Total War: Rome 2 im Test - Nervige KI-Schwächen, Komfort-Mängel, Meinungen + Wertungen

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Total War: Rome 2 im Test: Riesiger Umfang, gewaltiges Potenzial, viele Probleme
Quelle: PC Games

Rome 2 bringt erwachsene Männer zum Weinen. Mit bildhübscher Grafik - und horrenden Systemanforderungen. Der PC Games-Test verrät euch, warum das bislang größte Total War-Strategiespiel trotz hohem Suchtfaktor weniger Spaß macht als die Vorgänger und unter welchen Mängeln Rundenmodus und Echtzeitschlachten derzeit noch leiden.

Vom Wasser an Land
Amphibische Operationen sind nicht erst seit dem berühmt-berüchtigten D-Day während des Zweiten Weltkrieges eine wichtige Komponente in der Kriegsführung, sondern spielten bereits in der Antike eine große Rolle - man denke nur an die Schlachten der Perser gegen die griechischen Städte oder den Fall Troias in der Vorantike. Nun hat man auch zum ersten Mal in der Seriengeschichte die Möglichkeit, solche Landungsoperationen nachzuspielen. Wir meinen: Die amphibischen Gefechte sind sehr gut gelungen. Wenn man etwa als Römer Karthago angreift und zuerst zusehen muss, dass die erfahrenen Legionen an Land kommen, bevor sie im schlimmsten Fall vor dem Erreichen der Strände von Ballisten auseinandergenommen werden, bekommen die Schlachten einen ganz neuen Tiefgang. Praktisch ist übrigens, dass man mit Schiffen den Feind sehr flott und überraschend an den Flanken über den Seeweg angreifen kann und so ebenfalls mehr taktischen Tiefgang in der Serie hat.

Während solche kombinierten Land-See-Gefechte fraglos zu den Höhepunkten der Rome 2-Schlachten gehören, fallen die reinen Schiffskämpfe dagegen etwas ab. Da wir in der Antike hauptsächlich mit von Ruderern angetriebenen Galeeren hantieren, hat Creative Assembly darauf verzichtet, Windrichtung und Wellengang als taktische Elemente ins Spiel einzubinden. Als Admiral steht ihr so vorrangig vor der Entscheidung, ob ihr gegnerische Pötte rammt, entert oder mit Bogenschützen beziehungsweise Ballisten aus der Entfernung zusammenschießt. Das Ganze sieht dank schäumender Wellen und in tausende Splitter berstende Schiffe durchweg brillant aus, spielt sich aber deutlich langweiliger als die Seegefechte in den Vorgängern Empire, Napoleon oder Shogun 2: Fall of the Samurai, in denen Kanonen und Windrichtung für taktische Würze sorgten.

Nervige KI-Schwächen

Total War: Rome 2 punktet mit einer gewaltigen Fülle an Neuerungen. Doch wie bereits befürchtet ist und bleibt die künstliche Intelligenz im Gefecht immer noch ein Schwachpunkt der Serie - obwohl Entwickler Creative Assembly bei jedem Spiel nicht müde wird zu betonen, man habe das Computerverhalten endlich signifikant verbessert. Pustekuchen! So lassen sich feindliche Armeen bei Belagerungsschlachten leicht ausschalten, weil sie nicht die Mauern großer Städte zu ihrem Nutzen verwenden, sprich sie nicht mit Truppen besetzen. Stattdessen warten die Feinde häufig in der Nähe des Stadtzentrums und lassen es zu, dass man die hölzernen Tore verbrennt und auf die Weise ungehindert in die Stadt gelangt und dann mit den kaum verwundeten Truppen die Siedlung übernimmt. Das macht die Forschungsoptionen für Belagerungsgeräte (einer von neun Forschungszweigen, die wir auf der Weltkarte beliebig abarbeiten und die für alle Fraktionen gleich sind) nahezu überflüssig, da wir jede Stadt erobern können, ohne vorher Leitern oder Belagerungstürme bauen zu müssen.

Bei den anderen Gefechten werden Serienveteranen ebenfalls nicht so stark gefordert, denn es ist immer noch möglich, mit Fernkampfeinheiten ganze Legionen von Feinden aus einer sicheren Entfernung auszuschalten. Im Grundprinzip funktionieren die Schlachten jedoch gut, der Computer wendet das beliebte Schere-Stein-Papier-Prinzip fast in Perfektion an und greift zum Beispiel mit der Kavallerie keine Phalanx aus Hopliten an. Zudem stellt die KI auch mal mit im Wald versteckten Einheiten fiese Fallen oder sucht nach einem Weg, uns an den schwächeren Flanken zu schaden. Wer also mit der KI der Vorgänger einigermaßen zufrieden war, wird mit Total War: Rome 2 glücklich werden. Der große Sprung nach vorn ist dem Nachfolger in Sachen künstliche Intelligenz indes nicht gelungen.

