Zeiten des Umbruchs: 1998 bis 2004
Kurz vor dem Test zu Fallout 4 blicken wir zurück: Im mehrteiligen Serienspecial ackern wir uns durch die komplette Fallout-Reihe und beleuchten, wie das verrückte Endzeit-Rollenspiel ein ganzes Genre umgekrempelt hat.
Fallout hat einen großartigen Start hingelegt: Das Endzeit-Rollenspiel entpuppt sich zunächst zwar nicht gerade als Kassenschlager, verkauft sich aber ordentlich, erntet tolle Kritiken und erlangt so einen hervorragenden Ruf unter PC-Rollenspielern. Keine Frage: Eine Fortsetzung muss her! Und so war Fallout 2 nur noch eine Formsache.
Fallout 2
Quelle: Bethesda
Fallout 2 folgte bereits 1998.
Um Fallout 2 möglichst zügig umzusetzen, bündelt Interplay das Entwicklerteam, das schon den ersten Teil gestemmt hatte, unter neuem Namen: Die Black Isle Studios waren geboren! Sie sollten später noch PC-Klassiker wie Planescape: Torment und Icewind Dale erschaffen. Zunächst steht für das Team aber Fallout 2 auf dem Plan, das nach einer rekordverdächtig kurzen Entwicklungszeit schon 1998, also nur ein Jahr später, erscheinen sollte. Da ist es auch kein Wunder, dass man echte Neuerungen mit der Lupe suchen muss: Fallout 2 verwendet die gleiche Technik, den gleichen Look, die gleiche Spielmechanik wie sein Vorgänger.
Zwischen Vault und Porno-Set
Quelle: GOG
Fallout 2 behielt das Konzept des Vorgängers fast unverändert bei.
Die Story setzt 80 Jahre nach dem ersten Teil ein: Als Nachkomme des Helden aus Fallout ist es unser Job, die sagenumwobene Vault 13 aufzuspüren und ein G.E.C.K.-Tool zu bergen, mit dem sich eine Art Paradies erschaffen lassen soll. Nicht nur die Handlung folgt damit vertrauten Pfaden, auch spielerisch bleibt fast alles beim Alten. Neue Perks, Waffen, Outfits sowie ein neues Ruf-System vertiefen aber immerhin die bekannte Mechanik. Fallout 2 fällt jedoch durch ein ganz anderes Thema auf - nämlich Sex. Es mag heutzutage wenig aufregend erscheinen, doch in den späten 90er-Jahren war Sex in Computerspielen eine absolute Seltenheit! So können wir in Fallout 2 zum Beispiel gleichgeschlechtliche Ehen schließen, mit Prostituierten anbandeln oder an einem Porno-Casting teilnehmen und uns zum viel gefragten Star hoch¬rammeln. Es gibt sogar einen speziellen Kamasutra-Perk, der es unserer Spielfigur - wahlweise männlich oder weiblich - besonders einfach macht, andere Charaktere in die Kiste zu kriegen. Nebenbei schlägt Fallout 2 aber auch ernste Töne an, Themen wie Drogensucht oder Sklaverei finden ebenso ihren Platz in der Story wie der typisch schwarze Humor. Alles in allem: klasse!
Fallout Tactics: Brotherhood of Steel
Fallout Tactics wurde nicht von den Black Isle Studios entwickelt.
Erst drei Jahre später sollte Interplay ins Ödland zurückkehren, jedoch nicht mit einem neuen Teil der Hauptserie, sondern mit dem Spin-off Fall¬out Tactics: Brotherhood of Steel (2001). Das Spiel entsteht nicht bei den Black Isle Studios, sondern bei dem weitestgehend unbekannten australischen Studio Micro Forté. Statt einer großen Spielwelt, die wir in beliebiger Reihenfolge erkunden dürfen, erwarten uns in diesem Ableger "nur" in sich geschlossene Schlachten, in denen wir eine Kampftruppe der fiktiven Brotherhood of Steel steuern. Das Kampfsystem wurde dafür stark erweitert. Wie gewohnt müssen wir aber wieder mit Aktionspunkten haushalten, um Manöver durchzuführen. Unser Team ist dabei nicht fest vorgegeben, sondern darf frei zusammengestellt werden. So können sich uns neben Menschen auch Ghule, Supermutanten, Hunde, Roboter oder sogar Todeskrallen anschließen - Letztere sind gewaltige reptilienartige Kreaturen mit dämonischem Aussehen. Selbst für Fallout-Verhältnisse ziemlich schräg!
Quelle: GOG
Fallout Tactics strich viele RPG-Elemente zusammen und konzentrierte sich stärker auf die Kämpfe.
