Verloren, aber nicht vergessen: Legacy of Kain, Medal of Honor, No One Lives Forever
Age of Empires, Baldur's Gate und C&C haben wir in bester Erinnerung behalten. Lange schon haben wir von diesen und anderen Spiele-Reihen nichts mehr gehört. Wie also geht es weiter? Besteht die Chance, dass Commandos, Half-Life, No One Lives Forever und Co. irgendwann fortgesetzt werden? Im ersten Teil unserer Special-Reihe versuchen wir diese Frage zu beantworten.
Legacy of Kain
Was war das gleich noch mal?
Als Vampir Kain stolziert man in Blood Omen: Legacy of Kain von 1996 durch die Fantasy-Welt Nosgoth und erlebt eine Mischung aus Rollenspiel und Action- Adventure, die sich eindeutig an Erwachsene richtet. Drei Jahre und einen Rechtsstreit später entwickelt Crystal Dynamics eine Fortsetzung und tauscht den Helden gegen Kains neuen Erzfeind Raziel aus: Soul Reaver kommt derart gut an, dass die Reihe mit Soul Reaver 2, Blood Omen 2 und Legacy of Kain: Defiance in den folgenden vier Jahren stetig fortgesetzt wird.
Warum ging es nicht weiter?
Die Verkaufszahlen von Legacy of Kain: Defiance sind enttäuschend, Publisher Eidos legt die Reihe auf Eis und betreut Crystal Dynamics stattdessen mit der großen Aufgabe, Tomb Raider wieder in die Spur zu bringen. Und weil mit Amy Hennig auch die kreative Leiterin der Legacy of Kain-Titel zu Naughty Dog wechselt (und dort den PlayStation-Hit Uncharted erfindet), geraten Kain und Raziel ins Hintertreffen.
Wie stehen die Comeback-Chancen?
Square Enix, aktueller Besitzer von Crystal Dynamics, hat die Serie offenbar noch nicht ganz aufgegeben. So ließ man bis 2013 bei den Climax Studios eine Fortsetzung mit dem Untertitel Dead Sun produzieren, war aber letztlich mit deren Qualität nicht zufrieden – und stoppte das Projekt. Zudem läuft aktuell die offene Beta des Online-Action- Titels Nosgoth, der in der Welt von Legacy of Kain spielt. Unser kühner Tipp: Spätestens 2018 kommt ein echtes Sequel.
In diesem Artikel
- Seite 1 Verloren, aber nicht vergessen: Age of Empires, Baldurs Gate, Battle Isle
- Seite 2 Verloren, aber nicht vergessen: Brothers in Arms, C&C, Commandos
- Seite 3 Verloren, aber nicht vergessen: Fussball Manager, Half-Life, Indiana Jones
- Seite 4 Verloren, aber nicht vergessen: Legacy of Kain, Medal of Honor, No One Lives Forever
- Seite 5 Verloren, aber nicht vergessen: Ultima, Wing Commander, Wizardry
- Seite 6 Verloren, aber nicht vergessen: Manchmal kommen sie wieder...
- Seite 7 Bildergalerie
Medal of Honor
Quelle: EA
Den PC erobert die Medal of Honor-Serie erst mit Allied Assault. Spätere Episoden wie etwa Airborne (im Screenshot) kommen beim Publikum ungleich schlechter an.
Was war das gleich noch mal?
Steven Spielberg ist nicht nur ein Meisterregisseur, sondern auch treibende Kraft hinter einer der bekanntesten Action-Reihen aller Zeiten. Denn 1995 gründet der Filmemacher ein Entwicklerstudio namens Dreamworks Interactive und lässt es Ego-Shooter mit Zweiter- Weltkrieg-Thematik herstellen. Erst sieben Jahre später schafft die Medal of Honor-Serie den Sprung auf den PC: Allied Assault basiert auf der Quake-Engine und wird von 2015, Inc. produziert – einer Firma, aus der später Infinity Ward hervorgehen sollte. Bis 2007 folgen diverse weitere PC-Episoden und Ableger.