Komfort-Mängel

Wie immer praktisch: Wenn wir keine Lust auf die toll anzusehenden Massenkeilereien haben, dürfen wir auch jederzeit auf die Automatikfunktion zurückgreifen. Stehen sich zwei feindliche Armeen auf der Strategiekarte gegenüber, zeigt Rome 2 sehr präzise die Gewinnchance und die zu erwartenden Verluste an, je nach Mannstärke und Generalsfähigkeiten. Zudem dürfen wir aus drei Verhaltensweisen für den KI-General wählen: aggressiv, defensiv und vorsichtig. Im Test war es uns problemlos möglich, große Teile der Kampagne zu bewältigen, ohne auch nur einmal selbst eine Schlacht zu schlagen: Die Automatikfunktion verrichtet exzellente Dienste, nie kam es zu unverständlichen oder wild ausgewürfelten Ergebnissen.
Weniger zufrieden sind wir mit anderen Aspekten der Steuerung, die sich vor allem durch einen Hang zu unnötig vielen Klicks auszeichnet.

So ist es etwa nötig, die bei Überbevölkerung entstehenden Slums in einer Stadt jeweils manuell abzureißen. Agenten haben nicht mehr automatisch Auswirkungen auf die Provinz, in der sie sich befinden (etwa eine Erhöhung der Steuereinnahmen), sondern müssen per Klick dazu angehalten werden, die Bevölkerung zu inspirieren - unnötig! Der Gebäudebau in den Städten könnte zudem eleganter gelöst sein: Mehrere kryptische Symbole sind neben- und übereinander angeordnet; ein Klick öffnet ein Untermenü mit den verfügbaren Bauoptionen. Überhaupt, die Symbole: Mit zur Antike passenden, aber recht schnöden Zeichnungen für Einheiten und Gebäude sowie einer furchtbar langweiligen Schriftart gehört die Benutzeroberfläche nicht eben zu den Stärken von Rome 2.

Riesiges Potenzial, kaum ausgenutzt

Nach all der Kritik müssen wir aber zum Schluss festhalten: Total War: Rome 2 ist ein exzellentes Strategiespiel, eine Zierde seiner Zunft. Die Schlachtenatmosphäre ist fantastisch, der Strategiemodus macht süchtig. Aber gleichzeitig enttäuscht das neue Komplexitätsmonster auf hohem Niveau: Die KI ist immer noch manchen Mods für die Vorgängerspiele unterlegen, die gigantische Welt sorgt für einen zähen Spielverlauf mit wenig Abwechslung und die langen Ladezeiten sowie der enorme Hardware-Hunger frustrieren. All diese Probleme sind jedoch recht leicht zu beheben: Creative Assembly hat bereits einen Day-One-Patch angekündigt. Sollten künftige Updates einige unserer Kritikpunkte beheben, werden wir uns Rome 2 noch einmal ansehen und die Wertung eventuell anpassen. Außerdem werden wir uns in den kommenden Tagen noch den Mehrspielermodus ansehen, der neben Online-Schlachten auch das Spielen der Kampagne gegen einen anderen Menschen erlaubt.

Total War: Rome 2 erscheint am 3. September im Einzelhandel und digital über Steam. Beide Versionen benötigen ein Steam-Konto und eine einmalige Internetverbindung für die Installation. Zudem ist es möglich, dass der automatische Download eines größeren Day-One-Updates nötig ist.

Wertung zu Total War: Rome 2 (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Gigantische SpielweltViele verschiedene Fraktionen mit jeweils eigenen EinheitenBombastische Gefechte mit gewaltigen ArmeenWunderschöne Strategiekarte mit vielen DetailsTolle Schlachtfeld-AtmosphäreExzellente MusikuntermalungHoher WiederspielwertGelungenes neues ProvinzsystemMotivierende RPG-Elemente für Generäle und ArmeenTolle Kombination aus Schiffs- und LandschlachtenZuweilen clevere KI-Aktionen auf der WeltkarteSolide Gegner-KI im GefechtViel zu tun im Rundenmodus …
… aber kaum etwas davon hat nachhaltige Auswirkungen.KI-Probleme im Gefecht und auf der WeltkarteSinnlose Kamikaze-Angriffe durch RebellenViel zu große Karte/zäher SpielverlaufFehlende Vorgänger-FeaturesTaktisch anspruchslose SeegefechteEnormer LeistungshungerLange Lade- und RundenzeitenUnnötige Klickarbeit/hässliches Interface

