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  • Ratgeber SSDs: Immer noch Luxus? Kauftipps und Marktübersicht
    Quelle: Samsung

    Ist eine SSD immer noch Luxus? Kauftipps und große Marktübersicht mit 99 SSDs

    SSDs werden mehr und mehr zur Standardaustattung eines PCs. Wir erklären euch Wissenwertes zur Technik von SSDs, geben allgemeine Kauftipps und bieten eine Marktübersicht mit 99 empfehlenswerten Modellen ab 120 Gigabyte Speicherplatz.

    SSD, das steht für Solid State Drive. Frei übersetzt heißt dies Festspeicherlaufwerk oder auch Halbleiterlaufwerk. Eine SSD ist quasi die moderne Form einer Festplatte: In PCs kann sie wie eine Festplatte genutzt werden, ist aber viel schneller und benötigt keine beweglichen Teile, um Daten zu speichern oder zu lesen, da sie auf Speicherchips gelagert werden. Das bei weitem beliebteste Bauformat bei SSDs sind 2,5-Zoll-Gehäuse. Mit Preisen ab 40 Euro für 120 Gigabyte Speicherplatz, was für das Betriebssystem und alle wichtigen Programme sowie einiges an weiteren Dateien völlig ausreicht, sollte eine SSD auch für schmalere Geldbeutel inzwischen als Standard in jedem PC vorhanden sein. Wir erklären euch alles Wichtige zu SSDs und bieten zudem eine große Marktübersicht.

    Unterschiede zu Festplatten

          

    Auf einer SSD werden die Daten in Speicherzellen abgelegt, die komplett elektronisch verwaltet werden. Dies hat den Vorteil, dass es keinerlei für den Datenfluss relevanten mechanischen Bauteile gibt. Bei einer Festplatte sieht dies anders aus: Hier werden die Daten magnetisch auf Scheiben gespeichert und von kleinen Lese/Schreibarmen gelesen/geschrieben. Diese Arme müssen aber erst in Position gebracht werden, denn mal sitzen die Daten weiter innen, mal weiter außen auf der Scheibe, die sich mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute dreht.

    ADATA Premier SP550ADATA Premier SP550Quelle: ADATA Vom Prinzip her funktioniert eine Festplatte also ähnlich wie ein Schallplattenspieler. Das hat drei große Nachteile: Zum einen ist die maximale Geschwindigkeit physikalisch begrenzt, denn eine Metallscheibe kann sich nicht beliebig schnell drehen. Festplatten mit über 10.000 Umdrehungen pro Minute sind zwar technisch möglich, aber in der Produktion sehr teuer und auch fehlernfälliger als Geräte mit niedrigeren Drehzahlwerten. Für die gängigen 3,5-Zoll-Festplatten haben sich 7.200 Umdrehungen pro Minute als Standard und guter Kompromiss aus Geschwindigkeit und Produktionskosten etabliert. Der zweite Nachteil sind die Zugriffszeiten, also die Verzögerung, die durch das Positionieren der Lesearme entsteht. Der dritte Nachteil ist, dass eine Festplatte im Betrieb bereits durch einen unglücklichen Stoß ausfallen kann - die mechanischen Bauteile sind durch die hohe Drehzahl und filigrane Bauweise sehr empfindlich. Mit etwas Pech ist eine Festplatte schon defekt, nur weil man mit seinem Bürostuhl versehentlich gegen das PC-Gehäuse stößt. Eine SSD hingegen ist gegen Stöße unempfindlich, hat dank der rein elektrischen Datenverwaltung keine relevanten Zugriffszeiten und ist beim Datendurchsatz ebenfalls viel schneller als eine Festplatte: etwa 400 bis 600 Megabyte pro Sekunde sind bei SATA3-Modellen üblich. Eine ordentliche Festplatte kommt im Maximum auf 150 Megabyte pro Sekunde, im Durchschnitt auf etwa 120 Megabyte pro Sekunde.

    Geschwindigkeit und Spieleleistung

          

    Im alltäglichen Betrieb von Windows werden meist viele, aber eher kleinere Datenmengen geladen. Selbst beim Booten wird das Betriebssystem nicht in einen Stück geladen - stattdessen müssen etliche kleine Bestandteile, DLL-Dateien, Programme und so weiter geladen werden. Bei einer Festplatte würden sich dann etliche dafür nötige Zugriffsverzögerungen addieren und die mögliche erreichbare Datenrate von etwa 120 Megabyte pro Sekunde belasten. Eine SSD hingegen kann ungebremst arbeiten und ihre Datenrate voll nutzen. Der Alltag mit Windows gestaltet sich daher per SSD deutlich schneller als mit einer Festplatte.

