Zukunft nach Star Trek-Art: Die schreckliche, neue Entertainment-Welt des Captain Picard

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Special Sebastian Göttling - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Zukunft nach Star Trek-Art: Die schreckliche, neue Entertainment-Welt des Captain Picard
Quelle: Paramount

In Teil zwei unseres Specials zur Zukunftstechnologie in Star Trek nehmen wir euch mit auf eine Reise zu Klappkommunikatoren und Co.!

Außerdem können auf Anfrage alle an Bord befindlichen Personen jederzeit geortet und angerufen werden. Ob man gerade eine intime Verrichtung oder ein vertrauliches Treffen hat, ist dabei völlig egal.

Als sich Lieutenant Kim in der Voyager-Episode Heroes and Demons (Helden und Dämonen) in einer Holodeck-Variante des klassischen Epos Beowulf befindet und auf den Anruf von Captain Janeway nicht reagiert, setzt sie ihn nach exakt zwei Sekunden Wartezeit - ich habe mitgezählt - auf die Vermisstenliste.

Auch der legendärste aller Holo-Süchtigen, Lieutenant Barclay von der Enterprise, der innerhalb der Virtual Reality seine intimsten Fantasien hemmungslos auslebt, hält sich dort in keinem geschützten Raum auf. Wenn seine Vorgesetzten das jeweilige Szenario betreten wollen, tun sie das nicht bloß ungestört, es ergeht auch offenkundig keine Warnung an Barclay, dass sich innerhalb seiner Intimsphäre gerade Eindringlinge befinden.

Doch der fehlende Schutz von Persönlichkeitsrechten geht in beide Richtungen, denn Barclay bedient sich in seinem Holo-Programm in der Episode Hollow Pursuits (Der schüchterne Reginald) Darstellungen seiner Crewmitglieder. Sein Vorgesetzter Riker ist ein deppertes Musketier, Teenager Wesley ein verzogenes Aristokratenblag, Bordpsychologin Deanna Troi eine in Tüll gewandete Liebesgöttin und so weiter.

Das Recht am eigenen Bild, hier ja sogar am eigenen Körper, ist nicht vorhanden. Holografische Abbilder realer Personen können jederzeit und von jedem erstellt werden, sogar für sexuelle Zwecke, wie die Folge suggeriert.

Der Kampf um die Fernbedienung, Star-Trek-Style Quelle: Paramount Der Kampf um die Fernbedienung, Star-Trek-Style Den Vogel jedoch schießt Chefingenieur Geordi La Forge ab, weswegen wir ihn in unserem wöchentlichen Podcast Trek am Dienstag scherzhafter Weise zum "Sittenstrolch-Man" stilisiert haben. In der Episode Booby Trap (Die Energiefalle) helfen ihm die Aufzeichnungen von Dr. Brahms, einer wissenschaftlichen Ingenieurin auf dem Bereich Antriebstechnik, bei der Lösung eines Problems.

Ab dann gehen die Pferde mit Geordi durch. Um mit einem lebendigeren Interface interagieren zu können, erzeugt er ein holografisches Abbild der Wissenschaftlerin, doch damit nicht genug.

Weil ihm diese Computersimulation immer noch zu sachlich-trocken erscheint, füttert er das Holodeck mit persönlichen Daten von Dr. Brahms, ihrem psychologischen Profil und aus diversen Vorträgen interpolierten Daten; um sich daraufhin prompt in das holographische Abbild zu verlieben.

Etwa ein Jahr später kommt in der Episode Galaxy's Child (Die Begegnung im Weltraum) die echte Dr. Brahms an Bord, woraufhin Geordi abermals den Computer bemüht, um sie zu stalken, möglichst viel über ihre persönlichen Vorlieben herauszufinden und sich ihr so romantisch anzunähern.

Wie sehr diese Episode ein Produkt ihrer Zeit ist, zeigt, dass, als Geordis Machenschaften auffliegen, die empörte Dr. Brahms als diejenige inszeniert wird, die unserem herzensguten Geordi gegenüber kalt und böse eingestellt ist. Für den Chefingenieur hat das Debakel keinerlei disziplinarische Konsequenzen, nicht einmal ein Pflichtgespräch mit der Bordpsychologin.

