Bloodlines 2 im Test: Story, Schauplatz und ein ungebetener Freund

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Bloodlines 2 im Test: Story, Schauplatz und ein ungebetener Freund
Quelle: PC Games

In diesem Test schauen wir uns genau an, was gut funktioniert, wo die Probleme liegen und für wen sich Bloodlines 2 wirklich eignet.

Leblos in Seattle

Zeit für einen Tapetenwechsel! Wart ihr ihm ersten Bloodlines noch in Los Angeles unterwegs, macht ihr diesmal das nächtliche Seattle unsicher. Dort überschlagen sich gerade die Ereignisse, mehrere Vampir-Fraktionen liegen im Clinch, erste Köpfe rollen bereits - es geht um Machtspiele und Intrigen, um Mord und finstere Geheimnisse, die sich langsam unter der Metropole regen. Also ein starker Rahmen für ein düsteres Vampir-Rollenspiel, das vor allem mit seiner Story punkten will.

Anders als im ersten Bloodlines spielt ihr diesmal aber keinen schwächlichen Frischling, sondern einen erfahrenen Blutsauger, der sich Phyre nennt. Egal ob männlich oder weiblich, ihr verkörpert eine uralte, mächtige Kreatur der Nacht, die unter Vampiren fast schon Legendenstatus genießt.

Ohne ein Wörtchen mitzureden, werdet ihr auch schon in die Machtkämpfe verstrickt und sollt obendrein als blutsaugende Spürnase einen Mörder dingfest machen. Hier liegt auch schon die große Stärke von Bloodlines 2! Die Entwickler haben daraus nämlich nicht nur einen anständigen Unterwelt-Krimi gestrickt, auch die Charaktere sind markant geschrieben, prima vertont und oft richtig hübsch designt.

Skillchecks wie im ersten Bloodlines gibt es nicht mehr. Zumindest darf man aber in manchen Dialogen auch mal bedrohlich oder unfreundlich reagieren. Quelle: PC Games Skillchecks wie im ersten Bloodlines gibt es nicht mehr. Zumindest darf man aber in manchen Dialogen auch mal bedrohlich oder unfreundlich reagieren. Die Dialoge erreichen zwar selten die Tiefe des ersten Bloodlines, liefern aber gerade genug Auswahlmöglichkeiten, um uns bei der Stange zu halten. Je nach Entscheidungen bekommt ihr dann eines von zwölf möglichen Enden zu sehen. Inwieweit die sich wirklich unterscheiden, können wir nach dem ersten Durchspielen natürlich nicht sagen - aber da waren auf jeden Fall ein paar spannende Momente dabei, in denen wir ganz schön gegrübelt haben!

Die arrogante Lou lässt uns lange über ihre Motive im Dunkeln. Quelle: PC Games Die arrogante Lou lässt uns lange über ihre Motive im Dunkeln. Die Inszenierung kann allerdings nicht immer mit den Ambitionen der Autoren mithalten: Gerade in den letzten Kapiteln, wenn sich das Schicksal von Seattle entscheidet, werden dramatische Ereignisse eher angedeutet als gezeigt. Längere Cutscenes und aufwendig geskripte Sequenzen gibt es da kaum noch - scheinbar mussten die Entwickler etwas aufs Budget schauen.

Stille Nacht, blutige Nacht

Dafür haben sie aber den Schauplatz ganz anständig hinbekommen. Das nächtliche Seattle ist zwar überraschend klein geraten und Fahrzeuge gibt es leider auch keine. Aber zumindest treiben sich jede Menge Passanten auf den Straßen herum und füllen das Ganze ein bisschen mit Leben. Technisch reißt das Spiel keine Bäume aus, gerade den grobmatschigen Schnee sollte man sich lieber nicht aus der Nähe anschauen. Aber: Die Gestaltung der Gebäude und Innenräume, die bunt leuchtenden Werbetafeln, die ausgefeilte Lichtstimmung, die umherwirbelnden Schneepartikel - das ist stimmungsvoll umgesetzt!

Fahrende Autos oder anderen Verkehr gibt es leider nicht. Immerhin sind aber jede Menge Fußgänger auf den Straßen unterwegs. Quelle: PC Games Fahrende Autos oder anderen Verkehr gibt es leider nicht. Immerhin sind aber jede Menge Fußgänger auf den Straßen unterwegs.

Der Vampir in deinem Kopf

Seattle erkundet ihr übrigens nicht nur als Phyre, sondern hin und wieder auch in Gestalt von Fabien. Der ist gleichzeitig Detektiv, Vampir und obendrein eine rätselhafte Stimme in eurem Kopf. Erzählerisch ist das zwar alles andere als originell und für unseren Geschmack kommentiert der gute Mann auch etwas zu oft das Geschehen. Aber zumindest bringt Fabien einen guten Schuss Humor ins Spiel - und das ist schon viel wert.

