Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte

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Kolumne Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,55 €
Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte
Quelle: buffed

Wie wichtig ist es, sich mit Videospiel-Figuren identifizieren zu können? Offenbar sehr wichtig, zumindest, wenn es nach einer kleinen, aber lauten Minderheit geht. Redakteur Lukas Schmid findet in seiner Kolumne, dass das eine bescheuerte Scheindiskussion ist.

Es wurde mir jetzt schon ein paar Mal vorgeworfen, darum möchte ich an dieser Stelle klarstellen: Ich schreibe meine Kolumnen natürlich nicht beziehungsweise wähle Themen nicht aus, weil ich hoffe, damit möglichst viele Leute in Rage bringen zu können. Ich habe eine Meinung, die ich vertrete, höre ich gute Gegenargumente, adaptiere ich sie unter Umständen, und sollte irgendjemand wegen dieser Meinung wütend werden - joah, dann tut mir das leid, aber kann ich auch nichts dagegen tun.

Und die Tatsache, dass ich sogar beim absoluten Softthema "Zehn Wünsche an Zelda: Breath of the Wild" von manchen Leuten in den sozialen Netzwerken auf den Kopf bekommen habe, zeigt, dass man es eh nie denen recht machen kann, die sich empören wollen.

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Jedenfalls, nach diesem kurzen Exkurs nun zum Thema meiner diesmaligen Kolumne - der Debatte um die Relevanz von Identifikation mit Videospielfiguren und warum ich sie bescheuert finde! Eieiei, das hätte ich mir noch einmal überlegen sollen ...


Über den Autor

Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (6) Quelle: Lukas Schmid Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (6) Lukas Schmid arbeitet seit 2010 in unterschiedlichen Funktionen bei Computec Media und damit bei PC Games, zuerst als Praktikant, anschließend als freier Mitarbeiter, dann als Volontär, Redakteur und inzwischen als Leitender Redakteur für pcgames.de, videogameszone.de, gamesaktuell.de und gamezone.de. Er liebt Action, Adventure, Action-Adventures, Shooter, Jump & Runs, Horror und Rollenspiele, mit Strategietiteln, den meisten Rogue-likes und Militärsimulationen kann man ihn jagen. Jeden Samstag um ca. 09:00 Uhr teilt er euch in seiner Kolumne mit, was ihn gerade wieder nervt oder freut. Hasskommentare und Liebesbriefe gerne in die Kommentare unter der Kolumne, an lukas.schmid@computec.de oder auf Twitter an @Schmid_Luki.


Ist hier etwa Weibsvolk anwesend?

Aloy aus Horizon. Quelle: buffed Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (2) Die Frage taucht vor allem in einem Kontext immer wieder auf: Wenn eine Frau die Hauptrolle in einem Videospiel einnimmt. Inzwischen sollte dieser Umstand angesichts von Horizon: Zero Dawn, Tomb Raider, Hellblade: Senua's Sacrifice und vielen, vielen anderen Titeln eigentlich nicht mehr dafür sorgen, dass einem vor lauter Schock das Monokel in den Champagner fällt, aber er ist trotzdem noch immer ein Thema. Egal bei welcher Ankündigung, auch auf unseren Seiten und Kanälen, immer sind sofort diejenigen parat, die erklären, Spiel A oder B sei unspielbar, weil man sich da nicht in die Spielfigur reinversetzen könne.

Schon klar, eigentlich ist's ein nischiges Thema, denn es ist wie so oft eine kleine, laute Gruppe, die da immer aufschreit. Aber, und das ist hier wie bei so vielen anderen vermeintlich kontroversen Themen im Internet das Problem: Wird laut geschrien, wird zugehört, und Nichtthemen wird auf einmal Relevanz zugesprochen.

Bin ich Teil des Problems, weil ich es hier thematisiere? Auf jeden Fall, aber so ist das eben mit Teufelskreisen dieser Art - verweigert man die Reaktion, gewinnt die Gegenseite an Einfluss, reagiert man, gewinnt sie ebenfalls durch die Kenntnisnahme. Meiner Meinung nach ist Schweigen aber der falsche Weg, denn dieses wird zu oft und schnell mit Akzeptanz verwechselt.