Selbstverständlich ist es die oberste Pflicht von Star Trek, unterhaltsame Geschichten zu erzählen. Die Science-Fiction-Serie ist ein herrlicher Quatsch, den man auch *zu* ernst nehmen kann, aber nirgendwo zeigt sich der unbedarfte Umgang der Autoren (und in diesem Fall waren es nur Autoren, keine Autorinnen) mit den erfundenen Technologien und ihren impliziten Abgründen so kritiklos deutlich wie am Beispiel des Geordi, den ich als Charakter nach wie vor sympathisch finde, aber doch hiernach immer auch dessen unangenehme Seite im Hinterkopf behalte.

Würde diese Episode heute als neuer Content ausgestrahlt werden, sie ginge womöglich zu Recht als "Holodeck-Gate" in die Popkulturgeschichte ein.

Wenigstens zeigt uns die fiktive Realität des 24. Jahrhunderts kein Äquivalent zu Social Media, auf dem sich all das wie ein Lauffeuer verbreiten und in Echokammern aufgeblasen werden könnte, woraufhin alle Seiten der Debatte eskalieren. Das wirkt schon ein wenig utopisch und lässt mich wehmütig werden nach den Zeiten vor dem sozialdigitalen Hamsterrad, das so viel Aufmerksamkeit und Zeit frisst.

Doch bleiben wir noch ein wenig bei Datenschutz und Persönlichkeitsrechten, denn manchmal macht Star Trek kleine Andeutungen, die vermuten lassen, dass man sich in einem Überwachungsstaat bewegt. Damit meine ich nicht nur die zahlreichen Monitore im Büro des Deep-Space-Nine-Sicherheitschefs Odo, auf denen Live-Aufnahmen verwinkelter Korridore und anderer Ecken der großen Station durchschalten.

Phaser haben keine Biometrik - hätten sie aber besser. Quelle: Paramount Phaser haben keine Biometrik - hätten sie aber besser. Am verblüffendsten sind die Szenen aus Star Trek 3: The Search for Spock (Star Trek 3: Auf der Suche nach Mr. Spock), in denen Sarek, der Vater des jüngst verschiedenen Vulkaniers, bei dessen Freund und Vorgesetzten Captain Kirk im Penthouse am Hafen von San Francisco vorbeischaut.

Gemeinsam erarbeiten sich die beiden, dass Spock kurz vor seinem Tod seine Katra (das ist Vulkanisch für Seele) in den mürrischen Bordarzt Dr. McCoy transferiert haben muss. Dazu schauen sie sich die Aufzeichnungen unsichtbarer Überwachungskameras an, welche die Ereignisse im Enterprise-Maschinenraum rund um Spocks Tod in allen Details zeigen und selbst geflüsterte Worte akkurat wiedergeben.

Offenkundig wird alles, was sich auf den Gängen des Schiffes zuträgt und dort besprochen wird, akribisch aufgezeichnet und massengespeichert. Wolfgang Schäuble hätte seine reine Freude daran gehabt. Ein verrücktes Detail an dieser Aufzeichnung ist noch, dass es sich hierbei selbstverständlich um Szenen aus dem Vorgängerfilm Star Trek 2: The Wrath of Khan (Star Trek 2: Der Zorn des Khan) handelt.

Der Ursprung dieses Filmmaterials sind also nicht bloß in einer Zimmerecke angebrachte Überwachungskameras. Vielmehr wurden die Aufnahmen zusätzlich dramaturgisch und schnitttechnisch einwandfreie aufbereitet, mit Totalen, Halbtotalen und Close-ups. Der Computer der Enterprise überwacht nicht bloß, er hat sogar Filmkunst studiert bzw. sich über KI-Prozesse und Approximation dem menschlichen Filmgeschmack angenähert.

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von AlBundyFan Hobby-Spieler/in
        Ich glaube das Hauptproblem ist, dass soviele verschiedene Authoren an verschiedenen Folgen gearbeitet haben - und (auch bei anderen Serien) ist es so, dass die sich widersprechende Dinge einbauen, weil sie nicht auf alle Einfälle der anderen Authoren in anderen Folgen Rücksicht nehmen.
        mMn sollte es Pflicht sein, dass man zumindest alle Folgen derselben Serie gesehen haben muss bevor man selbst Regie führt.

