Kingdom Come: Deliverance 2 - 20 Stunden gespielt und komplett begeistert!

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Special Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Kingdom Come: Deliverance 2 - 20 Stunden gespielt und komplett begeistert!
Quelle: Plaion

Selbstbewusst, als hätten sie ein echtes Meisterwerk auf Lager, haben uns die Warhorse Studios schon jetzt die Vollversion ihres neuen Mittelalter-Rollenspiel-Epos überlassen. Und womit? Mit Recht!

Hört, hört, Gefolge: Der kühne Heinrich von Skalitz und sein Herr Hans Capon erleben schon bald ihr neues Abenteuer, und jeder gottesfürchtige Spieler ist eingeladen, ihnen zu folgen! Kingdom Come: Deliverance 2 schickt sich an, seinen gar tollen Vorgänger gebührend zu beerben, und wir haben schon jetzt den Boten mit der Vollversion des Spektakels an unseren Toren empfangen. Selbstbewusst sind sie also, die Gaukler bei Warhorse Studios.

Gleichwohl stellt sich die Frage, ob seine neueste Lustbarkeit dem Studio zu mehr Ehre gereicht, oder ob der Ausritt ins Böhmische Paradies doch eher zur Hanswurstiade verkommt. Wohlan denn, so lasset uns den letzten Ausblick wagen!

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Vom Regen in die Schei...

Mich dünkt, ihr wollt mich in den Kommentaren schon als Dirnensprössling schmähen, wenn ich die Blödelei nicht alsbald sein lasse. Ja gut, okay, ich hör schon auf. Aber in den 20 Stunden, die ich bisher in Kingdom Come 2 (jetzt kaufen 42,99 € / 28,99 € ) verbracht habe, hat mich das mittelalterliche Setting ganz ohne Fantasy einfach schon wieder völlig in seinen Bann gezogen.

Der Spieleinstieg ist Warhorse richtig gut gelungen, und das klappt, obwohl der Vorgänger schon so lange her ist und das neue Spiel direkt nach dessen Ende ansetzt.

Die zentrale Beziehung ist erstmal die zwischen dem Protagonisten, Heinrich, mit dem ich mich beim letzten Mal äußerst mühsam aus der Gosse zum Ritter hochgearbeitet habe, und seinem adeligen, besten Freund Hans Capon.

Die beiden sollen in den neuen Ländereien eigentlich nur ein Friedensangebot an einen Burgherrn überbringen an dann wieder abdampfen. Weil hier aber auch noch ein an die hundert Stunden langes Rollenspiel stattfinden soll, ist das alles natürlich nicht so einfach, wie es klingt.

Weiberheld Hans und der widerwillige Heinrich versuchen, ein paar Frauen am Fluss nachzustellen, und bekommen dadurch nicht mit, wie ihr Lager von mysteriösen Kämpfern aufgerieben wird, über die hier niemand so wirklich Bescheid zu wissen scheint.

Das riecht doch direkt nach einer adeligen Verschwörung, das Nachforschen und die Mission muss ich allerdings erstmal hintenanstellen, weil Hans und Heinrich bei der resultierenden Verfolgungsjagd ordentlich Federn lassen. Schwer verletzt und all unserer wertvollen Ausrüstung beraubt, landen wir in der Hütte einer Kräuterfrau, die uns langsam wieder aufpäppelt.

Ein paar zwielichtige Typen. Quelle: Plaion Zu allem Überfluss wurde uns auch noch der Brief abgeluchst, der uns als Boten kennzeichnet, und wir sehen beide, gelinde gesagt, ganz schön fertig aus. Vor den Toren der Burg, in die wir den Brief bringen sollten, wird der sonst so feine Herr Capon von den Wachen erstmal mit einem Eimer Jauche begrüßt.

Ach ja, und wenig später landen wir dann auch noch am Pranger, weil sich Hans in der nächsten Schänke unbedingt noch mit der Oberschicht anlegen musste.

Es hat fast etwas von einem mittelalterlichen Hangover - also der Filmreihe -, was die beiden in den ersten Stunden durchmachen müssen, und KCD 2 ist so charmant geschrieben, vertont und inszeniert, dass es großen Spaß macht, sich den Schlamassel anzusehen.

Die Freundschaft zwischen dem einfachen Kerl, der die ganze Drecksarbeit machen muss, und dem verzogenen Adeligen, der das bei jeder Gelegenheit raushängen lässt, ist wie im Vorgänger ein echtes Glanzlicht in der Story. Die Lippensynchronisation hat Warhorse diesmal auch besser in den Griff bekommen, sodass ich die tolle deutsche Tonspur hier guten Gewissens empfehlen kann.

Mittellos und allein - Wie ein Rollenspiel anfangen muss!