Meinungen

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Total War: Rome 2 im Test - Leichter Einstieg, gigantische Ausmaße
  2. Seite 2 Total War: Rome 2 im Test - Das neue Provinzsystem
  3. Seite 3 Total War: Rome 2 im Test - Fehlende Spielelemente
  4. Seite 4 Total War: Rome 2 im Test - Familienangelegenheiten und intensive Echtzeit-Schlachten
  5. Seite 5 Total War: Rome 2 im Test - Nervige KI-Schwächen, Komfort-Mängel, Meinungen + Wertungen
    • Kommentare (178)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mothman Mitglied
        Zitat von vandewolf
        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
        Möchte dir natürlich nicht von Rome 2 abraten, denn es ist durchaus ein "gutes" Spiel.
        Aber mir persönlich hat Shogun 2 (und auch alle anderen TW-Teile bisher) wesentlich mehr Spaß gemacht.
      • Von Mothman Mitglied
        Zitat von vandewolf
        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
        Möchte dir natürlich nicht von Rome 2 abraten, denn es ist durchaus ein "gutes" Spiel.
        Aber mir persönlich hat Shogun 2 (und auch alle anderen TW-Teile bisher) wesentlich mehr Spaß gemacht.
      • Von vandewolf Anfänger/in
        Bin selber auch ein Fan der Total War Reihe.
        Nur kann ich es nicht verstehen warum wiedereinmal das Spiel mit sovielen Bugs und Co. veröffentlicht wurde.
        Die Entwickler müssten das doch bei Tests selber merken.

        Doch nein. Stattdessen kommen wieder einmal Updates über Updates.

        Schade finde ich es das man wieder keine Fraktionen freischalten kann.
        Auch wen diese nun anscheind ja mit den DLC kommen. Doch dafür wollen se ja auch wieder Geld.

        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
      • Von Kratos333 Spiele-Enthusiast/in
        Der neuste (27.9) betapatch hat meine technischen Probleme alle beseitigt. Ich zocke nun auf der Kampagnenkarte immer mit min. 35 Frames. Die rundenzeit ist sowas von flott. Brauch keine 5 sekunden mehr pro Runde
        In den schlachten hab ich auf extrem setting sogut wie immer 20frames ++.

        Ebenso ist die KI nun wirklich merklich besser. Sie greift mehr an und steht nicht nur dumm an den flaggen rum. Das Spiel ist auf Sehr schwer und Legendär nun wesentlich fördernder.

        Der 3.0 Final soll anfang nächste Woche erscheinen und dann soll auch gleich Beta4 an den start gehen.

        Ich hoffe im Beta4 auf folgende Punkte:

        Hoffentlich geht CA nun die Probleme an mit dem "Blobbing" der einheiten weil das im Kampf total unübersichtlich ist und alle irgendwie nur auf einem haufen stehen. Ebenso soll ja der Seekampf einige verbesserungen erhalten und auch das Capture the Flag soll verbessert werden oder sogar ganz entfernt werden.

        Und dann kann CA so langsam die Kampagne mal richtig balancen. Sehr starke einheiten müssen VIEL VIEL teurer werden und auch im unterhalt mehr kosten. Ein Family Tree muss ebenso schnellstens rein oder wenigstens das Politik system mal ordentlich verbessern. Die ereignisse die regelmässig passieren sind ebenso reinstes Glücksspiel und man sollte mal bessere Infos darüber bekommen was man wirklich nun macht wenn man diese option wählt.
      • Von LowriderRoxx Spiele-Enthusiast/in
        Die Patches #2 und #3 (Beta) haben schon spürbare Verbesserungen gebracht, #2 in technischer Hinsicht und #3 in spielerischen Dingen.

        Die BAI hat mich eben sogar überrascht, da ich überhaupt nicht mehr mit intelligent flankenden Kavallerieeinheiten gerechnet hatte. Ausserdem haben durch die Bank höhere Moral und geringere Angriffswerte den Nahkampf genügend verlangsamt, um wieder ein bisl Taktik zu ermöglichen. Macht schon deutlich mehr Spaß als noch zu Beginn. Leider ist die BAI bei Belagerungen noch immer "verbesserungswürdig" und allgemein komplett hilflos gegenüber Fernkämpfern, wenn keine Kavallerie im Aufgebot steht.

        Immerhin haben sie der CAI ein wenig Leben eingehaucht. In meiner neuen Suebi-Kampagne (VH/VH/4tpy) gab es innerhalb der ersten 20 Runden mehr Kriegserklärungen als in der kompletten 1.0 Kampagne mit den Römern... scheinbar sind die Nachbarn auf Krawall gebürstet. Die Zusammenstellungen der Armeen war nach #2 allerdings noch immer Grütze, überall sind Unmengen an Slingers und Spear Militia unterwegs. Mit #3 ist meine Kampagne noch nicht weit genug fortgeschritten, vielleicht ist es ja besser geworden.
      • Von Enisra Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Was hat das mit dem PC zu tun???

        Er will nur noch auf Konsolen von schlechten Spielen enttäuscht werfen, ist doch logisch ;-)
        So wie Ride to Hell kam auch für die PS3 und Xbox Zero
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