Wichtig oder böse "Wokeness"? Barrierefreiheit in Videospielen
In unserer großen dreiteiligen Reportage setzen wir uns mit dem Thema "Barrierefreiheit in Videospielen" auseinander. In Teil eins stellen wir die Frage: Braucht's das überhaupt?
Ein Trick, fast so alt wie die Videospielbranche selbst, ist die sogenannte "Coyote Time". In vielen Jump and Runs bekommen wir eine zweite Chance beim Springen, selbst, wenn wir den perfekten Moment verpasst haben. Und zwar deswegen, weil der Boden breiter programmiert ist, als er visuell dargestellt ist. "Coyote Time" gibt uns das Gefühl, selbst bei kleinen Fehlern die Kontrolle zu behalten, und erhöht so den Spielspaß erheblich.
Aber auch AAA-Titel setzen häufig auf Foregiveness-Mechaniken. In BioShock zum Beispiel verfehlen die ersten Kugeln eines Gegners uns, und zwar immer. Und Treffer, die uns eigentlich besiegen würden, ziehen uns nur so viel Lebensenergie ab, dass wir noch einen weiteren Treffer lang die Chance haben, die Oberhand zu gewinnen.
In Doom und Assassin's Creed Origins enthält der letzte Balken unserer Gesundheit mehr Trefferpunkte als die ersten Balken, so ein Tweet der Spieleentwicklerin Jennifer Scheurle aus 2017.
Wo ziehen wir also die Grenze? Welche Einstellungsmöglichkeiten und Mechaniken, die Barrieren abbauen, sind "normal" und welche sind zu weitgehend? Was dürfen Entwickler einbauen, ohne den Hass mancher Fans dafür zu ernten?
Nicht eine Lösung für alle
Natürlich gibt es keine Lösung, die für alle Spielerinnen und Spieler immer und überall funktioniert. Schließlich leben weit über acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten, mit entsprechend mehr als acht Milliarden individuellen physischen, mentalen und kognitiven Eigenschaften. Sie haben unterschiedliche Anforderungen, Bedürfnisse und Spielstile.
Niemand verlangt, dass grafisch opulente Titel nicht existieren dürfen, weil es auch blinde Menschen gibt, auch wenn einige wenige, laute Stimmen im Internet das behaupten mögen. Wenn es um Barrierefreiheit geht, dann geht es darum, individuelle Einstellmöglichkeiten zu schaffen bezüglich Untertiteln, Kontrast, Möglichkeiten zum Remapping der Steuerung, oder darum spezielle Eingabegeräte, die speziell für Menschen mit Behinderung entworfen worden sind, zu unterstützen.
Quelle: Andreas Schneider
Warum? Um Spiele für so viele Menschen wie möglich zugänglich zu machen, ohne dass irgendwem irgendetwas weggenommen wird. So sieht es auch Simon Ledder. Er ist Forscher im Bereich Disability und Gender Studies und hat mehrfach zum Thema Barrierefreiheit in Games publiziert:
"Zwar hat sich viel verbessert, aber es gibt noch viel Raum nach oben. Es geht nicht darum, ein Spiel zu entwickeln, das von acht Milliarden Menschen gleichermaßen gespielt werden kann, das wäre unrealistisch", sagt er im Gespräch mit PC Games. "Menschen haben unterschiedliche und teilweise widersprüchliche Bedürfnisse. Trotzdem sollten mehr Entwicklerstudios versuchen, mehr Teilhabe zu ermöglichen, anstatt das als zu aufwendig abzutun."
Wo wir im Hinblick auf Barrierefreiheit bei Videospielen stehen, welche Lösungen es schon gibt, welche Videospiele, Publisher und Entwickler mit gutem Beispiel vorangehen und wo es noch besser geht, besprechen wir in Teil zwei unserer großen Spezial-Reihe zum Thema Barrierefreiheit, das ihr am kommenden Wochenende bei uns werdet lesen können.

Diese Probleme kann man bei kleinen Entwicklern sofort sehen, Übersetzung beim Menü und im Spiel gleich.
Was echt bitter ist, ist wenn es große wirklich finanzkräftige Studios verkacken bei simpelsten Dingen. Mein ewiges Lieblingsbeispiel ist Star Wars Knights of the Old Republic, ein Giga-Etat MMO. In einem "Dungeon" bekämpft man einen Miniboss. Dieser heißt im Englischen "Handler Gattan", weil er halt Tiere zur Unterstützung hat, also ein animal handler ist. Im Deutschen... Händler Gattan. Digger, das macht einfach keinen Sinn :D
Diese Probleme kann man bei kleinen Entwicklern sofort sehen, Übersetzung beim Menü und im Spiel gleich.
