Star Trek Spielzeug: Mego, Kinofilme & der Teufelskreis

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Special Sebastian Göttling - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Star Trek Spielzeug: Mego, Kinofilme & der Teufelskreis
Quelle: AMT Ertl

Mego brachte ikonische Star-Trek-Figuren - doch Kinofilme, Zielgruppenfehler und Flops hielten das Franchise im Spielzeugkreis fest.

Damit gab es die ersten Actionfiguren in der damals üblichen Größe von acht Zoll. Mit anziehbarer Kleidung aus Stoff wie bei Barbies, das war damals Usus. Die Antlitze der Charaktere - allen voran Spock - waren mitunter fantastisch getroffen, aber Mego nahm auch echte Abkürzungen, indem existierende Spielzeuge geräubert wurden. Der Echsenkrieger Gorn aus der Episode Arena (Ganz neue Dimensionen) war eine solche Spielzeug-Schimäre und hatte keinerlei Ähnlichkeit mit der Vorlage - und auch der talosianische Keeper aus dem allerersten Pilotfilm The Cage (Der Käfig) hatte mehr mit Nosferatu gemein.

So legendär Megos Enterprise-Brückenplayset mit "funktionierendem" Transporter war - eine rotierende Verschwinde-Kammer, in die man die Figuren stellen konnte - so merkwürdig war das Playset Mission to Gamma VI, das sich an der Episode The Apple (Die Stunde der Erkenntnis) orientierte. In der Folge bringen die Einwohner eines Planeten Opfergaben für ihre Gottheit Vaal in eine Höhle mit Drachenkopf-Eingang, doch die Fratze des Playsets sah eher aus wie eine Burg der Masters of the Universe, und die Dorfbewohner waren viel zu klein im Vergleich zu den restlichen Mego-Actionfiguren.

Abseits von den Figuren und Playsets brachte Mego wirklich coole Gadgets raus, zum Beispiel einen Trikorder, in dem sich ein waschechter Kassettenrekorder verbarg. Diesem "Tri-Rekorder" lag eine Kassette dabei, die einen Überspielschutz-Zinken ausgebrochen hatte - die Älteren erinnern sich - aber eben nur auf der einen Seite. Das heißt: Auf Seite A war unauslöschbar ein Star-Trek-Hörspiel, während man auf Seite B eigene Kinderzimmer-Weltraumabenteuer einsprechen konnte.

Diese Vintage-Toys, wie Sammlende sie nennen, kenne ich allesamt nur von meinen Online-Recherchen, auch wenn ich das große Glück hatte, auf der ein oder anderen Retro-Spielzeug-Börse wenige Klassiker hautnah zu sehen. Ein Highlight dabei war das Phaser Battle Game: Man saß vor einem "Bildschirm" mit beweglichem Sternenfeld - darauf erschienen Gegner, die per Joystick und Fadenkreuz highscore-wirksam abgeschossen wurden. Das klingt nach einem tollen, frühen Arcade-Automaten, doch das Phaser Battle Game war vollkommen analog. Ein ziemlich großer, mechanischer Apparillo mit hunderten Zahnrädern, Licht und Sound.

Hü und Hott: Actionfiguren vs. Kinofilme

1977 war Mego-Chef David Abrams einer der Spielzeugfirmenbosse, der George Lucas mit seinem komischen Star-Wars-Zeug vor die Tür setzte - "kein Interesse". Diese galaktische Fehlentscheidung war der Anfang vom Ende für Mego, denn als Luke Skywalker die Welt eroberte, war Spock als Spielzeug vorerst abgemeldet. Trotzdem fertigte Mego 1979 noch die Actionfiguren zu Star Trek: The Motion Picture (Star Trek: Der Film) in Verlängerung der existierenden Lizenz.

Doch der Film war mehr 2001 als Star Wars und ließ als solcher das Zielpublikum von Actionfiguren - Kinder zwischen fünf und zwölf - völlig kalt. Ein massiver Misserfolg.

Dermaßen desillusioniert stellte Mego zum zweiten Star-Trek-Kinofilm 1982 erst gar keine Spielzeuge her - obwohl die Saga rund um Khans Wiederkehr und Rache deutlich actionreicher war und sich Figuren wahrscheinlich viel besser verkauft hätten. 1983 meldete Mego dann Konkurs an. Nicht nur wegen des fehlenden Erfolgs, sondern auch, weil Firmenchef Abrams aufgrund zahlreicher Betrügereien vor Gericht kam und verknackt wurde.

