Zwischen Porno und Pick-me: Ich will mehr richtig gute Girly Games!

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Kolumne Annika Menzel - Redakteurin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Zwischen Porno und Pick-me: Ich will mehr richtig gute Girly Games!
Quelle: PC Games

In den 2000ern gab es Girly Games im Überfluss, heute sind sie kaum noch zu finden. Redakteurin Anni wünscht sich schon lange mehr AAA-Prinzessinnen mit viel Charme, Glitzer und Budget.

Ein proppenvoller Kleiderschrank voller hübscher Outfits, die vom Prinzessinnenkleid über koketten Alltagsstil bis hin zum Sekretärinnen-Look reichen: Infinity Nikki hat mich in seinen Bann gezogen. Oder zumindest in sein Ankleidezimmer, denn die märchenhaften Klamotten lassen mein inneres Kind vor Freude geradezu strahlen.

Und dafür schäme ich mich auch nicht, im Gegenteil: Ich wünsche mir mehr liebevoll gemachte Girly Games, die nicht nur interessantes Gameplay, sondern auch allerhand Rüschen und Tüll zu bieten haben. Doch die sind gar nicht mal so leicht zu finden!

Girly, aber nicht nur für Girls

Vor allem müssen wir erst einmal darüber sprechen, was ich mit dem Begriff eigentlich meine, schließlich ist er nicht so etabliert wie beispielsweise Cozy Games. Ich möchte bewusst nicht den Ausdruck Girl Games benutzen, der für meine Spielewünsche im Internet kursiert - ich denke, über die Debatte, wer welche Genres zocken darf, sind wir mittlerweile zum Glück hinaus.

Nikki trägt das Läuterungs-Outfit Quelle: Infold Games Infinity Nikki Girly mag also nur geringfügig besser sein, da sich das Wort ebenfalls auf ein Klischee bezieht. Trotzdem trifft es sehr viel besser, was ich meine: Feminine Ästhetik ist ein Muss, Dress-up und Mode können genauso im Fokus stehen wie Magical Girls, die mit der Rettung der Welt beschäftigt sind. Und ja, diese Spiele können oft cozy sein, müssen sie aber nicht.

Deswegen fallen Spiele wie Farmsimulationen für mich auch nicht unter die Kategorie der Girly Games, auch wenn sie gerne mal dorthin geschoben werden. Vielmehr möchte ich mich bei solchen Spielen zurückversetzt fühlen in die 2000er Jahre und die spielbaren Barbie-Filme, die es damals zur Genüge gab.

Einerseits meine ich das wortwörtlich: Ich kann mich zum Beispiel noch an das Spiel zu Barbie und der geheimnisvolle Pegasus erinnern, in dem ich als Prinzessin Annika (ja, die heißt wirklich so!) übers Eis geschlittert bin.

Andererseits hatte ich damals virtuell auch einen eigenen Reiterhof, eine Schneiderei, einen Friseursalon und vieles mehr. Vermutlich liegt es also daran, dass ich mit solchen Spielen aufgewachsen bin, aber für mich haben Prinzessinnen und Fashion einen richtigen Wohlfühlfaktor - auch noch mit meinen 27 Jahren.

Fashion Week im Pilzkönigreich

Deshalb hatte ich letztes Frühjahr auch so einen riesigen Spaß daran, mich in Princess Peach: Showtime! zu stürzen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich meiner lieben Kollegin Toni jedes Mal zurief, wenn ich ein neues Kleid bekommen bekommen habe.

Peach ist auch heute noch einer meiner liebsten Nintendo-Charaktere, wenn es mal wieder auf die Rennstrecke oder eine wilde Party geht.

Umso glücklicher war ich, dass die Herrscherin des Pilzkönigreichs fast 20 Jahre nach dem Release von Super Princess Peach erneut im Rampenlicht stand. Und das auch noch auf einer liebevoll gemachten Theaterbühne mit allerhand Kostümen und ganz viel Charme!

Peach macht Eiskunstlauf Quelle: Nintendo Princess Peach: Showtime! Kein Wunder also, dass mich bei der Opening Night Live für die Gamescom 2024 der Trailer zu Infinity Nikki sofort angesprochen hatte. Wie viel Spaß ich beim Zusammenstellen der Outfits für die Stylistin habe, wisst ihr ja schon - bloß das entspannte Erkunden der offenen Spielwelt ist nicht ganz so mein Fall.

Da passte die Theater-Action von Peach besser zu mir, die zwar weder schwierig noch kompliziert, aber trotzdem sehr unterhaltsam war. Gut, außerdem gab es keine Gacha-Systeme wie bei Nikki, die es mir leider erschweren, mich ganz auf das Spiel einzulassen.

Wie gerne würde ich einmalig ein paar Euro über die Ladentheke schieben und selbst die extravagantesten Ballkleider einfach im Laufe der Geschichte ohne Extrakosten freischalten, anstatt auf Glücksspiel angewiesen zu sein, das bei jeder Session nach meinem Echtgeld lechzt. Aber gut, das Problem ist eher zweitrangig.

