DLC-Report 2015 - Entwicklerstimmen

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Das Phänomen DLC: Die Gelddruckmaschine der Publisher
Quelle: © Brian Jackson - Fotolia.com

Zocken uns Spielehersteller mit ihren Download-Erweiterungen regelrecht ab oder bieten sie mehr Spielspaß zum gerechten Preis? Wir gehen dem umstrittenen Trend in unserem großen Report auf den Grund und reden mit Entwicklern und Spielern.

Es gibt aber Grund zur Hoffnung: Immer mehr Entwickler suchen nach der richtigen Balance aus kostenpflichtigen DLCs und Gratis-Updates, um Spieler bei der Stange zu halten. So waren die zwei Missions-DLCs für Mittelerde: Mordors Schatten zwar qualitativ ein Griff ins Klo, dafür erweiterte Entwickler Monolith das Action-Adventure nach Release aber gratis um Extras wie Charakterskins und einen Fotomodus. Wie man die beliebte Phrase vom "Spiel als Service" abseits von Premium-Diensten à la Battlefield 4 interpretieren kann, zeigt momentan Overkill Software.

Das Team hinter dem auf Steam extrem populären Koop-Shooter Payday 2 kündigte kürzlich an, in Zusammenarbeit mit Publisher 505 Games zwei weitere Jahre neue Inhalte für Payday 2 bereitzustellen. Bei Redaktionsschluss hatte Overkill seit dem Release 2013 bereits 27 DLCs veröffentlicht, neun davon gratis. Eine derart langfristige Unterstützung eines Spiels ist ungewöhnlich, aber verständlich aus Sicht kleinerer Entwickler. Während namhafte Studios auf die Finanzreserven zahlkräftiger Publisher zugreifen können, um zwei Jahre nach Release bereits mit Hochdruck am Nachfolger zu arbeiten, halten sich die kleineren Firmen mit dem Verkauf von DLCs zwischen zwei Großprojekten über Wasser.

Was bedeutet eigentlich … Mod(ifikation)?
Mods verändern oder erweitern ein Spiel. Sie sind kostenlos und werden selten von den Entwicklern selbst gemacht, sondern von enthusiastischen Hobby-Programmierern oder der Community.

Dass es bei DLCs nicht immer nur ums Geld geht, zeigt die Aussage von Tamás Farkas, dem Chef des ungarischen Studios Neocore Games (The Incredible Adventures of Van Helsing): "Wir haben DLCs in der Vergangenheit hauptsächlich dazu genutzt, unsere Spiele sichtbar zu machen. Für uns stand nicht der Profit im Fokus, sondern möglichst viele neue Spieler auf unsere Titel aufmerksam zu machen. Wenn wir einen DLC veröffentlicht haben, stiegen dadurch früher auch zeitweise die Verkaufszahlen des Hauptspiels. Inzwischen ist das anders. Mit der Flut an DLCs heutzutage erzielt man nicht mehr den gleichen Effekt."

Das sagen die Entwickler

Armin Ibrisagic ist Game Designer bei Coffee Stain Studios, den Machern des bizarren Goat Simulator. "Ich spiele selbst sehr gerne und hätte lieber ein Spiel, das nach dem Release mit DLC unterstützt wird, als eins ohne", sagt er im Interview. "Crusader Kings 2 ist eins meiner absoluten Lieblingsspiele. Dafür gibt es Tonnen von DLC. Ich habe vermutlich über 100 Dollar dafür ausgegeben. Allerdings habe ich auch schon 610 Stunden mit dem Spiel auf dem Konto, also war es das definitiv wert für mich. DLCs haben momentan einen ziemlich schlechten Ruf, aber aus Entwicklersicht sind sie lediglich eine Möglichkeit, länger an den Spielen zu arbeiten, die wir lieben. Es ist sehr befremdlich, mit Herz und Seele ein Spiel zu entwickeln und es dann nach dem Launch aufzugeben."

ZWir haben über die Jahre
viel mit DLC experimentiert.

