Total War: Rome 2 im Test - Das neue Provinzsystem

178
Test Peter Bathge Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Total War: Rome 2 im Test: Riesiger Umfang, gewaltiges Potenzial, viele Probleme
Quelle: PC Games

Rome 2 bringt erwachsene Männer zum Weinen. Mit bildhübscher Grafik - und horrenden Systemanforderungen. Der PC Games-Test verrät euch, warum das bislang größte Total War-Strategiespiel trotz hohem Suchtfaktor weniger Spaß macht als die Vorgänger und unter welchen Mängeln Rundenmodus und Echtzeitschlachten derzeit noch leiden.

Neues Provinzsystem

Egal ob SSD oder nicht: Die schiere Größe von Rome 2 begeistert Kunden, die möglichst viel Inhalt für ihr Geld haben wollen. Das neue Total War-Spiel ist ein Umfangmonster, unter 30 Stunden lässt sich kein Kampagnenfeldzug erfolgreich abschließen. Durch die unterschiedlichen Fraktionen mit jeweils eigener Einheitenzusammensetzung ist zudem der Wiederspielwert serientypisch sehr hoch. Allerdings hat Creative Assembly einige Änderungen am Rundenmodus vorgenommen, von denen uns einige sauer aufgestoßen sind. Zuerst aber mal die guten neuen Ideen, die Rome 2 ebenfalls zu bieten hat: So sind Provinzen neuerdings in bis zu vier Siedlungen mit einer großen Hauptstadt aufgeteilt. So bilden etwa die mittleren Regionen Italiens mit Rom, dem heutigen Neapel und zwei anderen Territorien die Provinz Italia. Sobald man die Kontrolle über alle vier Gebiete Italias erlangt hat, bekommt man die Möglichkeit Provinzerlasse zu geben und so zum Beispiel die Romanisierung der beherrschten Gebiete zu fördern und damit kulturell bedingten Unruhen vorbeugen oder einfach Spiele und Feste zu veranstalten und so die Bevölkerung bei Laune zu halten. Dieses System führt dazu, dass sowohl die KI-Kontrahenten als auch man selbst versucht, stets komplette Provinzen zu besetzen und daher Konflikte mit den Nachbarstaaten an der Tagesordnung sind. Außerdem ist es möglich, spezialisierte Städte zu errichten: In der Provinzhauptstadt stehen die Kasernen, in den Nebensiedlungen Felder und Weiden, die Nahrung produzieren. Der Proviant ist wichtig, da bei Nahrungsknappheit die Untertanen rebellieren und Soldaten verhungern - das kennen wir aus Shogun 2.

Die Provinzstruktur hat auch weitreichendere Konsequenzen, denn auch in der Erhebung der Armeen und bei der Verteilung der Ressourcen hat sich was getan. Nun werden die Truppen nicht aus einem kleineren Territorium angeworben, sondern die gesamte Provinz bestimmt, welche Einheiten man ausbilden kann. Und wenn etwa Rom eine starke Garnison hat, aber kaum Nahrungsmittel herstellt, hilft zum Beispiel ein gut ausgebauter Fischereihafen im benachbarten Ariminum aus. Die Anzahl der besetzten Provinzen bestimmt auch, wie viele Anführer und damit Armeen man zeitgleich auf der Kampagnenkarte befehligen darf. Positiv ist ebenfalls, dass in Total War: Rome 2 nun die Armee nicht in der Nähe einer bestimmten Stadt rekrutiert wird, sondern der jeweilige General direkt die Einheiten anwirbt, egal wo er steht. Logischerweise kann sich ein Anführer während der Rekrutierungsphase nicht bewegen, aber sonstige Nachteile oder das frühere rundenlange Warten auf angeworbene Truppen entfällt in Total War: Rome 2.