Männer sind so

Darum, handeln wir die Argumentation doch mal möglichst nüchtern ab. Also, als Mann - ich behaupte jetzt mal, die emotionale Aufwühlung durch virtuelle Eierstöcke in ihrem Blickfeld betrifft vor allem Vertreter meines Geschlechts - kannst du dich nicht mit einer Frau identifizieren.

Eine etwas eingeschränkte Sichtweise, ich würde da ja eher auf Aspekte wie den Charakter der Figur, ihre Prägung und so weiter setzen, aber ja, durchaus legitim. Männer sind Männer und Frauen Frauen, da kann man schwer dagegen argumentieren.

... und direkt danach zerfällt die Argumentation. Da muss ich jetzt gar keine billigen Tricks auspacken wie "und beim Rennspiel identifizierst du dich dann mit dem Mercedes?", sondern kann auch einfach bei Spielen mit Lebewesen beziehungsweise denkenden Wesen als Spielfigur bleiben.

Hauptsache Hoden

Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (3) Quelle: Rare Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (3) Wenn jemand nicht seine Identifikations-Interpretation wirklich beinhart durchzieht, dann war er wohl schon oft in seinem Spielerleben kein Mann. Sogar wenn man nicht auf Knuddel-Games steht, ist einem im Laufe eines Zockerlebens bestimmt oftmals eine Spielfigur untergekommen, bei der das mit der Geschlechts- und vor allem Artenzugehörigkeit so eine Sache ist.

Ein Eichhörnchen in Conker's Bad Fur Day? Ein Außerirdischer in Destroy All Humans? Ein kleiner Junge in Inside? Mega Man? Irgendwelche völlig abgefahrenen Wesen in japanischen Rollenspielen?

Es ist nicht sinnvoll, hier mit Listen oder zig Beispielen zu arbeiten, denn es ist klar: Wenn eine Frau zur Identifikation nicht taugt, weil man als charakterliches Alleinstellungsmerkmal den Sack zwischen den Beinen auserkoren hat, dann Gratulation, dass man zum Beispiel etwa einen blauen Igel als sich näher ansieht als jemanden, der da vorne noch ausgeprägtere Milchdrüsen als man selbst mit sich trägt.

Emotional ergreifende Eckigkeit

Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (4) Quelle: PC Games Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (4) Kurz: Es ist absolut bescheuert, Identifikation am Geschlecht festzumachen, weil sofort zig Spiele, die für den so Argumentierenden trotzdem infrage kommen, diese vermeintliche Überzeugung als Blödsinn entlarven.

Wenn eine Spielfigur gut geschrieben ist, ist es doch völlig wurscht, was sie ist. In Thomas Was Alone spielt man ein verdammtes Viereck, und das verfügt über mehr Charakter als so manche Pappnase aus zu Tode produzierten Blockbuster-Spielen. Sich auf einen so unwesentlichen Faktor wie das Geschlecht einzuschießen, zeugt im besten Fall somit von einem furchtbar eingeschränkten Weltbild, ansonsten von Misogynie und von nichts weiter.

Ich bin ich

Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (5) Quelle: PC Games Identifikation mit Videospiel-Figuren: Eine bizarre Scheindebatte (5) Und woher kommt überhaupt dieser Wahn, dass es ohne Identifikation nicht geht? Wie langweilig ist es bitte, nur Figuren zu spielen, die idealerweise möglichst genauso sind wie ich? Ich will fremde Emotionen spüren, Entscheidungen nicht gutheißen, eine Figur, die ich kontrolliere, auch mal so richtig hassen - ansonsten kann ich auch in den Spiegel gucken und mir dabei zufrieden auf die Schulter klopfen.

Ich sag nicht, dass es nicht befriedigend sein kann, eine Figur angelehnt an sich selbst zu steuern. Das ist vor allem gewissen Arten von Rollenspielen der Fall, und da gibt es dann auch in den meisten Fällen die Geschlechterauswahl-Option, siehe Mass Effect oder Fallout. Aber Spiele sind halt so viel mehr als nur diese Nische, und zumindest ich persönlich finde es auch dort reizvoller, eine Figur zu erschaffen, die ich im echten Leben nicht bin - sei es eben schlicht eine Frau, oder aber eine Orkin, ein Elfenmann, ein Roboter, eine Androidin, ein Zwerg oder sonst irgendein Fantasy-Wesen. Divinity: Original Sin 2 ist hier ein gutes Beispiel. Angesichts der Tatsache, dass in Spielen mit solchen Optionen definitiv nicht nur stolze Menschenwesen durch die Pampa düsen, gehe ich jetzt einfach mal so aus, dass es da dann mit der Identifikations-Überzeugung bei vielen Spielern dann schon wieder nicht so weit her ist.

Diskussion ohne Wert

Insofern: Ich kann solche Bedenken unter Videos und Artikeln nicht ernst nehmen, weil sie einfach scheinheilig, unsinnig und schlussendlich sich selbst entlarvend sind. Da muss man dann auch gar nicht lang herumlamentieren, da reicht auch einfach mal ein kurzes: "Das ist Blödsinn, und auf entsprechende 'Argumente' steige ich gar nicht erst ein."

Manchmal braucht es nicht mehr als das.


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    • Kommentare (70)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von devilsreject Mitglied
        Zitat von Worrel
        Nun, das ist ein zwiespältiges Thema:

        Auf der einen Seite ist natürlich die Kulturbewahrung - so sprach und übersetze man damals halt, also sollte diese Fassung auch der Nachwelt als Ausdruck des Zeitkolorit erhalten bleiben.

        Auf der anderen Seite möchten Eltern ihren Kindern heutzutage halt eine kindgerechte Lektüre zur Verfügung stellen. Und heutzutage sind halt "Negerkönig" oder noch viel mehr die schwarzen Inselbewohner, die sich in "Pippi im Taka Tuka Land" unterwürfig vor Pippi in den Staub werfen, weil sie eine Weiße ist, problematisch.

        Das hat erstmal nichts mit Medienverbrennung zu tun, sondern damit, daß wir uns als Menschheit weiterentwickeln. (Gottseidank, die ganzen Territorialkriege die wir in Europa hinter uns haben, brauchen wir in Zukunft nicht wirklich noch einmal)
        Da fängt die Problematik schon an, ich bin einfach dagegen etwas zu ändern nur weil es dem Zeitgeist nicht mehr entspricht. Lieber wäre mir eben aufzuzeigen warum der Zeitgeist nicht mehr treffend ist und etwas neues dem zeitgeist entsprechend zu erschaffen. Bei TKKG Hörspielen zum Beispiel wurden auch die alten Kassetten-Originale verändert nur um nicht mehr so arg rassistisch und Stereotyp zu wirken.

        Jetzt mal radikal gedacht könne ja jemand auf die Idee kommen 33-45 aus der Geschiche zu tilgen (extrem Beispiel!) weil diese so grausam war und nicht mehr dem Zeitgeist entspricht. Dabei geht es doch eben darum aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft zu verbessern. Man könnte somit ja gerne mit dem Finger auf Pipi zeigen, muss aber das ursprüngliche Machwerk nicht anpassen!
        Zitat von Worrel
        Als jemand der abgesehen vom SchleFaZ Film nichts weiter aus dem Er-Mann Universum kennt:
        Was ist denn mit ... SheWoman ...?

        Gerade bei James Bond hat man meiner Meinung nach freie Hand, sobald man erklärt, daß "James Bond" genauso Teil des Tarnnamens ist wie die bekannte "007".
        Allerdings hat man da ebenso problemlos die Möglichkeit, "Jane Blond" zur #008 zu machen (00Sex war mir jetzt zu niveaulos :B) und ich wüßte nicht, was das auch nur das Geringste an Auftrag, Schauplatz, Bösewichten & Co ändern sollte.
        Ja äh nein, die James Bond Reihe war erstmal nicht als Frauen Agentenfilm geplant. Diese Reihe jetzt darauf hin anzupassen ist durchaus fragwürdig. Die Hautfarbe allerdings spielt weniger eine Rolle, zumal die gesellschaftliche Zusammensetzung auf der Insel eben jede mögliche Farbe beinhaltet.

        Am besten finde ich kann es mit Indiana Jones aufzeigen. Das ganze hat super funktioniert mit Harrison Ford. Es wäre schon schwer genug für ihn einen männlichen Nachfolger zu finden. Mit einer Frau aber ist das ganze Konzept, die Witze usw einfach nicht dasselbe. Das bedeutet aber nicht das solche Filme mit Frauen nicht funktionieren. Dafür gibt es ja das weibliche Pendent mit Lara Croft. Die Filme mit Angelina oder der neue Teil Alicia haben mir persönlich mega gefallen. Lieber würde ich einen weiteren Lara Croft FIlm sehen als einen weiblichen Indie.

        Mir wird einfach zu viel auf schon bestehendes herum geritten. Neu schaffen mit weiblichen Charakteren könnte ja scheitern. Für mich hat das den Beisgeschmack das selbst die Entwickler, Produzenten oder auch verschiedenen Communitys nicht an einen kommerziellen Erfolg glauben. Das ist noch viel schlimmer als die angebliche Ausrichtung auf männliche Darsteller.

        Darüber hinaus sollte man vorallem mal abseits der Forderer auf eben die Zielgruppen schauen und diese befragen. Es ist ja nicht so das Frauen per se sich Frauen als Darsteller wünschen, oder Homosexuelle jetzt zwingend nur oder vermehrt homoerotische Medien genießen wollen. Letzlich liegt es immer an einem Gesamtkonzept von einem Spiel/Film/Serie/Buch, da spielt es einfach kaum eine Rolle welches Geschlecht oder Hautfarbe eine Person hat oder welche Orientierung diese im Bett verfolgt, sondern darum eine gute Geschichte zu erzählen die für möglichst viele Menschen interessant ist.

        Medien mit dem Fingerzeig die letzlich nur eine Agenda verfolgen scheitern im Grunde fast alle weil die Zielgruppen solche Muster dahinter schnell erkennen. Wenn dann der sonstige Inhalt dünn ist, kann ein Produkt einfach nicht überzeugen. ich finde auch man hilft Minderheiten eben nicht wenn man mit dem Finger drauf zeigt.

        Wenn also jemand einen tollen Film dessen Geschichte mich interessiert mit einem behinderten schwarzen homosexuellen Hauptcharakter erschafft, dann kann ich mich genauso freuen wie bei einem Arnold Schwarzenegger STereotypen Film. Wenn der Film sich aber nur um die Behinderung und um das homosexuelle dreht, geht mein Interesse gegen null! Das tut es aber auch wenn sich ein STereotypen FIlm nur um "Liebe" mit Frauen dreht der Film aber sonst nichts zu bieten hat. Übertragbar auf jedes Buch oder Spiel.
      • Von devilsreject Mitglied
        Zitat von Worrel
        Nun, das ist ein zwiespältiges Thema:

        Auf der einen Seite ist natürlich die Kulturbewahrung - so sprach und übersetze man damals halt, also sollte diese Fassung auch der Nachwelt als Ausdruck des Zeitkolorit erhalten bleiben.

        Auf der anderen Seite möchten Eltern ihren Kindern heutzutage halt eine kindgerechte Lektüre zur Verfügung stellen. Und heutzutage sind halt "Negerkönig" oder noch viel mehr die schwarzen Inselbewohner, die sich in "Pippi im Taka Tuka Land" unterwürfig vor Pippi in den Staub werfen, weil sie eine Weiße ist, problematisch.

        Das hat erstmal nichts mit Medienverbrennung zu tun, sondern damit, daß wir uns als Menschheit weiterentwickeln. (Gottseidank, die ganzen Territorialkriege die wir in Europa hinter uns haben, brauchen wir in Zukunft nicht wirklich noch einmal)
        Da fängt die Problematik schon an, ich bin einfach dagegen etwas zu ändern nur weil es dem Zeitgeist nicht mehr entspricht. Lieber wäre mir eben aufzuzeigen warum der Zeitgeist nicht mehr treffend ist und etwas neues dem zeitgeist entsprechend zu erschaffen. Bei TKKG Hörspielen zum Beispiel wurden auch die alten Kassetten-Originale verändert nur um nicht mehr so arg rassistisch und Stereotyp zu wirken.

        Jetzt mal radikal gedacht könne ja jemand auf die Idee kommen 33-45 aus der Geschiche zu tilgen (extrem Beispiel!) weil diese so grausam war und nicht mehr dem Zeitgeist entspricht. Dabei geht es doch eben darum aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft zu verbessern. Man könnte somit ja gerne mit dem Finger auf Pipi zeigen, muss aber das ursprüngliche Machwerk nicht anpassen!
        Zitat von Worrel
        Als jemand der abgesehen vom SchleFaZ Film nichts weiter aus dem Er-Mann Universum kennt:
        Was ist denn mit ... SheWoman ...?

        Gerade bei James Bond hat man meiner Meinung nach freie Hand, sobald man erklärt, daß "James Bond" genauso Teil des Tarnnamens ist wie die bekannte "007".
        Allerdings hat man da ebenso problemlos die Möglichkeit, "Jane Blond" zur #008 zu machen (00Sex war mir jetzt zu niveaulos :B) und ich wüßte nicht, was das auch nur das Geringste an Auftrag, Schauplatz, Bösewichten & Co ändern sollte.
        Ja äh nein, die James Bond Reihe war erstmal nicht als Frauen Agentenfilm geplant. Diese Reihe jetzt darauf hin anzupassen ist durchaus fragwürdig. Die Hautfarbe allerdings spielt weniger eine Rolle, zumal die gesellschaftliche Zusammensetzung auf der Insel eben jede mögliche Farbe beinhaltet.

        Am besten finde ich kann es mit Indiana Jones aufzeigen. Das ganze hat super funktioniert mit Harrison Ford. Es wäre schon schwer genug für ihn einen männlichen Nachfolger zu finden. Mit einer Frau aber ist das ganze Konzept, die Witze usw einfach nicht dasselbe. Das bedeutet aber nicht das solche Filme mit Frauen nicht funktionieren. Dafür gibt es ja das weibliche Pendent mit Lara Croft. Die Filme mit Angelina oder der neue Teil Alicia haben mir persönlich mega gefallen. Lieber würde ich einen weiteren Lara Croft FIlm sehen als einen weiblichen Indie.

        Mir wird einfach zu viel auf schon bestehendes herum geritten. Neu schaffen mit weiblichen Charakteren könnte ja scheitern. Für mich hat das den Beisgeschmack das selbst die Entwickler, Produzenten oder auch verschiedenen Communitys nicht an einen kommerziellen Erfolg glauben. Das ist noch viel schlimmer als die angebliche Ausrichtung auf männliche Darsteller.

        Darüber hinaus sollte man vorallem mal abseits der Forderer auf eben die Zielgruppen schauen und diese befragen. Es ist ja nicht so das Frauen per se sich Frauen als Darsteller wünschen, oder Homosexuelle jetzt zwingend nur oder vermehrt homoerotische Medien genießen wollen. Letzlich liegt es immer an einem Gesamtkonzept von einem Spiel/Film/Serie/Buch, da spielt es einfach kaum eine Rolle welches Geschlecht oder Hautfarbe eine Person hat oder welche Orientierung diese im Bett verfolgt, sondern darum eine gute Geschichte zu erzählen die für möglichst viele Menschen interessant ist.

        Medien mit dem Fingerzeig die letzlich nur eine Agenda verfolgen scheitern im Grunde fast alle weil die Zielgruppen solche Muster dahinter schnell erkennen. Wenn dann der sonstige Inhalt dünn ist, kann ein Produkt einfach nicht überzeugen. ich finde auch man hilft Minderheiten eben nicht wenn man mit dem Finger drauf zeigt.

        Wenn also jemand einen tollen Film dessen Geschichte mich interessiert mit einem behinderten schwarzen homosexuellen Hauptcharakter erschafft, dann kann ich mich genauso freuen wie bei einem Arnold Schwarzenegger STereotypen Film. Wenn der Film sich aber nur um die Behinderung und um das homosexuelle dreht, geht mein Interesse gegen null! Das tut es aber auch wenn sich ein STereotypen FIlm nur um "Liebe" mit Frauen dreht der Film aber sonst nichts zu bieten hat. Übertragbar auf jedes Buch oder Spiel.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Im 80er Original ist sie eine heiße Braut, im neuen Reboot ein Junge mit langen Haaren.
        Dafuq?
        Ich meine: bei "Entsexualisierung" der Charaktere von "Hups, ich bin bei der Hupengröße auf 200% ausgerutscht, aber das lassen wir jetzt so." auf normale Werte kann ich ja noch die Motivation dahinter nachvollziehen - aber die komplette Brustkastration macht doch jetzt überhaupt keinen Sinn.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Worrel
        Als jemand der abgesehen vom SchleFaZ Film nichts weiter aus dem Er-Mann Universum kennt:
        Was ist denn mit ... SheWoman ...?
        Im 80er Original ist sie eine heiße Braut, im neuen Reboot ein Junge mit langen Haaren.

        Original:
        https://th.bing.com/th/id/R9e123d0de9e1b57565e8b61e0e180ce7?rik=ntX779tzW13dxQ&riu=http%3a%2f%2fimage.tmdb.org%2ft%2fp%2foriginal%2feKZh1Iyrq6xZ8bDUCVL5mk07rEg.jpg&ehk=LXicnHtQ98x4hJw0o4uLqZUJ3HImnFleh0M6pvSmz%2bs%3d&risl=&pid=ImgRaw

        2018er Reboot:
        https://cdn.myseries.tv/img/serie/big/9542-she-ra-and-the-princess-of-power-2018.jpg?1576183504
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von devilsreject
        Auch sollten machwerke ich Nachgang nicht umgeschrieben werden nur weil sich der politische Wind gedreht hat. Dauert nicht mehr lange und die öffentliche Medienverbrennung wird wieder aktiv...
        Nun, das ist ein zwiespältiges Thema:

        Auf der einen Seite ist natürlich die Kulturbewahrung - so sprach und übersetze man damals halt, also sollte diese Fassung auch der Nachwelt als Ausdruck des Zeitkolorit erhalten bleiben.

        Auf der anderen Seite möchten Eltern ihren Kindern heutzutage halt eine kindgerechte Lektüre zur Verfügung stellen. Und heutzutage sind halt "Negerkönig" oder noch viel mehr die schwarzen Inselbewohner, die sich in "Pippi im Taka Tuka Land" unterwürfig vor Pippi in den Staub werfen, weil sie eine Weiße ist, problematisch.

        Das hat erstmal nichts mit Medienverbrennung zu tun, sondern damit, daß wir uns als Menschheit weiterentwickeln. (Gottseidank, die ganzen Territorialkriege die wir in Europa hinter uns haben, brauchen wir in Zukunft nicht wirklich noch einmal)

        Zitat von devilsreject
        Ich denke da besonders an die Schwester von HeMan.... junge junge....
        Als jemand der abgesehen vom SchleFaZ Film nichts weiter aus dem Er-Mann Universum kennt:
        Was ist denn mit ... SheWoman ...?
        Zitat von devilsreject
        Mein persönliches Problem besteht eben darin bekannte Werke zu verwässern oder Fortführungen ins absurde zu führen, wie eben Indi oder JamesBond. Dabei wäre ein schwarzer James Bond für mich kein Thema und je nach Besetzung sogar ein Gewinn, eine Frau aber schließe ich aus, warum auch die Vorgesetze war doch weiblich?!
        Gerade bei James Bond hat man meiner Meinung nach freie Hand, sobald man erklärt, daß "James Bond" genauso Teil des Tarnnamens ist wie die bekannte "007".
        Allerdings hat man da ebenso problemlos die Möglichkeit, "Jane Blond" zur #008 zu machen (00Sex war mir jetzt zu niveaulos :B) und ich wüßte nicht, was das auch nur das Geringste an Auftrag, Schauplatz, Bösewichten & Co ändern sollte.
      • Von devilsreject Mitglied
        Zitat von Worrel
        Wenn man es penibel betrachtet, wird es nie die absolute Realitätsimmersion geben. Denn wenn eine virtuelle Welt wirklich realistisch sein wollte, müßte man da drin auch vergewaltigen, Kinder mißhandeln, terroristische Anschläge mit Utensilien aus dem Baumarkt veranstalten und in einen Fahrstuhl kacken können.

        Nicht, daß ich irgendwas davon zwangsläufig nachspielen wollte, aber irgendwo setzt der Publisher dann Grenzen und so kann man in dem Spiel dann alles machen -außer: Kindern auch nur ein Haar krümmen.
        Und wenn man dann zB aus Versehen ? eine Handgranate auf dem Marktplatz hat fallen lassen und die Kinder stehen danach als einzige da, als hätten sie alle Iron Kid ™ Anzüge an, dann ist die Immersion futsch.

        Eben drum man will ja schließlich auch in nem Spiel der Realität entfliehen oder sich einfach Unterhalten lassen. Da kann man natürlich hier und da auch mal politische oder gesellschaftliche Konflikte einbringen, aber es sollte keine Liste an Kriterien geben welche ein Spiel zwingend erhalten muss um Shitstorm zu umgehen.

        - alle möglichen Geschlechter
        - alle möglichen sexuellen Beziehungen
        - alle möglichen Hautfarben
        - verzicht auf Stereotypen
        usw...

        Ein Spiel soll ein Spiel bleiben dürfen und kein Spiegelbild werden. Ebenso bei Büchern, Filmen und Serien. Auch sollten machwerke ich Nachgang nicht umgeschrieben werden nur weil sich der politische Wind gedreht hat. Dauert nicht mehr lange und die öffentliche Medienverbrennung wird wieder aktiv...
        Zitat von Worrel
        "Neu"?
        zB: She-Hulk ist letztes Jahr 40 geworden ...
        (Quelle)
        Die erste(?) Serie, die es dann auch "ver-fraut" gab, ist ebenfalls über 40 Jahre alt.
        (Quelle)
        In Bezug auf unsere aktuelle Zeit.

        Ich denke da besonders an die Schwester von HeMan.... junge junge....

        Mein persönliches Problem besteht eben darin bekannte Werke zu verwässern oder Fortführungen ins absurde zu führen, wie eben Indi oder JamesBond. Dabei wäre ein schwarzer James Bond für mich kein Thema und je nach Besetzung sogar ein Gewinn, eine Frau aber schließe ich aus, warum auch die Vorgesetze war doch weiblich?!

        Warum muss man immer bekannte Werke nutzen und sich aufsatteln, ist wie mit der Frauenquote, da wird aufgesattelt nicht neu geschaffen. Nicht falsch verstehen, aber wenn man es richtig machen will, warum ermutigt man nicht junge Frauen sich selbstständig zu machen und ein eigenes Geschäft zu entwickeln. Gott sei dank tuen das immer mehr Frauen mit durchaus beachtlichem Erfolg! Das ist der richtige und beste Weg!

        Warum macht den die LGBT Community nicht ne eigens Spiel, Film, Serie?? Wieso muss man immer auf bekannte Marken einwirken und dort Dinge erzwingen? Es ist doch so, das man sich Spiele kauft die einem gefallen könnten. Letzlich liegt es doch an nem guten Storytelling und an der ansehnlichen Spielwelt, ob ein Charakter männlich oder weiblich its, ob hetero oder schwul interessiert die wenigsten. Wahrscheinlich wissen einige nichtaml ob der Char im Spiel nun homo oder hetero ist, erst wenn sich dann die LGBT oder sontige einmischen wird man mit der Nase in jedem Mist reingedrückt damit die entsprechende Community eben ruhig ist.
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