Tamás Farkas, CEO von Neocore Games
usammen mit seinen Kollegen bei den schwedischen Coffee Stain Studios veröffentlichte Ibrisagic Ende letzten Jahres den Goat MMO Simulator. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen DLC für den Überraschungshit mit der Ziege, der das Spiel um Fantasy-Klassen, abgedrehte Quests und neue Umgebungen erweitert. Und noch dazu einer, der die Spieler keinen Cent kostet. "Nach dem Update haben wir einen kleinen Anstieg der Verkaufszahlen des Goat Simulator verzeichnet", gibt Ibrisagic zu. "Aber wir haben auch fast sechs Monate gebraucht, um die Erweiterung fertigzustellen. [..] Ich glaube, wir haben damit gerade so die Gewinnzone erreicht. Die MMO-Erweiterung war als ein Dankeschön für alle unsere Spieler gedacht und als Abschluss der Arbeiten an Goat Simulator. Aber nach der Veröffentlichung haben uns viele Fans gesagt: ‚Macht mehr solcher Inhalte, gebt den Goat Simulator nicht auf!' Sie sagten, sie würden für mehr DLCs dieser Art gerne zahlen."

Was bedeutet eigentlich … Booster Pack?
Der Begriff stammt aus der Welt der Sammelkartenspiele und bezeichnet ein Erweiterungspaket, das dem Käufer spielerische Vorteile in Form von neuen Karten verschafft. Bei heutigen Online-Spielen (vor allem Multiplayer-Shootern) lassen sich ebenfalls zeitlich begrenzte Vorteile (Boosts) erkaufen.

Nick Tannahill, Pressesprecher bei Stronghold Crusader 2 -Entwickler Firefly Studios, weiß: "Die meisten Spieler sind zufrieden [mit DLCs], solange du eine vernünftige Balance zwischen Preis und Inhalt und – wenn möglich – zwischen Gratis-Updates und kostenpflichtigen Erweiterungen hinbekommst. Tatsächlich ist es ja so, dass die Mehrheit der Käufer des Hauptspiels niemals für DLC zahlen wird. [..] Falls jemandem deine verrückte DLC-Idee nicht gefällt, verärgerst du dadurch nicht gleich einen Großteil deiner Kundschaft. Diese Leute müssen den DLC ja nicht kaufen. [..] Wir glauben, dass die Veröffentlichung kostenloser Updates zwischen DLCs eine sehr gute Strategie ist. Dadurch werden die Spieler ermuntert, dem Entwickler eine Art Trinkgeld durch den Kauf von DLCs zu geben".

Sympathischen Indie-Studios kauft man eben gerne mal den ein oder anderen DLC ab, um sie finanziell zu unterstützen. Da wirkt es im Umkehrschluss scheinheilig, sich über die DLC-Veröffentlichungen sogenannter AAA-Entwickler zu beschweren. Nick Tannahill erklärt diese Diskrepanz folgendermaßen: "Die Wertigkeit hat besonders am PC einen großen Einfluss darauf, ob jemand mit seinem DLC-Kauf zufrieden ist. Auf bekannten Studios, deren DLCs so viel kosten wie ein vollwertiges Spiel auf Steam, lastet ein enormer Druck. Spieler erwarten mehrere Stunden filmreifer, auf Hochglanz polierter Unterhaltung auf einem ähnlichen – oder gar höheren – Level wie ihre Erinnerungen an das Hauptspiel. Kleinere Firmen können bei der Preisgestaltung dagegen flexibler sein."

Game Designer Armin Ibrisagic dazu: "Ich glaube, du bräuchtest tonnenweise Statistiken von Hunderten verschiedenen Spielen und deren DLCs, um sie zu vergleichen und einen optimalen Preis zu finden. Deshalb improvisieren wir genau wie die meisten anderen Studios und setzen einen Preis fest, der sich einfach richtig anfühlt."

