Die Bethesda-Ära: 2005 bis heute
Kurz vor dem Test zu Fallout 4 blicken wir zurück: Im mehrteiligen Serienspecial ackern wir uns durch die komplette Fallout-Reihe und beleuchten, wie das verrückte Endzeit-Rollenspiel ein ganzes Genre umgekrempelt hat.
Nach der Konsolen-Pleite von Brotherhood of Steel steht es nicht gut um die Fallout-Marke. Noch im gleichen Jahr folgt dann der bislang dramatischste Einschnitt für die gesamte Fallout-Marke: Bethesda Games Studios erwirbt von Interplay die Rechte, ein offizielles Fallout 3 umzusetzen - und beginnt, das Projekt von Grund auf neu zu entwickeln.
Fallout 3
Quelle: Bethesda
Bethesdas Fallout 3 markierte 2008 einen Neubeginn für die Serie.
Vier Jahre lang werkeln die Bethesda-Entwickler an ihrer Vision von Fallout 3. Informationen sickern während dieser Zeit nur spärlich durch. Etwa dass in der Tradition früherer Bethesda-Titel erneut die Gamebryo-Engine zum Einsatz kommt, die eine gigantische, völlig offene Sandbox-Spielwelt wie zuletzt in Oblivion auf den Bildschirm zaubern soll. Dann die Schock-Nachricht für Fallout-Fans: Im dritten Teil ist der Spieler nun in der Ego- oder Verfolgerperspektive unterwegs, Kämpfe laufen in Echtzeit wie in einem Actionspiel ab! Was aus heutiger Sicht großartig funktioniert, sorgte 2007 noch für lange Gesichter bei einigen Fans, die sich ein klassisches Fallout gewünscht hatten. Um aber den krassen Bruch mit Fallout-Traditionen abzumildern, denkt sich Bethesda das V.A.T.S.-System aus. Damit lässt sich das Kampfgeschehen auf Knopfdruck einfrieren, was dem Spieler alle Zeit der Welt gibt, um Trefferzonen der Gegner anzuvisieren. Als Schauplatz wählt Bethesda Washington D.C., wodurch den Autoren massenhaft spannender Stoff aus der US-Geschichte zur Verfügung steht.
Trotz teils starker Fan-Kritik hält Bethesda an seinem Konzept fest – zum Glück! Bei seinem Release im Oktober 2008 schlägt Fallout 3 nämlich ein wie eine Atombombe: Mit großartiger Spieltiefe, tollen Quests, vielen Entscheidungen, pechschwarzem Humor und motivierendem SPECIAL-Charaktersystem räumt es einen Spiel-des-Jahres-Award nach dem nächsten ab.
Quelle: PC Games
Ego-Shooter-Kämpfe statt Rundentaktik: Fallout 3 brach mit alten Traditionen.
Ach, die vielen schönen Erinnerungen! Etwa an den großartigen Einstieg, der mit unserer Geburt in der Vault 101 beginnt, uns dann vom Säugling zum Teenager heranwachsen lässt, bis wir schließlich in die atomar verstrahlte Einöde entlassen werden. Witzig, clever, unheimlich atmosphärisch! Oder an das lauschige Dörfchen Megaton, in dem wir uns häuslich einrichten dürfen – oder das wir alternativ vom nahegelegenen Tenpenny-Tower kurzerhand pulverisieren. Oder die gruseligen, verwahrlosten Vaults, in denen uns Ghule aus dem Dunkel angreifen. Was haben wir mitgefiebert! Fallout 3 steckt voller denkwürdiger Momente, sie aufzulisten, würde ganze Hefte füllen. Perfekt ist das Spiel trotzdem nicht! So kritisieren wir im Test die zu niedrige Levelgrenze oder das Ende der Hauptquest, das es unmöglich macht, danach weiterzuspielen. Solche Schnitzer wetzt Bethesda erst in den kommenden Monaten mit Add-ons aus, darunter die Erweiterung Broken Steel, die das Levelcap anhebt und die Story ausbaut.
