Zukunft nach Star Trek-Art: Die schreckliche, neue Entertainment-Welt des Captain Picard
In Teil zwei unseres Specials zur Zukunftstechnologie in Star Trek nehmen wir euch mit auf eine Reise zu Klappkommunikatoren und Co.!
Der erste Teil dieses Artikels warf einen Blick auf die merkwürdig unfuturistischen Vorstellungen, welche die Autorinnen und Autoren Star Treks von Datenverarbeitung und Speichermedien hatten.
Doch wie steht es in Star Trek um Smartphones bzw. um ihren Vorgänger, das Mobiltelefon mit der merkwürdigen englischen und auch nicht englischen Bezeichnung Handy?
Das am meisten bemühte Beispiel, wenn es um die zukunftsweisende Strahlkraft Star Treks geht, ist der Klappkommunikator der Originalserie, doch die Klapphandys kamen und gingen wieder - auch wenn es einige moderne Varianten gibt, bei denen man sogar den Screen eines Smartphones falten kann.
Kirk konnte mit seinem "Nokia" ausschließlich funken; der kleine Kreis auf dem geöffneten Kommunikator zeigte zwar ein hübsch sirrendes Moirémuster, doch es ist zu bezweifeln, ob er darauf "Snake" spielen oder irgendetwas anderes machen konnte. Im 23. Jahrhundert also ein Telefon, das nur telefonieren kann - die heutzutage von vielen Menschen am wenigsten genutzte Funktion.
Anstatt diesen Kommunikator wie ein Smartphone mit anderen App-ähnlichen Funktionen zu erweitern, verliert das Telefon im Star-Trek-Universum jegliches Display und wandert ein Jahrhundert später an die Brust der Charaktere. Der Kommunikator auf der Enterprise-D ist eine Brosche, die einfach angesteckt wird.
Quelle: Paramount
Kommunikatoren sind Smartphones, die außer Telefonieren nichts können.
Zusätzlich zur Telefonfunktion nun aber erweitert um die Möglichkeit zur persönlichen Ortung - wer seinen Brustkommunikator ablegt, kann folgerichtig nicht mehr gefunden werden.
Einen aufklappbaren Handheld gibt es zwar immer noch, doch hierbei handelt es sich um den Trikorder, ein streng wissenschaftliches oder medizinisches Messgerät. Man stelle sich ein Smartphone vor, das reduziert wurde auf die Apps Karten, Kompass, Gesundheit und Schrittzähler - aber keinerlei Zugriff bietet auf Social Media, Internet oder E-Mails.
Eine der wohl mächtigsten Apps wohnt tatsächlich im Ansteckkommunikator; die Rede ist vom Universaltranslator. Erst nach acht Jahren der Fernsehdarstellung erklärt Captain Janeway in der Episode The 37's (Die 37er) erstmalig, wie dieses Tool funktioniert.
Alle Anwesenden - ganz egal, ob sie nun einen Kommunikator tragen oder nicht - hören jedes gesprochene Wort in der ihnen eigenen Sprache, und das zudem in der Stimme der Person, die spricht; völlig lippensynchron.
Abgesehen vom letzten Detail scheint all das eine logische Fortschreibung heutiger Übersetzungs- und Sprachsynthese-Tools 350 Jahre in der Zukunft zu sein; auch hier wieder wurde aus einer abkürzenden Vereinfachung des Autorenteams versehentlich hellseherische Triebkraft für tatsächliche Erfindungen.
Ein wenig rätselhaft erscheint, dass der Kommunikator die meisten Alien-Sprachen unmittelbar übersetzen kann, ohne sie jemals zuvor gehört zu haben. Die App scheint hier zusätzlich zu der reinen Übersetzungsdatenbank auch noch über Subroutinen zu verfügen für Emotion und Intonation, so als läge in all dem direkt schon vollumfänglich der Sinn des gesprochenen Wortes.
Oder liest der Kommunikator gar Gedanken? Oft genug verlieren unsere Heldinnen und Helden ihre Uniform und damit auch den Kommunikator, verstehen aber trotzdem die umstehenden Aliens.
Doch wer weiß, wo die ihren Übersetzer oder Babelfisch sitzen haben - denn ja, so richtig erfunden hat Star Trek das nicht, es geht zurück auf Konzepte aus den Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Romanen von Douglas Adams. Und: Wo hat Kirk eigentlich seinen Universaltranslator? Steckte da womöglich doch eine App im Klappkommunikator?
Quelle: Paramount
Der Universal-Translator - manchmal allgegenwärtig, manchmal ein Handheld-Klotz
Apropos Handheld-Devices: Neulich erst sah ich wieder einmal Star Trek: Generations (Star Trek: Treffen der Generationen). Das actiongeladene Finale des Films bietet einen typischen Macguffin-Gegenstand und ist gestrickt rund um die Idee, dass ein Raketenstart in die benachbarte Sonne verhindert werden muss.
