Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
  • Quantum Break: Kolumne zu Windows-10-Exklusivität und Steam-Verzicht - Macht Microsoft einen Riesenfehler?

    PC Games-Redakteur Peter Bathge nimmt in der Kolumne Stellung zur Debatte um exklusive Windows-10-Spiele wie Quantum Break und beleuchtet die Vor- und Nachteile des Win 10 Stores. Außerdem erinnert er an Microsofts vergleichbaren Windows-Vista-Deal mit Halo 2 - und daran, wie Half-Life 2 und Battlefield 3 genau die gleiche Taktik verwendeten, um Steam und Origin bekannt zu machen.

    Microsoft kehrt zurück auf den PC-Markt. Na so was! Was kommt als Nächstes? Age of Empires 4?

    "Gaming auf dem PC ist unglaublich wichtig für uns." Aussagen wie die von Xbox-Chef Phil Spencer Ende 2014 habe ich schon lange nicht mehr ernst genommen. Jahr für Jahr verbuche ich die obligatorische "Jetzt aber wirklich!"-Meldung aus Redmond irgendwo zwischen "Frommer Wunsch" und "Guter Witz". Zu oft hat Microsoft die PC-Community seit der Einführung der Xbox wie Bürger zweiter Klasse behandelt. Erst wurde das revolutionäre Halo vom PC- und Mac-Spiel zum Xbox-exklusiven Goldesel umgemodelt, dann hat man PC-Marken wie Age of Empires und Flight Simulator kategorisch heruntergewirtschaftet, als Free2Play- und Mikrotransaktions-Geldquelle sowie Mobile-App-Umsetzung ausgeschlachtet und schließlich eingeäschert. Mit Games for Windows Live hat sich Microsoft komplett in die Nesseln gesetzt, der Service entpuppte sich als Fehlerquelle und Nervfaktor (Hallo, GTA 4!), bevor er schließlich faktisch eingestellt wurde.

    Ein Age of Empires 4 für den PC - ob sich Microsoft das noch traut? Ein Age of Empires 4 für den PC - ob sich Microsoft das noch traut? Quelle: Forgotten Empires, Microsoft Doch mit Quantum Break, das nun mit dem 5. April 2016 einen gleichzeitigen Release für Xbox One und den PC erhalten hat, scheint Microsoft endlich ernst zu machen und die oft in Interviews angekündigten PC-Pläne umzusetzen. Windows und Xbox sollen stärker zusammenwachsen und Microsoft will aus einer Hand Spiele für beide Plattformen veröffentlichen. Für mich gibt es da nur einen kleinen Haken. Er nennt sich WIndows 10. Alles aus einer Hand: Mit Windows 10 will Microsoft verschiedene Plattformen vereinen. Alles aus einer Hand: Mit Windows 10 will Microsoft verschiedene Plattformen vereinen. Quelle: Microsoft

    Windows 10 kann mir gestohlen bleiben

    Meine Großmutter, Gott hab sie selig, war eine kluge und von Natur aus skeptische Frau. Einer der zentralen Pfeiler ihres recht pessimistischen Weltbilds: "Man bekommt im Leben nichts geschenkt!" Daraus leitete ich für mich einen grundsätzlichen Zweifel an den scheinbar gemeinnützigen Interessen globaler Multi-Millarden-Dollar-Unternehmen ab: Wenn mir eine Firma etwas kostenlos überlassen will, muss irgendetwas dahinter stecken. Microsoft drängt einem Windows10 förmlich auf, lädt sogar schon mal vorsorglich die Installationsdateien herunter - ob gewünscht oder nicht. Von dem kostenlosen Update von Windows 7 oder 8 haben schon über ein Drittel aller Nutzer des Spiele-Netzwerks Steam Gebrauch gemacht, aber Microsoft reicht das noch nicht. Jetzt geht das Unternehmen einen Schritt weiter, klassifiziert Windows 10 als "Empfohlenes Update" und sorgt mit einem Countdown für Stress bei zögerlichen Windows-7&8-Nutzern wie mir.

