Die Geschichte von Star Trek: Treffen der Generationen - Weihnachten bei den Picards

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Special Sebastian Göttling - Autor Maik Koch - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die Geschichte von Star Trek: Treffen der Generationen - Weihnachten bei den Picards
Quelle: Copyright Paramount

Es weihnachtet in Star Trek Generations und unsere finalen Eindrücke zum besonderen Film lest ihr in diesem Abschnitt.

Weihnachten bei den Picards

Dort erlebt der Captain das perfekte Weihnachtsfest, das er nie hatte. Mit einer seltsam anachronistisch-viktorianisch gekleideten Familie, die sich im 24. Jahrhundert keine ultramodernen Spielkonsolen, sondern immer noch Steckenpferde und Brummkreisel schenkt. Darüber hinaus steht in der guten Stube ein komplettes, antikes Kinderkarussell. Die namenlose Gattin ist Dr. Crusher bei Wish bestellt (okay, es ist die Gattin von Regisseur David Carson) und zu den Kindern zählt auch wieder der verbrannte Neffe.

Auch hier ruckelte ich unruhig im Kinosessel hin und her. Das soll wirklich Captain "Kinderschreck" Picards großer Wunschtraum sein!? Nein, auch hier handelte es sich um eine Eingabe von Charles-Dickens-Megafan Sir Patrick. Im ursprünglichen Drehbuch gab es weder Heiligabend noch Kinder, vielmehr begegnet Picard seinem Bruder Robert im Alter von 12 Jahren. Gemeinsam gehen sie in ein Geheimversteck im Keller des Weinguts der Familie, wo die beiden Teenager verbotenerweise mit Wein anstoßen. Das ist einer der wenigen Augenblicke im Leben der brüderlichen Streithähne, in dem sie harmonisch miteinander umgehen. Später gibt es natürlich mächtig Ärger von Vater Maurice. Was für eine authentische und persönliche Anekdote das gewesen wäre, meine ich, ganz ohne den surrealen Kitsch des fertigen Films.

Auch Kirk sitzt im Nexus fest, hat sich aber mit der Fantasie-Rente prima abgefunden. Er reitet tagein, tagaus - eine tatsächliche Leidenschaft des Pferdenarren William Shatner, der auch hiermit von den beiden Autoren des Films erfolgreich geködert wurde. Shatner - ganz Geschäftsmann - vermietete seine eigenen Zuchtpferde an die Produktion. Im Obergeschoss seiner Blockhütte wartet Kirks Lebensabschnittsgefährtin Antonia auf ihn. Viele Fans fragen sich bis heute, warum in dieser paradiesischen Illusion nicht Edith Keeler gezeigt wurde, Kirks tragische Liebe des Lebens aus der Episode The City on the Edge of Forever (Griff in die Geschichte), anstelle einer willkürlichen Antonia. Meine Vermutung: Autor der klassischen Episode war Harlan Ellison - und der war zeitlebens immer zu einem Rechtsstreit um völlig überzogene Tantiemen aufgelegt.

Der furiose letzte Flug der Enterprise-D

Data bekommt im Kino Gefühle. Quelle: Copyright Paramount Data bekommt im Kino Gefühle.

Die Enterprise-D indes hat sich Ärger eingehandelt und liefert sich eine Schlacht mit dem Bird-of-Prey der Duras-Schwestern. Zwar kann dieser vernichtet werden - ein kostengünstiges und sehr auffälliges Wiederverwenden des selben Effekts aus dem sechsten Kinofilm und noch eine dieser Überraschungen, zu denen ich gleich endlich komme - doch auch die Enterprise erwischt es. Immerhin sollte die Kinoreihe irgendwann ihr eigenes Schiff bekommen. Die Antriebssektion wird zerstört und die Untertasse legt eine Bruchlandung auf einem Planeten hin, eine Schneise der Verwüstung hinterlassend, wobei es sich um eine minutenlange Effektsequenz handelt, die spektakulärste des Films.

