Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel!

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Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel!
Quelle: Ubisoft

Es ist Zeit. Wofür? Für ein neues Splinter Cell! Redakteur Lukas Schmid möchte endlich wieder im Dunkeln sitzen und erklärt in seiner Kolumne, warum Ubisoft keine Ausrede hat, das Spiel nicht zu machen.

Spieler wollen keine Horrorgames. Spieler wollen keinen Singleplayer. Spieler wollen keine linearen Titel. Aus all dem, was Spieler laut irgendwelchen Spielekonzern-Managern mit Blick auf maximale Erlösspannen in den letzten Jahren nicht wollen, könnte man ein ziemlich gutes neues Spiel basteln.

Oha, passiert ja auch immer wieder, siehe God of War, siehe Resident Evil 2 und Resident Evil 3, siehe Last of Us Part 2 und so weiter und so fort.

Was Spieler offenbar auch nicht wollen: Stealth-Games. Ist ja wurscht, dass Hitman stets Traumbewertungen und gute Verkaufszahlen aufweisen kann, das zählt offenbar nicht.

Leseempfehlung an dieser Stelle: Die Kolumne meines lieben Kollegen Michi, der darin der Frage auf den Grund geht, warum es heutzutage mit Schleichspielen nicht so rund läuft.

Allen voran wollen Spieler kein neues Splinter Cell. Nun, zumindest, wenn es nach Ubisoft geht. Da herrscht seit 2013 nämlich Flaute, also seit dem Launch von Splinter Cell: Blacklist. (jetzt kaufen 49,95 € / 17,99 € )

Seitdem gibt es nur ständige Teases und Gastauftritte des Protagonisten Sam Fisher in anderen Spielen, wo man sich als Fan gleich doppelt veralbert vorkommt. Oh, und eine VR-Experience kommt. Okay. So verzweifelt sind die Fisher-Freunde, dass ein anderes Entwicklerteam sich nun vorgenommen hat, diesen Hunger zu stillen - leider mit Koop-Fokus und damit für mich nur mäßig interessant.


Über den Autor

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (8) Quelle: Markus Raffeis/medienagentur mrks Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (8) Lukas Schmid arbeitet seit 2010 in unterschiedlichen Funktionen bei Computec Media und damit bei PC Games, zuerst als Praktikant, anschließend als freier Mitarbeiter, dann als Volontär, Redakteur und inzwischen als Leitender Redakteur für pcgames.de, videogameszone.de, gamesaktuell.de und gamezone.de. Er liebt Action, Adventure, Action-Adventures, Shooter, Jump & Runs, Horror und Rollenspiele, mit Strategietiteln, den meisten Rogue-likes und Militärsimulationen kann man ihn jagen. Jeden Samstag um ca. 09:00 Uhr teilt er euch in seiner Kolumne mit, was ihn gerade wieder nervt oder freut. Hasskommentare und Liebesbriefe gerne in die Kommentare unter der Kolumne, an lukas.schmid@computec.de oder auf Twitter an @Schmid_Luki.


For the players

Es ist eh klar, warum Ubisoft bei Splinter Cell so auf die Bremse steigt. Der Grund fängt mit "s" an und hört auf mit "ie haben in irgendwelchen Analysen festgestellt, dass das Vermarktungs- und somit Kapitalisierungspotenzial des Spiels nicht den firmeninternen Ansprüchen genügt".

Weil, Ubisoft, das ist in den letzten Jahren Open World, das sind Live-Service-Elemente, das sind ständige Updates, um die Leute möglichst an sich zu binden, damit sie in Ingame-Shops Geld ausgeben. Entwickelt wird meist nicht unter kreativem Gesichtspunkt, sondern mit dem Abakus in der Hand.

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (2) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (2) Gut, überraschend ist das nicht, aber deswegen nicht weniger traurig. Diese Entwicklung kulminiert nun in dem, was Assassin's Creed offenbar in Zukunft sein soll. Ich mag die neue Herangehensweise an die Reihe in den letzten paar Jahren, auch, wenn ich die alte, simplere Machart manchmal vermisse. Aber nun wird das den aktuellen Plänen nach ein einziges, großes Live-Service-Ungetüm, das ständig erweitert und, so meine Befürchtung, endgültig seiner Seele beraubt wird. Danke, ich bin raus.