    Wenn jemand so verzweifelt ist, mir etwas Kostenloses aufzudrängen, frage ich mich unwillkürlich: Warum? Darum habe ich bis heute nicht auf Windows 10 umgerüstet. Damit bin ich bei weitem nicht allein, im Netz formierte sich schon früh heftiger Widerstand gegen Windows 10, auch und gerade bei technikversierten Spielern. Berichte über diverse Spionage-Programme von Microsoft haben nicht eben für mehr Vertrauen bei den Kunden gesucht.
    Gears of War 4 könnte ebenfalls über den Umweg Windows 10 als PC-Version erscheinen. Gears of War 4 könnte ebenfalls über den Umweg Windows 10 als PC-Version erscheinen. Quelle: Microsoft
    Microsoft ist dem in der Netzgemeinde miesen Image von Windows 10 gegenüber nicht blind. Wieso sonst sollte sich das Unternehmen momentan derartig Mühe geben, die Zweifler für sich zu gewinnen? Als Spieler macht mir Microsoft den Umstieg seit Kurzem immer schmackhafter - bzw. das Verbleiben bei älteren (und immer noch hervorragend funktionierenden) Betriebssystemen immer unattraktiver. Ein bedeutsamer Unterschied, der durch die kürzlich erfolge PC-Ankündigung des bislang als Xbox-One-Exklusivtitel geplanten Quantrum Break mal wieder deutlich gemacht wurde.

    Fable Legends ist Windows-10-exklusiv. Fable Legends ist Windows-10-exklusiv. Quelle: Lionhead Denn Quantum Break gibt's am PC nur - Wer hätte es gedacht? - für Windows 10. Auch Fable Legends und Recore erscheinen 2016 nicht mehr für andere Betriebssysteme, bei Halo Wars 2 und Sea of Thieves dürfte es genauso sein. Künftig könnte Microsoft sogar Gears of War, Forza, Halo, Crackdown und weitere Xbox-One-Marken wie Scalebound standardmäßig auch PC-Spielern zugänglich machen. Immer mit der kleinen Einschränkung, dass ohne Windows 10 nichts geht. Da werden Erinnerungen an Halo 2 wach.

    08:15
    Gears of War 4, Quantum Break, Crackdown 3, Halo Wars 2 - Ausblick 2016: Xbox

    Geschichte wiederholt sich

    "Die hässliche Optik lässt einen darüber grübeln, wer Halo 2 durch die Qualitätssicherung gewunken hat." Der Auszug aus unserem damaligen Halo 2-Test deutet schon an: Der auf der Xbox so erfolgreiche Nachfolger von Bungies Shooter-Primus hatte ein unglückliches PC-Debüt. Das mag damit zusammenhängen, dass Halo 2 2007 erst knapp drei Jahre nach der Konsolen-Veröffentlichung seinen PC-Release "feierte" - und zwar exklusiv für das neue Betriebssystem Windows Vista. Schon da waren die Reaktionen der Spieler, die mit überwältigender Mehrheit noch Windows XP benutzten, gelinde gesagt "missmutig", wie unsere News von damals belegt. "Typisch Microsoft" war ein Kommentar, den man damals wie heute oft liest.

    Halo 2 erschien exklusiv für Windows Vista und war ein großer Flop. Halo 2 erschien exklusiv für Windows Vista und war ein großer Flop. Quelle: Microsoft Microsoft mag zwar immer noch ein Marktführer in Sachen Betriebssysteme sein, aber der gute Ruf des Unternehmens ist schon lange beschädigt. Auch und besonders bei Spielern, deren offene PC-Plattform man immer enger eingrenzen möchte. Microsoft, das muss an dieser Stelle noch einmal erwähnt sein, hat Publisher Square Enix vermutlich Millionen Dollar gezahlt, um Rise of the Tomb Raider eine zeitlich beschränkte Exklusivität für die Xbox One zu verleihen, die sich allem Anschein nach als Verlustgeschäft herausgestellt hat.