Unseren Armeen (oder im Falle der Römer: Legionen) steht in Rome 2 zwangsweise ein General vor, den wir bei ihrer Aushebung bestimmen. Der Kerl verdient durch geschlagene Schlachten Erfahrung, sammelt automatisch Charaktermerkmale, die seine Leistung beeinflussen und verfügt über einen "Haushalt"-Slot, für den wir aus im Spielverlauf angesammelten Spezialisten und Boni den passenden auswählen. Auf diese Weise veranlassen wir etwa, dass unser General die öffentliche Ordnung in einer eroberten Siedlung um zwei Punkte schneller erhöht als normal oder Speerkämpfer unter seiner Führung besonders kräftig zuschlagen. Nebenbei wählen wir bei Stufenaufstiegen des Heerführers auch noch Skills aus - das funktioniert ebenfalls wie in Shogun 2. Allerdings kristallisiert sich im Lauf der Spielzeit schnell eine bewährte Kombination für Generäle und Admiräle heraus; zum Experimentieren laden diese minimalen RPG-Elemente nicht ein.

Neu: In Total War: Rome 2 sammeln nun auch Armeen Erfahrungspunkte und schalten damit Traditionen frei. Diese Traditionen geben zwar zumeist nur wenige Prozent mehr Waffenschaden oder kleinere Moralboni, bleiben aber bestehen, auch wenn eine Armee komplett verloren geht und danach wieder reaktiviert wird. Die Auswirkung auf die Gefechte sind also eher gering, doch es motiviert ungemein, etwa mit seiner ersten berühmten Kohorte in die Schlacht zu ziehen und zu wissen, dass diese eine Armee bereits für den Niedergang Karthagos und den Fall Spartas verantwortlich gewesen ist.. Nettes Detail: Name und Wimpel der Heere lassen sich auf Wunsch individualisieren.

Bei diplomatischen Verhandlungen mit KI-Nationen dürfen wir in Rome 2 zudem unseren Verbündeten ein Angriffsziel im Krieg gegen eine dritte Kultur vorgeben. Die computergesteuerten Parteien verhalten sich nachvollziehbarer als in den Vorgängern und halten sich an Verträge wie Nichtangriffspakte und Defensivbündnisse. Wer seine Truppen nicht in Eroberungskämpfen aufreiben will, aber trotzdem die Kontrolle über andere Staaten erlangen möchte, kann diese zu Klientelkönigtümern machen. Anschließend zahlen die ehemaligen Widersacher ihren neuen Lehnsherren Tribut und lassen deren Truppen anstandslos durch das eigene Gebiet ziehen.

Für mehr Übersicht sorgt derweil eine neue 2D-Karte: Ein Druck auf die Tab-Taste zeigt die komplette Spielwelt im charmanten Papyrus-Stil. Das ist wunderbar dazu geeignet, um sich schnell einen Überblick über die Besitzverhältnisse oder den Status der eigenen Bevölkerung zu verschaffen. Befehle lassen sich in dieser Ansicht, die es in ähnlicher Form auch in den Echtzeitgefechten gibt, übrigens keine geben.

178
  1. Seite 1 Total War: Rome 2 im Test - Leichter Einstieg, gigantische Ausmaße
  2. Seite 2 Total War: Rome 2 im Test - Das neue Provinzsystem
  3. Seite 3 Total War: Rome 2 im Test - Fehlende Spielelemente
  4. Seite 4 Total War: Rome 2 im Test - Familienangelegenheiten und intensive Echtzeit-Schlachten
  5. Seite 5 Total War: Rome 2 im Test - Nervige KI-Schwächen, Komfort-Mängel, Meinungen + Wertungen
    • Kommentare (178)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Mothman Mitglied
        Zitat von vandewolf
        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
        Möchte dir natürlich nicht von Rome 2 abraten, denn es ist durchaus ein "gutes" Spiel.
        Aber mir persönlich hat Shogun 2 (und auch alle anderen TW-Teile bisher) wesentlich mehr Spaß gemacht.
      • Von Mothman Mitglied
        Zitat von vandewolf
        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
        Möchte dir natürlich nicht von Rome 2 abraten, denn es ist durchaus ein "gutes" Spiel.
        Aber mir persönlich hat Shogun 2 (und auch alle anderen TW-Teile bisher) wesentlich mehr Spaß gemacht.
      • Von vandewolf Anfänger/in
        Bin selber auch ein Fan der Total War Reihe.
        Nur kann ich es nicht verstehen warum wiedereinmal das Spiel mit sovielen Bugs und Co. veröffentlicht wurde.
        Die Entwickler müssten das doch bei Tests selber merken.