Abwärtstrend

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (3) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (3) Dass Ubisoft besser weiß als die Spieler, was sie wollen, hat sich bei Splinter Cell ja auch schon gezeigt. Die ersten drei Teile gehören zu meinen liebsten Spielen aller Zeiten, vor allem Chaos Theory. Im Schatten sitzen, warten, beobachten, im richtigen Moment zuschlagen - klasse! Das war langsam, aber trotzdem oder gerade deswegen spannender als jeder generische Krachbumm-Shooter, der mir jemals vorgesetzt worden ist.

Mit Double Agent verlor die Reihe schon ein wenig dessen, was sie ausmachte, vor allem in den Versionen für die damaligen Next-Gen-Konsolen PS3 und Xbox 360. Dann kam Conviction, und nun wurde endgültig die bizarre Entscheidung getroffen, dass man den Fans auf keinen Fall zumuten könne, dass auch mal eine Minute nichts passiert. Das war mehr 24: The Game denn das, was man als Splinter-Cell-Liebhaber haben wollte.

Auf der schwarzen Liste

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (4) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (4) Darauf folgte Blacklist und machte wieder einige Dinge besser, aber es war trotzdem nicht mehr das Splinter Cell, das ich einst kannte. Und nach diversen Mehrspielermodus-Eskapaden in der Vergangenheit (ist ja okay, ich gebe es ja schon zu, Koop war lustig) gab es nun auch erste leise Versuche, das Spiel Live-Service-isch zu machen, in Form von uPlay-Freischaltungen und einer Begleit-App.

Hach ja, Begleit-Apps, erinnert ihr euch noch an diesen "Trend"? Es waren simplere Zeiten.

Jedenfalls, das war offenbar nicht rentabel genug, oder in den nächsten Jahren, wo dieses Finanzierungsgeschwür immer mehr heranwuchs, merkte man, dass das bei Splinter Cell nur so mittel klappte.

Ja, und seitdem halt: Funkstille.

But how does it money?

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (5) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (5) Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, natürlich sitzen bei Ubisoft Leute und denken drüber nach, wie das nächste Splinter Cell aussehen kann. Gut möglich, dass es schon in Entwicklung ist. Aber was wird es sein? Bestimmt nicht das, was ich und was, so meine Überzeugung, sich die meisten althergebrachten Serienfans wünschen: Open World, Erweiterungen, dumme Daily Quests diesmal Echtgeld-Käufe mit mehr Wumms, das klingt viel zu logisch, als dass es nicht so enden wird. Hat ja bei Ghost Recon auch funktioniert und bei Beyond Good and Ev- äääh, na, mal schauen, was da noch kommt.

Warum in Sachen Splinter Cell in dieser Hinsicht trotzdem noch nix passiert ist, liegt wohl daran, dass man da den Investoren nicht mit 100 prozentiger Sicherheit sagen kann, dass die Verkaufszahlen stimmen würden. Die Marke ist alt, das Feedback angesichts der Veränderungen könnte tendenziell negativ sein, man hat die großen Cashcows im Portfolio ja schon etabliert. Leichter, da auf dem Nostalgie-Boot zu fahren und die Leute kostengünstig mit den genannten Gastauftritten abzuspeisen.

Das will doch keiner

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (6) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (6) Und einfach das machen, was die Leute haben wollen? Also ein lineares Singleplayer-Spiel, gemächlich, aufbauend auf der ursprünglichen Trilogie, nicht übermäßig umfangreich, also Hausnummer zehn Levels und dann ist man durch?

Nein, das geht nicht! Wie soll man da denn vernünftig Geld rauspress-, ich meine, Spiele wollen keinen linearen Singleplayer! Haben wir ja schon gelernt.

Die vielen Gegenbeweise

Warum guckt eigentlich niemand zu Sony, die das wieder und wieder widerlegen, sowie zu den diversen mittelgroßen Studios? Herrje, Electronic Arts hat Star Wars so lange an die Wand gefahren, bis man nicht mehr konnte, als endlich ein richtiges Videospiel abzuliefern. Und siehe da, die Leute mochten Jedi: Fallen Order richtig gern - und belohnten es mit hervorragenden Verkaufszahlen und somit jeder Menge Kohle für EA!

Wer hätte auch ahnen können, dass die Leute das mögen, was sie mögen.

ALLES MUSS GROSS

Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (7) Quelle: Ubisoft Splinter Cell für PS5 und Co.: Entwickelt endlich dieses blöde Spiel! (7) Das ist ja das Bizarre: In dem Irrglauben, dass man nur mit megalomanischen Riesenentwicklungen Geld erwirtschaften kann, wird sogar sowas wie das eben erwähnte Beyond Good & Evil 2 zum Blockbuster aufgeblasen, siehe meine Kolumne zu B-Tier-Spielen.