    Halo 2 exklusiv für Windows Vista (einen der größten Fehlschläge in Microsofts Geschichte) zu veröffentlichen, zeugte damals von der Verzweiflung des Konzerns aus Redmond. Das Ergebnis war eine Portierung, die sich legendär schlecht verkaufte, wie erwähnt furchtbar aussah und kurioserweise von Vista-Features wie Direct X 10 kaum Gebrauch machte. 2016 stellt sich mir die Frage: Wird Quantum Break genauso eine Exklusiv-Notlösung?

    Valve und EA machen es vor

    Die Kommentare im Netz ähneln jedenfalls denen der Halo 2-Ankündigung. "Wird es halt raubkopiert" und "Ein Käufer weniger" sind nur zwei Beispiele für negative Reaktionen auf die Ankündigung, Quantum Break werde statt auf Steam exklusiv im Win 10 Store zum Kauf angeboten. Ich kann den Unmut verstehen. Aber so ganz objektiv ist er nicht. Denn eine eigene (Verkaufs-)Plattform mit exklusiven Spiele-Veröffentlichungen zu bewerben, diese Marketing-Methode hat ja nun wahrlich nicht Microsoft allein erfunden.

    Schon 2004 dachte sich etwa eine kleine Firma namens Valve, man könnte den mit Spannung erwarteten Release von Half-Life 2 doch dazu nutzen, Millionen Spieler zwangsweise an eine neue Online-Plattform namens Steam zu binden. Und Electronic Arts zog mit Battlefield 3 und seinem Steam-Konkurrenten Origin 2011 nach. Origin wurde damals übrigens auch Datenspionage vorgeworfen - so wie jetzt Windows 10.

    Für Half-Life 2 nahm man 2004 eine große Hürde in Kauf: Steam. Für Half-Life 2 nahm man 2004 eine große Hürde in Kauf: Steam. Quelle: PC Games Beide - im Rückblick erfolgreiche - Zwangsrekrutierungen der auf die Fortsetzungen ihrer Lieblingsspiele wartenden Gamer hatten hitzige Diskussionen zur Folge. Eine Steam-Umfrage zum Half-Life 2-Release zählte auf PCGames.de knapp 300 Kommentare im Forum und viele tausend Teilnehmer. Heute kräht danach kein Hahn mehr - nur ein paar tapfere Anti-DRM-Streiter beschweren sich noch ab und zu über Steam, bei Origin und Ubisofts Gegen-Service Uplay sind es noch ein paar mehr. Blizzards Battle.net dagegen stößt auf ähnlich weit verbreitete Akzeptanz wie der Valve-Dienst - und das Battle.net hat sogar nur Spiele eines einzigen Herstellers im Angebot, ist also besonders restriktiv.

    Wird sich die Aufregung über Quantum Break und WIndows 10 ebenfalls mit der Zeit legen? Ich bezweifle es. Denn dazu müsste das Spiel wichtiger sein als der Skandal. Bei aller Liebe für Quantum Break-Entwickler Remedy Entetainment (Max Payne war toll!) - diese Bedingung sehe ich beim reichlich generisch wirkenden Action-Spiel rund um Zeitmanipulationen einfach nicht erfüllt.

    01:47
    Quantum Break: "The Cemetary" - Neuer Trailer zum Action-Adventure

    Fehlende Begeisterung

    Die Mutter aller Exklusivspiele: Für Half-Life 2 war ein Steam-Account-Pflicht. Damals unerhört! Die Mutter aller Exklusivspiele: Für Half-Life 2 war ein Steam-Account-Pflicht. Damals unerhört! Quelle: PC Games Half-Life 2 wollte damals jeder spielen. Es gilt zurecht als Meilenstein der Videospielgeschichte, war der Nachfolger eines der einflussreichsten Ego-Shooter überhaupt. Die Entwicklung zog sich über Jahre hin und jede neue Information zum Spiel wurde von der Öffentlichkeit geradezu verschlungen. Tech-Demos und frühe Einblicke ins Spiel sorgten regelmäßig für Jubelstürme und "Wow, das sieht ja genial aus!"-Ausrufe. Der Steam-Zwang? Das war die bittere Pille, die man nun mal eben schlucken musste, um ein Jahrhundertspiel genießen zu können.

