Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Gefährten, Charaktersystem und mehr
Risen 2: Dark Waters muss sich im Test beweisen. PC Games sagt euch, was das neue Rollenspiel von Piranha Bytes taugt. Ist es wirklich zu sehr an Konsolen angepasst? Gibt es etwa keine spielerische Freiheit? Und was ist überhaupt mit dem Piraten-Setting? Bei uns erfahrt ihr alles.
Risen 2: Hilfreiche Kampfgefährten
Im Spielverlauf schart ihr sieben Gefährten um euch. Die treiben sich, einmal rekrutiert, auf eurem Piratenschiff herum. Zum Landgang nehmt ihr maximal einen Kumpel mit. Die KI-Begleiter agieren selbstständig, verlaufen sich aber in unwegsamem Gelände gerne mal. Ihre Einflussnahme auf das Abenteuer beschränkt sich auf sporadische Wortmeldungen in den Dialogen. Auch spezielle Begleitermissionen, wie aus der Mass Effect-Serie bekannt, sucht ihr vergeblich. Dennoch wachsen einem etwa der drollige, kleptomanisch veranlagte Gnom Jaffar oder die im Vergleich zum ersten Risen wie ausgewechselte Patty mit der Zeit ans Herz.
Außerdem sind die KI-Gefährten im Kampf eine echte Hilfe. Wenn aus mehreren Richtungen Säbel, Pranken oder Wurfspeere auf den Helden einprasseln, kommt ein Schuss aus der Muskete des Schützen Venturo oder ein Heilzauber der Voodoohexe Chani gerade recht. Allerdings habt ihr keine Kontrolle darüber, wann die Begleiter ihre Fähigkeiten anwenden. Auch dürft ihr ihnen keine Ausrüstung überlassen oder Einfluss auf ihre Charakterentwicklung nehmen. Lediglich grundsätzliche Befehle wie "Warte hier!" lassen sich erteilen.
Quelle: Deep Silver
Das Listeninventar ist aufgrund mehrerer Kategorien und Filtern übersichtlicher als etwa in Skyrim. Auch im Vergleich mit Risen stellen die Menüs einen deutlichen Fortschritt in Sachen Komfort dar.
Risen 2: Leicht zu durchschauendes, motivierendes Charaktersystem
Die Fähigkeiten des Protagonisten fasst das Spiel in drei Charakterbildschirmen zusammen. Im ersten verbessert ihr mit gesammelten Ruhmpunkten (gibt es für besiegte Gegner und erledigte Aufgaben) direkt die fünf Attribute Klingen, Feuerwaffen, Härte, Gerissenheit und Voodoo. Jedes Attribut wirkt sich auf den Wert von jeweils drei Talenten aus. Zusätzlich steigert ihr die Talente, wie aus Risen gewohnt, bei Lehrern, die ihr Wissen gegen Gold (Lernpunkte sind passé) mit euch teilen. Die Lehrmeister bringen euch auch insgesamt über 60 Fähigkeiten bei, sowohl aktive als auch passive. Die Menge an Fähigkeiten sorgt für viel Freiheit bei der Charaktergestaltung.
Die mit Abstand spannendsten Skills erhaltet ihr durch den Ausbau der Gerissenheit: Hier befinden sich neben den Schmutzigen Tricks auch die Diebeskunst, mit der ihr Schlösser knackt und Gesprächspartner bestehlt, sowie die Möglichkeit, ein Äffchen zu dressieren, das durch niedrige Tunnelöffnungen spaziert. So gelangt ihr in einigen Tempelanlagen am Wegesrand in sonst unzugängliche Räume.
Die Fraktionswahl hat ebenfalls Auswirkungen auf die Charakterentwicklung: Schließt ihr euch nach der Hälfte der Spielzeit der Inquisition an, erlernt ihr den Umgang mit Musketen. Freunde der dunkelhäutigen Ureinwohner nutzen dagegen die komplette Bandbreite der Voodozauber. Gut: Auch Inquisitionsanhänger dürfen Voodootränke brauen und Eingeborenen-Sympathisanten erhalten ebenfalls ein Gewehr, das aber weniger Bums hat als die Inquisitionsknarren.
Quelle: Deep Silver
Das Charaktersystem ist einfach zu durchschauen, bietet dem Spieler aber viele verschiedene Möglichkeiten, seinen ganz eigenen Weg zu beschreiten. Klasse!
