DLC-Report 2015 - Season-Pässe

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Special Peter Bathge Matti Sandqvist Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Das Phänomen DLC: Die Gelddruckmaschine der Publisher
Quelle: © Brian Jackson - Fotolia.com

Zocken uns Spielehersteller mit ihren Download-Erweiterungen regelrecht ab oder bieten sie mehr Spielspaß zum gerechten Preis? Wir gehen dem umstrittenen Trend in unserem großen Report auf den Grund und reden mit Entwicklern und Spielern.

Es besteht Hoffnung

Die DLC-Experimentierphase der großen Publisher scheint abgeschlossen. Grenzen wurden ausgetestet, etwa mit der legendären Oblivion -Pferderüstung. Die Entrüstung seitens der Spieler ist nicht spurlos an den Firmen vorbeigegangen. Während es bei Mass Effect 3 mit From Ashes noch einen Vorbesteller-DLC mit Story-Inhalten um die geheimnisvolle Rasse der Protheaner gab, der wie frech aus dem fertigen Spiel herausgeschnitten wirkte, setzte dasselbe Studio bei Dragon Age: Inquisition auf simple Gebietserweiterung ohne direkten Hauptstory-Bezug mit Hakkons Fänge.

Was bedeutet eigentlich … Pre-Order-DLC?
Publisher möchten, dass man Spiele vorbestellt. Dafür belohnen sie die Vorab-Käufer mit sogenannten Pre-Order-DLCs, die oft einen eher kleinen Umfang haben.

Was nach den Testläufen vor allem von EA und Ubisoft (Item-Shops in Einzelspieler-Titeln wie Dead Space 3 oder Assassin's Creed: Unity) übrig geblieben ist, scheint sich bewährt zu haben. Nicht umsonst landen etwa die Kartenpakete zum jeweils neuen Call of Duty -Spiel (vier Maps für 15 Euro) regelmäßig in den Verkaufscharts des Xbox-Stores. Allen Beschwerden zum Trotz: Sie werden gekauft. Wie oft genau, lässt sich von außen nicht nachvollziehen – wenn es um Verkaufszahlen geht, kriegen die erwähnt einsilbigen Spiele-Publisher erst recht nicht die Zähne auseinander. Lieber kündigen sie in Pressemitteilungen schon Monate vorab die Entwicklung von DLCs an – und weisen auf den separat erhältlichen Season Pass hin.

Das DLC-Komplettpaket

Der Season Pass nach dem Motto "Einmal (vorab) zahlen und alle Download-Inhalte zum Release zu einem günstigeren Gesamtpreis bekommen" ist eine vergleichsweise neue Erfindung der Spieleindustrie. Das 2011 zuerst für Konsolen veröffentlichte L.A. Noire leistete Pionierarbeit; Borderlands 2 machte das Konzept mit einer Fülle an hochwertigen Addons mit jeweils mehreren Stunden Spielzeit salonfähig. Besonders die Kostenersparnis beim Kauf eines Season Pass im Vergleich zum separaten Erwerb aller DLCs lockt die Kundschaft.

Was bedeutet eigentlich … Season Pass?
Ein Season Pass bezeichnet ein Angebot der Publisher, die DLCs eines Spiels vor deren Erscheinen zu bestellen – oft mit einem Rabatt. Meist beinhaltet er vier Erweiterungen für einen Titel, die innerhalb eines Jahres bereitgestellt werden.

Für die Anbieter liegen die Vorteile auf der Hand: Sie erhalten Einkünfte im Austausch gegen noch nicht produzierte Inhalte. Durch die Preisreduzierung besteht zudem die Chance, Spieler zum Kauf zu verführen, die ohne Season Pass nur einen oder gar keinen DLC gekauft hätten. Besonders profitabel sind für die Hersteller natürlich Season-Pass-Verkäufe, die bereits vor dem Release des eigentlichen Spiels stattfinden – etwa wenn Spieler über Steam in Vorkasse treten. Allerdings ergibt sich dadurch auch die Chance, Kunden massiv zu verärgern.

