Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
Titan ist tot. Blizzard hat den potenziellen Thronfolger von World of Warcraft eingestampft. Was bedeutet dies für das einst so mächtige Genre? Wir werfen einen Blick auf die aktuellen Genre-Vertreter und wagen einen Ausblick.
Age of Conan: Unchained
Zu Beginn von Age of Conan strandet ihr an einer Küste in der Welt Hyboria. Die Heimat von Conan dem Barbaren, den ihr vielleicht aus den Kurzgeschichten von Robert E. Howard oder den diversen Verfilmungen kennt, ist die Vorlage für das Erwachsenen-MMORPG. Obwohl das Spiel noch Monate nach Release einen unfertigen Eindruck hinterließ, vor allem im hochstufigen Bereich, gab es aufgrund des einzigartigen Kampfsystems auch Positives zu berichten: Anders als bei anderen Genre-Vertretern besitzen Gegner in Age of Conan unterschiedliche Trefferzonen - nur wenn ihr euer Ziel aus der optimalen Richtung attackiert, habt ihr einen Chance auf den Sieg. Einen Namen machte sich das MMORPG auch aufgrund seiner Brutalität, dank der es eine "Keine Jugendfreigabe"-Einstufung von der USK erhielt.
Quelle: PC Games
Nur für Volljährige: Auch wenn der Spielbeginn schleppend verläuft, schart Age of Conan mit erwachsenem Setting und actionlastigem Kampfsystem eine treue Kundschaft um sich.
Im Juni 2011 wagte Funcom einen Reboot und brachte das Spiel mit neuem Untertitel (Unchained) und um ein Free2Play-Modell erweitert erneut auf den Markt. Für Abonnenten änderte sich so gut wie nichts - außer dass sie jetzt als Premium-Spieler gelten. Gratis-Recken sollen dadurch zum Bezahlen animiert werden, dass ihnen wichtige Elemente wie Belagerungsschlachten, Veteranenpunkte und Reittraining verwehrt bleiben. Dafür wählen sie seit Dezember 2012 aus allen Rassen und Klassen aus, zuvor standen Free2Play-Spielern nur vier der zwölf Klassen offen. Ärgerlich: Wer das Add-on Rise of the Godslayer kauft, aber kein Abonnement abgeschlossen hat, kann die Inhalte der Erweiterung nicht spielen.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Ordentlich. Das Spiel wird in einigermaßen regelmäßigen Abständen mit Updates gefüttert, die neue Inhalte und Verbesserungen auf die Live-Server bringen. Außerdem erschien 2010 mit Rise of the Godslayer ein Add-on, das neue Gebiete, eine neue Rasse, mehr Endgame-Content, Quests, neue Fähigkeiten und Gegner implementierte. Kritikpunkte der Release-Version wie das dürftige Endgame gibt es dadurch inzwischen nicht mehr, allerdings sind neue Raids oder Dungeons nach wie vor Mangelware.
Was ist für die Zukunft geplant?
Das im Mai 2014 erschienene Update 4.2 widmete sich vor allem der PvP-Sektion des Spiels. Seitdem schraubt das Entwicklerteam an der nächsten Erweiterung, die nach eigenen Aussagen etwas schlanker als sonst ausfallen wird, da sie sich auf die Verbesserung von grundlegenden Mechaniken konzentrieren wollen. Weiter in die Zukunft blickt Funcom - zumindest in der Öffentlichkeit - aktuell nicht.
Fakten
Wann in Deutschland gestartet?
Age of Conan: Unchained startete am 23. Mai 2008 als Abo-Spiel, damals noch mit dem Untertitel Hyborian Adventures.
Geschätzte Spieler pro Monat:
Entwickler Funcom nennt keine offiziellen Zahlen. Aktuelle Schätzungen gehen von 150.000 Spielern aus.