        Da gibt es aber noch viel mehr Widersprüche in anderen Serien .....z.B. bei King of Queens gibt es eine Folge, wo Spence+Deacon in ihrer alten Schule sind zu einem Klassentreffen - gemeinsam.
        Obwohl Doug aus einem anderen Bundesstatt erst hingezogen ist und die beiden als Erwachsene kennengelernt hat.
      • Von AlBundyFan Hobby-Spieler/in
        Ich glaube das Hauptproblem ist, dass soviele verschiedene Authoren an verschiedenen Folgen gearbeitet haben - und (auch bei anderen Serien) ist es so, dass die sich widersprechende Dinge einbauen, weil sie nicht auf alle Einfälle der anderen Authoren in anderen Folgen Rücksicht nehmen.
        mMn sollte es Pflicht sein, dass man zumindest alle Folgen derselben Serie gesehen haben muss bevor man selbst Regie führt.

        Da gibt es aber noch viel mehr Widersprüche in anderen Serien .....z.B. bei King of Queens gibt es eine Folge, wo Spence+Deacon in ihrer alten Schule sind zu einem Klassentreffen - gemeinsam.
        Obwohl Doug aus einem anderen Bundesstatt erst hingezogen ist und die beiden als Erwachsene kennengelernt hat.
      • Von aragon2000 Spiele-Novize/Novizin
        Man sollte bedenken das die erste Folge von Star Trek Next Generation 1987 entstanden ist. Erdacht wurde sie ja schon Jahre zuvor.

        Der Commodore 64 kam 1984 raus, das damals gängige Spiele System. Aber der war weit entfernt davon ein Gerät für die "breite" Masse zu sein wie es heutige Spiele Konsolen und PCs sind, wo auch viele ältere damit spielen. Die über 20 Jährigen hatten damals so gut wie kein Interesse an diesem Kinderspielzeug.

        TV Serien waren damals sehr rar. Meist gab es aktuell eine Serie wie z.B. Dallas und davon hat man eine Folge gesehen. Und man mußte exakt zu dem Moment den TV einschalten, sonst war die Serie vorbei :) Zu der Zeit haben sich mehr Menschen ihre Abende mit anderen Dingen vertrieben. Karten und Brettspiele, Lesen etc. Binge Watching auf Netflix gabs ganz einfach nicht.

        Somit wirkt es nicht mehr so absurd das "alte" Säcke wie Riker oder Picard über das Holodeck erstaunt waren. Evtl. wußten sie schon das es sowas irgendwo mal gab, aber haben sich für dieses "Spielzeug" kaum interessiert so wenig wie Erwachsene 1984 für den C64. Das manche der Voyager Crew das Holodeck schon lange kannten ist auch kein Thema. Gab ja vor dem C64 auch schon den Atari VCS 2600 für die Nerd Kinder reicher Eltern :)

        Und abgesehen davon wäre es damals von den Special FX teuer gewesen wäre in den Kommunikatoren oder Crew Kabinen ein halbwegs modern wirkendes evtl. flaches Display zu sehen. Die TVs von 1987 waren gigantische Monstrositäten mit winzigem Bildschirmen.

        Also hat man etwas gesucht das futuristisch wirkte aber vor allem günstig zu machen war. Ging ja bei Star Trek immer darum das alles günstig sein mußte. Deswegen gibts auch keine ganz anders aussehenden Aliens sondern sind alles nur leicht veränderte Menschen.

        Mein viel größeres Logik Problem mit dem Holodeck ist eher das es möglich ist das in diesem kleinen Raum wo alle sein müßten, zumindest wird das nie anders erklärt. auch 2 Menschen sein können die km voneinander entfernt sind.

        In Folge 1 berührt Data einmal die "Wand des Holodecks die nur ein Bildschirm ist. Spielt aber danach nie mehr eine Rolle. Das Holodeck kann beliebig groß sein und beliebig viele Menschen können in einem sein. Vielleicht kann das Holodeck ja innen größer werden als außen, sozusagen Doctor Who Technik, das haben die uns nur noch nicht gesagt :)

        Wenn es aber so ist kann ein Holodeck an sich auch von 500 Crew Mitgliedern gleichzeitig genutzt werden. Man kann auch einfach einen Raum darin erschaffen wo nur eine Videospiele Konsole ist und sonst nichts.