Kontrolliert wird die Rakete durch eine handliche Fernbedienung, um die sich die Captains Picard und Kirk mit dem Widersacher Soran rund um einen Berggipfel prügeln, was am Ende sogar zum Heldentod des Captains aus dem 23. Jahrhundert führt. Diese wunderbar altmodische Hollywood-Klopperei wäre komplett hinfällig, hätte Soran einfach eine zeitgemäße Sprachsteuerung an seiner Teufelsmaschine installiert.
Doch nein, hier muss es ausgerechnet ein kastenförmiger Apparat sein, der mehrfach seinen Besitzer wechselt. Was wäre, wenn die Fernbedienung genau wie mein Smartphone den Fingerabdruck oder eine andere Biometrik seines Eigentümers abfragen würde? Auch dann hätten Kirk und Picard ganz schön alt ausgesehen (will sagen: älter als ohnehin schon).
Und wo wir schon beim Thema Biometrik sind: Zahllose Male wird in den Serien eine Sternenflotten-Handfeuerwaffe durch einen Bösewicht entwendet, der daraufhin unsere Heldinnen und Helden in Schach hält.
Diese himmelschreiende Sicherheitslücke wäre umgangen, wenn der Griff eines jeden Phasers einfach nur die Handabdrücke des befugten Sicherheitspersonals abfragen und ansonsten seinen Dienst verweigern würde. Technologie aus dem 21. Jahrhundert, die im 24. so manches Leben retten und zahlreiche Episoden-Plots hätte aushebeln können.
Ganz zu schweigen davon, wie viele Übeltäter bei Star Trek sich mir nichts, dir nichts und unbemerkt empfindlicher Systeme ermächtigen können. Mal gibt es dort Tripwires, die Alarm bei den Sicherheitsleuten auslösen, mal nicht. Nur bei den geheimsten aller Geheimdaten oder beim Aktivieren der Selbstzerstörungssequenz eines Raumschiffes geht Star Trek so weit, dass Passwörter, Retina-Scans oder Handabdrücke abgefragt werden.
Überall anders, wo ebenfalls mächtig viel Schindluder getrieben werden kann und wird, ist von solchen Vorkehrungen nicht die Rede. Außerdem scheint man über die Jahrhunderte die wunderbaren Konzepte des Passwort-Managers und der Zwei-Faktor-Authentifizierung verloren zu haben.
Generell scheint es mit dem Datenschutz in der Zukunft von Star Trek nicht allzu weit her zu sein, vor fremdem Herumpfuschen bewahrt werden müssen persönliche Daten anscheinend nicht.
Bildergalerie
Alle, die Zugriff auf einen der Schiffszentralcomputer haben, können jederzeit sämtliche Informationen abrufen über alle anderen Mitmenschen und Aliens - ganz egal, ob sie in der Sternenflotte sind oder nicht. Dabei beschränken sich diese Informationen nicht ausschließlich auf Personen des öffentlichen Lebens, die heute beispielsweise einen Wikipedia-Eintrag hätten.

mMn sollte es Pflicht sein, dass man zumindest alle Folgen derselben Serie gesehen haben muss bevor man selbst Regie führt.
Da gibt es aber noch viel mehr Widersprüche in anderen Serien .....z.B. bei King of Queens gibt es eine Folge, wo Spence+Deacon in ihrer alten Schule sind zu einem Klassentreffen - gemeinsam.
Obwohl Doug aus einem anderen Bundesstatt erst hingezogen ist und die beiden als Erwachsene kennengelernt hat.
Der Commodore 64 kam 1984 raus, das damals gängige Spiele System. Aber der war weit entfernt davon ein Gerät für die "breite" Masse zu sein wie es heutige Spiele Konsolen und PCs sind, wo auch viele ältere damit spielen. Die über 20 Jährigen hatten damals so gut wie kein Interesse an diesem Kinderspielzeug.
TV Serien waren damals sehr rar. Meist gab es aktuell eine Serie wie z.B. Dallas und davon hat man eine Folge gesehen. Und man mußte exakt zu dem Moment den TV einschalten, sonst war die Serie vorbei :) Zu der Zeit haben sich mehr Menschen ihre Abende mit anderen Dingen vertrieben. Karten und Brettspiele, Lesen etc. Binge Watching auf Netflix gabs ganz einfach nicht.
