Lage mit MMORPG-Nation - Teil 6
Titan ist tot. Blizzard hat den potenziellen Thronfolger von World of Warcraft eingestampft. Was bedeutet dies für das einst so mächtige Genre? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Genre-Vertreter und wagen einen Ausblick.
Die Analyse
Untergang eines Genres?
Wir haben uns intensiv mit aktuellen und älteren Online-Rollenspielen beschäftigt, uns durch Zahlen, Foren, Webseiten und Patchnotes gewühlt. Es ist unbestreitbar, dass die Spielerzahlen eines WoW sinken und ehemalige Hoffnungsträger wie SWTOR, The Secret World oder Rift, die mit einem Abo-Modell starteten, heute eine Free2Play-Option besitzen, um ertragreich zu bleiben. Trotzdem sind wir uns sicher: Das Genre der Online-Rollenspiele ist noch lange nicht am Ende. Doch der Reihe nach.
Free2Play als Chance für Publisher und Entwickler
Quelle: PC Games
DC Universe Online
So bedrohlich die Zahlen und Meldungen nämlich klingen, so sachlich und nüchtern muss man sie analysieren. Die Umstellung auf ein Free2Play-Modell oder das zusätzliche Anbieten einer solchen Option sind nicht zwangsläufig negativ zu sehen. Im Gegenteil: Titel wie SWTOR oder Der Herr der Ringe Online blühen durch Free2Play regelrecht auf und gewinnen an Kundschaft, weil viele Spieler, die nur mal kurz reinschnuppern möchten, womöglich länger bleiben. Es gibt zudem einfach eine Menge Konsumenten, die sich nicht mit einem Abo einen oder mehrere Monate an ein Spiel binden wollen, obwohl sie gar nicht wissen, wie viel Zeit sie dafür überhaupt haben werden. Und: Nur die wenigsten Spieler schließen zwei Abos parallel ab. Bei reinen Abo-MMORPGs heißt es daher meist: "entweder - oder". Hybrid-Modelle sorgen also für eine deutlich größere Zielgruppe und bedienen beide Spielertypen: Diejenigen, die bereitwillig monatliche Gebühren entrichten, wenn sie dafür Qualität und ein Rundum-Sorglos-Paket erhalten. Zudem den Gelegenheitszocker, der aber auch hin und wieder im entsprechenden Ingame-Shop für wenig Geld Extra-Inhalte ersteht, was gleichzeitig Einnahmen für den Spielanbieter generiert.
Free2Play ist längst kein Schimpfwort mehr. Das war aber schon mal anders, speziell die reinen Free2Play-MMOs haben in der Vergangenheit viel falsch gemacht: Allods Online beispielsweise ist als Spiel eigentlich klasse, doch der Shop mit seinen überteuerten Preisen war eine Frechheit. Raiderz ist quasi ein Tera-Klon, hatte im hochstufigen Bereich aber noch viel weniger zu bieten als sein Vorbild. Runes of Magic genießt bei vielen Spielern ebenfalls keinen guten Ruf, sei es wegen der schlechten Kundenbetreuung oder wegen des zähen Spielgefühls, das sich einstellt, wenn man nicht bereit ist, Geld zu investieren. Und viele andere Free2Play-MMORPGs à la Last Chaos sind qualitativ so viel schlechter als die (Ex-)Abo-Konkurrenz, dass sie meist bei Spieleseiten wie prosiebengames.de im Dutzend beworben werden.
Quelle: PC Games
EverQuest 2
Free2Play funktioniert also nur dann, wenn der Entwickler eine gute Balance aus spielenswerten Gratis-Inhalten und fairen Shop-Preisen hinbekommt. Bioware macht das etwa bei SWTOR mittlerweile richtig gut; das Spiel verzeichnet aktuell um die eine Million Spieler pro Monat. Andere Firmen wie Der-Herr-der-Ringe-Entwickler Turbine veröffentlichen zwar keine Zahlen, dass der Entwickler jedoch über die Jahre keinen einzigen Server schließt und sogar noch Platz für neue Spieler schafft, lässt auf einen soliden Kundenstamm schließen. Selbst Oldies wie Age of Conan werden noch gespielt - ohne ein solides Free2Play-Modell gäbe es diese Titel sicherlich längst nicht mehr.
Klassisches Abo-Modell? Läuft!
Aber auch den Abo-MMORPGs geht es scheinbar nicht schlecht. Zwar ist die Zukunft des noch jungen Wildstar ungewiss, dass Abo-Spiele aber immer noch funktionieren können, beweist etwa Final Fantasy 14: A Realm Reborn. Nach dem bescheidenen Start im Jahr 2010 positioniert sich das Square-Enix-Werk dank seiner Generalüberholung im vergangenen Jahr und massig nachgeliefertem Content derzeit auf Platz zwei hinter WoW. Alleine von April bis September 2014 ist die Zahl der registrierten Spieler von zwei Millionen Nutzern um weitere 500.000 gestiegen. Von Untergang kann hier also keine Rede sein. The Elder Scrolls Online findet mit seinen 772.000 Abonnenten aktuell ebenfalls genügend Zuspruch, damit sich der Aufwand für Entwickler Zenimax und Publisher Bethesda rechnet.