Erstmals in einem Spiel der Reihe ist es zudem möglich, per Multiplayer mit anderen Spielern in kompetitiven Schlachten die Postapokalypse aufzumischen. Anders als in den beiden bisherigen Hauptteilen sind wir hier außerdem nicht in Kalifornien unterwegs, sondern erforschen die verwüstete Metropole Chicago mitsamt umliegendem Ödland. Die linear erzählte Story: Als neues Mitglied bei der Bruderschaft ist es im Jahr 2197 unsere Aufgabe, gemeinsam mit unserem Team die Vault 0 in den Rocky Mountains zu finden. Dort soll eine Technologie versteckt sein, mit der die Überlebenden des Ödlands eine neue Zivilisation aufbauen könnten. Doch die neue Ausrichtung vom Rollen- zum Taktikspiel gefällt nicht jedem: Fallout Tactics erntet bei seinem Release 2001 zwar solide Kritiken, findet aber weniger Käufer als die beiden Vorgänger. Die Pläne einer Fortsetzung werden darum wenig später von Interplay verworfen.
Fallout: Brotherhood of Steel
Quelle: Mobygames
Brotherhood of Steel erschien nur für PS2 und Xbox.
Stattdessen konzentriert man sich bei den Black Isle Studios wieder auf die Entwicklung eines echten Nachfolgers, nachdem ihr vorheriges Projekt - das nie veröffentlichte Baldur's Gate 3 - ebenfalls von Interplay eingestampft worden war. Das inoffizielle Fallout 3 bekommt den Codenamen Van Buren verpasst, setzt erstmals auf eine neue 3D-Engine und soll die Marke mit neuen Spielelementen wie Fahrzeugen mächtig voranbringen. Allerdings wird das weit fortgeschrittene Projekt im Jahr 2003 eingestellt, da sich Interplay gezwungen sieht, sein PC-Entwicklungsteam aufgrund schwerer Finanznöte größtenteils zu entlassen.
2004 veröffentlicht Interplay stattdessen den selbst entwickelten Konsolenableger Fallout: Brotherhood of Steel für Playstation 2 und Xbox. Im krassen Gegensatz zu den PC-Vorgängern bietet dieser Teil in erster Linie actionlastige Echtzeit-Gefechte aus der Draufsicht, eine lineare Handlung und ein stark vereinfachtes Charakersystem. Der Spieler wählt zu Beginn aus einem von sechs Helden. Eine Party gibt es nicht, dafür aber einen Koop-Modus (den wohl kein Mensch gebraucht hätte).
Quelle: Mobygames
Das konsolenexklusive Brotherhood of Steel gilt als Tiefpunkt der Reihe.
Die Rechnung geht nicht auf: Das simple Hack&Slay-Spielprinzip enttäuscht nicht nur Fallout-Fans, auch für sich betrachtet ist Brotherhood of Steel allenfalls mittelmäßig. Es gilt bis heute als Tiefpunkt der Fallout-Serie, seine schwache Story wird daher auch nicht als Kanon betrachtet. Der Nachfolger Fallout: Brotherhood of Steel 2, dessen Entwicklung schon vor dem Release des ersten Teils begann, wird kurzerhand eingestampft.

Wer die Welt von Fallout 3 für glaubhafter hält als die von New Vegas, der sollte erstens öfter mal vor die Tür gehen, und zweitens mal die klassischen Fallouts danebenstellen. Dann wird man feststellen, dass Obsidian eine um Welten (haha) glaubhaftere Welt abgeliefert hat als Bethesda, und außerdem den Geist der Vorgänger viel besser eingefangen hat.
dass ich in The Glow ein Seil an den Balken am Krater hängen musste :-D. Fallout 1 und 2 werden für mich wohl immer meine Lieblingsrollenspiele bleiben.
In Fallout 1 hattest du den Countdown der einen nur hetzte und wo das spiel automatisch "Game Over" zeigte wenn du nicht schnell genug warst.
In Teil 2 gab es keinen Countdown und viel mehr Gimmicks aber man musste sich einen Uncut Patch runterladen damit manche quest und events funktionierten.
Fallout Tactics war Jagged Alliance mässig mit eine Story mit diversen Enden
Deshalb würde ich jedem, der heutzutage noch mal z.B Fallout 2 spielen will, den Bloodpatch + Killap's Fallout 2 Resoration Project(bringt von den Entwicklern geplante Quests zurück ins Spiel) empfehlen.
In Fallout 1 hattest du den Countdown der einen nur hetzte und wo das spiel automatisch "Game Over" zeigte wenn du nicht schnell genug warst.
In Teil 2 gab es keinen Countdown und viel mehr Gimmicks aber man musste sich einen Uncut Patch runterladen damit manche quest und events funktionierten.
Fallout Tactics war Jagged Alliance mässig mit eine Story mit diversen Enden