Der Sonderfall: Guild Wars 2
Guild Wars 2 tanzt ein wenig aus der Reihe, weil es weder ein Abo-MMORPG noch ein Vertreter der Free2Play-Zunft ist. Das Spiel muss zwingend gekauft werden, danach fallen aber keinerlei monatlichen Kosten mehr an. Auch sonst bricht der Titel mit so mancher Konvention: So existieren zwar acht verschiedene Klassen, im Kampf ist aber nicht jede an eine bestimmte Aufgabe gebunden. Auf einen expliziten Heiler verzichtet Guild Wars 2 beispielsweise komplett. Jeder Spieler kann jede Rolle ausfüllen, ein Wechsel innerhalb eines Gefechts ist damit kein Problem.
Quelle: PC Games
Ausnahmestellung: Das Geschäftsmodell von Guild Wars 2 ist einzigartig. Kein Free2Play, keine Abonnenten - und doch erfolgreich.
Klassische Quests sucht man ebenfalls vergeblich: Ist eine Aufgabe verfügbar, blendet das Spiel sie ein. Ab und an lassen sich die Missionen sogar auf unterschiedlichen Wegen lösen. Inhaltlich geschehen die Ereignisse 250 Jahre nach dem Vorgänger. In der persönlichen Geschichte verfolgt der Spieler eine auf ihn zugeschnittene Story, die er mit seinen Entscheidungen beeinflusst. Ein Kern-Feature sind die Aufträge der "Lebendigen Welt". Diese erzählt, ähnlich wie eine TV-Serie, die Ereignisse in der Welt Tyria in Episoden weiter und gliedert sich in Staffeln. Aktuell läuft bereits die vierte Episode der zweiten Staffel.
Wie gut wird das Spiel von den Entwicklern gepflegt?
Sehr gut. Neben den allgemeinen Verbesserungs-Patches liefert NCsoft in der Regel zweimal pro Monat eine "Lebendige Welt"-Episode. So werden die Geschichte rund um Tyria ständig fortgeführt und die Gebiete verändert. Die 20 Episoden der ersten Staffel sind noch temporäre Events. In Staffel zwei absolviert ihr nun zu jedem Zeitpunkt die gewünschte "Folge". Inhalte für die nächsten Monate sind also garantiert.
Was ist für die Zukunft geplant?
Die Zukunft hält sich NCsoft offen. Das Episoden-Konzept wird mit Staffel zwei der "Lebendigen Welt" beibehalten. Ob künftig ein Add-on erscheint, ist noch unklar.
Fakten
In diesem Artikel
- Seite 1 Lage der MMORPG-Nation - Teil 1
- Seite 2 Lage der MMORPG-Nation - Teil 2
- Seite 3 Lage der MMORPG-Nation - Teil 3
- Seite 4 Lage der MMORPG-Nation - Teil 4
- Seite 5 Lage der MMORPG-Nation - Teil 5
- Seite 6 Lage mit MMORPG-Nation - Teil 6
- Seite 7 Lage der MMORPG-Nation - Teil 7
- Seite 8 Bildergalerie
Wann in Deutschland gestartet?
Guild Wars 2 wurde am 28. August 2012 in Deutschland veröffentlicht.
Geschätzte Spieler pro Monat:
NCsoft nennt keine Zahlen. Das Spiel wurde weltweit aber laut Insider-Schätzungen insgesamt sieben Millionen Mal verkauft.

Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Auch hier kann man sich wieder streiten. Nur ich bin der Meinung, dass Spiele oder ganze Genres erfolgreich werden, eben weil die Spieler es wollen. Wieder mal CoD als Beispiel: Von PR-Verblendung kann - schon allein aufgrund der sinkenden Verkaufszahlen - nunmal gar nicht mehr die Rede sein. Die Serie hat ihren Zenit einfach überschritten. Aber die Spieler wissen, was sie erwarten und kaufen sich CoD, weil sie es wollen. Letztlich reagieren Entwickler nur auf die Nachfrage. Und die allgemeine Nachfrage ist nunmal die nach einfachen Titeln, in denen man sich selbst als Ein-Mann-Armee zum Helden aufschwingt, indem man größtenteils strutzdumme Gegner umhaut. ^^ Actionreich, mehr oder weniger simpel. Zumindest, was AAA-Titel angeht. Es gibt ja trotzdem noch viele Perlen, die Ansprüche an kognitive und motorische Fähigkeiten stellen.