    Corsair Force LECorsair Force LEQuelle: Corsair Da vor allem die Zugriffszeit ein entscheidender Vorteil ist, müsst ihr auch nicht unbedingt darauf achten, dass eine SSD herausragende Schreibwerte besitzt. Selbst die teureren M.2-SSDs (dazu später mehr) haben in der Praxis nur kleinere Vorteile im Vergleich zu einer SATA-SSD, obwohl sie vier bis fünf Mal mehr Megabyte pro Sekunde bewegen können. Vor allem bei Spielen wird klar, was eine SSD ausmachen kann, aber nicht muss: Wenn ein Spiel per Festplatte beispielsweise 90 Sekunden Ladezeit hat, dann liegt dies nicht daran, dass 90 Sekunden am Stück Daten geladen werden. Vielmehr verteilt sich die Dauer der Ladezeit auf drei wichtige Faktoren: die zu ladende Datenmenge, die Verzögerungen durch die Zugriffszeiten und - in vielen Fällen sogar der Hauptpunkt - das Entpacken der Daten und Initialisieren von Algorithmen durch CPU und Grafikkarte. Bei einer SSD fällt die Zugriffszeit weg, zudem ist die Datenrate höher. Doch in der Summe lädt eine SSD das Spiel nicht drei Mal schneller, nur weil sie Daten mit drei Mal mehr Megabyte pro Sekunde laden kann. Sondern es ist eher zu erwarten, dass im Durchschnitt etwa 30 bis 50 Prozent der Ladezeit eingespart werden kann - in unserem Beispiel wären es 45 bis 60 Sekunden per SSD anstatt 90 Sekunden per Festplatte. Natürlich hängen die genaue Vorteile aber sehr vom jeweiligen Spiel ab: Manche Games laden per SSD doppelt so schnell wie von Festplatte, bei anderen wird die Ladezeit um nicht einmal 10 Prozent erhöht. Für Open World-Titel ist eine SSD aber so gut wie immer hilfreich, denn das Nachladen neuer Gebietsinhalte geschieht flüssiger. Bei einer Festplatte kann es zu minimalen Rucklern kommen, die vor allem der Zugriffszeit geschuldet sind. Die eigentliche Spieleleistung steigt durch eine SSD aber nicht.

    Haltbarkeit

          

    Noch immer kursiert die Legende, dass SSDs nicht besonders lange halten. Doch in Wahrheit braucht man sich keine Sorgen zu machen, außer man schreibt täglich exorbitante Speichermengen auf SSDs, was bei privaten Nutzern aber so gut wie ausgeschlossen ist und nur einige Firmen oder Profianwender betreffen könnte. Die Legende der kurzen Haltbarkeit basiert auf zwei Gründen: zum einen sind die ersten in Massen produzierten SSD-Generationen in der Tat relativ oft ausgefallen - zum anderen ist es korrekt, dass die Speicherzellen einer SSD irgendwann nicht mehr neu beschrieben werden können, da sie eine feste Anzahl an Schreibzyklen besitzen.

    SanDisk SSD PLUSSanDisk SSD PLUSQuelle: SanDiskAllerdings lagen die Ausfälle der ersten Generationen nicht an der Anzahl der Schreibzyklen, sondern an Mängeln, die durch die fehlende Erfahrung bei der Massenproduktion bedingt waren. Diese Kinderkrankheiten sind aber schon lange beseitigt, und die Anzahl der maximalen Schreibzyklen ist so hoch, dass so gut wie kein Nutzer diese Grenze erreichen dürfte, bevor er sich nicht sowieso ein neues Laufwerk anschafft. Eine moderne Speicherzelle hat einige Tausend Schreibzyklen, zum Beispiel 3000. Eine SSD könnte 3000 Mal komplett überschrieben werden, bevor man keine neuen Daten mehr auf ihr speichern kann. Man kann sie aber logischerweise auch 6000 Mal zu 50 Prozent überschreiben, oder 12.000 Mal zu 25 Prozent und so weiter. Als Rechenbeispiel: Ihr habt eine SSD mit 240 Gigabyte und schreibt wirklich jeden Tag die exorbitante Menge von 120 Gigabyte neu auf die SSD, also die Hälfte der Kapazität. Das entspricht bei einer durchschnittlichen SSD mehr als fünf Stunden ununterbrochener Schreibarbeit pro Tag. Ihr könntet dies bei 3000 Speicherzyklen pro Speicherzelle 6000 Tage lang tun, was mehr als 16 Jahren entspricht. Das Argument, eine SSD wäre einer Festplatte in Sachen Haltbarkeit unterlegen, gilt also nicht mehr. Ohne Vorankündigung ausfallen kann aber jede SSD auch aus anderes Gründen - genau wie Festplatten. Ein Backup der wichtigen Daten ist also stets ratsam. Für die Lebensdauer einer SSD gibt es noch zwei weitere Indizien, die wir im nächsten Abschnitt klären.

