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  • Wasteland 2 Director's Cut: Endzeit mit Gamepad

    Explodierende Kuhfladen. Das klingt nach einem Feature, das jedes Spiel haben sollte. Der Test von Wasteland 2 belegt: ein Irrglaube! In der Endzeit-Vision von Entwickler-Urgestein Brian Fargo (Fallout) ist wirklich alles mit Fallen gesichert. Kisten, Türen und ja, sogar Kuhfladen. Einfach nur, um den Spieler zu ärgern.

    Nach­dem das Hardcore-Rollenspiel 2014 am PC ein paar ewig Gest­rige glücklich gemacht hat, gibt's jetzt den Director's Cut auch für die Konsolen. Dafür hat Entwick­ler Inxile Entertainment die Grafik marginal aufgepeppt und die Steu­erung gut an Xbox-One- und PS4-Controller angepasst. Lediglich die teils zu kleinen Bildschirmtexte und das Fehlen einer Minimap (was wegen der eingeschränkten, auf die Hel­dengruppe fokussierten Kamera­perspektive doppelt nervt) stören das Gesamtbild. Mehr zum Hauptspiel erfahrt ihr in unserem Wasteland 2-Test von vor einem Jahr.

    Auf dem PC gratis

    Parallel zur Wasteland 2-Veröffentlichung auf den Konsolen aktualisiert Inxile Entertainment sein zähes Oldschool-Rollenspiel am PC kostenlos auf den Stand des Director's Cut. Neben ein paar grafischen Anpassungen am wichtigsten: Die deutsche Übersetzung ist zwar immer noch kein literarisches Meisterstück, aber die Quest-Bugs und bösen Lokalisierungsfehler aus dem Original sind verschwunden. Puh! Info: Nach Installation des Updates könnt ihr zwischen normalem Spiel und Director's Cut wählen. Die Original-Speicherstände funktionieren in der Neuauflage nicht, ihr müsst ein neues Spiel starten.

    Hohe Einstiegshürde

    Der frustige Spielstart dürfte zu­sammen mit der minimalistischen Präsentation viele Interessierte ab­schrecken. Zu Beginn gilt es eine vierköpfige Gruppe von Desert Rangers zu kreieren, die viele Jah­re nach dem dritten Weltkrieg für Recht und Ordnung im Ödland der USA sorgen soll. Für Zahlenfana­tiker ist das natürlich der Himmel auf Erden. Die perfekte Party zu gestalten, macht eine Menge Spaß und nimmt viel Zeit in Anspruch; die wenigen verfügbaren Talent­punkte zu verteilen, kommt einer Folter gleich. Ohne Vorkenntnisse ist es jedoch sehr schwer, sich für die richtige Kombination aus Attri­buten und Talenten zu entschei­den. Zumal die Möglichkeit fehlt, vergebene Skillpunkte im Nachhi­nein neu zu verteilen (Respec).

    Wasteland 2: Director's Cut - Brian Fargo zu Squads und Taktiken 5:43 Wasteland 2: Director's Cut - Brian Fargo zu Squads und Taktiken Wasteland 2: Die PS4-Version im Trailer 2:44 Wasteland 2: Die PS4-Version im Trailer Wasteland 2: Director's Cut - Trailer zur Story und Umfang mit Brian Fargo 4:57 Wasteland 2: Director's Cut - Trailer zur Story und Umfang mit Brian Fargo

    Ein späterer Neustart ist da fast schon zwingend notwendig, wenn man in eine Sackgasse rennt. Eure Vierertruppe ergänzt ihr im Spielverlauf um bis zu drei zu­meist herrlich exzentrische Beglei­ter. Die Interaktion mit diesen Ge­fährten beschränkt sich aber auf ein paar knappe, amüsante Kom­mentare. Wer wie in Dragon Age spezielle Aufträge und emotiona­le Bindungen zum Rest der Truppe erwartet, wird enttäuscht. In Was­teland 2 sind die Charaktere ledig­lich Rädchen in der perfekt geölten Kampfmaschine, zu der ihre eure Gruppe formt.

