Die Geschichte von Star Trek: Treffen der Generationen - Der Regisseur & die Gaststars
In diesem Teil des Star Trek-Weihnachtsspecials findet ihr Details zum Regisseur, den Gaststars und mehr.
Wir bringen die Band wieder zusammen! Oder auch nicht.
Zurück zu Punkt 1 der ursprünglichen Rick-Berman-Wunschliste für den siebten Kinofilm: die kompletten glorreichen Sieben der Originalserie zu zeigen. Das allerdings hätte sieben üppige Gagenzahlungen bedeutet, also begrub man diesen Wunsch aus schnöden Kostengründen.
Also wollte man sich auf das Triumvirat beschränken: Kirk, Spock und McCoy. Jedoch lasen Leonard Nimoy und DeForest Kelley das Drehbuch und - damit hatte niemand gerechnet - winkten ab. Beide fanden, dass der sechste Kinofilm ein würdiger Abschluss war und wollten es dabei belassen. Womöglich war ihre Beteiligung an der Story ihnen auch nicht groß genug, denn Leonard Nimoy gab auch zu Protokoll: "Ich hatte nur fünf oder sechs Dialogzeilen, keine davon war Spock-spezifisch. Ich sprach Rick Berman darauf an und meinte, dass er diesen Text problemlos irgendjemand anderem aus der Crew geben könnte, ohne dass es auffällt. Und genau das tat er dann auch."
Denn: James Doohan und Walter Koenig sagten zu, Scotty und Chekov waren also mit von der Partie. Und tatsächlich wurde ihnen einfach der ursprüngliche Text in den Mund gelegt, denn zumindest dem Star-Trek-Fan, der diese Zeilen schreibt, fiel sofort auf, dass Scotty sehr spockige Dinge sagt und sich Chekov als Arzt betätigt. Laut dessen Darsteller Walter Koenig war es Rick Berman tatsächlich vollkommen egal, wer von der alten Crew mitspielte und wer nicht: "Hauptsache Shatner!"
In diesem Artikel
Der Regisseur
Als Regisseur des Films wurde dennoch Leonard Nimoy angefragt, der bereits den dritten und vierten Kinofilm in Szene gesetzt hatte. Brannon Braga: "Rick Berman und Leonard Nimoy waren wirklich gute Freunde, aber Leonard forderte eine komplette Überarbeitung des Drehbuchs, damit Spock mehr im Zentrum der Geschichte steht. Das lehnte Rick ab und sie haben daraufhin nie wieder ein Wort miteinander gewechselt. Beide waren 'pissed'."
Rick Berman räumte in dem Zusammenhang ein, dass die Nimoy-Regie an seiner fehlenden Erfahrung auf dem Kinosektor scheiterte: "Ich behielt alle kreativen Zügel in der Hand, doch im Gegensatz zur Fernsehserie ist es bei einem Kinofilm üblich, dass der Regisseur bei der Story mitredet. Weil ich das nicht zuließ, ging Leonard."
Auch im Verlauf des weiteren Produktionsprozesses war der Film fernsehmäßiger als alle anderen vor ihm, er wurde zu einem sogenannten Producer's Job. Die Regie-Wahl fiel daher auch auf einen der Serien-Regisseure: David Carson, der bereits die monumentale Next-Generation-Episode Yesterday's Enterprise (Die alte Enterprise) und den Deep-Space-Nine-Pilotfilm Emissary (Der Abgesandte) durchaus kinoreif inszeniert hatte.
Um wenigstens den Look mehr kineastisch und weniger fernsehhaft zu bekommen, heuerte man den legendären Kameramann und Director of Photography John Alonzo an, dessen wohl bekanntestes Werk Roman Polanskis Neo-Noir Chinatown ist. Und weil sich Alonzo mit Filmproduktionen deutlich besser auskannte als Carson, wurde er zum Mentor für den Regisseur. So intensiv war die Beratung durch Alonzo, dass sämtliche zeitgenössischen Interviews mit den Schauspielenden ständig den Namen Alonzo erwähnen - und so gut wie nie Carson. Prinzipiell hätte Alonzo einen Credit als Co-Regisseur bekommen können.
Die Gaststars
Quelle: Copyright Paramount
Viel lieber würde Whoopi Goldberg mit der legendären Nichelle Nichols arbeiten.
