Die Geschichte von Star Trek: Treffen der Generationen - Der Drehbeginn & die Enterprise
Auf Seite 3 des weihnachtlichen Star Trek-Specials lest ihr alles zum Drehbeginn und der Enterprise samt Effekten.
Der Drehbeginn
Nun aber stand die Produktion in den Startlöchern - und wie so oft musste auf einmal alles ganz furchtbar schnell gehen, denn Mutter Paramount drehte die Terminplan-Daumenschrauben an, um mit der positiven Aufmerksamkeit des Serienfinales schnell ins Kino durchzustarten. Geplant war zunächst ein Veröffentlichungstermin im März 1995, dann hieß es Weihnachten 1994, dann noch einen Monat eher an Thanksgiving. So kurzfristig war das alles, dass die ersten Szenen - die in Kirks Jahrhundert auf der Enterprise-B - bereits Ende März 1994 gefilmt wurden. Da liefen parallel noch die letzten Dreharbeiten zur Serie.
Die Drehzeit betrug gerade einmal 51 Tage - das bedeutete für die Next-Generation-Schauspielerinnen und -Schauspieler ein angenehmes Schneckentempo, denn anders als in der Serie konnten sie Szenen nahezu beliebig oft wiederholen. Kameramann Alonzo hingegen empfand den Terminplan als "wahnsinnige TV-Geschwindigkeit".
Das Budget betrug - wohlgemerkt vorerst - schlanke 25 Millionen Dollar, fünf Millionen weniger als der sechste Kinofilm drei Jahre zuvor gekostet hatte. Mit Ausnahme des ersten Kinofilms war das Star-Trek-Franchise in den ersten 40 Jahren seines Bestehens eine Sparveranstaltung. Dennoch kämpfte Regisseur David Carson dafür, mehrere teure On-Location-Shoots genehmigt zu bekommen, mehr als alle bisherigen Star-Trek-Filmen, um der Geschichte so ein epischeres Gefühl zu verleihen.
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Zu Land und zu Wasser
Quelle: Copyright Paramount
Der Regisseur und seine klingonische Gang.
Die erste Location war die Lady Washington. Nein, keine feine Dame, sondern die 1989 fertiggestellte Replik des ersten US-Segelschiffes, welches Japan erreichte. Es ankerte 1994 in Marina del Rey bei Los Angeles. Dort wurde eine historisch angehauchte Holodeck-Sequenz gefilmt, und um genügend Geld für das Schiff zu haben, ließ sich David Carson auf den Deal ein, den Terminplan um fünf Drehtage einzukürzen. Keine gute Idee, denn insgesamt war man 14 von 51 Tagen "auf See". Das war fast ein Drittel der Drehzeit für eine Filmpassage, die keine zehn Minuten dauert.
Location Nummer Zwei war der Nationalpark Valley of Fire in Nevada. Dort inszenierte Carson das actiongeladene Finale, in dem sich Kirk, Picard und Soran prügeln. Zuerst bekam man keine Drehgenehmigung, weil rund um den Felsen eine geschützte Schildkrötenart lebt. Aus dem Erkundungshelikopter erblickte Regisseur David Carson jedoch einen bereits existierenden Trampelpfad und fragte den mitfliegenden Ranger: "Wenn wir nur zu Fuß gehen und nur diesen Pfad benutzen, den es sowieso schon gibt, dürfen wir dann hier drehen?" Der Ranger, seines Zeichens riesiger Star-Trek-Fan, sagte zu. Er empfand es als eine große Ehre, dass Captain Kirk auf "seinem" Berg beerdigt werden sollte.
Dieser Dreh brachte große Strapazen mit sich, denn sämtliche Produktionsbeteiligten und das ganze Equipment mussten von der Straße aus unmotorisiert in sehr schwer zugängliches, hoch oben liegendes Terrain gehievt werden - beziehungsweise dorthin klettern. Die Temperaturen erreichten 43°C, was vor allem William Shatner zusetzte, der ein dickes Wollkostüm trug. Cast und Crew tranken gegen die Hitze isotonische Limonade - so lange, bis sie von einem Bienenschwarm überfallen wurden. Bei einem Sandsturm tags darauf flog ein kleiner Steinbrocken ins Auge von Regisseur Carson, woraufhin er mehrere Tage lang eine Augenklappe tragen musste.