1984 kam mit Star Trek III: The Search for Spock (Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock) wieder die Modellbaufirma AMT ins Spiel. Die hatten schon im Jahre 1981 die Plastikfigurenfirma Ertl gekauft, und unter deren Logo gab es nun Actionfiguren zum dritten Kinofilm. Der war aber wiederum kein großer Hit bei den Kids. Eine Serie aus kompletten Ladenhütern.

Star-Trek-Spielzeug war in einem Teufelskreis gefangen. Entweder gab es Spielzeug zu einem nicht sonderlich kindgerechten Film - oder aber es kam ein Film für die ganze Familie, doch abgeschreckt vom Misserfolg der letzten Toyline wollte sich kein Lizenznehmer daran wagen. Auch zum Familienfilm Star Trek IV: The Voyage Home (Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart), "dem mit den Walen", hätten Actionfiguren gut gepasst, doch es gab keine.

Eine neue Mikro-Generation von Actionfiguren

1987 startete Star Trek: The Next Generation im US-Fernsehen und die Firma Galoob erwarb die Lizenz für Actionfiguren, die ab 1988 erschienen. Das erlaubte Galoob auch, 1989 Figuren zu Star Trek V: The Final Frontier (Star Trek V: Am Rande des Universums) zu machen - mal wieder kein Liebling der Kids (auch nicht der Erwachsenen), mal wieder Ladenhüter.

Was die Next Generation anging, schätzte Galoob das Zielpublikum für Actionfiguren falsch ein. Man orientierte sich an den Star-Wars-Figuren von Kenner, die während der Ölkrise rohstoffsparend klein entwickelt wurden - dreidreiviertel Zoll. Picard & Co. waren nicht nur winzig, sondern sahen ihren Vorbildern kaum ähnlich. Auch trugen sie - kaum im Sinne der Friedensbotschaft eines Gene Roddenberry - nicht abnehmbare Phaserwaffen in der Hand, zudem litt die Produktionsqualität unter starken Schwankungen. Mit Star Trek konnte man ab Ende der 1980er Jahre aufwärts nur dann Erfolg haben, wenn man sich neben Kindern außerdem auch an erwachsene Sammler richtete. Für die waren die Galoob-Figuren nichts. Darüber hinaus war die Next Generation im Jahr 1988 noch nicht vollumfänglich beliebt bei den Fans. Also schon wieder ein Phaserschuss in den Ofen.

Wobei: Deutlich erfolgreicher und auch in deutschen Spielwarenabteilungen präsent waren die kleinen Raumschiff-Packs von Micro Machines - ebenfalls eine Marke von Galoob. Hätte ich die damals gekauft und nicht geöffnet, könnte ich mich heute auf dem Sammlermarkt damit dumm und dämlich verdienen.

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  1. Seite 1 Vom Fanwerden bis zum AMT-Deal - wie alles anfing
  2. Seite 2 Label-Slapper, Toy-Fails & der Weg zu den ersten Actionfiguren
  3. Seite 3 Mego, Kinofilme und der ewige Teufelskreis im Spielwarenregal
  4. Seite 4 Playmates-Explosion, Sammler-Zoff und die Zeit nach dem Höhenflug
  5. Seite 5 Happy Meals, Brettspiele, Eaglemoss, Playmobil & der Klemmbaustein-Krieg bis LEGO
  6. Seite 6 LEGO übernimmt - und was das für Fans, Hersteller und Sammler bedeutet
    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MannyMamut NPC
        Interessanter Artikel.
        Allerdings fehlt mir ein cooles Merchandise: Furuta aus Japan hat zwischen 2003 und 2006 kleine aber coole Modelle hergestellt.
        Auf der Ülattform Memory Alpha findet sich dazu eine tolle Auflistung
      • Von MannyMamut NPC
        Interessanter Artikel.
        Allerdings fehlt mir ein cooles Merchandise: Furuta aus Japan hat zwischen 2003 und 2006 kleine aber coole Modelle hergestellt.
        Auf der Ülattform Memory Alpha findet sich dazu eine tolle Auflistung
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