Princess Simulator oder royales Rollenspiel

Am liebsten hätte ich nämlich ein Spiel, dass den Dress-up-Aspekt mit interessantem Gameplay kombiniert. Da habe ich natürlich mehrere Ideen parat, für deren Erklärung ich mich gleich ein zweites Mal outen muss: Ich mag nicht nur hübsche Kleider in meinen Videospielen, ich lese auch liebend gerne Fantasy Romance. So, jetzt ist es raus!

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von TheBadWolf Hobby-Spieler/in
        Diese Spiele sind definitiv nichts für mich. Aber der Artikel ist super geschrieben und es hat Spass gemacht ihn zu lesen.
      • Von TheBadWolf Hobby-Spieler/in
        Diese Spiele sind definitiv nichts für mich. Aber der Artikel ist super geschrieben und es hat Spass gemacht ihn zu lesen.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Musste erstmal goggeln, was Pick Me schon wieder sein soll. Bei den vielen dämlichen Tik Tok-Begriffen verliert man langsam die Übersicht.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Pick me Girls sind Online vor allem eine Abwertung gegenüber Frauen, die sich erlauben nicht mit dem Strom zu schwimmen und die Meinung männlicher Personen vertreten. Also bspw. Frauen die meinen, sie möchten gerne einen kurvigen weiblichen Charakter, der durchaus auch Haut zeigt oder die sich kritisch gegenüber #MeToo zeigt und Ähnliches, bei dem Stereotyp eigentlich Mädchen/Frau eine bestimmte Meinung vertreten soll, es aber nicht tut. Pick Me ist da je nach Kontext das weibliche Äquivalent zum Simp. Internalisierte Misogynie, wie es im Artikel heißt, trifft es eigentlich ziemlich gut.

        Ich würde mich nicht wundern, wenn je nach Plattform eine Person die nach genau diesen Games fragt auch als Pick me bezeichnet würde, weil sie sich eben erlaubt doch gern mehr feminin adressiertes spielen zu wollen. Dabei ist es, wie meistens, einfach eine völlig legitime Meinung. Und ich unterstütze das, ich finde möglichst viel Vielfalt gut. Barbie ist nicht meins aber an und für sich bietet dieses Genre Potential letztendlich mehr als nur Frauen anzusprechen. Bzw. würde ich sogar sagen, das Anziehspiel hat sogar schon transzendiert, wenn man mal an all die Skins und Charaktereditoren denkt und wieviel Zeit Menschen investieren ihre Avatare umzugestalten oder Geld. Wenn aber die Mehrheit der Spieler weiblich bleibt bei den Games ist das genauso in Ordnung, ein Missverhältnis ist völlig in Ordnung. Kritisch wird es nur, wenn es zu Abwertungen wie bei Stellar Blades Eve kommt, nur weil ein Stil oder Darstellung der feminin ist.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von Toni
        Vielleicht rollt Toni gerade auch einfach mit den Augen, weil manche User meinen, über mich urteilen zu müssen, ohne mich tatsächlich zu kennen. Falls du auf meinen Feminismus anspielst - der schließt nicht aus, dass Frauen weibliche Dinge mögen dürfen, sondern inkludiert explizit, dass alle Menschen frei von gesellschaftlich geprägten Normen machen können und dürfen, was sie wollen, ohne verurteilt zu werden. Und dazu gehört auch, feministische Dinge zu finden (die nicht radikal sind), ohne dafür in eine explizit nicht-weibliche Ecke geschoben zu werden.
        Der Witz ging eigentlich mehr auf die nicht mehr vorhandenen blauen Haare und hat berücksichtigt, dass du in der Vergangenheit durch mehr oder minder progressive Artikel einen gewissen Eindruck hinterlassen hast. Es sollte aber nicht diffamierend sein, sondern einfach nur einen Kontrast setzen zu den Artikeln, die du geschrieben hast gegenüber dem was Annika geschrieben hat.

        Wenn ich in deinen Augen damit über's Ziel hinaus geschossen bin, dann entschuldige ich mich hiermit aufrichtig bei dir.
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Nevrion
        Wer weiß, vielleicht rauft sich Toni gerade ihre verbliebenen blauen Haare, weil sie mit sowas nicht klar kommt ;)
        Vielleicht rollt Toni gerade auch einfach mit den Augen, weil manche User meinen, über mich urteilen zu müssen, ohne mich tatsächlich zu kennen. Falls du auf meinen Feminismus anspielst - der schließt nicht aus, dass Frauen weibliche Dinge mögen dürfen, sondern inkludiert explizit, dass alle Menschen frei von gesellschaftlich geprägten Normen machen können und dürfen, was sie wollen, ohne verurteilt zu werden. Und dazu gehört auch, feministische Dinge gut zu finden (die nicht radikal sind), ohne dafür in eine explizit nicht-weibliche Ecke geschoben zu werden.
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