    Viel zu lesen

    Es gibt viele interessante Orte zu entdecken und Aufträge zu erledigen. Es gibt viele interessante Orte zu entdecken und Aufträge zu erledigen. Quelle: PC Games Zahllose NPCs labern euch an, die Dialoge führt ihr zumeist in Textform. Allerdings gibt's im Director's Cut bereits deutlich mehr Sprachausgabe als im PC-Original. Jedoch nur auf Englisch – die Texte sind dagegen über­setzt und zwar besser als noch vor einem Jahr. Auch Quest-Bugs, die nur in der deutschen Version vor­kamen, hat Inxile beseitigt. Die Dialoge sind auf den Punkt ge­bracht und oftmals sehr humor­voll formuliert. Der Fokus auf das geschriebene Wort tut der dich­ten Atmosphäre keinen Abbruch; die schmutzige Endzeit-Welt pro­fitiert von den detailverliebten Be­schreibungen der Umgebungen, Gesprächspartner und Gegen­stände. Auch wenn man auf einem großen Fernseher ab und zu ganz schön die Augen zusammenknei­fen muss, um alles zu erkennen. In Wasteland 2 gibt es eine Men­ge zu erkunden und zu finden: Auf einer großen Übersichtskarte reist ihr mindestens 50 Stunden lang in den zwei Regionen Arizona und Los Angeles von einem Ort zum ande­ren und stoßt unterwegs auf gehei­me Item-Lager. Ihr findet mysteriö­se Schreine, ulkigerweise meist in der Form alter Videospielkonsolen, berührt Katzenstatuen, die euren Helden Bonus-Skillpunkte verlei­hen, und sammelt jede Menge ver­rückten Schrott. Seltsam ist nur, dass Entwickler Inxile die eigent­liche Haupthandlung vernachläs­sigt; die Story wirkt vorhersehbar und plätschert lange Zeit vor sich hin. Dramatik? Fehlanzeige!

    05:43
    Wasteland 2: Director's Cut - Brian Fargo zu Squads und Taktiken

    Mit Liebe gemacht

    Als Desert Ranger löst ihr natürlich auch Quests und helft den Bewoh­nern des Ödlands aus. Ihr tragt zur Reform einer Gruppe religiöser Fa­natiker bei, sammelt Exkremente für einen Sprengstoffspezialisten oder stiftet Frieden zwischen zwei verfeindeten Stämmen. Zuweilen lässt sich dabei mit dem entspre­chen Gesprächstalent ein Kampf vermeiden. Das Quest-Design glänzt nämlich mit vielen Entschei­dungsmöglichkeiten und variab­len Verhaltensweisen. Der Wieder­spielfaktor ist somit hoch, zumal euch das Spiel die Konsequenzen eurer Entscheidungen mit brutaler Ehrlichkeit aufzeigt. Dachs im Visier: Mit L2 und R2 ruft ihr Fähigkeiten- und Angriffsmenüs auf. So ordert ihr etwa unkompliziert einen gezielten Angriff auf Körperteile. Dachs im Visier: Mit L2 und R2 ruft ihr Fähigkeiten- und Angriffsmenüs auf. So ordert ihr etwa unkompliziert einen gezielten Angriff auf Körperteile. Quelle: PC Games Gekämpft wird in Wasteland 2 häu­fig und immer rundenweise. Der Initiativewert bestimmt die Rei­henfolge von eigenen und gegne­rischen Zügen, Aktionspunkte be­grenzen die Anzahl an gelaufenen Metern und abgegebenen Schüs­sen. Die statischen Gefechte wer­den durch ein Deckungssystem und die Möglichkeit, gezielt Kör­perregionen zu beschießen, vor der Eintönigkeit bewahrt. Allerdings fehlt es an interessanten Schlacht­feld-Layouts. Ist die gegnerische Übermacht zu groß, dürft ihr den vierstufigen Schwierigkeitsgrad je­derzeit anpassen. Der hat aber kei­ne Auswirkungen auf das größte Manko der Schusswechsel: die we­nig intelligente Gegner-KI.

    Neue Perks

    Ganz neu im Director's Cut: Bei jedem vierten Levelaufstieg könnt ihr jetzt auch aus verschiedenen Vorteilen (Perks) für eure Charatere wählen, ähnlich wie in Fallout 3. Dabei handelt es sich meist um kleine Attributs- oder Skillboni, aber auch Extras wie eine größere Resistenz gegen Sprengstoffschaden. Dazu gibt es noch sogenannte Eigenarten, von denen ihr bei der Charaktererstellung zu Beginn eine auswählt, etwa "Pechvogel" (im Kampf wird ein zufälliger Held oder Feind vom Blitz getroffen) oder "Zappelphilipp" (schneller im Kampf aber schlechter beim Zielen als normal). Diese 20 Besonderheiten sind optional und lassen sich, einmal ausgewählt, nicht mehr verändern. Von den 90 Perks könnt ihr im Lauf des Abenteuers dagegen mehrere wählen, wobei einige erst ab einem bestimmten Skill-Level verfügbar werden. Das Charaktersystem gewinnt durch die Neuzugänge in jedem Fall eine neue Note hinzu und macht ein erneutes Durchspielen attraktiver.