Fabiens Ermittlungen fördern spannende neue Details zutage. Quelle: PC Games Fabiens Ermittlungen fördern spannende neue Details zutage. Fabien ist aber nicht einfach nur eine Stimme aus dem Off. In ausgewählten Situationen dürft ihr auch wichtige Erinnerungen von ihm nachspielen und so tiefer in die Story abtauchen. Fabien verfügt allerdings über keinerlei Kampftalente, in seinen Kapiteln kann also nix schiefgehen - das sind im Grunde reine Adventure-Parts. Dafür hat er vier besondere Fähigkeiten speziell für Dialoge.

Das passt zwar zu seiner Rolle als Detektiv, doch leider gibt es da keine cleveren Rätsel oder sonstige Ermittlungsarbeiten, für die man mal ein bisschen überlegen müsste. Da genügt es schon, sich einfach durch alle Dialogoptionen zu klicken, bis die richtige dabei ist.

Fabiens Abschnitte sind spielerisch also reichlich dünn, doch zumindest fördern sie immer wieder spannende Enthüllungen zutage. Für die Geschichte sind die darum ein Gewinn, vor allem in den letzten Spielstunden, wenn endlich alle Fäden zusammenlaufen und auch die letzten Masken fallen.

Screenshots aus unserer PS5-Testversion

Allerdings finden Fabiens Ausflüge in der gleichen Umgebung statt, die ihr schon mit Phyre rauf und runter erkundet habt. Ihr latscht also durch die gleichen Gassen und pendelt zwischen den gleichen Orten hin und her, während unterwegs einfach nix passiert. Das ist anfangs noch okay, nach einer Weile nervt das ständige Rumgelatsche aber ganz ordentlich.

Und das ist offensichtlich auch den Entwicklern aufgefallen. Die haben nämlich speziell für Fabien einen Zeitraffer eingebaut, mit dem ihr im Schnelldurchlauf durch Seattle flitzen dürft. Klar, kann man machen! Wenn sowas allerdings nötig ist, um langweilige Passagen zu überbrücken, dann sollte man sich vielleicht fragen, ob da vielleicht ein anderer Erzählansatz besser gewesen wäre. Zum Glück hat Bloodlines 2 aber noch mehr zu bieten - auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr.

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  1. Seite 1 Bloodlines 2 im Test: Die Fortsetzung, die niemand wollte
  2. Seite 2 Bloodlines 2 im Test: Story, Schauplatz und ein Begleiter wider Willen
  3. Seite 3 Bloodlines 2 im Test: Nebenquests, RPG-Elemente, Clans und Talente
  4. Seite 4 Bloodlines 2 im Test: Kämpfe, Waffen und Magie
  5. Seite 5 Bloodlines 2 im Test: Technik, Bugs, Wertung und Fazit
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von eckidergrosse Anwärter/in
        Der Name wäre der einzige Grund, Bloodlines 2 zu spielen, doch nicht, weil ich Grafikblender so mögen würde oder hektische Prügelspiele oder linear durch 'ne inhaltslose Welt laufen, und dann soll ich den Namen laut Artikel ausblenden?!
      • Von eckidergrosse Anwärter/in
        Der Name wäre der einzige Grund, Bloodlines 2 zu spielen, doch nicht, weil ich Grafikblender so mögen würde oder hektische Prügelspiele oder linear durch 'ne inhaltslose Welt laufen, und dann soll ich den Namen laut Artikel ausblenden?!
      • Von sadira Spiele-Novize/Novizin
        Es hätte nicht Bloodlines 2 heissen sollen, geb ich zu, dennoch für mich ein sehr gutes Spiel.
      • Von Weedotastisch Hobby-Spieler/in
        Zitat von Paisen
        Das halte ich für Schwachsinn. Ein gutes Spiel braucht so etwas nicht.

        Wenn man Bloodlines 2 drauf schreibt, erwarte ich auch ein Bloodlines 2. Und nicht einfach irgendein Vampire The Masquerade Spiel.

        Redemption war damals anders und hieß auch nicht Bloodlines, oder? Mit dem Namen "Bloodlines 2" wollte man einfach nur Fans von Bloodlines anlocken und deswegen ist das für mich nicht okay.
        Das sind so Dinger, welche man als Management, als geborene Führungskraft, halt einfach durchstehen muß. Es ist halt da, wie auch sonst wo, eine Negativauslese, welche uns hier als Führungskraft präsentiert wird. Das geht auch so nicht mehr lange gut (gesamtgesellschaftlich, Paradox wünsch ich ja sonst alles gute).