    Um Battlefield 3 zu spielen, mussten sich Fans der Reihe mit Electronic Arts Online-Plattform Origin arrangieren. Um Battlefield 3 zu spielen, mussten sich Fans der Reihe mit Electronic Arts Online-Plattform Origin arrangieren. Quelle: PC Games / Electronic Arts Bei Battlefield 3 herrschte vorab eine ähnliche Erwartungshaltung. Die geliebte Multiplayer-Reihe machte endlich den Sprung auf (damals) aktuelle Konsolen und versprach auch am PC bis dahin nicht gesehene Prachgrafik verbunden mit dem großartigen Battlefield-Gameplay. Wie bei Half-Life konnte Electronic Arts auf eine gigantische Fangemeinde zählen, die den dritten Teil der Serie so oder so kaufen würde - selbst wenn sie beim Spielen immer auf einem Bein stehen müsste und die Maus nur mit japanischen Essstäbchen über den Schreibtisch schieben dürfte. Der Origin-Zwang? Ärgerlich, aber es war nun mal Battlefield!

    Quantum Break dagegen ... nun, Quantum Break hatte schon vor der Windows-10-exklusiven, Steam-Benutzer ausschließenden PC-Ankündigung einen schweren Stand. So richtig begeistern konnten sich dafür bislang allenfalls beinharte Remedy-Fans und nach neuen Exklusiv-Spielen hungernde Xbox-One-Besitzer. Die bisherigen Gameplay-Szenen haben aber niemanden so richtig aus den Socken gehauen, die Verbindung zur TV-Serie wirft immer noch Fragen auf und am Ende ist Quantum Break eben doch nur ein weiterer Third-Person-Shooter, wie man ihn gefühlt schon hunderttausend Mal gespielt hat.

    Dass man dafür nun nicht nur Windows 10 braucht, sondern sich das Spiel auch nur im integrierten Microsoft-Store als Download (und wohl nicht als Retail-Version) kaufen kann, dass die Systemanforderungen für eine Xbox-One-Umsetzung absurd hoch erscheinen und dass man sich als Spielekenner wie damals bei Halo 2 unweigerlich fragt, warum dieser Titel denn nun unbedingt das Windows-10-exklusive Direct X 12 braucht, wenn er doch auch auf alter Xbox-Hardware läuft - all das trägt nun eben nicht zur Attraktivität von Quantum Break bei. Mich würde es nicht überraschen, wenn das Remedy-Spiel ein mittelgroßer Flop wird - egal ob auf Konsole oder PC.

    Win 10 Store: Restriktive Sandbox

    Nun ist der Windows 10 Store im Ansatz ja schön bequem. Wer Windows 10 besitzt, muss kein separates Konto erstellen wie bei Steam & Co. Ein Klick und man ist im Shop, muss sich keine Passwörter merken und darf als Xbox-One-Nutzer sogar seine auf einer Plattform gesammelten Achievements samt gespeicherter Spielstände übernehmen. Das Problem ist jedoch, wie die dort gekauften PC-Spiele unter Windows 10 gestartet werden und anschließend laufen.

    Gibt's schon bald die Xbox-Hausmarke Forza auch für den PC? Der Win 10 Store könnte es möglich machen. Gibt's schon bald die Xbox-Hausmarke Forza auch für den PC? Der Win 10 Store könnte es möglich machen. Quelle: Microsoft Im Gegensatz zu Origin, Steam oder Uplay ist der Win 10 Store nicht einfach nur externes Programm und Knotenpunkt für den Start separater Spiele-Anwendungen. Nein, Windows 10 erzeugt für die über den Store gekauften Spiele eine Sandbox-Umgebung. Das hat weniger was mit Minecraft und Open-World-Spielen zu tun, sondern ist vielmehr eine virtuelle Umgebung, die komplett abgetrennt vom Rest des Systems abläuft. Der Vorteil einer solchen Sandbox: Was hier drin geschieht, hat keine Auswirkungen auf den Ablauf von Windows 10. Stürzt ein Spiel in der Sandbox ab, ist ein Crash des kompletten Systems ausgeschlossen. Der Nachteil der Sandbox: Andere Programme können mit der so ausgeführten Anwendung nicht kommunizieren, das kann nur Windows über bestimmte Schnittstellen.

