Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Szenario, Spielwelt, Aufträge und mehr
Risen 2: Dark Waters muss sich im Test beweisen. PC Games sagt euch, was das neue Rollenspiel von Piranha Bytes taugt. Ist es wirklich zu sehr an Konsolen angepasst? Gibt es etwa keine spielerische Freiheit? Und was ist überhaupt mit dem Piraten-Setting? Bei uns erfahrt ihr alles.
Risen 2: Brillant umgesetztes Freibeuter-Szenario
Die größte Neuerung von Risen 2 ist das Karibikszenario, das im Vergleich zu den Fantasy-Settings vieler Konkurrenz-Rollenspiele herrlich frisch und unverbraucht wirkt. Als Pirat mit Augenklappe und Dreispitz bereist ihr statt düsterer Eichenwälder grüne Dschungel. Bislang eher für aberwitzige Torkeleinlagen in Fluch der Karibik-Filmen und räuberische Aktionen vor der Küste Somalias bekannt, präsentieren sich die Korsaren hier als fluchende, saufende, im Innern aber doch gutmütige Seebären, die der Spieler einfach lieb haben muss. Dadurch ist das Szenario meilenweit von der glatt gebügelten Schwarz-Weiß-Zeichnung mancher Konkurrenzspiele entfernt. Risen 2 ist ein Spiel mit Ecken und Kanten, schmutzig und unbequem. Es ist diese Verrohung, die es so ungemein authentisch wirken lässt.
Quelle: Deep Silver
Gut geschriebene, humorvoll geschriebene Dialoge erwecken die Figuren spielend zum Leben.
Risen 2: Irre atmosphärische, glaubwürdige Spielwelt
Nach einer straffen Anfangsphase, in der ihr einem linearen Pfad folgt, öffnet sich die Welt mit einem Mal, sobald ihr euch zum Kapitän eines Piratenschiffs aufschwingt. Danach wählt ihr frei euer nächstes Ziel aus sechs Inseln und Küstenabschnitten, die jeweils maximal halb so groß wie das Eiland Faranga aus Teil 1 sind und sich eine Spur kompakter anfühlen. Dennoch gibt es abseits der Hauptwege reichlich Gelegenheit, den Entdecker zu spielen, Nebenaufträge zu erledigen und versteckte Schätze zu entdecken.
Die Spielwelt trieft vor Atmosphäre: Ihr lauft an malerischen Stränden entlang, erlebt wunderschöne Sonnenuntergänge und erforscht finstere Tropfsteinhöhlen. Das alles wirkt wie aus einem Guss; matschige Trampelpfade gehen in gepflasterte Straßen über, die durch imposante Torbögen in lebendig wirkende Städte mit Dutzenden Einwohnern führen. Wie im Vorgänger besitzen alle NPCs einen eigenen Tagesablauf. Sie unterhalten sich miteinander, tragen Kisten durch die Gegend und zücken empört den Säbel, wenn der Spieler seine Waffe zieht oder sich illegal am Besitz anderer Anwohner bereichert. Großartig!
Dazu habt ihr reichlich Gelegenheit, den vielfältigen Aktivitäten der NPCs selbst nachzugehen: Ihr bratet Fleisch, schmiedet aus gefundenen Bruchstücken magische Waffen, sammelt Kräuter für Zaubertränke, brennt Schnaps, schlagt Erz aus dem Fels oder begebt euch mit einer gefundenen Karte auf Schatzsuche.
Risen 2: Interessante, nützliche Spezialfähigkeiten
Im Spielverlauf erlernt euer Held sogenannte Schmutzige Tricks. Mit denen spuckt er etwa Feuer (eine Flasche Brandöl im Inventar vorausgesetzt), beschäftigt Gegner mit einem flatternden Papagei, wirft Feinden Sand in die Augen oder gibt einen Schuss aus seiner Pistole ab. Zusammen mit Block- und Konterbewegungen geraten dadurch Schwertduelle mit Menschen zu einem fein animierten Klingentanz. Die Tricks erweisen sich als sehr hilfreich, besonders im Kampf gegen Gruppen. Allerdings sind viele erst sehr spät verfügbar. Die Schmutzigen Tricks machen die Gefechte aber auf jeden Fall dynamischer und spannender als im ersten Risen.
Passend zum Fluch der Karibik-Szenario gibt es in Risen 2 keine traditionelle Elementarzauberei, sondern Voodookräfte, die ihr von schrumpeligen Hexen und bärtigen Schamanen erlernt. Damit fertigt ihr an Altären Zepter an, die ihr im Kampf wie eine Waffe schwingt. Das Zepter der Furcht versetzt Feinde zum Beispiel in eine minutenlange Schockstarre. Mit dem Zepter der Macht dagegen hetzt ihr zwei Kreaturen oder Menschen aufeinander. Außerdem gibt es noch Fluchpuppen, die einen Feind kurzzeitig schwächen.