Bildergalerie

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  1. Seite 1 DLC-Report 2015 - Böse Publisher
  2. Seite 2 DLC-Report 2015 - Season-Pässe
  3. Seite 3 DLC-Report 2015 - Entwicklerstimmen
  4. Seite 4 DLC-Report 2015 - Hoffnung
    • Kommentare (68)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MichaelG Mitglied
        Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. ;)
      • Von MichaelG Mitglied
        Ich sag ja nur mal überspitzt wie die Finanzcontroller sich die Sache schönrechnen. ;)
      • Von Angry-Angel Mitglied
        Zitat von MichaelG
        Gebrauchtkauf von PC-Games (außer älteren Games) ist quasi unmöglich. Auf Konsolen hingegen immer noch ein großer Faktor und immer noch ein Dorn im Auge der Publisher. Weil die rechnen überspitzt formuliert so. 1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger. Und die verdienen an jedem Gebrauchtverkauf....... nix.
        Diese Rechnung, (1 Gebrauchtkäufer = 1 Day-One Käufer weniger) ist aber nicht richtig.
        Ich kann nur von mir selbst sprechen, aber ich bin jemand der warten kann, und sich dann später die GotY- oder Ultimate-Editionen kauft. Eben weil ich es nicht einsehe, mich mit überteuerten DLC's, unter Umständen, über den Tisch ziehen zu lassen. Man muß eben nur warten können.

        Bis auf die C&C-Reihe war ich nie jemand der sich am Day-One in ne Schlange eingereiht hat um nen Spiel zu ergattern.
        (Ok C&C ist auch schon ein paar Tage her)^^

        Meine Konsolenspiele, XBox 360, demnächst PS4, kaufe ich nach genau demselben Schema.
        Und nicht nur da...bei manchen Elektronikgeräten und, ganz wichtig, Autos mache ich es ähnlich.
        Der Grund: Auslaufmodelle haben, in aller Regel, keine Kinderkrankheiten mehr und sind ausgereift...der nette Nebeneffekt ist, sie sind auch noch günstiger als die Nachfolger.
      • Von nuuub Mitglied
        @Bonkic

        Jaja... Der 108b... ^^

        Versuche dich mal auf den zu berufen wenn dir ein Konzernanwalt die Klagen um die Ohren schmeißt.

        MichaelG hat absolut recht, die Politik hat sich überrollen lassen. Die Kanzlerin hat keine Ahnung, ist ja schließlich alles Neuland für sie, die Gamer sind eh alle Böse, und die Lobbyisten leisten die ganze Arbeit. ^^
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von nuuub
        Laut einem anderem Gesetz darf ich den Kopierschutz nicht umgehen. Dann mache ich mich strafbar.
        das stimmt so nicht. ;-)
      • Von nuuub Mitglied
        @MichaelG

        Zitat
        Es bestand früher eben auch das Recht auf eine Kopie des Datenträgers (CD/DVD) zur eigenen Verwendung
        Dieses Gesetz gibt es immer noch. Es war Legal sich eine VHS Videokasette, die man sich aus einer Videothek ausgeliehen hat, für den eigenen Gebrauch zu kopieren. Das gleiche gilt jetzt für DVD. Wenn ich "Legal" an ein Original ran komme, indem ich zb die Gebühr in eine Videothek bezahle, darf ich sie laut Gesetz kopieren, für den eigenen Gebrauch natürlich. Das Gesetz erlaubt es mir.

        ABER.

        Laut einem anderem Gesetz darf ich den Kopierschutz nicht umgehen. Dann mache ich mich strafbar.

        Genau das meine ich mit "Lächerlich".

        Kopierschutz verstößt so gesehen gegen das Gesetz weil es mein Recht, laut Gesetz!, auf eine Privatkopie, einschränkt.

        Aus diesem Grund, kann ich mich nur wiederholen, die ganzen Firmen sollten den Ball flach halten anstatt die Leute mit ihrem Gejammer zu verarschen.
      Direkt zum Diskussionsende
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