        Ich kann Barcley gut verstehen. Gäbe es dieses Holodeck wäre ich den Rest meines Lebens irgendwie nur noch dort und nirgendwo sonst mehr, lol.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Diese Themen wissenschaftlich aufzuarbeiten macht an vielen Stellen wenig Sinn. Autoren tendieren dazu bestimmte Sachverhalte, die sich mit dem heutigen Verständnis von Technologie nicht erklären lassen mit Magie oder futuristischer Technologie zu erklären. Würde es erklärbar sein, würde es ja sonst bereits im Jetzt existieren und nicht in der Zukunft. Im Fall von Star Wars fragt ja auch keiner danach mit welchen Antrieb der Todesstern denn jetzt ausgestattet ist oder z.B. ob der AT-AT gemessen an den wissenschaftlichen Errungenschaften dieser Zeit nicht ungewöhnlich altmodisch und unflexibel konstruiert ist. Nicht hinter jeder Darstellung steckt auch eine Überlegung.
      • Von Speclab Anfänger/in
        Merkwürdige Kritik. Es ist zwar alles gut begründet, aber für mich größtenteils nicht nachvollziehbar.
        Beispiel, Totalüberwachung beim Aufspüren von Spock: Es ging doch sicherlich im Film nicht darum, den zeitgemäßen technischen Stand und Umfang von Überwachung darzustellen, sondern dem Zuschauer ein interessantes Erlebnis für Rückblenden zu liefern.

        Bei einigen angesprochenen Punkten kann ich nicht nachvollziehen, wo das Problem sein soll. Warum ist es kritikwürdig, wie der Kommunikator benutzt wird und welche Funktionen er hat?
        Bezüglich Rikers Erstaunen über das Holodeck: Hier wollte man das Holodeck dem Zuschauer gegenüber als tolle, bahnbrechende Errungenschaft darstellen und hat dies über den Charakter Riker transportiert.

        Einerseits finde ich es wirklich gut und interessant, mal die Details einer Serie auseinander zu nehmen und in Erbsenzählerei zu verfallen. Aber diesen negativen Grundklang des Beitrags kann ich so nicht teilen.

        Es muss für meine Begriffe eine nachvollziehbare, schlüssige Welt und ebensolche Charaktere vorhanden sein und in diesem Rahmen werden dann Geschichten erzählt, die ebenfalls nachvollziehbar und schlüssig sind. Genau das hat Star Trek aus meiner Sicht gut umgesetzt. Also: Live long and prosper ;-)
      • Von Canute00 NPC
        Zitat

        Im 23. Jahrhundert also ein Telefon, das nur telefonieren kann - die heutzutage von vielen Menschen am wenigsten genutzte Funktion.
        Es ist ja immerhin ein "Diensthandy", und ich möchte mal sehen wie leute in einer fremden Region mit ihrem Smartphone herumtelefonieren.
        Der Vorteil von diesen "Nur telefonieren" Kommunikatoren ist, das die Reichweite sehr groß ist, und somit in den meisten fällen keine Relays (Sendemasten) braucht. Nicht zu vergessen überlichtschnell (subraum).

        Auch das Tricoder, kein Social media und Co hat, ist aus der Sicht des Arbeitsgeber eher positiv, und somit keine ablenkung.

        Waffen und Smartlock.
        Das mag für manche Situationen praktisch sein, kann aber im Gefahrenfall eher hinderlich sein. Wenn man z.b. einem verletzten verteidigen will und dessen waffe benutzen möchte.
        Auch sind Handwaffen überall auf dem Schiff verteilt, frei für alle zum benutzen in einem Notfall. Da die Handwaffen ja in erster linie Werkzeuge sind die man auch als Waffen benutzen kann.

        Ich glaube nicht das der Universal übersetzer im Kommunikator sitzt, denn wie sollten dann all die zivilen leute auf Raumstationen miteinander reden (DS9), auch gab es mal eine DS9 folge mit der Vergangenheit wo die Ferenghi ein Ohrenimplantat dafür hatten.

        Tja das es soviele Ungereimtheiten in einer Serie gibt, liegt wohl daran das es viele Authoren gibt die darauf keinen Wert legen, bzw. Regieseure diese Ignorieren um Ihre Dramatic zubekommen (J.J.Abrahms).
        Aber das kommt doch in allen Serien (egal ob Roman oder TV) vor, das viele Authoren keine Ahnung von der Serien-Technologie haben.
      Direkt zum Diskussionsende
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