    Knacke Schloss: Bitte warten

    Die Beleuchtung und Texturen sind im Vergleich zum ein Jahr alten Original eine Spur hübscher geworden. Die Beleuchtung und Texturen sind im Vergleich zum ein Jahr alten Original eine Spur hübscher geworden. Quelle: PC Games Nervig: Skills wie das Schlösser­knacken müssen jedes Mal aus­gewählt und auf das entsprechen­de Objekt angewandt werden, etwa eine verschlossene Tür. Das Spiel erkennt dabei nicht etwa automatisch, welcher Charakter eurer Gruppe den besten Fähig­keitswert besitzt. Nein, ihr müsst die entsprechende Figur jedes Mal selbstständig auswählen. Im­merhin ist das über L2 aufrufba­re Kreismenü komfortabler als das ursprüngliche PC-Interface. Die unnötige, rund fünf Sekunden lange Wartezeit beim Ausführen der Aktion erfordert aber auch auf der PS4 Geduld. Im Spielverlauf werdet ihr Hunderte Kisten öff­nen und Minen entschärfen, Alar­me deaktivieren und Terminals hacken. Der damit einhergehen­de Aufwand und die aufgesetz­te Wartezeit bei jeder einzelnen solchen Aktion haben uns im Test viele Nerven gekostet. Dazu kommt, dass die Skill-Benutzung auch noch fehlschlagen kann; eine Truhe lässt sich dann etwa nur noch mit Gewalt aufbrechen. Wen das frustriert, der gehört wohl einfach nicht zur Zielgruppe von Wasteland 2.

    Wasteland 2 (PC)

    Spielspaß
    74 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Wasteland 2 (XBO)

    Spielspaß
    72 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Wasteland 2 (PS4)

    Spielspaß
    72 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Abwechslungsreiche Aufgaben
    Gute Dialoge, dichte Atmosphäre
    Großer Umfang, sehr komplex
    Etwas hübschere Grafik
    Ordentliche Gamepad-Umsetzung
    Kämpfe marginal taktischer als im Original
    Keine Übersetzungs-Bugs mehr
    Mehr Sprachausgabe als im Original
    Auf Dauer ermüdende Kämpfe
    Story ohne Spannungsbogen
    Steile Lernkurve, unnötig kompliziert
    Kameraperspektive bei Gamepad-Steuerung unübersichtlich
    Teils zu kleine Schrift für großen Fernseher (PS4, Xbox One)

    35:02
    Let's Play Wasteland 2: "Das verdeckt zu viel Haut!" - mit Matti Sandqvist und Peter Bathge
    Spielecover zu Wasteland 2
    Wasteland 2
    • Es gibt 6 Kommentare zum Artikel

      • Von PeterBathge Redakteur
        Hmm, vielleicht sollten wir künftig eine Art Test-Lotterie ausführen: Die User bestimmen, wer welches Spiel testet. Hätte sicher Unterhaltungswert.
      • Von OpethManiac Neuer Benutzer
        PC Games Leser, die gleichzeitig Liebhaber von Wasteland 2 sind, als ein paar(!) Ewiggestrige (!) zu verniedlichen/verunglimpfen, finde ich schon ein starkes Stück.
        Hätte ich nicht kürzlich mein Abo gekündigt, wäre das sicher ein Grund gewesen.
        Im Übrigen halte ich Sie nicht für den geeigneten Tester von WL2, Herr Bathge, wenn ich mir andere Testberichte anschaue (4P, Eurogamer...).

        Mfg
      • Von PeterBathge Redakteur
        Der Abschnitt zu den Perks und Quirks ist beim Online-Stellen unter die Räder gekommen, hab es nachgetragen.
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Wasteland 2
Wasteland 2 Director's Cut: Endzeit mit Gamepad
Explodierende Kuhfladen. Das klingt nach einem Feature, das jedes Spiel haben sollte. Der Test von Wasteland 2 belegt: ein Irrglaube! In der Endzeit-Vision von Entwickler-Urgestein Brian Fargo (Fallout) ist wirklich alles mit Fallen gesichert. Kisten, Türen und ja, sogar Kuhfladen. Einfach nur, um den Spieler zu ärgern.
http://www.pcgames.de/Wasteland-2-Spiel-41935/Tests/Test-1174390/
13.10.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/10/01-pc-games_b2teaser_169.jpg
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