Den Ursprung nahm der Crash in Star-Trek-Tech-Wizard Michael Okudas Buch Star Trek: The Next Generation Technical Manual. Autor Ron Moore las darin, dass eine abgetrennte Enterprise-Untertasse auf einem Planeten landen kann und war inspiriert. Da Effekte noch im Übergang zu CGI waren, wurden diese Szenen mit echten Modellen geschaffen. Man baute eine knapp fünf Meter breite Enterprise-Untertasse, die auf einem Pinökel montiert werden konnte. Dieser Pinökel stand auf einer Eisenbahnlore, die wiederum auf Schienen von einem Pickup-Truck gezogen wurde. Außerdem baute man eine Miniaturlandschaft mit einem Schlitz in der Mitte, durch den der Pinökel fahren konnte. Gedreht wurde das Ganze mit Hochgeschwindigkeitskameras, um das Geschehen zu verlangsamen und so riesengroß erscheinen zu lassen. Die Szenen sind bis heute atemberaubend.

Das geleakte Drehbuch

Woher aber kamen die ganzen Überraschungsmomente, die über mich hineinbrachen? Im März 1994 drang eine Bootleg-Kopie des Drehbuchs (vierte Revision) verbotenerweise an die Öffentlichkeit. Der anonyme Leaker stellte den Text ein halbes Jahr vor dem Kinostart ins FidoNet, ein Mailbox-basiertes Proto-Internet. Dort fand sie Dirk Bartholomä, Chef des deutschen Fanclubs, und druckte sie in Ausgabe 32 seines Fanzines Trekworld. Diese Revision Nummer 4 war es, die mein Freund Christian mir am Telefon vorlas.

Was war darin anders? Die Duras-Schwestern (oder wie Dirk sie in seiner Zusammenfassung durchgehend nennt: "Durals Schwestern") überleben den Film und landen nahe der Enterprise-Untertasse mit Rettungskapseln im Dschungel. Die empathiebegabte Deanna Troi spürt über die Distanz den sexuellen Appetit der Klingoninnen. Data wird, weil man Informationen von den Schwestern braucht, zu ihnen ins gegnerische Camp geschickt. Der Androide hat aufgrund seiner neu gefundenen Emotionen auch "richtig Bock", nennt B'Etor "mein kleines Knoblauchbrötchen" und wird offscreen vernascht, Klingon-Style. Schwer beschädigt, aber selig, kehrt er mit der benötigten Info zur gecrashten Enterprise zurück - Nein, ich denke mir das nicht aus.

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  1. Seite 1 Die Geschichte von Star Trek: Treffen der Generationen
  2. Seite 2 Der Regisseur & die Gaststars
  3. Seite 3 Der Drehbeginn & die Enterprise
  4. Seite 4 Weihnachten bei den Picards
  5. Seite 5 Das falsche Finale & Epilog
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von tribberdibber Anfänger/in
        Auch von Interesse https://forum.pcgames.de/...
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Neben "Nemesis" der einzige Trek-Film den ich mir nur ein (!) Mal antun konnte. Ich kann als ST-Fan ja viel ertragen, diese "Staffelübergabe" war allerdings übelster Graus.
      • Von steel2000 Mitglied
        Als ich im Vorfeld etwas über den Inhalt hörte, malte ich mir eine Menge aus. Allein die Vorstellung: Die Besatzungen beider Schiffe in einem Film!
        Das Ergebnis empfand ich doch eher enttäuschend. Und verließ obendrauf schockiert das Kino, denn: `Meine` Enterprise kaputt und Kirk tot.

        Danke für die Hintergrundinformationen, denn so weiß ich endlich: Mal wieder lag es am Geld und so manchen Ego – es war eigentlich mehr geplant. Wobei gut war, dass auf einige Dinge verzichtet wurde, wie der Ausbau der Nebenhandlung um Data. So, wie es schließlich verfilmt wurde, war schon in Ordnung. Lustig bis heute: Seine Suche nach Lebensformen mittels Brückenkonsole!:-D
        Mehr davon hätte wohl bedeuten können, in so einem Klamauk wie Sektion 31 zu enden. Oder vor allem der erste Film von J.J. Abrams (Aber andere Geschichte)

        Letztendlich ist der Film nicht der Schlechteste, auch wenn er einige Längen aufweist. Doch bedenkt man, als Nachfolger von Das unentdeckte Land zu erscheinen, würden es die meisten Filme schwer haben.
      • Von 08-of-15 Spiele-Novize/Novizin
        Eine weitere wunderbare Star Trek Retrospektive.
        Ja ist denn heut schon Weihnachten? ... *check Kalender* OMG!!!
      Direkt zum Diskussionsende
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