        Da sag ich, Leute, ist jetzt schwierig gewesen und nicht ganz das Spiel was ihr erwartet habt und was wir machen wollten, aber es ist als Spiel selber oft recht geil. Wir nennen das jetzt halt nicht "Redemption" oder "Bloodlines" sondern "Vampire The Masquerade - Suck ya nice tits dry" Sowas halt. Irgendwas fällt den PR Hanswursten da schon ein.
      • Von Paisen Hobby-Spieler/in
        Zitat von Svenc
        Das war der Punkt.

        "Flop 50" bei Metacritic, Weiterempfehlungsraten von 30% bei Open Critic. Niedrige bis mittlere 60er vergibt die Branche kaum, obwohl laut praktisch allen Bewertungsschlüsseln mittlerer Scores auch für mittlere bis durchschnittliche Games da sind. Und 80er sind so Standard, dass sich fast jeder Release mittlerweile seinen "Accolades"-Trailer basteln kann. Ja, es gibt positive Reviews. Aber der Tenor ist insgesamt eher mixed bis unterbegeistert. Es gibt massig Releases da draußen, da gingen schon ganz andere Spiele unter. Und Paradox wussten schon vor jeder Presse selbst in etwa, wie groß ihre Chancen wirklich waren, das Geld wieder reinzukriegen.

        Aber wie gesagt, es ist wohl (auch) der Verdienst von The Chinese Room, dass sie aus der Baustelle, die sie bekamen, noch was "Funktionales" gemacht haben. Das hätte auch kompletter Murks sein können. Vielleicht sogar müssen. Und wie man sieht: Für solche Horrorproduktionsgeschichten brauchts kein Electronic Arts aus den Vereinigten Staaten von Trump. Da reicht auch ein Paradox aus dem beschaulichen Schweden.

        Bin gespannt, ob sie jemand recherchiert. Und eines Tages erzählt.
        Da muss man aber auch bedenken, wie sehr der Name die Wertungen wohl negativ beeinflusst hat.
        Denn das Spiel selbst scheint ja gar nicht so schlecht zu sein, aber wenn ich deinen Link bei OpenCritic öffne, springen mir sofort Sätze wie "A gripping story full of intrigue and murder that struggles to find its footing as an RPG sequel" und "This isn’t the sequel we hoped for, wanted, or even expected." Als "Bloodlines 2" wird es natürlich auch in Reviews mit dem Vorgänger verglichen und entsprechend bewertet (vielleicht sogar nur unterbewusst, weil Redakteure sind auch nur Menschen).

        Ich bleibe dabei: Paradox hätte dem Spiel nicht diesen Namen geben sollen! Oder noch besser: Sie hätten sich vernünftig darum kümmern sollen. An einer Reportage dazu wäre ich auch interessiert, da bin ich komplett bei dir [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] :)

        Apropos: Als es damals angekündigt war und bei GOG sogar schon Vorbestellungen möglich waren, hatte ich es vorbestellt. Das war vor dem ganzen Entwicklungs-Drama. Nachdem ich hörte, dass z.B. Personen, die am ersten Teil gearbeitet hatten, das Projekt verlassen hatten, wurde ich schon misstrauisch. Ich habe dann auch meine Vorbestellung wieder storniert - zum Glück, muss ich leider sagen. Ich hätte so gerne einen richtigen Nachfolger gehabt...
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von Paisen
        Das halte ich für Schwachsinn. Ein gutes Spiel braucht so etwas nicht.
        Das war der Punkt.

        "Flop 50" bei Metacritic, Weiterempfehlungsraten von 30% bei Open Critic. Niedrige bis mittlere 60er vergibt die Branche kaum, obwohl laut praktisch allen Bewertungsschlüsseln mittlerer Scores auch für mittlere bis durchschnittliche Games da sind. Und 80er sind so Standard, dass sich fast jeder Release mittlerweile seinen "Accolades"-Trailer basteln kann. Ja, es gibt positive Reviews. Aber der Tenor ist insgesamt eher mixed bis unterbegeistert. Es gibt massig Releases da draußen, da gingen schon ganz andere Spiele unter. Und Paradox wussten schon vor jeder Presse selbst in etwa, wie groß ihre Chancen wirklich waren, das Geld wieder reinzukriegen.

        Aber wie gesagt, es ist wohl (auch) der Verdienst von The Chinese Room, dass sie aus der Baustelle, die sie bekamen, noch was "Funktionales" gemacht haben. Das hätte auch kompletter Murks sein können. Vielleicht sogar müssen. Und wie man sieht: Für solche Horrorproduktionsgeschichten brauchts kein Electronic Arts aus den Vereinigten Staaten von Trump. Da reicht auch ein Paradox aus dem beschaulichen Schweden.

        Bin gespannt, ob sie jemand recherchiert. Und eines Tages erzählt.
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