Vampire: Bloodlines 2 im Test: Die Fortsetzung, die niemand wollte... ist besser als gedacht?
Wir hatten es befürchtet: Bloodlines 2 ist nicht der würdige Nachfolger geworden, den das Kultspiel verdient. Doch im Test zeigt das Vampir-Rollenspiel auch eine ganze Menge Stärken - ist es am Ende sogar besser als erwartet?
Dieses Jahr dürftet ihr nur wenig Spiele finden, die schon im Vorfeld so verdroschen wurden wie Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2. Dabei hatte alles eigentlich so gut angefangen! Das erste Bloodlines gilt trotz Bug-Fiasko als Kult-Rollenspiel, bis heute zählt es zu den besten Vampirtiteln überhaupt.
Als dann auf der E3 2019 die lange ersehnte Fortsetzung enthüllt wurde, zeigten sich viele Fans erleichtert: Düstere Stimmung, vielseitiges Gameplay - und mit Brian Mitsoda war auch wieder einer der Originalautoren an Bord! Zwar wirkte vieles noch verdammt unfertig, aber zumindest bekam man damals Eindruck, dass die neuen Entwickler von Hardsuit Labs auf einem guten Weg waren.
Bei Publisher Paradox sah man das jedoch anders: Man ließ die Entwicklung stoppen, Hardsuit Labs wurde gefeuert. Das unfertige Projekt wanderte schließlich in die Hände von The Chinese Room, also zu den Machern von Everybody's Gone to the Rapture und Still Wakes the Deep. Dort konnte man zwar noch einige Charakterdesigns und Ideen aus der eingestellten Version retten, doch im Großen und Ganzen wurde die Entwicklung nochmal von vorne begonnen.
Was die Entwickler dann im September 2023 enthüllten, sorgte für Skepsis - denn The Chinese Room legte plötzlich andere Schwerpunkte und kickte viele vertraute Spielelemente raus. Als dann auch noch die fatale Ankündigung kam, gleich zum Release zwei spielbare Clans kostenpflichtig zu machen, war die Laune der Fans endgültig im Keller. Der DLC-Quatsch wurde zwar schnell wieder rückgängig gemacht, so dass nun doch alle Clans im Hauptspiel enthalten sind - doch der Ruf des Spiels war spätestens da schon mächtig angekratzt.
Nun haben wir's durchgespielt und können es bestätigen: Wer ein vollwertiges Bloodlines im Sinne des Vorgängers erwartet, wird enttäuscht sein! Denn The Chinese Room hat tatsächlich vieles über Bord geworfen oder vereinfacht, und das dürfte alten Fans kaum schmecken. Doch ist damit schon alles gesagt? Von wegen!
In diesem Artikel
- Seite 1 Bloodlines 2 im Test: Die Fortsetzung, die niemand wollte
- Seite 2 Bloodlines 2 im Test: Story, Schauplatz und ein Begleiter wider Willen
- Seite 3 Bloodlines 2 im Test: Nebenquests, RPG-Elemente, Clans und Talente
- Seite 4 Bloodlines 2 im Test: Kämpfe, Waffen und Magie
- Seite 5 Bloodlines 2 im Test: Technik, Bugs, Wertung und Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
Update: Wir haben unseren Test mit einem umfangreichen Video Review ergänzt. Bei der Gelegenheit haben wir auch nochmal ein wenig an der Artikelstruktur gefeilt.
Auch wenn's vielleicht schwerfällt: Es lohnt sich, den Namen "Bloodlines" einmal auszublenden und das Spiel einfach nur für sich zu betrachten - denn dann zeigen sich auch eine ganze Menge Stärken, die wir ihm gar nicht zugetraut hätten! In diesem Test schauen wir uns genau an, was gut funktioniert, wo die Probleme liegen, für wen sich Bloodlines 2 (jetzt kaufen 56,64 € / 53,99 € ) wirklich eignet - und warum wir am Ende mehr Spaß hatten, als wir anfangs dachten. Auf der nächsten Seite geht's los!
- Seite 1 Bloodlines 2 im Test: Die Fortsetzung, die niemand wollte
- Seite 2 Bloodlines 2 im Test: Story, Schauplatz und ein Begleiter wider Willen
- Seite 3 Bloodlines 2 im Test: Nebenquests, RPG-Elemente, Clans und Talente
- Seite 4 Bloodlines 2 im Test: Kämpfe, Waffen und Magie
- Seite 5 Bloodlines 2 im Test: Technik, Bugs, Wertung und Fazit
Wenn man Bloodlines 2 drauf schreibt, erwarte ich auch ein Bloodlines 2. Und nicht einfach irgendein Vampire The Masquerade Spiel.