Risen 2: Abwechslungsreiche Aufträge mit mehreren Lösungswegen
Zwar bieten die Missionen viel Standardkost (siehe Contra-Punkte), einige der komplexeren Quests überraschen aber mit einfallsreichen Ausgangssituationen. Außerdem sind alternative Lösungsmöglichkeiten an der Tagesordnung. Die dadurch ermöglichte Entscheidungsfreiheit wertet die Aufgaben enorm auf, auch wenn die Entscheidungen lediglich unmittelbare Konsequenzen auf den Missionsverlauf haben. Mit eurer Wahl beeinflusst ihr vor allem den Verlauf der Dialoge und eure Belohnung statt wie etwa in The Witcher 2 den Verlauf der gesamten Handlung.
Ein rundes Dutzend an Missionen gewinnt zudem durch die Verwendung von Voodoopuppen an Komplexität und Unterhaltungswert. Die Puppen stellt ihr wie die Voodoozepter an Altären her und steuert damit einen NPC fern – bei welchen Figuren das möglich ist, bestimmt das Spiel. So entstehen einige kreative Auftragslösungen und lustige Gespräche, etwa wenn ihr in der Haut eines dekadenten Ratsmitglieds politische Entscheidungen trefft oder als Stadtkommandant eurem Piratenhelden dabei helft, ein Schiff zu stehlen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Risen 2 im Test: Alle Infos zu Kopierschutz, Mods, DLCs und Co.
- Seite 2 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Szenario, Spielwelt, Aufträge und mehr
- Seite 3 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Gefährten, Charaktersystem und mehr
- Seite 4 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Minispiele, Musik und wenige Bugs
- Seite 5 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Kaum Dramatik, simple Kämpfe
- Seite 6 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Botengang-Quests und störende Grafikfehler + Wertung
- Seite 7 Bildergalerie
Bildergalerie
- Seite 1 Risen 2 im Test: Alle Infos zu Kopierschutz, Mods, DLCs und Co.
- Seite 2 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Szenario, Spielwelt, Aufträge und mehr
- Seite 3 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Gefährten, Charaktersystem und mehr
- Seite 4 Risen 2 im Test: Das hat uns gefallen - Minispiele, Musik und wenige Bugs
- Seite 5 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Kaum Dramatik, simple Kämpfe
- Seite 6 Risen 2 im Test: Das hat uns nicht gefallen - Botengang-Quests und störende Grafikfehler + Wertung

Features
- Spieler kann nun die meisten Angriffe von Monstern blocken
- Spieler verfügt über einen "Ausweichen"-Move im Kampf - doppeltes Drücken der Richtungstasten bei gehaltener rechter Maustaste
Balance/Tweaks
- Es werden nur noch maximal zehn Autosaves angelegt
- Verbesserung im Angriffsverhalten der Monster KI
- Verbesserung im Angriffsverhalten wenn Charactere von hinten angegriffen wurden
- Verbesserung in der Darstellung der Vegetation
- Verbesserung der Sichtweite für Gegenstände
- Verbesserung der Darstellung des Geländes
- Kanonen sabotieren in Puerto Isabella ist jetzt wesentlich einfacher
- Händlerin an der Schwertküste verkauft jetzt auch Rum
- Exploit beim Schießen-Minispiel entfernt
- Lebenspunkte von Mara erhöht
- Stahlbarts Hut kann nun nicht mehr verkauft werden
Bugfixes
- Bäume in der Entfernung flackern nun auf NVidia Karten nicht mehr
- Probleme mit Grafikkarten im SLI Verbund gelöst
- Absturz bei Verwendung eines 7.1 Soundsystems behoben
- Selten auftretenden Absturz beim Klettern behoben
- Fehler bei "Rückkehr zum Schiff" Option behoben
- Fehler bei Regen in Innenräumen behoben
- Crew-Mitglieder können nun nicht mehr von Monstern getötet werden
- Spieler erhält nun das Item-Narrensaft nach dem Brauen
- Fehler beim Erlernen von bestimmten Fähigkeiten behoben
- Diverse Exploits entfernt Quelle
Ich habe mich sofort zu Hause gefühlt auf den schönen Inseln, es gibt einfach soviel zu entdecken und erkunden, auch das Piraten-Ambiente gefällt mir echt gut.
Zum verkorksten Kampfsystem: Das war in den früheren Gothic- und Risen-Teilen ja auch nicht gerade prickelnd. Find ich aber egal, da ich es gewöhnt bin von früher.
Ist auf jeden Fall eine interessante Idee, das 10er-System. Andererseits: Wenn man da 0,5er Schritte macht, bleibt doch alles gleich! Dann gibt es statt einer 86 eben eine 8,5. Da sehe ich keinen Unterschied allein durch den Systemwechsel.
Zu deiner Frage mit der Kaufempfehlung: Klar kann sich nicht jedermann alle Spiele ab 80 kaufen. Aber dadurch werden diese ja nicht schlechter, es gibt eben einfach nur jede Menge. Da muss dann auch mal der Spieler selbst entscheiden, was ihn am meisten interessiert.