Warum ging es nicht weiter?
Rechteinhaber Electronic Arts will die Reihe 2010 modernisieren und verfrachtet die Bildschirmgefechte in die Moderne: Statt Nazis müssen nun Taliban- Terroristen als Widersacher herhalten. Doch der Angriff auf Call of Duty 4: Modern Warfare misslingt, spielerisch wie technisch wird nur Mittelmaß geboten. Als dann auch noch die Fortsetzung Warfighter floppt, legt EA die Serie vorerst ad acta.
Wie stehen die Comeback-Chancen?
Electronic Arts verfügt mit Battlefield bereits über eine ebenso erfolgreiche wie teure Shooter-Serie. Medal of Honor wieder aus der Versenkung zu holen, wäre also relativ unsinnig. Zudem befindet sich die Reihe in einer Identitätskrise, was die Wahl ihres historischen Szenarios angeht. Aktuelle Comeback-Chancen liegen deshalb bei maximal 20 Prozent.
No One Lives Forever
Quelle: Monolith
Nach dem famosen No One Lives Forever 2 tauscht Monolith seine Heldin Cate gegen einen Kerl aus. Die Quittung: Contract J.A.C.K. scheitert kläglich.
Was war das gleich noch mal?
Ein Roboterpudel, Granaten in Lippenstift- Form und als Aktenkoffer getarnte Raketenwerfer: Cate Archers Werkzeuge sind so herrlich absurd wie ihr erster Computerspielauftritt! No One Lives Forever kombiniert im Jahr 2000 klassisches Shooter-Gameplay mit parodistischem Humor – und räumt damit international Traumwertungen ab. Der direkte Nachfolger kann den Überraschungserfolg sogar toppen und macht Entwickler Monolith zum begehrten Topstudio.
Warum ging es nicht weiter?
Statt eines typischen dritten Serienteils veröffentlicht Publisher Sierra Entertainment 2003 mit Contract J.A.C.K. ein Spiel, das zwar im selben Spionage-Universum angesiedelt, aber weitaus schwächer ist als seine beiden Vorläufer. Entsprechend mies kommt der Titel beim Publikum an, die Verkaufszahlen sind miserabel.
Wie stehen die Comeback-Chancen?
Monolith gehört inzwischen Warner Bros. und hat für den Hersteller Mittelerde: Mordors Schatten produziert. Eine Rückkehr zur No One Lives Forever- Marke scheint aktuell unmöglich, da die Rechtesituation extrem verworren ist. Sowohl Activision und 20th Century Fox als auch Warner besitzen Teile der Lizenzen. Und dann wäre da immer noch das unkalkulierbare Risiko, einen Comedy-Shooter im Seventies- Stil auf den Markt zu bringen.
- Seite 1 Verloren, aber nicht vergessen: Age of Empires, Baldurs Gate, Battle Isle
- Seite 2 Verloren, aber nicht vergessen: Brothers in Arms, C&C, Commandos
- Seite 3 Verloren, aber nicht vergessen: Fussball Manager, Half-Life, Indiana Jones
- Seite 4 Verloren, aber nicht vergessen: Legacy of Kain, Medal of Honor, No One Lives Forever
- Seite 5 Verloren, aber nicht vergessen: Ultima, Wing Commander, Wizardry
- Seite 6 Verloren, aber nicht vergessen: Manchmal kommen sie wieder...

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Bei Indiana Jones weiss ich, dass man vor Jahren (2006) mal das Fanprojekt "Youth of Fountain" gestartet hat. Es scheint bis heute noch nicht fertig zu sein.
Und: Den englischen Football Manager von Sega finde ich defintiv besser, als den von EA. :D
Gerade bei Age of Empires und Command & Conquer gingen eher die letzten Projekte daneben, was zum Todesstoß der Serien führte. Bei Siedler sieht es da ja auch nicht gerade rosig aus.