Fallout: New Vegas
Quelle: Namco Bandai
Fallout: New Vegas (2010) wurde nicht von Bethesda, sondern von Obsidian Entwickelt.
Nach dem Erfolg von Fallout 3 stürzt sich Bethesda auf die Entwicklung von The Elder Scrolls 5: Skyrim, das aber erst 2011 ein Riesenhit werden soll. Fallout-Fans kommen dafür schon früher auf ihre Kosten: Unter der Aufsicht von Bethesda veröffentlicht Obsidian Entertainment im Jahr 2010 die Auftragsarbeit Fallout: New Vegas. Der Clou daran: Obsidian wurde 2003 von ehemaligen Angestellten der Black Isle Studios gegründet, darunter Chris Avellone, der schon an Fallout 2 beteiligt war. Und so finden sich einige Ideen des eingestellten Van Buren in Fallout: New Vegas wieder. Etwa die verfeindeten Fraktionen New California Republic und Ceasar's Legion, denen sich der Spieler anschließen kann.Die Handlung um den Sündenpfuhl New Vegas ist zwar nicht so persönlich wie in Fallout 3 und stößt bei den Fans auf geteilte Meinungen, bietet aber enorme Entscheidungsfreiheit, viele denkwürdige Charaktere und mündet in einer packenden Schlacht um den Hoover Dam.
Quelle: PC Games
New Vegas war eine gute Fortsetzung, erreichte aber nicht die Klasse von Fallout 3.
Die Spielwelt rund um die Mojave-Wüste ist allerdings nicht so glaubhaft und stimmungsvoll wie im Vorgänger, da kann Obisidian leider nicht an Bethesda anknüpfen. Spielerisch ähnelt New Vegas eher einer riesigen Luxus-Mod als einer Neuentwicklung, Obsidian fügt aber viele Verbesserungen hinzu. Etwa ein komplexeres Begleitersystem, Munitionstypen, Traits und vor allem einen Hardcore-Modus, der das Spiel deutlich knackiger und realistischer macht. Auch New Vegas wird mit mehreren Add-ons erweitert und bis heute von einer aktiven Modding-Community gepflegt.
Fallout Shelter
Quelle: Bethesda
Fallout Shelter (2015) ist für Android und iOS erhältlich.
Fünf Jahre lang bleibt es nun ruhig um die Marke Fallout. Erst am 3. Juni 2015 – nur sechs Monate vor seinem Release! – kündigt Bethesda die Fortsetzung Fallout 4 an. Die soll neben schönerer Optik und einer gigantischen Welt auch verbessertes Gunplay, eine aufwendig vertonte Story und komplexe Crafting-Systeme bieten. Um die Wartezeit zu versüßen und die Gunst des Hypes auszunutzen, veröffentlicht Bethesda am 14. Juni auch gleich noch Fallout Shelter für iOS (später auch für Android).
Quelle: Bethesda
Im Aufbauspiel Fallout Shelter bauen wir uns eine eigene, gemütliche Vault.
Das kostenlose Aufbauspiel, in dem wir einen unterirdischen Vault-Bunker aus der Seitenansicht errichten, begeistert vor allem in den ersten Stunden mit liebevollem Design und Witz: Jeder Vaul-Bewohner hat seine eigenen Vorlieben und Stärken, dank einer Zoom-Funktion können wir jedem von ihnen bei ihren Tätigkeiten zusehen: manche mögen lieber in der Kantine arbeiten, andere kümmern sich um Energieversorung, andere dagegen trainieren ihre Fähigkeiten in einem der Übungsräume oder flirten am liebsten mit dem anderen Geschlecht (was man übrigens gut im Auge behalten muss, sonst sorgen unsere rammelwütigen Vault-Bewohner für einen sprunghaften Bevölkerungsanstieg!).