Versprechen gegen Bares

Wer so unvernünftig ist und bei dieser neuen Art der Vorbestellung blind zuschlägt, ist dem Hersteller schutzlos ausgeliefert. Garantien gibt es keine, stattdessen bezahlt man in der Hoffnung, es werde schon etwas Vernünftiges bei den DLC-Bemühungen der Macher herumkommen. Und all das natürlich zusätzlich zu den 40 bis 60 Euro, die zuvor bereits für den Erwerb des Hauptspiels draufgegangen sind!

Lego Der Hobbit erzählte die ersten beiden Teile der Filmtriolgie nach. Warner Bros. versprach einen DLC zum Abschluss der Saga. Veröffentlicht wurde er nie. Quelle: PC Games Lego Der Hobbit erzählte die ersten beiden Teile der Filmtriolgie nach. Warner Bros. versprach einen DLC zum Abschluss der Saga. Veröffentlicht wurde er nie. Verschärft wird die Problematik bei Multiplayer-Shootern durch sogenannte Premium-Dienste, wie sie Electronic Arts oder Activision (Call of Duty Elite) betreiben. Wer auf Dauer mit Freunden oder in einem Clan spielen will, braucht nun mal die neuesten Maps und Modi – in Abwesenheit von Mod-Unterstützung ist der Hersteller dafür die einzige Quelle. PCGames.de-User devilsreject zeigt sich in einem Forenbeitrag resigniert: "Bei Call of Duty oder Battlefield habe ich mich schon dran gewöhnt, dass mich das Spiel nun mal anstelle von 60 gut 120 Euro kostet (inklusive Premium oder Season Pass). Das ist im Übrigen ein Grund, warum ich mir mittlerweile nur noch einen Titel kaufe anstelle der üblichen zwei."

An gleicher Stelle merkt Leser Kwengie kritisch an: "Mich stört die Vermarktung dieser DLCs bezüglich Premium und dass du letztendlich schon genötigt wirst, das Bundle, also Premium, zu kaufen, um ja keine Nachteile im Spiel zu erhalten. Angefangen damit, dass mir groß unter die Nase gerieben werden muss, dass ein Premium-Besitzer mich erledigt hat. Was geht mich das denn eigentlich an? Ich will immer noch selbst bestimmen können, welche DLCs ich kaufe und welche nicht, ohne dass der Publisher mich abstraft."

Was bedeutet eigentlich … Add-on?
Vor der Zeit der DLCs nannte man fast alle Erweiterungen Add-ons. Seit dem Trend zu Download-Inhalten betonen Publisher oft den größeren Umfang einer Erweiterung mit dem alten Begriff.

Doch halt: Spieler sind nicht die Einzigen, die durch das Season-Pass-Modell Gefahr laufen, verarscht zu werden. Die Entwickler sind auch nicht viel besser dran! Im schlimmsten Fall hat der Publisher nämlich einen Season Pass für ein Spiel verkauft, dessen DLCs niemand haben will. Auftritt Aliens: Colonial Marines.

Der pomadige Ego-Shooter von Gearbox (Borderlands) erntete 2013 harsche Kritik und war ein Flop – uninspriertes Missionsdesign, dumme KI und ein Grafik-Downgrade im Vergleich zu früheren Trailern brachen dem Spiel das Genick. Das Entwicklerteam hätte dieses unrühmliche Kapitel sicher gerne so schnell wie möglich abgeschlossen. Dummerweise mussten vorher aber noch unter Aufwendung von Zeit und Geld vier DLCs fertiggestellt werden – Publisher Sega hatte diese den kurzsichtigen Kunden ja schon vor Release per Season Pass angedreht.

Die arg schwammige Beschreibung der Season-Pass-Inhalte zeigt deutlich, dass niemand bei Sega oder Gearbox zu diesem Zeitpunkt eine Ahnung hatte, wie die Download-Erweiterungen aussehen sollten: "Du kriegst einfach nicht genug von Aliens: Colonial Marines? [Anmerkung der Redaktion: Haha! Zweifelhaft.] Kaufe den Aliens: Colonial Marines Season Pass und erhalte Zugriff auf vier Packs mit Inhalten zum Herunterladen – mit 33% Rabatt! Die Bonuspacks erscheinen zwischen März und Sommer 2013. Der Aliens: Colonial Marines Season Pass verleiht dir Zugriff auf Kampagneninhalte, zusätzliche Mehrspielerinhalte, Charakteranpassungen und mehr!"

