Star Trek Spielzeug: LEGO, BlueBrixx & der Lizenzwechsel 2025
LEGO sichert sich Star Trek: BlueBrixx verschwindet, die Enterprise-D wird knapp - und Fans streiten über Hersteller, Preise und Qualität.
In diesem Artikel
- Seite 1 Vom Fanwerden bis zum AMT-Deal - wie alles anfing
- Seite 2 Label-Slapper, Toy-Fails & der Weg zu den ersten Actionfiguren
- Seite 3 Mego, Kinofilme und der ewige Teufelskreis im Spielwarenregal
- Seite 4 Playmates-Explosion, Sammler-Zoff und die Zeit nach dem Höhenflug
- Seite 5 Happy Meals, Brettspiele, Eaglemoss, Playmobil & der Klemmbaustein-Krieg bis LEGO
- Seite 6 LEGO übernimmt - und was das für Fans, Hersteller und Sammler bedeutet
- Seite 7 Bildergalerie
2021 dann der Donnerhall in deutschen Kinderzimmern, als sich der erste von zwei zwar nicht im Star-Trek-Land USA, aber umso mehr hierzulande riesigen Namen mit Star Trek befasste. Playmobil sprang nach Jahrzehnten lizenzfreier Existenz plötzlich auf den Hypetrain auf und verkaufte Vehikel und Figuren zu Franchises von Zurück in die Zukunft bis Ghostbusters - und das Kronjuwel war eine mehrere hundert Euro teure und etwa einen Meter lange Enterprise. Mit Licht und Sound bot sie den wunderschönen Flair der späten 1960er, aber vor allem mit öffenbarem Maschinenraum und Brücke, sodass der teure Spaß echten Playset-Charakter hatte, wenn auch die Proportionen streng genommen nicht vollkommen korrekt waren. Ebenso cool war der darauffolgende klingonische Bird-of-Prey, seitdem scheint die Playmobil-Lizenz jedoch ausgelaufen, mindestens aber eingeschlafen.
Quelle: Playmobil
2021 sprang Playmobil auf den Lizenzzug auf.
Zu guter Letzt muss es um die unvermeidbaren Klemmbausteine gehen. Es gab immer schon den Ruf nach Star-Wars-LEGO, doch die Dänen wurden sich mit Paramount über Jahrzehnte hinweg nie einig. Oder aber sie hatten genug zu tun und zu verdienen mit ihrer anderen Lizenz, die mit "Star" anfängt, und deswegen kein Interesse - wer weiß das schon? Bausteinsets rund um das Universum des Luke Skywalker waren 1999 die allererste Lizenz für LEGO und retteten das Traditionsunternehmen damals vor dem drohenden Bankrott.
Zum 50. Star-Trek-Jubiläum 2016 brachte Mega Bloks eine ebenso stattliche wie klassische Enterprise heraus, bis im Januar 2022 zur Überraschung aller ausgerechnet eine deutsche Klemmbausteinfirma diesen Job übernahm: BlueBrixx aus Flörsheim am Main.
Quelle: Sebastian Göttling
Ein Bluebrixx-Klemmbaustein-Shuttle und eine spezialangefertigte "Familie Picard".
Diese entwickelten sich zur großen Erfolgsgeschichte und auch ich nenne einige der Sets mein Eigen. Anfangs war die Klemmkraft der Steine durchaus wechselhaft und manche ambitionierte Bautechniken erforderten drei Hände und/oder spindeldürr-lange Finger (was habe ich geflucht beim Zusammenbau des Shuttlepod aus der Ära Archer), aber auch diese Probleme wurden mit der Zeit weniger.
Nur waren die Bluebrixx-Sets allesamt figurenlos, weswegen mein unvollständiger Shuttle-Fuhrpark - das DS9-Runabout sollte ich irgendwann mal bauen, aber es fehlt die Zeit - von spezialangefertigten und nicht lizenzierten Crewmitgliedern bevölkert ist. Als Bluebrixx endlich die ersten Star-Trek-Minifiguren ankündigte und enthüllte, kam stattdessen der Donnerschlag. Die Minifiguren gab es nur sehr kurz im Bundle mit teureren Modellen, weswegen sie in lediglich homöopathischen Mengen den Weg in den Markt fanden und verschwanden. Sämtliche Bluebrixx-Trek-Lagerbestände wurden abverkauft, denn tatsächlich sicherte sich LEGO die Lizenz und präsentierte im Spätherbst 2025 die dänische Enterprise-D.
Quelle: LEGO
Zum 59. Star-Trek-Tag ließ LEGO erstmals die Enterprise fliegen.
Ich weiß: Wie bei so vielen Dingen gibt es im Internet ideologische Grabenkämpfe. Hier sind sie ganz besonders scharf emotional aufgeladen und es wird diskutiert, welcher Klemmbausteinhersteller der geldgierige Satanas ist - und welcher der mildtätige Freund der Fans. Doch solche Debatten sind mir tatsächlich zu unterkomplex, denn freilich wollen alle diese Firmen Geld verdienen, jede mit individuellen qualitativen Macken, und stellen Klemmbausteine nicht aus der reinen Güte ihres Herzens her. Doch zum Glück muss ich mich nicht für oder gegen die LEGO-Enterprise-D entscheiden, denn, ihr habt es womöglich bereits erraten: Es mangelt mir unabhängig von meinen Gefühlen an Zeit und Platz.
Dennoch war das 3600-Teile-Monstrum mit neun Crewmitgliedern von Captain Picard bis Barkeeperin Guinan rasch ausverkauft, weswegen nur ein geringer Teil der Käuferschaft das begehrte Bonus-Shuttle mit Fähnrich Ro ergattern konnte. Mittlerweile gibt es sie wieder zu haben. Das Modell sieht wirklich sehr ordentlich aus, bei den Figuren gibt es jedoch deutlich Luft nach oben - und der Spott war groß, als bei einem der Sticker das L vergessen wurde. Aus "to boldly go" wurde "to boldy go". Aber hey, Drucke sind eh cooler als Sticker - und ich spiele jetzt eine Runde mit meinen Playmates. Ich glaube, Khan geht gleich mit Morn einen saufen und danach ärgern sie gemeinsam den Talosianer.
- Seite 1 Vom Fanwerden bis zum AMT-Deal - wie alles anfing
- Seite 2 Label-Slapper, Toy-Fails & der Weg zu den ersten Actionfiguren
- Seite 3 Mego, Kinofilme und der ewige Teufelskreis im Spielwarenregal
- Seite 4 Playmates-Explosion, Sammler-Zoff und die Zeit nach dem Höhenflug
- Seite 5 Happy Meals, Brettspiele, Eaglemoss, Playmobil & der Klemmbaustein-Krieg bis LEGO
- Seite 6 LEGO übernimmt - und was das für Fans, Hersteller und Sammler bedeutet

Allerdings fehlt mir ein cooles Merchandise: Furuta aus Japan hat zwischen 2003 und 2006 kleine aber coole Modelle hergestellt.
Auf der Ülattform Memory Alpha findet sich dazu eine tolle Auflistung