Ran an die Besetzung. Die drei Recken von der Original-Crew waren geklärt und von der Next Generation kehrten ebenfalls die glorreichen Sieben zurück, mit denen die Serie beendet wurde. Darüber hinaus auch Whoopi Goldberg als Barkeeperin Guinan, die in 28 Episoden dabei gewesen war, zuletzt aufgrund ihres Karriereschubs in Staffel 6. Als sie ans Set kam, fragte sie sofort nach ihrer Kindheitsheldin Nichelle Nichols und war empört, dass Lieutenant Uhura nicht vorkam. Goldberg: "Die Fans haben Jahre darauf gewartet, Uhura und Guinan gemeinsam zu sehen!" Dennoch wirkte sie aus reiner Dankbarkeit Star Trek gegenüber mit; Whoopi Goldbergs Name wird weder im Vor- noch im Abspann genannt und sie verlangte keinen Cent Gage. Apropos Abspann: Die Namensregelung ist reichlich merkwürdig, was Vor- und Nachnamen angeht. Es heißt dort Picard, Riker und Troi - allerdings Geordi und Beverly.
Neben den beiden ganz großen Enterprise-Captains wurde noch ein weiterer eingeführt, den man schnell vergisst: Alan Ruck, bekannt aus Ferris Bueller und Speed als Captain Harriman von der Enterprise-B. Ruck dachte zunächst, er wäre als Außerirdischer gecastet worden. Das hätte auch besser zu seiner Selbstwahrnehmung gepasst. Ruck: "Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, sehe ich keinen Raumschiffkommandeur!" Rick Berman beschrieb ihm den Hintergrund seines Charakters wie folgt: Harriman stammt aus einer reichen Familie, wurde mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund geboren. Die Prestigeposition als Captain bekommt er nur aufgrund von Vitamin B - und auch nicht als Traumjob, sondern als Sprungbrett in eine politische Karriere.
Weil Berman das nur dem Schauspieler verriet, nicht aber den Fans, wunderten sich viele von ihnen, wie eine solche - man verzeihe mir den Ausdruck - Nappsülze Captain der Enterprise sein kann. Eine nicht-kanonische Randnotiz: In seinen hervorragenden Romanen Serpents Among the Ruins und One Constant Star rehabilitiert Autor David R. George III das angeschlagene Image des Captain Harriman.
Die Antagonisten
Quelle: Copyright Paramount
Malcolm McDowell als Hauptantagonist Dr. Soran.
Ferner braucht es Bösewichte in erster und zweiter Reihe. Die Wahl der Sidekicks fiel auf die klingonischen Duras-Schwestern Lursa und B'Etor, gespielt von Barbara March und Gwynyth Walsh, bekannt und berüchtigt von ihren nunmehr vier Auftritten bei der Next Generation und auch Deep Space Nine, wo sie ständig Intrigen spinnen, um ihre angeschlagene Familienehre aufzupäppeln.
Als Chef-Fiesling wurde Malcolm McDowell angefragt, bekannt als Alex aus Stanley Kubricks A Clockwork Orange - und Onkel eines Star-Trek-Darstellers, genauer gesagt von Siddig El Fadil, Doktor Bashir aus DS9. McDowall: "Als Rick Berman mich fragte, ob ich mitmachen will, war ich begeistert! Ich sagte - 'liebend gern! Ich möchte der Mann sein, der Captain Kirk umbringt!' Damit wurde ich sofort auf allen Star-Trek-Conventions zur Antwort auf eine Quizfrage!" In einem anderen Interview zeigte sich McDowell deutlich weniger begeistert: "Ich sollte vorsprechen. Das lehnte ich ab. Vorsprechen! Was glauben die, was Star Trek ist, Shakespeare? Ich hatte anschließend ein gutes Meeting mit Berman und Carson, dann wurde ich angeheuert." McDowell entschied sich dazu, den Charakter als verschrobenen, drogenabhängigen Dichter zu spielen.

Das Ergebnis empfand ich doch eher enttäuschend. Und verließ obendrauf schockiert das Kino, denn: `Meine` Enterprise kaputt und Kirk tot.
Danke für die Hintergrundinformationen, denn so weiß ich endlich: Mal wieder lag es am Geld und so manchen Ego – es war eigentlich mehr geplant. Wobei gut war, dass auf einige Dinge verzichtet wurde, wie der Ausbau der Nebenhandlung um Data. So, wie es schließlich verfilmt wurde, war schon in Ordnung. Lustig bis heute: Seine Suche nach Lebensformen mittels Brückenkonsole!:-D
Mehr davon hätte wohl bedeuten können, in so einem Klamauk wie Sektion 31 zu enden. Oder vor allem der erste Film von J.J. Abrams (Aber andere Geschichte)
Letztendlich ist der Film nicht der Schlechteste, auch wenn er einige Längen aufweist. Doch bedenkt man, als Nachfolger von Das unentdeckte Land zu erscheinen, würden es die meisten Filme schwer haben.
Ja ist denn heut schon Weihnachten? ... *check Kalender* OMG!!!