Am Ende des Intros zieht Hans dann erstmal genervt davon, und das nicht nur, weil ich ihm in den Dialogen öfters mal Paroli geboten habe. Hier beginnt auch erst das eigentliche Spiel: Ich bin komplett am Ende, habe keinen müden Groschen in der Tasche, die Leute halten mich für einen Landstreicher, weil ich auch wie einer aussehe, und ich bin erstmal auf mich allein gestellt.

Mit den schweren Verletzungen im Intro erklärt das Spiel auch die Tatsache, dass ich meinen Charakter in den nächsten vielen dutzend Stunden wieder hochzüchten muss.

Ein toter Reiter und sein Pferd im Wald. Quelle: Plaion Ja, Heinrich fängt hier quasi wieder bei null an. Er kann zwar immerhin noch lesen und das Intro lässt mich über clever in Dialogen verpackte Entscheidungen ein paar Startpunkte verteilen, aber ansonsten muss ich die Kingdom-Come-Schulbank nochmal drücken. Gut, ich würd's auch gar nicht anders wollen. Die Reise vom Bordstein zur mittelalterlichen Skyline ist hier schließlich das halbe Erlebnis!

Man sollte sich nur einer Sache bewusst sein: Es ist trotz des realistischen Anspruchs und der scheinbar sehr Skill-basierten Systeme ein Rollenspiel, das vor allem über Attribute und Ausrüstung funktioniert. Kämpfen, Schleichen, Schlösserknacken, Bogenschießen - nichts davon klappt so richtig, bevor Heinrich genügend Erfahrungen gemacht oder sie sich angelesen hat und außerdem das passende Equipment trägt.

Anfangs kann das frustrierend sein, und das wohl mit Absicht, aber KCD2 gibt sich auch Mühe, den Einstieg nicht allzu überfordernd zu machen. Das Intro führt langsam an die wichtigsten Systeme heran und die Ecke der offenen Spielwelt, in der ich danach strande, ist ein recht friedliches Fleckchen, wo ich mich ohne große Gefahren erstmal ausprobieren kann.

Ich bekomme auch gleich zwei Richtungen, die ich nun einschlagen könnte: Mein Ziel ist es, auf eine Hochzeitsfeier zu gelangen, um dort den Burgherren, für den wir hier sind, und hoffentlich auch Hans zu treffen. Mir wird gesagt, dass ich entweder beim örtlichen Schmied oder beim Müller versuchen könnte, an eine Einladung zur Party zu kommen.

Weil mein Heinrich schon im ersten Teil mit dem diebischen Müller zusammengearbeitet und nachts das eine oder andere Haus leergeräumt hat, mache ich mich schnurstracks auf den Weg zur Mühle. Und siehe da: Auch Müller Kreyzl in Kingdom Come 2 hat wieder einen Sidehustle als Bandenboss am Laufen. Trotzdem muss ich erstmal Mehlsäcke schleppen, um mir sein Vertrauen zu verdienen, und das wird gnadenlos durchexerziert. KCD2 ist, wie sein Vorgänger, ein gemütliches Rollenspiel, bei dem das Pacing gerne mal zugunsten einer höheren Authentizität gebremst wird.

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Famicom Stille/r Leser/in
        Habe 2024 den ersten Teil nachgeholt und trotz keinerlei Fantasy Elemente konnte das Spiel mit cooler Story, gut geschriebenen Charakteren und einer ziemlichen guten Optik sogar auf meinen Kleinen SteamDeck überzeugen. Auch wenn es bis zum Schluss verbuged war.

        Die verstorbenen Patienten im Kloster verfolgen mich bis heute, obwohl ich alles gemacht habe.

        Ich musste mich ein bisschen in das Kampfsystem einarbeiten aber nachdem man den Tutor ein paar mal bearbeitet hat, hat man irgendwann skills das man Oppenheimer zitieren durch die Räuberlager spaziert.

        Nur diese "Feature" das man bei einmaligen krauchen durchs Unterholz wirkt wie der letzte Penner, trotz edelster Rüstung, war überflüssig.

        Ich bin richtig gespannt wie das game auf der Deck ausschaut aber holen werde ich es mir wahrscheinlich schon allein weil die Geschichte wirklich gut ist.

        Nur schade das man wieder bei fast Null anfangen muss nachdem ich eine Unstopbare Einmann Armee erspielt habe der sich aus allen rasuschleichen konnte und dann noch den Speziellen Service im Badehaus bekam.
      • Von Famicom Stille/r Leser/in
        Habe 2024 den ersten Teil nachgeholt und trotz keinerlei Fantasy Elemente konnte das Spiel mit cooler Story, gut geschriebenen Charakteren und einer ziemlichen guten Optik sogar auf meinen Kleinen SteamDeck überzeugen. Auch wenn es bis zum Schluss verbuged war.