Risen 2: Verbessertes Inventar, überfällige Komfortfunktionen
Das Inventar verfügt über mehrere Filterfunktionen, die nutzlosen Krempel und Trankzutaten von Ausrüstung wie Kopftüchern, Ringen und Säbeln trennen. Im Vergleich zum ersten Risen findet ihr deutlich mehr Gegenstände, die sich der Held überstreifen oder die er in die Hand nehmen kann. Sammelwut weckt das Spiel zudem durch eine Reihe von sogenannten legendären Gegenständen wie einer Meerschaumpfeife oder einem Schrumpfkopf, die eure Charakterwerte dauerhaft verbessern. Deren Fundorte erratet ihr anhand kryptischer Notizen. Das Listeninventar ist um einiges übersichtlicher als in Skyrim. Gegenstände lassen sich schneller austauschen und die Vergleichsfunktion zeigt auf einen Blick, ob der neue Degen besser ist als das bisher geführte Modell.
Prima: Dank (optionaler) Kartenmarkierungen wisst ihr stets, wo eine Quest-Reihe weitergeht, auch wenn eigene Einzeichnungen tabu sind. Schlecht: Im ansonsten vorbildlich geführten Tagebuch fehlt kurz vor Spielende ein klärender Eintrag, was bei unserem Test kurzzeitig für Verwirrung sorgte. Dafür gibt es gleich zwei komfortable Schnellreisefunktionen: Zum einen stehen am Strand einer Insel Ruderboote, mit denen ihr große Distanzen schnell überbrückt. Zum anderen genügt ein Klick auf der Karte, um zu bereits besuchten Orten zurückzukehren. Auch die Schnellreise vom Dschungel zurück an Deck des vor Anker liegenden Schiffes ist außerhalb der Kämpfe jederzeit möglich.
In diesem Artikel
- Seite 1 Risen 2 im Test: Alle Infos zu Kopierschutz, Mods, DLCs und Co.
- Seite 2 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Szenario, Spielwelt, Aufträge und mehr
- Seite 3 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Gefährten, Charaktersystem und mehr
- Seite 4 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Minispiele, Musik und wenige Bugs
- Seite 5 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Kaum Dramatik, simple Kämpfe
- Seite 6 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Botengang-Quests und störende Grafikfehler + Wertung
- Seite 7 Bildergalerie
Bildergalerie
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- Seite 3 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Gefährten, Charaktersystem und mehr
- Seite 4 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Minispiele, Musik und wenige Bugs
- Seite 5 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Kaum Dramatik, simple Kämpfe
- Seite 6 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Botengang-Quests und störende Grafikfehler + Wertung

Features
- Spieler kann nun die meisten Angriffe von Monstern blocken
- Spieler verfügt über einen "Ausweichen"-Move im Kampf - doppeltes Drücken der Richtungstasten bei gehaltener rechter Maustaste
Balance/Tweaks
- Es werden nur noch maximal zehn Autosaves angelegt
- Verbesserung im Angriffsverhalten der Monster KI
- Verbesserung im Angriffsverhalten wenn Charactere von hinten angegriffen wurden
- Verbesserung in der Darstellung der Vegetation
- Verbesserung der Sichtweite für Gegenstände
- Verbesserung der Darstellung des Geländes
- Kanonen sabotieren in Puerto Isabella ist jetzt wesentlich einfacher
- Händlerin an der Schwertküste verkauft jetzt auch Rum
- Exploit beim Schießen-Minispiel entfernt
- Lebenspunkte von Mara erhöht
- Stahlbarts Hut kann nun nicht mehr verkauft werden
Bugfixes
- Bäume in der Entfernung flackern nun auf NVidia Karten nicht mehr
- Probleme mit Grafikkarten im SLI Verbund gelöst
- Absturz bei Verwendung eines 7.1 Soundsystems behoben
- Selten auftretenden Absturz beim Klettern behoben
- Fehler bei "Rückkehr zum Schiff" Option behoben
- Fehler bei Regen in Innenräumen behoben
- Crew-Mitglieder können nun nicht mehr von Monstern getötet werden
- Spieler erhält nun das Item-Narrensaft nach dem Brauen
- Fehler beim Erlernen von bestimmten Fähigkeiten behoben
- Diverse Exploits entfernt Quelle
Ich habe mich sofort zu Hause gefühlt auf den schönen Inseln, es gibt einfach soviel zu entdecken und erkunden, auch das Piraten-Ambiente gefällt mir echt gut.
Zum verkorksten Kampfsystem: Das war in den früheren Gothic- und Risen-Teilen ja auch nicht gerade prickelnd. Find ich aber egal, da ich es gewöhnt bin von früher.
Ist auf jeden Fall eine interessante Idee, das 10er-System. Andererseits: Wenn man da 0,5er Schritte macht, bleibt doch alles gleich! Dann gibt es statt einer 86 eben eine 8,5. Da sehe ich keinen Unterschied allein durch den Systemwechsel.
Zu deiner Frage mit der Kaufempfehlung: Klar kann sich nicht jedermann alle Spiele ab 80 kaufen. Aber dadurch werden diese ja nicht schlechter, es gibt eben einfach nur jede Menge. Da muss dann auch mal der Spieler selbst entscheiden, was ihn am meisten interessiert.