Redemption war damals anders und hieß auch nicht Bloodlines, oder? Mit dem Namen "Bloodlines 2" wollte man einfach nur Fans von Bloodlines anlocken und deswegen ist das für mich nicht okay.
Da sag ich, Leute, ist jetzt schwierig gewesen und nicht ganz das Spiel was ihr erwartet habt und was wir machen wollten, aber es ist als Spiel selber oft recht geil. Wir nennen das jetzt halt nicht "Redemption" oder "Bloodlines" sondern "Vampire The Masquerade - Suck ya nice tits dry" Sowas halt. Irgendwas fällt den PR Hanswursten da schon ein.
"Flop 50" bei Metacritic, Weiterempfehlungsraten von 30% bei Open Critic. Niedrige bis mittlere 60er vergibt die Branche kaum, obwohl laut praktisch allen Bewertungsschlüsseln mittlerer Scores auch für mittlere bis durchschnittliche Games da sind. Und 80er sind so Standard, dass sich fast jeder Release mittlerweile seinen "Accolades"-Trailer basteln kann. Ja, es gibt positive Reviews. Aber der Tenor ist insgesamt eher mixed bis unterbegeistert. Es gibt massig Releases da draußen, da gingen schon ganz andere Spiele unter. Und Paradox wussten schon vor jeder Presse selbst in etwa, wie groß ihre Chancen wirklich waren, das Geld wieder reinzukriegen.
Aber wie gesagt, es ist wohl (auch) der Verdienst von The Chinese Room, dass sie aus der Baustelle, die sie bekamen, noch was "Funktionales" gemacht haben. Das hätte auch kompletter Murks sein können. Vielleicht sogar müssen. Und wie man sieht: Für solche Horrorproduktionsgeschichten brauchts kein Electronic Arts aus den Vereinigten Staaten von Trump. Da reicht auch ein Paradox aus dem beschaulichen Schweden.
Bin gespannt, ob sie jemand recherchiert. Und eines Tages erzählt.
Denn das Spiel selbst scheint ja gar nicht so schlecht zu sein, aber wenn ich deinen Link bei OpenCritic öffne, springen mir sofort Sätze wie "A gripping story full of intrigue and murder that struggles to find its footing as an RPG sequel" und "This isn’t the sequel we hoped for, wanted, or even expected." Als "Bloodlines 2" wird es natürlich auch in Reviews mit dem Vorgänger verglichen und entsprechend bewertet (vielleicht sogar nur unterbewusst, weil Redakteure sind auch nur Menschen).
Ich bleibe dabei: Paradox hätte dem Spiel nicht diesen Namen geben sollen! Oder noch besser: Sie hätten sich vernünftig darum kümmern sollen. An einer Reportage dazu wäre ich auch interessiert, da bin ich komplett bei dir [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] :)
Apropos: Als es damals angekündigt war und bei GOG sogar schon Vorbestellungen möglich waren, hatte ich es vorbestellt. Das war vor dem ganzen Entwicklungs-Drama. Nachdem ich hörte, dass z.B. Personen, die am ersten Teil gearbeitet hatten, das Projekt verlassen hatten, wurde ich schon misstrauisch. Ich habe dann auch meine Vorbestellung wieder storniert - zum Glück, muss ich leider sagen. Ich hätte so gerne einen richtigen Nachfolger gehabt...
"Flop 50" bei Metacritic, Weiterempfehlungsraten von 30% bei Open Critic. Niedrige bis mittlere 60er vergibt die Branche kaum, obwohl laut praktisch allen Bewertungsschlüsseln mittlerer Scores auch für mittlere bis durchschnittliche Games da sind. Und 80er sind so Standard, dass sich fast jeder Release mittlerweile seinen "Accolades"-Trailer basteln kann. Ja, es gibt positive Reviews. Aber der Tenor ist insgesamt eher mixed bis unterbegeistert. Es gibt massig Releases da draußen, da gingen schon ganz andere Spiele unter. Und Paradox wussten schon vor jeder Presse selbst in etwa, wie groß ihre Chancen wirklich waren, das Geld wieder reinzukriegen.
Aber wie gesagt, es ist wohl (auch) der Verdienst von The Chinese Room, dass sie aus der Baustelle, die sie bekamen, noch was "Funktionales" gemacht haben. Das hätte auch kompletter Murks sein können. Vielleicht sogar müssen. Und wie man sieht: Für solche Horrorproduktionsgeschichten brauchts kein Electronic Arts aus den Vereinigten Staaten von Trump. Da reicht auch ein Paradox aus dem beschaulichen Schweden.
Bin gespannt, ob sie jemand recherchiert. Und eines Tages erzählt.