Star Trek Spielzeug: Remco, Toy-Fails & Actionfiguren-Start
Von Sticker-Spielzeug bis Helm-Treppenwitz: Star Treks frühe Lizenz-Phase - und warum Actionfiguren damals schwer zu verkaufen waren.
In diesem Artikel
- Seite 1 Vom Fanwerden bis zum AMT-Deal - wie alles anfing
- Seite 2 Label-Slapper, Toy-Fails & der Weg zu den ersten Actionfiguren
- Seite 3 Mego, Kinofilme und der ewige Teufelskreis im Spielwarenregal
- Seite 4 Playmates-Explosion, Sammler-Zoff und die Zeit nach dem Höhenflug
- Seite 5 Happy Meals, Brettspiele, Eaglemoss, Playmobil & der Klemmbaustein-Krieg bis LEGO
- Seite 6 LEGO übernimmt - und was das für Fans, Hersteller und Sammler bedeutet
- Seite 7 Bildergalerie
Ab 1968 gesellte sich in den USA als Lizenznehmer die Firma Remco (kurz für "Remote Control") hinzu, die bis zu ihrem Bankrott im Jahr 1971 zahlreiche Star-Trek-Spielzeuge im Sortiment hatte - allerdings viel weniger schön und originalgetreu als die AMT-Modelle. Remco war ein notorischer "Label Slapper", denn was verkauft wurde, waren gar keine speziell für Star Trek designten Spielzeuge. Stattdessen handelte es sich um bereits existierende Produkte mit prekärem Bezug zur Marke. Lediglich mit Stickern und einer entsprechenden Verpackung wurden diese oft mehr schlecht als recht auf Star Trek getrimmt: Frisbees, Raketenpistolen, ein Helm mit Insektenaugen, ein Astro-Panzer, eine Astro-Eisenbahn, ein Astro-Kopter, ein Astro-Flugzeug - wer erinnert sich nicht an die klassischen Star-Trek-Episoden mit diesen Gefährten? Exakt: Niemand, denn all das war Quatsch.
Auch andere Firmen griffen die Lizenz für einen schnellen Dollar ab, um zum Beispiel Kinder-Schreibtafeln herzustellen, auf denen eine Enterprise abgedruckt war. Wohlgemerkt eine auf dem Kopf stehende Enterprise, denn kenntnisreiche Fans waren unter manchen Spielzeugentwicklern Fehlanzeige. Zwei weitere Beispiele: Figürchen mit Fallschirmen und die "Controlled Space Flight Enterprise", die im Kreis fliegt - ein vorhandenes Spielzeug, an das anstelle eines kreisenden Propellerflugzeugs eine neue Enterprise-Form montiert wurde.
Quelle: Enco
Ohne diese Kopfbedeckung verlässt Spock nicht die Enterprise.
1976 folgte in dem Zusammenhang ein bis heute legendärer Merchandise-Treppenwitz: der Star-Trek-Helm von Enco. Ein weißer Helm mit Visier, Antenne, einem Blaulicht mitten auf dem Dez und dem Schriftzug KIRK oder SPOCK auf der Stirn.
Die drei Arten der Actionfiguren vor 1977
An dieser Stelle ein wenig spielzeughistorischer Kontext, denn um die wichtigste Kategorie von Merchandise zu verstehen, die Actionfiguren, sind drei Arten zu unterscheiden.
Variante 1: Spielzeuge, die auf einem Film basieren. Historisch hatte das nie gut funktioniert, weil die Filme, um die es ging, immer nur wenige Wochen in den Kinos waren. Ohne andauernde Medienpräsenz über Jahre hinweg entstand keine dauerhafte Aufmerksamkeit - und ohne Aufmerksamkeit kein Nachfragesog im Spielwarenhandel. Ich rede hier wohlgemerkt von der Situation vor dem Jahr 1977, in dem Star Wars zum absoluten Gamechanger wurde.
So massiv war dieser Einschlag, dass die bis dato kleine Firma Kenner im Weihnachtsgeschäft 1977 nur sogenannte "Early Bird Certificate Specials" verkaufte - nichts weiter als Gutscheine, die die beschenkten Kinder erst im Laufe des Folgejahres 1978 gegen die verspätet produzierten Actionfiguren einlösen konnten. Eigentlich der nackte Wahnsinn, dass der Spielzeug-Verkaufsschlager in den USA Ende 1977 überhaupt kein Spielzeug beinhaltete.
Variante 2: Spielzeuge, die auf gar keiner bereits vorhandenen IP basieren. Paradebeispiel hierfür waren die Masters of the Universe, umgangssprachlich auch bekannt als He-Man. Aus dem Hause Mattel, ohne zuvor vorhandene Begleitmedien, nur eine nachgeschobene Zeichentrickserie und hierzulande auch Hörspiele. Entgegen aller Erwartungen der absolute Verkaufsrenner im Jahr 1982 - und von Jahr zu Jahr erfolgreicher, bis das Franchise im Jahr 1987 praktisch über Nacht implodierte.
Variante 3: Spielzeuge, die auf einer laufenden Fernseh- oder Comicserie basieren. Historisch waren solche Spielzeuge vor Star Wars eigentlich die erfolgreichsten, einfach weil die Begleitmedien für Kinder omnipräsent waren - sei es im Fernsehen oder am Kiosk. In diese Kategorie fällt Star Trek und müsste deswegen eigentlich massiv erfolgreich sein. Und trotzdem ist es eine Geschichte von Aufs und Abs.
Quelle: Mego
Das Brücken-Playset, ein Klassiker des ersten Trek-Actionfiguren-Herstellers Mego.
Enter Mego
Als 1973 die Star-Trek-Zeichentrickserie startete, kaufte die New Yorker Firma Mego die Lizenz für schlappe 5000 Dollar. Bei Paramount wusste man, obwohl die erfolgreichen Wiederholungen der Originalserie langsam Fahrt aufnahmen, nichts von der hauseigenen Goldgrube namens Star Trek und vergab die Lizenz deswegen zum Spottpreis. Mego sollte am Ende 15 Millionen Dollar verdienen.
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- Seite 3 Mego, Kinofilme und der ewige Teufelskreis im Spielwarenregal
- Seite 4 Playmates-Explosion, Sammler-Zoff und die Zeit nach dem Höhenflug
- Seite 5 Happy Meals, Brettspiele, Eaglemoss, Playmobil & der Klemmbaustein-Krieg bis LEGO
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Allerdings fehlt mir ein cooles Merchandise: Furuta aus Japan hat zwischen 2003 und 2006 kleine aber coole Modelle hergestellt.
Auf der Ülattform Memory Alpha findet sich dazu eine tolle Auflistung