Bildergalerie

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  1. Seite 1 DLC-Report 2015 - Böse Publisher
  2. Seite 2 DLC-Report 2015 - Season-Pässe
  3. Seite 3 DLC-Report 2015 - Entwicklerstimmen
  4. Seite 4 DLC-Report 2015 - Hoffnung
    • Kommentare (68)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MichaelG Mitglied
        Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. ;)
      • Von MichaelG Mitglied
        Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. ;)
      • Von Angry-Angel Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Gebrauchtkauf von PC-Games (außer älteren Games) ist quasi unmöglich. Auf Konsolen hingegen immer noch ein großer Faktor und immer noch ein Dorn im Auge der Publisher. Weil die rechnen überspitzt formuliert so. 1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger. Und die verdienen an jedem Gebrauchtverkauf....... nix.
        Diese Rechnung, (1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger) ist aber nicht richtig.
        Ich kann nur von mir selbst sprechen, aber ich bin jemand der warten kann, und sich dann später die GotY- oder Ultimate-Editionen kauft. Eben weil ich es nicht einsehe, mich mit überteuerten DLC's, unter Umständen, über den Tisch ziehen zu lassen. Man muß eben nur warten können.

        Bis auf die C&C-Reihe war ich nie jemand der sich am Day-One in ne Schlange eingereiht hat um nen Spiel zu ergattern.
        (Ok C&C ist auch schon ein paar Tage her)^^

        Meine Konsolenspiele, XBox 360, demnächst PS4, kaufe ich nach genau demselben Schema.
        Und nicht nur da...bei manchen Elektronikgeräten und, ganz wichtig, Autos mache ich es ähnlich.
        Der Grund: Auslaufmodelle haben, in aller Regel, keine Kinderkrankheiten mehr und sind ausgereift...der nette Nebeneffekt ist, sie sind auch noch günstiger als die Nachfolger.
      • Von nuuub Mitglied
        @Bonkic

        Jaja... Der 108b... ^^

        Versuche dich mal auf den zu berufen wenn dir ein Konzernanwalt die Klagen um die Ohren schmeißt.

        MichaelG hat absolut recht, die Politik hat sich überrollen lassen. Die Kanzlerin hat keine Ahnung, ist ja schließlich alles Neuland für sie, die Gamer sind eh alle Böse, und die Lobbyisten leisten die ganze Arbeit. ^^
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von nuuub
        Laut einem anderem Gesetz darf ich den Kopierschutz nicht umgehen. Dann mache ich mich strafbar.
        das stimmt so nicht. ;-)
      • Von nuuub Mitglied
        @MichaelG

        Zitat
        Es bestand früher eben auch das Recht auf eine Kopie des Datenträgers (CD/DVD) zur eigenen Verwendung
        Dieses Gesetz gibt es immer noch. Es war Legal sich eine VHS Videokasette, die man sich aus einer Videothek ausgeliehen hat, für den eigenen Gebrauch zu kopieren. Das gleiche gilt jetzt für DVD. Wenn ich "Legal" an ein Original ran komme, indem ich zb die Gebühr in eine Videothek bezahle, darf ich sie laut Gesetz kopieren, für den eigenen Gebrauch natürlich. Das Gesetz erlaubt es mir.

        ABER.

        Laut einem anderem Gesetz darf ich den Kopierschutz nicht umgehen. Dann mache ich mich strafbar.

        Genau das meine ich mit "Lächerlich".

        Kopierschutz verstößt so gesehen gegen das Gesetz weil es mein Recht, laut Gesetz!, auf eine Privatkopie, einschränkt.

        Aus diesem Grund, kann ich mich nur wiederholen, die ganzen Firmen sollten den Ball flach halten anstatt die Leute mit ihrem Gejammer zu verarschen.
      Direkt zum Diskussionsende
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