Natürlich würde ein klassisch entwickeltes Splinter Cell nicht nichts kosten. Aber im Vergleich zu dem, was Ubisoft in Assassin's Creed und Co. steckt, wäre es ein absoluter Witz. Dann machst du danach noch zwei, drei nette DLC-Level und der Käs' ist gegessen. Ergebnis: Zufriedene Kunden und ein ordentlicher Batzen Geld in der Firmenkasse.

Aber nein, wenn nicht die Möglichkeit besteht, Unmengen an Kohle zu scheffeln, sondern nur sehr viel, dann lieber mal abwarten und im Zweifelsfall gar nicht machen.

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Man muss wohl Ubisoft-Manager sein, um die Genialität hinter dieser Strategie zu verstehen.

Schlusswort

Zum Schluss sei gesagt, dass leitenden Angestellten bei Ubisoft, wie auch bei Activision Blizzard, vorgeworfen wird, Mobbing, sexuelle Belästigung bis hin zur Vergewaltigung und weiteres dramatisches Fehlverhalten im besten Falle ignoriert, im schlimmsten Falle gefördert zu haben. Dafür muss es Konsequenzen geben und das darf nicht vergessen werden. Weiterführende Infos findet ihr zum Beispiel hier, hier, hier, hier und hier.


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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lokokokode Gelegenheitsspieler/in
        Wenn der Autor es blöd findet, hat er gleich doch die Antwort geliefert, warum es kein Spiel geben wird ;-))
      • Von lokokokode Gelegenheitsspieler/in
        Wenn der Autor es blöd findet, hat er gleich doch die Antwort geliefert, warum es kein Spiel geben wird ;-))
      • Von Gast1730416202 Mitglied
        Schleichgames waren noch nie meins, aber dennoch kann ich den Unmut der Fans solcher kultigen Reihen absolut nachvollziehen, dass da nichts mehr kommt.

        Ubi bräuchte sich auch nicht zwangsläufig bei Sony umsehen, ein Blick rüber zu Capcom würde auch schon reichen. Man was hatten die Resi mit Teil 5, aber vorallem mit Teil 6 an die Wand gefahren - eben mit genau dem Ziel ein breiteres Publikum zu erreichen ("das möchte ja keinen Horror").
        Kaum hatte man sich mit dem siebten Teil auf alten Stärken der Serie in modernem Gewand besonnen, waren die Fans zufrieden und die Reihe (inkl. der Remaster) verkauft sich wieder wie geschnitten Brot.

        Aber das hat der Herr Schmid ja auch schon angesprochen: Ein sich sehr gut verkaufendes Splinter Cell (bei weit geringeren Entwicklungs- und Marketingkosten) wäre bei Ubi offenbar dennoch ungerner gesehen, als der nächste AC/FC/etc.-Aufguss.

        "Leider" haben wir so Spiele wie GTAV bzw. GTA Online, mit denen anderen Publishern immer wieder vorgehalten wird, was sie auch gerne hätten...
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Im Falle Splinter Cell habe ich genauso meine Hoffnung aufgegeben wie bei Rayman, Child of Light und anderen Perlen der Franzosen. Diese Marken sind aus meiner Betrachtung leider tot, denn was kein Megaseller ist wird von Ubisoft kaum bis gar nicht mehr fortgesetzt. Das ist wohl die knallharte Wahrheit.
      • Von Chaz0r Mitglied
        Also ein einfaches, lineares, geil gemachtes Singleplayer Splinter Cell wäre großartig.
        Dass man solche Spiele aber prinzipiell auch super in eine Open World verfrachten kann, hat man meiner Meinung nach an MGS5 gesehen. Ein Splinter Cell auf so einem Niveau fänd ich auch klasse.
        Das Problem bei Ubi ist aber halt, dass alles gerade verkrampft ein Service Game gepresst werden muss. Und wenn ich mir ein SC in so einem Stil vorstelle - unabhängig davon, ob ich das gut finde - sieht irgendwie zu großen Teilen aus wie die Ghost Recon Breakpoint, was dann keinen Sinn ergeben würde, weil ist quasi schon da.
      • Von GTAEXTREMFAN Spiele-Kenner/in
        Wie der Autor ja schon angedeutet hat, Double Agent empfand ich als "Kein Fisch - kein Fleisch" Transformation. Irgendwie noch okay aber nie wirklich Spitze. Die Vorgänger hatten einen eigenen vielleicht etwas limitierten Charme aber das hat sie auch groß gemacht.
        Wenn die Richtung stimmt, gerne wieder ein SC
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