Ob DU selbst das jetzt gut findest oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich mag den aktuellen Trend auch nicht besonders, gerade was Shooter und MMOs angeht. Aber so ist es mMn nunmal.
Also heißt es letztendlich, daß wir das fressen müssen, was uns der Entwickler serviert. Ob wir nun daran Spaß und Gefallen finden, ist eine andere Frage...
Blizzard hat doch durch WoW genug Geldreserven, wieso bringen sie das einfach nicht raus und sollen die Jahre der Entwicklung dieses Spiels für die Katz gewesen sein?
... also umsonst Gehälter und Löhne bezahlt...
Allein durch diese Einstellung mag ich Blizzard nicht, denn ein anderes Entwicklerstudio hätte sich dies nicht leisten können.
@Red:
das möchte ich Dir auch nicht abstreiten und ich habe schon meine Gründe genannt, weil ich WoW nicht spiele; aber ich maße mir nicht an, schlecht über das Spiel zu reden, wie andere das mit anderen Spielen tun.
Aber ich finde es auf gut deutsch gesagt beschissen, daß wir alle praktisch einen Einheitsbrei zocken sollen und der Entwickler ist es, der uns das vorsetzt und glaubt zu wissen, daß wir dies wollen.
Bestes Beispiel ist doch die Battlefield-Serie, die aufgrund der Cod-Manie von EA vor die Hunde geht. Mir liegt so ein actionreiches und belohnendes Spiel gar nicht, aber das kapieren die Entwickler auch nicht.
Im RL eine Niete, aber im Spiel der Held...
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.
Mir scheint, daß alles lieblos auf die Schnelle dahingeklatscht worden ist, weil es keine gescheiten Quests mehr gibt. Alles ist nur noch auf den Hauptgquest reduziert worden und statt der vielen Nebenquests gibt es stattdessen nur noch Klopperquests, bei denen ich jeweils 25 Monster der selben Einheit mit dem grünen Ausrufezeichen kloppen muß. Habe ich diesen erfüllt und kloppe ein Monster wieder nieder, welches mir zu nah auf die Pelle gerückt ist, habe ich den selben Quest nochmals an der Backe. Für mich ist dies zu langweilig und zu langatmig. Ich jedenfalls komme kaum vorwärts und innerhalb von sieben Tagen habe ich nur drei kleine Gebiete geschafft, echt der Wahnsinn!
Über die Grafiik in diesen MMOs möchte ich nicht sprechen, denn diese sieht einfach altbacken aus.
Merkwürdig aber, daß in den Onlineshootern diese toppaktuell ist. Ein MMO ist ja im Grunde genommen nichts anderes, nur mit dem Unterschied, daß es keine privaten Server gibt.
In TESO ist die Grafik zeitlos und diese sieht obendrein noch schick aus, dennoch wird das Spiel von vielen verteufelt. Ich versteh`s nicht.
Was ich jedoch von der WoW-Spielerschaft nicht verstehe, daß diese sich trotz Abo wie eine Weihanachtsganz ausnehmen läßt. Mir ist schon zu Ohren gekommen, daß ein virtuelles Reittier in WoW 20,00 US-Dollars gekosted haben soll und warum sind die Erweiterungen denn kostenpflichtig, obwohl ich ein Abo habe?
Dann werden Spiele, die viele Jahre in der Entwicklung waren, einfach eingestellt und bei Nokia hat man so ein Geschiß gemacht, weil die aus Deutschland raus sind.