Jeder Bewohner hat außerdem einen Level und ein Inventar - wenn wir die Damen und Herren raus ins Ödland auf Erkundungstour schicken, sammeln sie nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch Rüstungen und Waffen, die wir dann unter der Vault-Bevölkerung verteilen können. Dadurch sind sie besser gerüstet gegen zufällige Angriffe durch Raider, Todeskrallen oder Riesenschaben. Auf Dauer kann das Konzept leider nicht überzeugen, nach mehreren Stunden und Tagen ist aus Fallout Shelter ziemlich die Luft raus. Dafür ist das Free2Play-Konzept ausgesprochen fair, wer kein Geld ausgeben will, spürt kaum einen Nachteil. Und als witzige Überbrückung bis zum Release von Fallout 4 genügt das Mobile-Game allemal.
Wasteland 2
Quelle: Koch Media
Inxiles Wasteland 2 (2014) lässt alte Interplay-Tugenden aufleben.
Doch was ist mit den treuen Fans, die bis heute ihrem rundenbasierten Fallout nachtrauern? Nun, für sie gibt's zwar keinen klassischen Nachfolger im Retro-Stil, doch dafür etwas ähnliches Gutes: Mit Wasteland 2 von Entwickler Inxile bekamen sie im letztes Jahr ein feines Endzeit-RPG serviert, inklusive Draufsicht und taktischer Rundenkämpfe. Bethesda hat mit dem Spiel übrigens nix am Hut. Stattdessen wurde das Kickstarter-Projekt von Brian Fargo ins Leben gerufen – dem gleichen Mann, der 1983 Interplay gegründet, das erste Wasteland mitentwickelt und somit Fallout geprägt hat. (Kein Wunder, dass Fallout 1 im Vorspann mit den Worten "Brian Fargo presents" beginnt!) Und so schloss sich der Kreis für viele Fallout-Fans, denen Bethesdas moderne Variante mit ihren Shooter-Kämpfen und offenen Welten à la The Elder Scrolls partout nicht schmecken wollte - Wasteland 2 erreicht zwar nie wirklich das Niveau eines Fallout 1 oder 2, kommt dem alten Geist der Interplay-Klassiker aber schon ziemlich nahe.

Wer die Welt von Fallout 3 für glaubhafter hält als die von New Vegas, der sollte erstens öfter mal vor die Tür gehen, und zweitens mal die klassischen Fallouts danebenstellen. Dann wird man feststellen, dass Obsidian eine um Welten (haha) glaubhaftere Welt abgeliefert hat als Bethesda, und außerdem den Geist der Vorgänger viel besser eingefangen hat.
dass ich in The Glow ein Seil an den Balken am Krater hängen musste :-D. Fallout 1 und 2 werden für mich wohl immer meine Lieblingsrollenspiele bleiben.
In Fallout 1 hattest du den Countdown der einen nur hetzte und wo das spiel automatisch "Game Over" zeigte wenn du nicht schnell genug warst.
In Teil 2 gab es keinen Countdown und viel mehr Gimmicks aber man musste sich einen Uncut Patch runterladen damit manche quest und events funktionierten.
Fallout Tactics war Jagged Alliance mässig mit eine Story mit diversen Enden
Deshalb würde ich jedem, der heutzutage noch mal z.B Fallout 2 spielen will, den Bloodpatch + Killap's Fallout 2 Resoration Project(bringt von den Entwicklern geplante Quests zurück ins Spiel) empfehlen.
In Fallout 1 hattest du den Countdown der einen nur hetzte und wo das spiel automatisch "Game Over" zeigte wenn du nicht schnell genug warst.
In Teil 2 gab es keinen Countdown und viel mehr Gimmicks aber man musste sich einen Uncut Patch runterladen damit manche quest und events funktionierten.
Fallout Tactics war Jagged Alliance mässig mit eine Story mit diversen Enden