Echtzeitstrategie in der Krise - Teil 3
Jahrelang galt die Echtzeitstrategie als Königsdisziplin der PC-Spiele, doch heute gibt es das Genre beinahe nicht mehr. Wir suchen nach Gründen dafür und schauen was aus einstigen Leuchttürmen wie Command & Conquer und Age of Empires geworden ist.
Was wurde aus Command & Conquer?
Die Command & Conquer-Reihe sowie deren Schöpfer, die Westwood Studios aus Las Vegas, haben das Genre der Echtzeitstrategie-Spiele nachhaltig geprägt. Doch heute ist vom einstigen Ruhm nichts mehr übrig. Das Studio Geschichte, die C&C-Reihe vorerst eingemottet.
Die Anfänge
Quelle: PC Games
Command & Conquer: Generäle (2003)
Bevor Westwood im Jahr 1995 das erste Command & Conquer auf den Markt brachte, hatte das Studio drei Jahre zuvor Dune 2 veröffentlicht, das im Allgemeinen als der Urvater der klassischen Echtzeitstrategiespiele gilt. Alle folgenden Command & Conquer-Titel spielten sich im Grunde ähnlich, verfeinerten das bekannte Prinzip des Basenbaus und Truppenmanagements aber mehr und mehr. Die Reihe war von Anfang an extrem erfolgreich, sodass in den Jahren von 1995 bis 2003 fünf Teile erschienen, die mit insgesamt sechs Add-ons erweitert wurden. Außerdem schuf Westwood drei verschiedene Universen (der Tiberium-Konflikt, die Alarmstufe Rot-Welt und die fiktive Gegenwart von Generäle), in denen die Hintergrundhandlungen spielten.
Die Schließung von Westwood
Publisher Electronic Arts hatte Entwickler Westwood im Jahr 1998 aufgekauft und firmierte das Studio zwei Jahre später zu einem EA-Studio um. Weitere drei Jahre später erschien Command & Conquer: Generäle, danach wurde das Studio geschlossen. Alle weiteren Spiele der Reihe entstanden unter der Flagge von EAs L.A.-Studio, zuletzt Command & Conquer 4: Tiberian Twilight, das allerdings unter den Erwartungen des Publishers blieb.
Browser-Game-Dasein
Quelle: PC Games
Command & Conquer (Entwicklung wurde Ende Oktober 2013 eingestellt)
Der bislang letzte "Teil" der Reihe erschien im Jahr 2012 unter dem Titel Tiberium Alliances. Dabei handelt es sich um ein Browser-Game des deutschen Entwicklers EA Phenomic, der inzwischen ebenfalls seine Pforten geschlossen hat. Zudem hatte EA im Jahr 2011 ein neues Command & Conquer-Spiel angekündigt, das als Nachfolger von Generäle gedacht war und von BioWare entwickelt würde. Später jedoch wechselte EA das Entwicklerstudio und kündigte Command & Conquer als kostenlosen Download für seine Plattform Origin an. Im Oktober 2013 wurde das Projekt jedoch auf Eis gelegt, seitdem herrscht Funkstille rund um das Thema Command & Conquer.
Die Strategieexperten Blizzard?
Mit Warcraft betrat Blizzard ab 1994 die Bühne der Echtzeitstrategie und schuf mit Starcraft 1998 eines der wichtigsten Spiele des Genres. Seitdem ist Blizzard einer der wenigen Entwickler, die sich vom Genre nicht abgewandt haben.
Die Anfänge
Quelle: PC Games
Warcraft 3 (2002)
Als Blizzard im Jahr 1994 das Echtzeitstrategiespiel Warcraft: Orcs & Humans veröffentlicht, hat das Studio schon einige Titel auf dem Buckel, unter anderem das bekannte The Lost Viking, doch Warcraft sollte das bis dato erfolgreichste Spiel der Kalifornier werden. Bereits ein Jahr später erschien deshalb der Nachfolger Warcraft 2: Tides of Darkness, das ein weiteres Jahr später ein Add-on spendiert bekam. Warcraft 2 erntete jede Menge Lob und katapultierte Blizzard in die Riege der Top-Entwickler, unter anderem neben C&C-Schöpfer Westwood. Die Rivalität zwischen diesen beiden verhalf dem Echtzeitstrategie-Genre zu einem Boom Ende der 90er-Jahre.