        Die verstorbenen Patienten im Kloster verfolgen mich bis heute, obwohl ich alles gemacht habe.

        Ich musste mich ein bisschen in das Kampfsystem einarbeiten aber nachdem man den Tutor ein paar mal bearbeitet hat, hat man irgendwann skills das man Oppenheimer zitieren durch die Räuberlager spaziert.

        Nur diese "Feature" das man bei einmaligen krauchen durchs Unterholz wirkt wie der letzte Penner, trotz edelster Rüstung, war überflüssig.

        Ich bin richtig gespannt wie das game auf der Deck ausschaut aber holen werde ich es mir wahrscheinlich schon allein weil die Geschichte wirklich gut ist.

        Nur schade das man wieder bei fast Null anfangen muss nachdem ich eine Unstopbare Einmann Armee erspielt habe der sich aus allen rasuschleichen konnte und dann noch den Speziellen Service im Badehaus bekam.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Ne tschechische Tech-Seite hat das gemacht, was Tech-Seiten mit ihrem Fokus auf Highend ja nicht mehr so machen:

        Die Performance des Spiels mit einem Rechner getestet, der nicht mehr so High End ist. Und dafür auch die Detailsettings angepasst, statt einfach Regler auf Anschlag zu bollern. Habe es mir mal Google-translaten lassen. Denn ich mache mir nach dem schönen ersten Teil am ehesten Gedanken über die Technik. Weniger über den Inhalt -- der ist eh gebongt.

        Die Premiere des ersten Teils verlief nicht ohne technische Probleme. Das Spiel wurde nicht auf den Glanzgrad gebracht, den sich Entwickler und Spieler gewünscht hätten. Um herauszufinden, wie es dieses Mal ist, stellen wir eine knifflige Falle. Wir ließen Kingdom Come 2 auf einer unterdurchschnittlichen und überwiegend in die Jahre gekommenen – etwa aus der Zeit des ersten KCD stammenden – Bestückung mit einer GTX-1070-Grafikkarte, 16 GB RAM und einem Quad-Core-Ryzen-Prozessor laufen. Beim Start gab es einen leichten Schock.

        Auch Kingdom Come: Deliverance 2 ist auf dieser Hardware flüssig spielbar. Und zwar zwischen 30 und 50 Bildern pro Sekunde in einer Auflösung von 2560 × 1440, je nach Mischung aus mittleren und hohen Details.


        Auf dem Steam Deck wirds ebenfalls ausprobiert: https://steamdeckhq.com/n...

        Das lässt hoffen. Auch wenn übers zweite Areal bis jetzt nicht berichtet werden darf. Und das ist die große Stadt, Kuttenberg. Warhorse behaupten, es sei das meistoptimierte Gebiet. Dafür hätten sie unter anderem Sichtweiten hier und da "clever" blockiert (etwa mit Marktständen) -- und auch Straßen und Gassen entsprechend arrangiert. Auch die NPC- und KI-Routinen sollen überarbeitet sein. ABER: Rattay aus KCDI ist ja selbst auf manchem aktuellen PC noch ein Test. Zumindest auf Ultra-Details. Und z.B. nachts. Im Regen. Mit Fackel in der Hand.
      • Von Neawoulf Mitglied
        Bin ich auch sehr gespannt drauf. Erstmal werde ich wohl nicht dazu kommen es zu spielen, aber Teil 1 hatte für mich schon mit eine der schönsten Spielwelten. Und im Gegensatz zu Bethesda- und Ubisoft Open World Spielen haben mir auch die Spielmechaniken gefallen, bei denen ich mich nicht ständig an die Hand genommen fühle.
      • Von OdesaLeeJames Mitglied
        Bin grad noch am ersten Teil, bei ca. 120St. und es gibt noch so viel zu tun. Das Game ist einfach der Hammer.
        Zuvor hab ich nur die TES oder Fallout RGP Games gezockt, doch jetzt kenn ich den RIESSEN Unterschied.
        Das hat mir die Betesda RGP`s schon ziemlich madig gemacht.:B
        Einzig das Kämpfen und speichern ist etwas gewöhnungsbedürftig. Zweiteres durch Mod auch kein Problem.
        Super Preview! Freue mich auf den 2. Teil und den dazugehörigen Test.
      • Von Michael Grünwald Redakteur
        Zitat von CountSix
        Wie verhält es sich denn mit Schlösserknacken via Controller? Das war beim Vorgänger ja ein absoluter Krampf.
        Ich hab den Vorgänger leider nicht gespielt, kann dir aber zumindest sagen, dass es in Teil zwei immer noch fummelig ist; wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, geht's aber schon.
      Direkt zum Diskussionsende
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