    In der Praxis bedeutet das wie schon bei Rise of the Tomb Raider für Windows 10, dass viele Vorteile der Plattform PC bei Quantum Break wegfallen. Einen richtigen Vollbildmodus gibt es nicht, nur die rahmenlose Fenster-Version. Externe Tools wie SweetFX, die von einigen Spielern zur unkomplizierten Grafikverschönerung genutzt werden, lassen sich nicht in Verbindung mit Quantum Break ausführen. Das Gleiche gilt für Aufnahme-Software à la Fraps. V-Sync ist in der Sandbox standardmäßig aktiviert, das könnte bei Monitoren mit 144 Hertz für Probleme sorgen. Alternative Techniken wie G-Sync und FreeSync wären damit unmöglich. Bitter auch für Besitzer besonders leistungsstarker PCs: Quantum Break wird wohl keine SLI-Lösungen mit mehreren Grafikkarten unterstützen.

    01:54
    Windows 10: Upgrade - Update über "Optionale Updates" verhindern - Video

    Angesichts dieser Nachteile wirken die negative Reaktionen vieler PC-Spieler, die einerseits das restriktive Steam abfeiern, andererseits aber den Win 10 Store verteufeltn, schon gar nicht mehr so scheinheilig. Zumal ich jeden verstehen kann, der für Quantum Break nicht auch noch eine eigene Plattform verwalten möchte. Durch den Verzicht auf ein separates Konto ist Windows 10 in der Beziehung zwar recht pflegeleicht, doch die zunehmende Zersplitterung des Hobbys PC-Spiele geht mir auch auf die Nerven. Schon jetzt hat jeder zweite Hersteller seine eigene Plattform, muss ich mit unterschiedlichen Accounts und Passwörtern jonglieren. Das nervt!

    Quantum Break ist keine Killer-App

    Na klar: Microsoft kann tun, wonach ihnen der Sinn steht. Der Betriebssystem-Gigant aus Redmond hat sich dazu entschlossen, parallel zu den insgesamt schleppend verlaufenden Xbox-One-Verkäufen Windows 10 als großes zweites Standbein aufzubauen, speziell im Gaming-Bereich. Dazu braucht es Verkaufsgründe. Nun könnte man natürlich durch Qualität, Komfort, Sicherheit und Kompatibilität überzeugen. Doch in Sachen Spiele kennt Microsoft nach 15 Jahren Konsolenfokus nur noch eine Methode der Kundenbindung: Exklusivität.

    Im großen Popularitäts-Wettbewerb mit Sony hat Microsoft die (meiner Meinung nach falsche) Lektion gelernt, dass sich Erfolg nur durch Abgrenzung zur Konkurrenz einstellt. Der PC ist aber schon immer eine offene Plattform gewesen - eine Tatsache, an die sich trotz Verbreitung von Steam & Co. glücklicherweise immer mehr Entwickler erinnern und beispielsweise weitreichende Modding-Möglichkeiten in ihre Spiele einbauen. Mods? Das ist noch so ein Punkt, der bei über den Windows 10 Store verkauften und gestarteten Spielen ins Wasser fällt.