Ich bin einer der knapp 10%. Wisst ihr, was ich scheiße finde? So richtig scheiße? Wenn ich mir reinziehen muss, dass sich Leute primär an der (falschen!) Zuordnung zum Thema woke stören, aber weniger daran, wie sehr das Ganze zu einem Möchtegernkulturkampf hochstilisiert wird und auch hier eifrige Anhänger findet.
Wisst ihr was? Steckts euch sonstwo hin. Der Artikel hat zweifelsfrei große Probleme, eben besagte Zuordnung, ja. Aber dafür gleich wieder dieselben ollen Kamellen aus dem Handbuch des "Wie nehm ich an Kulturkampfaufruf XY teil" ist genauso wenig förderlich. Meine Fresse, kommt mal klar. So, nu zum eigentlichen Thema:
Ich aktiviere grundsätzlich immer Untertitel. Wieso? Weil ich es einfach angenehm finde, das gilt für Serien und Filme genauso wie für Spiele und ich bin nicht sehbehindert. Aber ich mags nicht, wenn ich Details nicht mitgkriege weil mal wieder jemand genuschelt hat oder, in Spielen mein Favorit, WÄHREND ACTIONSEQUENZEN mir wichtige/interessante Colour-Kommentare gibt die ich gerne mitkriegen würde (Ja, GTA V, ich meine dich - aber nicht nur). Da hätt ich gern ein Log in dem ich das zumindest nachlesen könnte. Aber apropos Untertitel. Es gibt eine spezielle Hölle für diejenigen die ungenau sind, noch schlimmer sind nur Übersetzungen (denn die sind fast immer ungenau), denn ich bin ein Pedant vor dem Herrn wenn's um Sprache geht.
Eine Option die ich gerne hätte, wäre dass ich optional nicht mit Multitasking bzw. starken Aufmerksamkeitsproblemen kämpfen müsste. Es ist nicht so, als ob ich eine niedrige Spanne hätte, ganz im Gegenteil. Das Problem ist, dass ich seit meiner klitzekleinen Gesundheitseskapade einfach dicht mache, wenn mich etwas akut überfordert. So richtig mit "nope, nein, nö, neinneinnein ich seh es nicht, ich hör es nicht noooope". Da wäre es nett sowas vermeiden zu können, ist einer der Gründe wieso ich beispielsweise keine from software Titel spiele und auch keine Spiele mit blitzschnellen Reaktionen in kurzer Folge wie z.B. Rhythmusspiele , auf den Frust hab ich keinen Bock.
Dieser Kommentar wurde geschrieben auf meiner höhenangepassten Couch an die ich täglich mit meinem Rollstuhl gefahren werde und auf die ich dann per Rutschbrett transferiere. Ebenso gehts dann in revers zurück aufs gemütliche Pflegebett für die Nacht. 24/7 Betreuung hab ich durch meine, im Übrioigen autistische, Verlobte die das "mal eben so" nebenbei wuppt und natürlich alles im Haushalt macht weil, tjo, ich kann weder stehen noch gehen.
Fazit:
Lasst diesen woke-Scheiß und damit meine ich die Beteiligung am Debattieren darüber, doch einfach sein. Inklusion ist cool für Alle und meinetwegen kanns für diejenigen, die sich an LGBTQIA+ oder anderskulturellen Mitmenschen stören ja auch Optionen geben, diese auszuschalten und zu ersetzen. Dann gerne durch , damit auch die Schneeflöckchen die sich davon gestört fühlen, dass Andere marginalisiert werden, sich nicht mehr marginalisiert fühlen. Muss ein schreckliches Gefühl sein. Furchtbar, ich bin als weißer Mann wirklich ganz gaaaaanz kurz vor dem Exitus, ich sag et euch!
So. Feddich.
Als ich meinen PC aus hatte und beim rausgehen an meiner Spielesammlung vorbeigegangen bin, ist er mir auch eingefallen als ich GTA V dazwischen gesehen habe.
Er ist zwar auch eher ein Nebendarsteller, aber immerhin weitaus mehr als die beiden die mir spontan eingefallen sind. Der Opa und der Mechaniker sind nur Statisten und Nebenquestgeber. Der Kollege hier hat umfangreiches Writing und tatsächlich einen wichtigen Platz in der Story.
Ganz schön UN-WOKE :B