welt wie eure Westentasche.

Drova Quelle: PC Games 40 Stunden Spielzeit und jede Menge Items: Rollenspieler kommen in Drova voll auf ihre Kosten. Die deutschen Indie-Entwickler von Just2D gehen bei ihrer Umsetzung kaum Kompromisse ein: NPCs folgen simplen Tagesabläufen, viele Quests haben kleine Auswirkungen und die beiden Fraktionen sorgen für einen gewissen Wiederspielwert. Aber selbst wenn ihr es nur einmal durchzockt, seid ihr ordentlich beschäftigt: Wer wirklich alles erledigen und das bestmögliche Ende erleben will, kann schon mal 30 bis 40 Stunden einplanen.

Drova ist für PC, Switch, Xbox, PS5 und Mobile-Geräte erhältlich. Und weil die Entwickler seit dem Release ordentlich nachgepatcht haben, spielt es mittlerweile keine Rolle mehr, auf welcher Plattform ihr zugreift, Drova macht überall eine gute Figur. Wenn ihr also klassisches Gothic-Feeling sucht und mit dem Retro-Look etwas anfangen könnt, solltet ihr Drova unbedingt eine Chance geben - es lohnt sich!

Lese-Tipp: Hier geht's zu unserem großen Test zu Drova: Forsaken Kin.

Elex

Wer Risen sagt, muss auch Elex sagen. Schließlich war es die letzte Reihe von Piranha Bytes, bevor das Team im Jahr 2024 seine Pforten schließen musste. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass Elex letztendlich nicht der ganz große Wurf war, den sich alle erhofft hatten. Dabei war Piranha Bytes hier vergleichsweise mutig und setzte zum ersten Mal auf ein postapokalyptisches Science-Fiction-Setting, wenn auch mit einem dicken Schuss Fantasy. Im Grunde bekommt man also wieder ein typisches Gothic, diesmal aber vermixt mit einem Endzeit-Szenario à la Fallout.

Und das funktioniert über weite Strecken richtig gut, denn Piranha Bytes liefert wieder mal eine riesige, nahtlose Open World ab, die man dank Jetpack sogar in der Vertikalen frei erkunden kann. Wer sich die nötige Zeit nimmt, wird da mit jeder Menge Secrets und Schätzen belohnt, die Sci-Fi-Welt ist damit auch heute noch ein Spielplatz, der viel zu bieten hat. Auch bei den Quests zeigen die Entwickler wieder bekannte Stärken, die Aufträge sind motivierend geschrieben und oft clever ineinander verzahnt - und das tröstet dann auch darüber hinweg, dass die eigentliche Geschichte kaum der Rede wert ist. Wer sich also ein wenig auf die modernen Aspekte einlässt, dürfte auch wieder viel vom alten Gothic-Flair entdecken.

Elex Quelle: PC Games Mit Elex versuchte sich Piranha Bytes erstmals an einem Science-Fiction-Setting. Die Gothic-DNA ist trotzdem jederzeit spürbar. Heißt aber auch, dass Elex ein paar Schwächen zurückbringt, die Piranha Bytes nie ganz ablegen konnte. Etwa das ungelenke Kampfsystem, das gerade beim Fernkampf mit Schusswaffen nie so richtig begeistern kann. Auch technisch war Elex bei Release nicht so rund, wie wir es uns nach der Risen-Reihe erwartet und gewünscht hatten. Und die Steuerung wirkte im Jahr 2017 schon ziemlich veraltet, das Ding kam immerhin zwei Jahre nach The Witcher 3 auf den Markt. Da waren Rollenspieler also schon ganz andere Standards gewohnt.

Andererseits fühlt sich Elex auch deshalb so vertraut an. Als Sci-Fi-Cousin von Gothic und Risen kann es gewisse Altlasten zwar nicht ablegen, und manches fühlt sich vielleicht träger oder altmodischer an, als es eigentlich müsste - aber in gewisser Weise ist das ja auch wieder das Schöne daran.

Elex Quelle: PC Games Cool: In Elex könnt ihr die stimmungsvolle Open World auch mit einem Jetpack erkunden. Elex 2 macht zwar einiges besser, doch die veraltete Technik ließ sich im Jahr 2022 einfach nicht mehr wegdiskutieren. Auch die Tatsache, dass das Spiel zwar noch gut anfängt, aber im letzten Drittel spürbar abbaut, hat letztendlich zu mittelmäßigen Wertungen geführt und seinen Ruf in der Community ruiniert. Es ist zwar immer noch okay, aber leider nicht besser als der erste Teil.

Trotzdem: Wenn ihr über manche Ecken und Kanten hinwegsehen könnt, spricht absolut nichts dagegen, sich beide Elex-Spiele mal in einem Sale zu schnappen. Es sind vielleicht keine absoluten Überflieger, aber sie haben eine Menge Qualitäten, die vor allem Gothic-Kenner zu schätzen wissen. Auf der nächsten Seite erwartet euch ein brillantes Mittelalter-Rollenspiel ganz ohne Fantasy und eine kostenlose Rollenspielwelt mit erstklassiger Story.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von masto-don Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Weedotastisch
        Das ist ne geile Liste. Risen 1 ist schon das polierter Gothic, das ist wahr. Mich hat es schon begeistert als ich vom Strand durch den Wald nach oben auf dem Weg war, einfach geil. Elex 1 hat mir ähnlich gut gefallen.

        Oh Gott, ich hab halt keines der Kingdom Come Spiele gezockt (das nervt total), bisher einfach nicht die Zeit gehabt. Und Drova schaut auch gut aus.
        den anfang von risen 1 finde ich nach wie vor auch super. hier hat piranha bytes alles richtig gemacht
      • Von masto-don Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Weedotastisch
        Das ist ne geile Liste. Risen 1 ist schon das polierter Gothic, das ist wahr. Mich hat es schon begeistert als ich vom Strand durch den Wald nach oben auf dem Weg war, einfach geil. Elex 1 hat mir ähnlich gut gefallen.

        Oh Gott, ich hab halt keines der Kingdom Come Spiele gezockt (das nervt total), bisher einfach nicht die Zeit gehabt. Und Drova schaut auch gut aus.
        den anfang von risen 1 finde ich nach wie vor auch super. hier hat piranha bytes alles richtig gemacht
      • Von Weedotastisch Hobby-Spieler/in
        Das ist ne geile Liste. Risen 1 ist schon das polierter Gothic, das ist wahr. Mich hat es schon begeistert als ich vom Strand durch den Wald nach oben auf dem Weg war, einfach geil. Elex 1 hat mir ähnlich gut gefallen.

        Oh Gott, ich hab halt keines der Kingdom Come Spiele gezockt (das nervt total), bisher einfach nicht die Zeit gehabt. Und Drova schaut auch gut aus.
      • Von Bruno_44 NPC
        Ich kann of ash and steel nur empfehlen. Es ist zwar echt eine Herausforderung, aber unheimlich motivierend. Der Charakter ist anfangs eine Null. Man muss sich den Fortschritt wirklich hart erarbeiten. Und das es erst später im Spiel die Möglichkeit einer Karte gibt, die man auch erst Stück für Stück freischalten muss, läuft man doch öfters mal dumm in der Gegend rum. Auch Gold ist immer Mangelware und Training und Rüstung segr teuer.
      Direkt zum Diskussionsende
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