    IOPS, TBW und MTBF

          

    In den technischen Daten tauchen einige Begriffe auf, mit denen nicht jeder vertraut ist. Zum sind dies die maximalen Datenraten - diese betragen bei modernen SSDs über 500 Megabyte pro Sekunde beim Lesen - beim Schreiben sind es in aller Regel über 350 Megabyte pro Sekunde.

    Silicon Power Slim S60Silicon Power Slim S60Quelle: Silicon Power Doch diese maximalen Werte sagen nicht genau aus, wie schnell oder langsam eine SSD im Durchschnitt ist. Etwas mehr Aussagekraft haben die IOPS-Werte für Lesen und Schreiben, denn hierbei handelt es sich um Testwerte, bei denen per Zufall kleine Datenpakete gelesen oder geschrieben werden und nicht eine Datenmenge X in einem Stück. Trotzdem sind weder die maximale Datenrate noch die IOPS 4K-Werte ein eindeutiger Beweis, ob ein SSD-Modell nun besonders gut ist oder nicht. Richtige Testberichte und Nutzererfahrungen sind stets die bessere Wahl. Vor allem in Tests wird manchmal aufgedeckt, dass die Werte einer SSD, wenn ihr Zwischenspeicher voll ist, sehr stark einbrechen. Doch in der Praxis gibt es kaum eine SSD, von der man einem typischen Privatnutzer klar abraten könnte. Zwei weitere Begriffe beziehen sich auf die Lebensdauer einer SSD: zum einen TBW, zum anderen MTBF. Letzteres steht für Mean Time Between Failures - übersetzt heißt dies so viel wie die Zeitdauer zwischen Ausfällen. Effektiv ist damit die Lebensdauer gemeint, eben die Zeit bis zum (ersten) Ausfall. Eigentlich ist dieser Wert völlig belanglos, denn mit weniger als einer Millionen Betriebsstunden wird keine aktuelle SSD gelistet - dies entspricht 114 Jahren (!) Betrieb am Stück, oder auch 228 Jahren, wenn ihr die SSD lediglich 12 Stunden am Tag benutzt.

    Toshiba OCZ TR150Toshiba OCZ TR150Quelle: Toshiba OCZ Da aber offenbar immer noch zu viele Nutzer an die oben schon besprochene Legende der kurzen Haltbarkeit einer SSD glauben, geben die Hersteller die MTBF inzwischen bei vielen SSDs an. Wichtiger erscheint der TBW-Wert. Die Abkürzung TBW bedeutet TeraBytes Written und beschreibt die Datenmenge, die ein Hersteller als mindestens nutzbare Summe der Datenmenge angibt, die man im Laufe der Zeit auf eine SSD schreiben kann. In aller Regel wird der Wert aber sehr vorsichtig gewählt, es sind also in der Tat nur Mindestwerte, die der Hersteller in jedem Falle garantiert, die aber so gut wie immer deutlich überschritten werden können. Auch in Praxistests hat so gut wie jede SSD ihre TBW problemlos weit überschritten. Zum Beispiel werden einige SSD mit 120 Gigabyte Kapazität mit einer TBW von 30 Terabyte angegeben. Dies bedeutet rechnerisch, dass ihr die SSD lediglich etwa Eineinhalb Jahre nutzen könnt, wenn ihr sie jeden Tag zu 50 Prozent - also mit 60 Gigabyte pro Tag - überschreibt. Für private Anwender ist ein solcher Datenverkehr, der wirklich täglich anfällt, zwar mehr als exotisch, doch für viele Firmen könnte dies relevant sein. Aber selbst eine solche SSD mit einem TBW-Wert von nur 30 Terabyte kann in der Praxis für deutlich größere Summen an Datenmengen genutzt werden - allerdings kann es sein, dass der Hersteller seine Garantie auf diesen Wert beschränkt. Beispiel: ein Hersteller gibt fünf Jahre Garantie auf seine SSD, aber nur dann, wenn ein TBW-Wert von 60 Terabyte noch nicht überschritten wurde.

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Ist eine SSD immer noch Luxus? Kauftipps und große Marktübersicht mit 99 SSDs
SSDs werden mehr und mehr zur Standardaustattung eines PCs. Wir erklären euch Wissenwertes zur Technik von SSDs, geben allgemeine Kauftipps und bieten eine Marktübersicht mit 99 empfehlenswerten Modellen ab 120 Gigabyte Speicherplatz.
http://www.pcgames.de/SSD-Hardware-255552/Specials/Ist-eine-SSD-immer-noch-Luxus-Kauftipps-und-grosse-Marktuebersicht-zu-SSDs-1205579/
28.08.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/08/ADATA-Premier-SP550-480-pc-games_b2teaser_169.jpg
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