Somit wirkt es nicht mehr so absurd das "alte" Säcke wie Riker oder Picard über das Holodeck erstaunt waren. Evtl. wußten sie schon das es sowas irgendwo mal gab, aber haben sich für dieses "Spielzeug" kaum interessiert so wenig wie Erwachsene 1984 für den C64. Das manche der Voyager Crew das Holodeck schon lange kannten ist auch kein Thema. Gab ja vor dem C64 auch schon den Atari VCS 2600 für die Nerd Kinder reicher Eltern :)
Und abgesehen davon wäre es damals von den Special FX teuer gewesen wäre in den Kommunikatoren oder Crew Kabinen ein halbwegs modern wirkendes evtl. flaches Display zu sehen. Die TVs von 1987 waren gigantische Monstrositäten mit winzigem Bildschirmen.
Also hat man etwas gesucht das futuristisch wirkte aber vor allem günstig zu machen war. Ging ja bei Star Trek immer darum das alles günstig sein mußte. Deswegen gibts auch keine ganz anders aussehenden Aliens sondern sind alles nur leicht veränderte Menschen.
Mein viel größeres Logik Problem mit dem Holodeck ist eher das es möglich ist das in diesem kleinen Raum wo alle sein müßten, zumindest wird das nie anders erklärt. auch 2 Menschen sein können die km voneinander entfernt sind.
In Folge 1 berührt Data einmal die "Wand des Holodecks die nur ein Bildschirm ist. Spielt aber danach nie mehr eine Rolle. Das Holodeck kann beliebig groß sein und beliebig viele Menschen können in einem sein. Vielleicht kann das Holodeck ja innen größer werden als außen, sozusagen Doctor Who Technik, das haben die uns nur noch nicht gesagt :)
Wenn es aber so ist kann ein Holodeck an sich auch von 500 Crew Mitgliedern gleichzeitig genutzt werden. Man kann auch einfach einen Raum darin erschaffen wo nur eine Videospiele Konsole ist und sonst nichts.
Ich kann Barcley gut verstehen. Gäbe es dieses Holodeck wäre ich den Rest meines Lebens irgendwie nur noch dort und nirgendwo sonst mehr, lol.
Beispiel, Totalüberwachung beim Aufspüren von Spock: Es ging doch sicherlich im Film nicht darum, den zeitgemäßen technischen Stand und Umfang von Überwachung darzustellen, sondern dem Zuschauer ein interessantes Erlebnis für Rückblenden zu liefern.
Bei einigen angesprochenen Punkten kann ich nicht nachvollziehen, wo das Problem sein soll. Warum ist es kritikwürdig, wie der Kommunikator benutzt wird und welche Funktionen er hat?
Bezüglich Rikers Erstaunen über das Holodeck: Hier wollte man das Holodeck dem Zuschauer gegenüber als tolle, bahnbrechende Errungenschaft darstellen und hat dies über den Charakter Riker transportiert.
Einerseits finde ich es wirklich gut und interessant, mal die Details einer Serie auseinander zu nehmen und in Erbsenzählerei zu verfallen. Aber diesen negativen Grundklang des Beitrags kann ich so nicht teilen.
Es muss für meine Begriffe eine nachvollziehbare, schlüssige Welt und ebensolche Charaktere vorhanden sein und in diesem Rahmen werden dann Geschichten erzählt, die ebenfalls nachvollziehbar und schlüssig sind. Genau das hat Star Trek aus meiner Sicht gut umgesetzt. Also: Live long and prosper ;-)
Im 23. Jahrhundert also ein Telefon, das nur telefonieren kann - die heutzutage von vielen Menschen am wenigsten genutzte Funktion.
Der Vorteil von diesen "Nur telefonieren" Kommunikatoren ist, das die Reichweite sehr groß ist, und somit in den meisten fällen keine Relays (Sendemasten) braucht. Nicht zu vergessen überlichtschnell (subraum).
Auch das Tricoder, kein Social media und Co hat, ist aus der Sicht des Arbeitsgeber eher positiv, und somit keine ablenkung.
Waffen und Smartlock.
Das mag für manche Situationen praktisch sein, kann aber im Gefahrenfall eher hinderlich sein. Wenn man z.b. einem verletzten verteidigen will und dessen waffe benutzen möchte.
Auch sind Handwaffen überall auf dem Schiff verteilt, frei für alle zum benutzen in einem Notfall. Da die Handwaffen ja in erster linie Werkzeuge sind die man auch als Waffen benutzen kann.
Ich glaube nicht das der Universal übersetzer im Kommunikator sitzt, denn wie sollten dann all die zivilen leute auf Raumstationen miteinander reden (DS9), auch gab es mal eine DS9 folge mit der Vergangenheit wo die Ferenghi ein Ohrenimplantat dafür hatten.
Tja das es soviele Ungereimtheiten in einer Serie gibt, liegt wohl daran das es viele Authoren gibt die darauf keinen Wert legen, bzw. Regieseure diese Ignorieren um Ihre Dramatic zubekommen (J.J.Abrahms).
Aber das kommt doch in allen Serien (egal ob Roman oder TV) vor, das viele Authoren keine Ahnung von der Serien-Technologie haben.