[15/08/2012] Anders als in der Uncharted-Reihe stehen bei The Last of Us ausufernde Feuergefechte mit Gegnern nicht im Mittelpunkt des Kampfsystems. Stattdessen erfordern allgemeine Munitions- und Ressourcenknappheit passend zum post-apokalyptischen Setting eher ein verstohlenes Vorgehen. Das kommt besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden zum Tragen, weil dort Munition und Rohstoffe noch deutlich seltener zu finden sind. Dabei wird das Spiel aber niemals unfair. Es verlangt vom Spieler nur eine Perfektionierung seines Schleichspiels, denn solange man nicht in einen direkten Kampf verwickelt wird, spürt man auch nicht die erhöhte Stärke der Gegner. Auf niedrigen Schwierigkeitsgraden hat man das Sicherheitsnetz der Gewissheit, zur Not die Situation auch im Feuergefecht lösen zu können. Auf den höheren Stufen muss der Spieler dagegen Geduld an den Tag legen, die Feinde aufmerksam studieren und in Ruhe aus dem Verborgenen ausschalten. Dann ist die Befriedigung über einen gemeisterten Abschnitt noch einmal deutlich größer - eben weil es kein Sicherheitsnetz gibt. Bei sorgsamem Vorgehen wird es nur in einer Handvoll vom Spiel erzwungen Feuergefechten wirklich haarig. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden entfaltet The Last of Us erst so richtig das Feeling, das seinem Setting entspricht. Ein Gefühl von permanenter Gefahr, das eigene Überleben abhängig von minimalsten Ressourcen. Das Stealth-Gameplay gewinnt unheimlich an Bedeutung und fordert die Fähigkeiten des Spielers heraus. (Matthias Dammes)