        Doch nein. Stattdessen kommen wieder einmal Updates über Updates.

        Schade finde ich es das man wieder keine Fraktionen freischalten kann.
        Auch wen diese nun anscheind ja mit den DLC kommen. Doch dafür wollen se ja auch wieder Geld.

        Mal sehen ich werde erstmal das Shogun 2 zu ende spielen.und dann schauen ob ich mir Rome 2 hole.
        Derzeitige Tendenz->eher Nein.
      • Von Kratos333 Spiele-Enthusiast/in
        Der neuste (27.9) betapatch hat meine technischen Probleme alle beseitigt. Ich zocke nun auf der Kampagnenkarte immer mit min. 35 Frames. Die rundenzeit ist sowas von flott. Brauch keine 5 sekunden mehr pro Runde
        In den schlachten hab ich auf extrem setting sogut wie immer 20frames ++.

        Ebenso ist die KI nun wirklich merklich besser. Sie greift mehr an und steht nicht nur dumm an den flaggen rum. Das Spiel ist auf Sehr schwer und Legendär nun wesentlich fördernder.

        Der 3.0 Final soll anfang nächste Woche erscheinen und dann soll auch gleich Beta4 an den start gehen.

        Ich hoffe im Beta4 auf folgende Punkte:

        Hoffentlich geht CA nun die Probleme an mit dem "Blobbing" der einheiten weil das im Kampf total unübersichtlich ist und alle irgendwie nur auf einem haufen stehen. Ebenso soll ja der Seekampf einige verbesserungen erhalten und auch das Capture the Flag soll verbessert werden oder sogar ganz entfernt werden.

        Und dann kann CA so langsam die Kampagne mal richtig balancen. Sehr starke einheiten müssen VIEL VIEL teurer werden und auch im unterhalt mehr kosten. Ein Family Tree muss ebenso schnellstens rein oder wenigstens das Politik system mal ordentlich verbessern. Die ereignisse die regelmässig passieren sind ebenso reinstes Glücksspiel und man sollte mal bessere Infos darüber bekommen was man wirklich nun macht wenn man diese option wählt.
      • Von LowriderRoxx Spiele-Enthusiast/in
        Die Patches #2 und #3 (Beta) haben schon spürbare Verbesserungen gebracht, #2 in technischer Hinsicht und #3 in spielerischen Dingen.

        Die BAI hat mich eben sogar überrascht, da ich überhaupt nicht mehr mit intelligent flankenden Kavallerieeinheiten gerechnet hatte. Ausserdem haben durch die Bank höhere Moral und geringere Angriffswerte den Nahkampf genügend verlangsamt, um wieder ein bisl Taktik zu ermöglichen. Macht schon deutlich mehr Spaß als noch zu Beginn. Leider ist die BAI bei Belagerungen noch immer "verbesserungswürdig" und allgemein komplett hilflos gegenüber Fernkämpfern, wenn keine Kavallerie im Aufgebot steht.

        Immerhin haben sie der CAI ein wenig Leben eingehaucht. In meiner neuen Suebi-Kampagne (VH/VH/4tpy) gab es innerhalb der ersten 20 Runden mehr Kriegserklärungen als in der kompletten 1.0 Kampagne mit den Römern... scheinbar sind die Nachbarn auf Krawall gebürstet. Die Zusammenstellungen der Armeen war nach #2 allerdings noch immer Grütze, überall sind Unmengen an Slingers und Spear Militia unterwegs. Mit #3 ist meine Kampagne noch nicht weit genug fortgeschritten, vielleicht ist es ja besser geworden.
      • Von Enisra Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Was hat das mit dem PC zu tun???

        Er will nur noch auf Konsolen von schlechten Spielen enttäuscht werfen, ist doch logisch ;-)
        So wie Ride to Hell kam auch für die PS3 und Xbox Zero
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk