Stop Killing Games: EU lehnt neue Gesetze ab, doch der Kampf geht trotzdem weiter

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News Lukas Bohnau - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Stop Killing Games: EU lehnt neue Gesetze ab, doch der Kampf geht trotzdem weiter
Quelle: Stop Killing Games

Die Europäische Kommission plant vorerst keine neuen Gesetze zum Erhalt digitaler Spiele. Für die Initiative Stop Killing Games ist das jedoch längst nicht das Ende. Warum die Bewegung trotzdem optimistisch bleibt.

Was passiert eigentlich mit einem Spiel, wenn der Publisher die Server abschaltet? Genau diese Frage beschäftigt die Initiative Stop Killing Games bereits seit zwei Jahren. Ihr Ziel: Entwickler und Publisher sollen künftig dafür sorgen, dass gekaufte Spiele auch nach dem offiziellen Support-Ende weiterhin spielbar bleiben.

Was einst als kleine Community-Aktion rund um YouTuber Ross Scott begann, entwickelte sich inzwischen zu einer internationalen Bewegung mit Millionen Unterstützern und schaffte es sogar bis ins Europäische Parlament. Jetzt gibt es allerdings einen Dämpfer.

Denn die Europäische Kommission hat angekündigt, vorerst keine neuen Gesetze vorzuschlagen, die Publisher dazu verpflichten würden, Spiele nach dem Abschalten ihrer Server weiterhin spielbar zu halten. Für viele Unterstützer dürfte das zunächst wie eine Niederlage klingen. Ganz so einfach ist die Situation allerdings nicht.

Warum die EU keine neuen Gesetze plant

In ihrer Stellungnahme erklärt die Europäische Kommission, dass bestehende Gesetze derzeit ausreichend seien. Unter anderem verweist sie auf das Urheberrecht sowie bestehende Verbraucherschutzregelungen.

Statt einer gesetzlichen Verpflichtung möchte die EU zunächst gemeinsam mit Publishern und Verbrauchervertretern an einem freiwilligen Verhaltenskodex arbeiten, der den Umgang mit dem "Lebensende" von Videospielen verbessern soll. Gleichzeitig sollen Verbraucher besser über ihre bestehenden Rechte informiert werden.

Aus Sicht von Stop Killing Games kommt diese Entscheidung allerdings nicht überraschend. Denn die Bewegung hatte genau mit einem solchen Ausgang schon gerechnet. Statt Enttäuschung bleiben sie optimistisch.

Schließlich ist Stop Killing Games längst deutlich mehr als nur die ursprüngliche Petition. Aktuell arbeitet die Initiative unter anderem an Gesetzesvorschlägen in den USA, Frankreich und Großbritannien. Außerdem soll das Thema künftig stärker in den europäischen Gesetzgebungsprozess eingebracht werden. Auch Initiator Ross Scott machte deutlich, dass die Bewegung ihren Kurs nicht ändern werde.

Politischer Druck statt schneller Gesetze

Viele Menschen dürften gedacht haben, dass mit der Petition automatisch ein neues Gesetz beschlossen wird. Tatsächlich funktionieren politische Prozesse aber deutlich komplizierter. Petitionen sind häufig eher ein Türöffner als das eigentliche Ziel. Sie schaffen Aufmerksamkeit, bringen Politiker an einen Tisch und sorgen dafür, dass Themen überhaupt diskutiert werden.

Und genau das hat Stop Killing Games unserer Meinung nach bereits geschafft. Vor wenigen Jahren hätte vermutlich kaum jemand erwartet, dass das Thema dauerhaft abgeschalteter Videospiele überhaupt einmal auf europäischer Ebene diskutiert wird.

Unabhängig davon, wie man zu der Forderung der Initiative steht, halten wir die grundsätzliche Diskussion für wichtig. Immer mehr Spiele setzen auf Online-Dienste oder permanente Serververbindungen. Gleichzeitig verschwinden jedes Jahr zahlreiche Titel vollständig vom Markt, sobald die Betreiber ihre Unterstützung einstellen.

Natürlich können Publisher ihre Server nicht unbegrenzt finanzieren. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage, welche Verantwortung sie gegenüber den Spielern tragen, die diese Spiele gekauft haben. Genau zwischen diesen beiden Interessen wird sich die Debatte in den kommenden Jahren vermutlich bewegen. Wie seht ihr das? Sollten Publisher verpflichtet werden, Spiele nach dem Support-Ende weiterhin spielbar zu machen? Oder wäre das für viele Entwickler wirtschaftlich gar nicht umsetzbar?

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