Die letzten beiden Locations waren ein viktorianisches Privatanwesen in Pasadena, wo "Weihnachten bei den Picards" gedreht wurde und schließlich Captain Kirks Naturburschen-Retreat, eine Waldhütte beim kalifornischen Lone Pine. Seine stilsichere San Franciscoer Hafenwohnung aus den Filmen 2 und 3 hatte der Captain anscheinend hinter sich gelassen.
Die Enterprise und die Effekte
Quelle: Copyright Paramount
Der letzte Flug der Enterprise-D.
Was aber wäre Star Trek ohne die Raumschiffe? Designer Herman Zimmerman sah sich über eine sehr kurze Drehpause zwischen Serie und Film mit der Aufgabe konfrontiert, die Brücke der Enterprise-D kinotauglich zu machen, denn auf der großen Kinoleinwand brauchte es deutlich mehr Details als auf dem kleinen Bildschirm, um die Kulisse glaubhaft wirken zu lassen. Neben einem neuen Anstrich wurden am Rand zusätzliche Computerkonsolen aufgestellt und der Stuhl des Captains erhöht. Außerdem durfte Klingone Worf endlich bei der Arbeit sitzen. Hektisch wurde es wenige Tage vor Drehbeginn, als Captain Picards ikonischer Sessel vom Brückenset gestohlen wurde und ein Ersatz gebaut werden musste. Das Diebesgut tauchte dreißig Jahre später bei einem Auktionshaus wieder auf. Der Stuhl kam, als das bekannt wurde, nicht unter den Hammer, sondern wurde Paramount zurückgeführt.
Für die Spezialeffekte beschäftigte man mit Ausnahme von Film V seit 1982 George Lucas' Firma Industrial Light and Magic, so auch hier wieder. Dessen leitender Mitarbeiter (und Photoshop-Miterfinder) John Knoll war als Trek-Fan zunächst sehr begeistert von diesem Job. Allerdings wurde er im Verlauf des Projekts immer trauriger, weil das geminderte Budget dazu führte, dass immer mehr Effektsequenzen ersatzlos gestrichen wurden. Am Ende blieben weniger als die Hälfte der ursprünglich geplanten Effekte übrig. Wobei es einer mächtig in sich hatte, doch später mehr dazu.
Der Uniform-Mischmasch
Zu einer leidigen und komplizierten Angelegenheit entwickelte sich das Kostümdesign. Robert Blackman entwarf völlig neue, kinoreife Uniformen, visuell stark angelehnt an die Farben der Next Generation, aber mit einem Aufklappmechanismus wie die nautisch anmutenden Kinouniformen der Original-Crew seit Der Zorn des Khan. Doch - und das wird langsam zum Refrain - aus Kostengründen wurde auch hiervon Abstand genommen. Stattdessen war ein Mischmasch aus Next-Generation- und DS9-Uniformen, bei denen Schwarz und Farbe vertauscht sind und die später auch bei Voyager Standard wurden, zu sehen. Das widerlegte zum ersten Mal meine eigene, damalige Fan-Theorie, dass die Aufteilung schwarz/bunt dafür da sein könnte, Raumschiff- und Stationsbesatzungen voneinander zu unterscheiden. Im weiteren Verlauf des Films kleideten sich immer mehr Charaktere um von TNG zu DS9, nur Worf, Deanna und Dr. Crusher blieben ihrem alten Look treu. Weil die Zeit wiederum zu knapp war für maßgeschneiderte Uniformen, trug Jonathan Frakes die Uniform von Avery Brooks (Commander Sisko) und LeVar Burton die von Colm Meaney (Chief O'Brien).
Und was wurde aus den neu entworfenen und nie gezeigten Blackman-Uniformen? Die erblickten dennoch das Licht der Welt, denn für die Actionfiguren zum Film kam die Änderung zu spät. Die Plastikpüppchen im Spielwarenhandel präsentierten allesamt das seltene Design.
Rentner auf Jungfernflug
Im Vorspann ist eine durchs All taumelnde Flasche Schampus zu sehen, die schließlich am Bug der Enterprise-B bei deren Schiffstaufe zerschellt. Hocherfreut über diese kostenlose Werbung war Dom Perignon. Man stellte daraufhin der Produktion zahllose Flaschen des edlen Gesöffs zur Verfügung und bezahlte die Rechnung für die Londoner Premierenfeier.