    Will Microsoft Windows 10 als Alternative für Spieler aufbauen und Steam Konkurrenz machen will, braucht es bei der aktuellen Konzernverhaltensweise eine oder mehrere sogenannter Killer-Apps, um Kunden an die eigene Plattform zu binden. Killer-Apps, das ist eine martialische Bezeichnung für die richtig großen, zugkräftigen Titel und Marken - Spiele, die für sich genommen schon ein Verkaufsargument sind. Die Xbox hatte Halo, Gears of War und Forza, die Playstation konnte sich zuletzt auf Uncharted, God of War und The Last of Us verlassen. Und Nintendo hat Mario, Link, Kirby und Konsorten. Es sind Spiele, die jeder haben will, für die man sich eine Konsole zulegt und an deren Werbespots Microsoft verschmitzt den kleinen Satz anfügen kann: "Only on Xbox." Nur dass der jetzt eben auch öfter wieder durch ein "... and Windows 10" ergänzt werden soll. Quantum Break kombiniert Third-Person-Shooter und Zeitmanipulation - nicht eben ein hitverdächtiges Konzept. Quantum Break kombiniert Third-Person-Shooter und Zeitmanipulation - nicht eben ein hitverdächtiges Konzept. Quelle: Remedy Quantum Break ist - soweit sich das zwei Monate vor Release sagen lässt - keine solche Killer-App. Um den Win 10 Store als Steam-Konkurrenten zu etablieren, bräuchte es ganz andere Kaliber als ein neues Actionspiel von Remedy von unbekannter Qualität. Was dazu gedacht war, mehr Spieler zum Umstieg auf Windows 10 zu bewegen, könnte nach hinten losgehen: Die mit dem Kauf von Quantum Break verbundenen Einschränkungen könnten dazu führen, dass PC-Spieler erst gar nicht zugreifen. Indes: Schlechte PC-Verkaufszahlen würden bei Microsoft wohl wieder eine Debatte über die Sinnhaftigkeit von PC-Umsetzungen auslösen und das Unternehmen zurück ins Konsolenlager treiben. Eine solche Entwicklung hätten sich die Windows-Erfinder dann aber komplett selbst zuzuschreiben.

    Als alter Echtzeitstrategie-Fan fände ich das schon irgendwie tragisch. Age of Empires 4 hätte ich dann doch gerne gespielt. Von mir aus auch auf Windows 10.

    • Es gibt 171 Kommentare zum Artikel

      • Von Scholdarr Erfahrener Benutzer
        Zitat von Crysisheld
        Ich hatte von Steam geredet, die ist glaub keine historische Plattform.
        Naja, in mancher Hinsicht schon. Denn das Steam von heute hat imo mit dem Steam zu Zeiten von HL2 außer dem Name nicht mehr viel zu tun. 
      • Von Crysisheld Community Officer
        Zitat von Scholdarr
        Ich meinte keine historischen Plattformen sondern die aktuell vorhandenen. Und bei denen geht es allen primär um den Verkauf und die Distribution.
        Ich hatte von Steam geredet, die ist glaub keine historische Plattform.
      • Von Scholdarr Erfahrener Benutzer
        Zitat von Crysisheld
        Nein ursprünglich waren es reine Patchplattformen so wie damals die Sierra Updater zu den Sierra Spielen. Danacg DRM Plattformen, vorallem Steam war anfangs nur für das streamlining von Counterstrike Patches da. Darum wurde es ja auch früher in den Counter-Strike…
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2016 PC Games Hardware 07/2016 PC Games MMore 05/2016 play³ 07/2016 Games Aktuell 07/2016 buffed 06/2016 XBG Games 03/2016 N-Zone 05/2016 WideScreen 07/2016 SpieleFilmeTechnik 07/2016
    PC Games 06/2016 PCGH Magazin 07/2016 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1186316
Quantum Break
Quantum Break: Kolumne zu Windows-10-Exklusivität und Steam-Verzicht - Macht Microsoft einen Riesenfehler?
PC Games-Redakteur Peter Bathge nimmt in der Kolumne Stellung zur Debatte um exklusive Windows-10-Spiele wie Quantum Break und beleuchtet die Vor- und Nachteile des Win 10 Stores. Außerdem erinnert er an Microsofts vergleichbaren Windows-Vista-Deal mit Halo 2 - und daran, wie Half-Life 2 und Battlefield 3 genau die gleiche Taktik verwendeten, um Steam und Origin bekannt zu machen.
http://www.pcgames.de/Quantum-Break-Spiel-15745/Specials/Kolumne-zur-Windows-10-Exklusivitaet-am-PC-mit-Win-Store-statt-Steam-1186316/
17.02.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/02/Quantum_Break_Windows_10_Exklusiv_am_PC-pc-games_b2teaser_169.jpg
quantum break,action,microsoft
specials