Quelle: PC Games
The Secret World
Und nicht zuletzt läuft das Weltraumspiel Eve Online seit Jahren mit einem ebenso stabilen wie zuverlässigen Kundenstamm von gut einer halben Millionen Spielern. Guild Wars 2 demonstriert sogar ein Modell fernab von Free2Play oder Abogebühren. Mit der Erschließung des chinesischen Marktes belaufen sich die verkauften Exemplare mittlerweile auf aktuell über sieben Millionen. Hier muss sich nur zeigen, wie Entwickler NCsoft die fehlenden monatlichen Einnahmen auffangen wird. Der Vorgänger setzte noch auf Add-ons - mit dem "Lebendige Welt"-Modus macht es sich NCsoft für künftige kostenpflichtige Erweiterungen selbst ein wenig schwer.
In diesem Artikel
- Seite 1 Lage der MMORPG-Nation - Teil 1
- Seite 2 Lage der MMORPG-Nation - Teil 2
- Seite 3 Lage der MMORPG-Nation - Teil 3
- Seite 4 Lage der MMORPG-Nation - Teil 4
- Seite 5 Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
- Seite 6 Lage mit MMORPG-Nation - Teil 6
- Seite 7 Lage der MMORPG-Nation - Teil 7
- Seite 8 Bildergalerie
Kein Entwickler dürfte so vermessen sein, für die Zukunft mit einer so großen Kundschaft zu rechnen, wie sie Blizzard mit über zwölf Millionen Spielern zu WoW-Glanzzeiten vorweisen konnte. Selbst die Kalifornier glauben nach eigenen Aussagen nicht daran, noch einmal die Zehn-Millionen-Marke zu knacken. Trotzdem setzen heutige MMORPG-Macher weiter auf das Motto "Qualität zahlt sich aus" - und servieren der Spielergemeinde attraktive Inhalte, um sie langfristig zu halten. Square Enix plant etwa schon für die nächsten vier Jahre mit weiteren Updates für Final Fantasy 14: A Realm Reborn. Eve Online soll sogar noch die nächsten 20 bis 30 Jahre laufen. Und Blizzard gab bekannt, noch Ideen für fünf, sechs neue WoW-Add-ons zu haben.

Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Auch hier kann man sich wieder streiten. Nur ich bin der Meinung, dass Spiele oder ganze Genres erfolgreich werden, eben weil die Spieler es wollen. Wieder mal CoD als Beispiel: Von PR-Verblendung kann - schon allein aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen - nunmal gar nicht mehr die Rede sein. Die Serie hat ihren Zenit einfach überschritten. Aber die Spieler wissen, was sie erwarten und kaufen sich CoD, weil sie es wollen. Letztlich reagieren Entwickler nur auf die Nachfrage. Und die allgemeine Nachfrage ist nunmal die nach einfachen Titeln, in denen man sich selbst als Ein-Mann-Armee zum Helden aufschwingt, indem man größtenteils strutzdumme Gegner umhaut. ^^ Actionreich, mehr oder weniger simpel. Zumindest, was AAA-Titel angeht. Es gibt ja trotzdem noch viele Perlen, die Ansprüche an kognitive und motorische Fähigkeiten stellen.
Ob DU selbst das jetzt gut findest oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich mag den aktuellen Trend auch nicht besonders, gerade was Shooter und MMOs angeht. Aber so ist es mMn nunmal.
Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
@Red:
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.
Mir scheint, daß alles lieblos auf die Schnelle dahingeklatscht worden ist, weil es keine gescheiten Quests mehr gibt. Alles ist nur noch auf den Hauptgquest reduziert worden und statt der vielen Nebenquests gibt es stattdessen nur noch Klopperquests, bei denen ich jeweils 25 Monster der selben Einheit mit dem grünen Ausrufezeichen kloppen muß. Habe ich diesen erfüllt und kloppe ein Monster wieder nieder, welches mir zu nah auf die Pelle gerückt ist, habe ich den selben Quest nochmals an der Backe. Für mich ist dies zu langweilig und zu langatmig. Ich jedenfalls komme kaum vorwärts und innerhalb von sieben Tagen habe ich nur drei kleine Gebiete geschafft, echt der Wahnsinn!
Über die Grafiik in diesen MMOs möchte ich nicht sprechen, denn diese sieht einfach altbacken aus.
Merkwürdig aber, daß in den Onlineshootern diese toppaktuell ist. Ein MMO ist ja im Grunde genommen nichts anderes, nur mit dem Unterschied, daß es keine privaten Server gibt.
In TESO ist die Grafik zeitlos und diese sieht obendrein noch schick aus, dennoch wird das Spiel von vielen verteufelt. Ich versteh`s nicht.
Was ich jedoch von der WoW-Spielerschaft nicht verstehe, daß diese sich trotz Abo wie eine Weihanachtsganz ausnehmen läßt. Mir ist schon zu Ohren gekommen, daß ein virtuelles Reittier in WoW 20,00 US-Dollars gekosted haben soll und warum sind die Erweiterungen denn kostenpflichtig, obwohl ich ein Abo habe?
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.