Der Meilenstein Starcraft
Quelle: PC Games
Starcraft 2: Hearth of the Swarm (2013)
Während die beiden Warcraft-Spiele eine Fantasy-Thematik als Hintergrund nutzten, änderte Blizzard bei Starcraft, das 1998 erschien, den Kurs in Richtung Science-Fiction. Eine spannende Story sowie die drei perfekt ausbalancierten Fraktionen machen es bis heute zu einem der besten Strategiespiele (das noch immer gespielt wird) und zum bestverkauften Spiel des Jahres 1998. Noch im gleichen Jahr erschien das Add-on Brood War, ein Jahr später die Battle.net Edition von Warcraft 2. Danach wurde es zunächst vier Jahre lang ruhig, bevor Blizzard mit Warcraft 3 sein nächstes Strategiespiel veröffentlichte.
Blizzard bleibt dem Genre treu
Im Gegensatz zu anderen Entwicklern und Publishern hält Blizzard bis heute am Genre der Echtzeitstrategie fest. Mit Starcraft 2: Wings of Liberty veröffentlichten die Kalifornier 2010 die Forsetzung ihres legendären Strategiespiels aus dem Jahr 1998, für das 2013 die erste von zwei Erweiterungen, Heart of the Swarm erschien. Die zweite namens Legacy of the Void befindet sich in Entwicklung, ein Termin steht noch aus. Außerdem arbeitet Blizzard Gerüchten zufolge an Neuauflagen der beiden Warcraft-Spiele.

Prozentual gesehen muss ein Entwickler doch heutzutage nur noch 10% der Spieler erreichen und hat damit noch mehr Exemplare verkauft als damals bei 100%.
Nur reicht ein kleiner Gewinn heutzutage ja keinem Publisher mehr.
Die junge Generation wird doch durch die ganzen Mini- und Browserschrott"-spiele" so verhunzt, dass die gar nicht mehr mit einem simplen C&C klarkommen.
Das Alles betrifft allerdings andere Genre genauso, wie im Artikel erwähnte Ego-Shooter.
Das Klassische RTS heute immer noch funktioniert zeigen die ganzen alten Klassiker. C&C 1 und Red Alert, Warcraft 2, Starcraft, Age of Empires etc. Diese Spiele funktionieren auch heute noch. Trotz etwas veralteter Bedinung. Starcraft 2 war/ist ja der beste Beweis dafür.
Ebenso passt es nicht in das Konzept der Publisher das Strategiespiele hauptsächlich Singelplayer sind, da kann man dann schlecht online Zwang verkaufen, sowie Ingame-Transaktionen erklären. Ebenso muß der Spielumfang dadurch deutlich gesteigert werden, da ja länger an einer Mission gespielt wird und somit muß viel mehr Liebe ins Detail gesteckt werden. Alleine eine Einheit hatte ja 5(fiktive Zahl nicht mehr sicher) Aussehen bei Age of Empires. Pro Epoche ein anderes. Da ist dann die Frage, sind die Publisher überhaupt bereit soviel Detailbessesenheit zu unterstützen oder bleiben sie dann lieber auf dem guten alten "kopieren und einsetzen" Prinzip?
In meinen Augen wäre es auf jeden Fall machbar ein erfolgreiches Strategiespiel auf den Markt zuwerfen. Es würde auch hohe Absatzzahlen haben, allerdings würde es nie den Konzerngewinn signifikant steigern wie es ein aufpoliertes BF4 oder Far Cry gemacht hat...
Ich habe das aber auch ein wenig missverständlich ausgedrückt, da bin ich ehrlich. ;-)