Ursprünglich wäre zu Beginn des Films Captain Kirk zu sehen gewesen, der einen waghalsigen Fallschirmsprung aus dem Erdorbit unternimmt - diese Sequenz hätte mehrere Male rübergeschaltet zur Champagnerflasche. Warum macht Kirk das? Er befindet sich nach seinem Eintritt in die Sternenflotten-Rente - wie bereits in mehreren Filmen - in einer Midlife-Crisis und unternimmt, so geht aus Dialogen hervor, einen gefährlichen Macho-Stunt nach dem anderen. Diese Szenen wurden nicht nur gedreht, sondern waren auch der Inhalt zahlreicher Promotion-Fotos, die im Vorfeld des Films veröffentlicht wurden. Dieser Schnitt war im Kino nur die erste von vielen Überraschungen für mich.
Es folgt der 18minütige Prolog, in dem der Jungfernflug des neuen Schiffes von einem Notruf unterbrochen wird. Bei der darauffolgenden Rettungsaktion lässt Captain Kirk heldenhaft und nur scheinbar sein Leben. Während seine Kollegen Scotty und Chekov traurig durch ein klaffendes Loch im Raumschiff schauen, wird ihr legendärer Chef von einem galaktischen Energieband namens Nexus in eine andere, zeitlose Realität gesogen.
Im 24. Jahrhundert
Quelle: Copyright Paramount
Ein Film voller gewollter Schicksalsschläge für Captain Picard.
Überblende von den Sternen zum Meer, Zeitsprung, "78 Jahre später". Wir wohnen Worfs Beförderung zum Lieutenant Commander auf der holografischen Fassung eines antiken Segelschiffs bei, während Captain Picard eine ganz fürchterliche Mitteilung per Funk bekommt: Sein Bruder und sein jugendlicher Neffe, beide bekannt aus der wundervollen Episode Family (Familienbegegnung) sind bei einem Feuer ums Leben gekommen. Da stockte mir im Kino tatsächlich der Atem, weil hier in brutalstmöglicher Weise mit der Dampfwalze über das hoffnungsvolle Ende einer charakterbezogenen Folge gefahren wurde.
Im ursprünglichen Drehbuch - später auch mehr hierzu - war lediglich Bruder Robert an einem Herzinfarkt verstorben. Doch auf Wunsch von Patrick Stewart sollte dieses Plot-Detail deutlich drastischer ausfallen: "Es muss fürchterlich sein, tragisch, abgrundtief - ein echter Schlag in die Magengrube." Das war Sir Patrick gelungen, nur zu welchem Preis?
Inmitten dieser Tragik entscheidet sich Androide Data dazu, sich einen Emotionschip einzusetzen, den sein Erbauer ihm schon Jahre zuvor geben wollte. Datas Umgang mit den neuen Gefühlen stellt den humorvollen Nebenplot des Films dar.
Der Nexus, das erzählt der Film weiter, ist eine Art Fegefeuer, nur ein angenehmes, wo man mit Familienmitgliedern wiedervereint wird und in glücklichen Erinnerungen lebt. Weil der Antagonist Soran von dieser Erfahrung im 23. Jahrhundert kostete, benutzt er Jahrzehnte später die Enterprise und seine klingonischen Komplizinnen, um dieses Nirvana wieder zu erreichen. Um jeden Preis und sei es die Vernichtung ganzer Sonnen und somit Zivilisationen, um den Nexus in seine Richtung zu lenken. Trotz aller Anstrengungen unserer Heldinnen und Helden gelingt Soran dies - und neben ihm wird auch Captain Picard in den Nexus gesogen.

Das Ergebnis empfand ich doch eher enttäuschend. Und verließ obendrauf schockiert das Kino, denn: `Meine` Enterprise kaputt und Kirk tot.
Danke für die Hintergrundinformationen, denn so weiß ich endlich: Mal wieder lag es am Geld und so manchen Ego – es war eigentlich mehr geplant. Wobei gut war, dass auf einige Dinge verzichtet wurde, wie der Ausbau der Nebenhandlung um Data. So, wie es schließlich verfilmt wurde, war schon in Ordnung. Lustig bis heute: Seine Suche nach Lebensformen mittels Brückenkonsole!:-D
Mehr davon hätte wohl bedeuten können, in so einem Klamauk wie Sektion 31 zu enden. Oder vor allem der erste Film von J.J. Abrams (Aber andere Geschichte)
Letztendlich ist der Film nicht der Schlechteste, auch wenn er einige Längen aufweist. Doch bedenkt man, als Nachfolger von Das unentdeckte Land zu erscheinen, würden es die meisten Filme schwer haben.
Ja ist denn heut schon Weihnachten? ... *check Kalender* OMG!!!